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Zum Verlust eines Lebenspartners

Scholary Paper (Seminar), 2001, 28 Pages
Author: Isabel Ebber
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 28
Grade: gut
Bibliography: ~ 26  Entries
Language: German
Archive No.: V6752
ISBN (E-book): 978-3-638-14254-0
ISBN (Book): 978-3-638-63959-0
File size: 140 KB
Notes :
Bei der Auseinandersetzung mit Tod, Trauer und Trauerarbeit befindet man sich in einem weiträumigen Themenkomplex. Bei dieser Arbeit steht im Vordergrund der Verlust des Lebenspartners als ein kritisches Lebensereignis, wobei insbesondere die Bedeutsamkeit von eigenem und anderem Sterben im Alter aufgezeigt werden soll. Skizziert wird mit Datenmaterial ein Bild der Gestorbenen und den mit Tod und Trauer Betroffenen der Bevölkerung in Deutschland. Wie Hinterbliebene den Verlust durch den Tod erleben, wie der Umgang mit Tod und Trauer geschieht, welche Komplikationen bei der Trauerarbeit vorkommen können und wie sie ausgeräumt werden können, ist ebenfalls Schwerpunkt dieser Arbeit. 228 KB


Abstract

Bei der Auseinandersetzung mit Tod, Trauer und Trauerarbeit befindet man sich in einem weiträumigen Themenkomplex. Bei dieser Arbeit steht im Vordergrund der Verlust des Lebenspartners als ein kritisches Lebensereignis, wobei insbesondere die Bedeutsamkeit von eigenem und anderem Sterben im Alter aufgezeigt werden soll. Skizziert wird mit Datenmaterial ein Bild der Gestorbenen und den mit Tod und Trauer Betroffenen der Bevölkerung in Deutschland. Wie Hinterbliebene den Verlust durch den Tod erleben, wie der Umgang mit Tod und Trauer geschieht, welche Komplikationen bei der Trauerarbeit vorkommen können und wie sie ausgeräumt werden können, ist ebenfalls Schwerpunkt dieser Arbeit.


Excerpt (computer-generated)

Universität GH Essen
Sommersemester 2001
Veranstaltung: Grundstufenseminar Psychologie
Kritische Lebensereignisse und ihre Bewältigung

Zum Verlust eines Lebenspartners.

Isabel Ebber

Inhaltsangabe

I. Erste Worte

II. Warum der Verlust des Lebenspartners ein kritisches Lebensereignis ist

III. Die Betrachtung der eigenen Todesnähe sowie des Todes des Partners als Entwicklungsaufgaben des Alters

IV. Wiederheirat im Alter

V. Trauerliteratur. Konzepte und Analogien

VI. Trauer und Trauerarbeit nach Sigmund Freud

VII. Trauer und Trauerarbeit bei Verena Kast


a. Die Einstellung zum Leben und zu sich selbst als Einflussfaktoren auf den Trauerprozess

b. Die vier Phasen der Trauer

VIII. Wege der Trauer nach Vamik D. Volkan


a. Die zwei Phasen der Trauer

b. Verluste als "brutale Geschenke"

c. Die Differenzierung in unkomplizierte Trauer und komplizierte Trauer

d. Prädispositionen für eine "komplizierte Trauer"

e. Die "Therapie zur Wiederbelebung des steckengebliebenen Trauerprozesses"

IX. Schlussbetrachtung

X. Literaturverzeichnis

XI. Anhang für empirisches Datenmaterial

 

I. Erste Worte

Bei der Auseinandersetzung mit Tod, Trauer und Trauerarbeit befindet man sich in einem weiträumigen Themenkomplex. Bei dieser Arbeit steht im Vordergrund der Verlust des Lebenspartners als ein kritisches Lebensereignis, wobei insbesondere die Bedeutsamkeit von eigenem und anderem Sterben im Alter aufgezeigt werden soll.
Skizziert wird mit Datenmaterial ein Bild der Gestorbenen und den mit Tod und Trauer Betroffenen der Bevölkerung in Deutschland. Wie Hinterbliebene den Verlust durch den Tod erleben, wie der Umgang mit Tod und Trauer geschieht, welche Komplikationen bei der Trauerarbeit vorkommen können und wie sie ausgeräumt werden können, ist ebenfalls Schwerpunkt dieser Arbeit.

