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Verfilmung literarischer Werke - Bedeutung und Verfahren zur filmischen Adaption von Romanen am Beispiel von Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung Homo faber

Termpaper, 2006, 18 Pages
Author: Stefanie Neues
Subject: Communications: Movies and Television

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 18
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V67520
ISBN (E-book): 978-3-638-58734-1

File size: 169 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Siegen
Seminar Literatur-Fotografie-Film
Siegen, November 2006

Verfilmung literarischer Werke - Bedeutung und Verfahren
zur filmischen Adaption von Romanen am Beispiel von
Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung Homo faber

von: Stefanie Neues

 


Inhalt

1. Einleitung 3

2. Literarisierung des Film 4

2.1 Bedeutung filmischer Adaptionen 4
2.2 Literatur als Vorbild