II. Warum der Verlust des Lebenspartners ein kritisches Lebensereignis ist

"Als kritische Lebensereignisse werden solche Ereignisse im Lebensverlauf von Menschen verstanden, die zentrale Veränderungen hervorrufen und psychosoziale Anpassungs- und Bewältigungsleistungen erforderlich machen."
Der Tod eines Lebenspartners aus dem Blickwinkel dieser Definition betrachtet, kann folgendes Ergebnis erbringen.
Ein solcher Tod impliziert eine Veränderung der Gefühlswelt als Resultat des Verlustes einer geschätzten Person und eine Veränderung der Lebensstruktur und Lebensplanung als Resultat der Herausreißung des Lebenspartners aus Struktur und Planung. Erfordernis dieser veränderten Bedingungen ist die Neuorganisation sowohl der Gefühlswelt als auch der Struktur und Planung des Lebens.
Aus diesem Erfordernis resultieren Anforderungen an die hinterbliebene Person.
Durch Trauerarbeit einen emotionalen Ablösungsprozess von der verstorbenen Person zu leisten, bedeutet einen Prozess der Neuorganisation der Gefühlswelt.
Neue Bedingungen, die "Anpassungs- und Bewältigungsleistungen erforderlich machen", sind eventuell veränderte alltägliche Anforderungen der Umwelt wegen des Wegfalls der Rolle des Partners und damit einhergehender Aufgabenzuweisungen, Anforderungen wie zum Beispiel die alleinige Versorgung der Kinder, Reinigung der Räumlichkeiten, Einkäufe, Schreiben der Einkommensteuererklärung und sonstige bürokratische Erfordernisse.
Des weiteren implizieren neue Bedingungen ein eventuell veränderte Tagesablauf wegen des Wegfalls der Tagesgestaltung mit dem Beziehungspartner, eventuell veränderte finanzielle Mittel, ein eventuell erforderlicher Neueinstieg in eine Erwerbstätigkeit, eine eventuell veränderte räumliche Umgebung durch einen Umzug, eventuell veränderte soziale Kontakte oder ein Mangel an sozialen Kontakten durch Rückzug von Freunden oder den Wegfall der Bekannten des verstorbenen Lebenspartners.
Ein Bedarf an die Entwicklungsfähigkeit des Hinterbliebenen in Form von Arrangement an neue Lebensbedingungen und Neugestaltung der Lebensbasis mit Einbezug dieser neuen Bedingungen ist damit als eine Notwendigkeit zu konstatieren. Somit kann man das kritische Lebensereignis auch als eine "Herausforderung an die Entwicklungsfähigkeit von psychischen Kompetenzen" , begreifen.
Mit dem Tod des ehelichen Lebenspartners/der Lebenspartnerin wird der Hinterbliebene/die Hinterbliebene zum Witwer/zur Witwe. Die Witwerschaft/Witwenschaft ist die "durch den Tod einer verheirateten Person geschaffener neuer sozialer Status des überlebenden Ehepartners, der mit bestimmten Verhaltenserwartungen und Rollen verbunden ist."
Die Versetzung in einen neuen sozialen Status impliziert eine Konfrontation mit neuen gesellschaftlichen Anforderungen. So gilt beispielsweise die Trauer um den ehelich Verstorbenen als eine gesellschaftliche Norm. Die Witwerschaft/Witwenschaft als einen sozialen Status innezuhaben, impliziert also aufgrund damit verbundener Verhaltenserwartungen wie zum Beispiel der Trauer und das Zeigen der Trauer bei Anpassung an gesellschaftliche Normen gewisse Einschränkungen. Eine schnelle Heirat nach dem Tod der verstorbenen Ehehälfte einzugehen oder aber intime Bekanntschaften mit dem anderen Geschlecht zu schließen, kann beispielsweise als problematisch erachtet werden, da man dieses Verhalten als Abkehr von Trauer interpretieren kann.

III. Die Betrachtung der eigenen Todesnähe sowie des Todes des Partners als Entwicklungsaufgaben des Alters

[...]


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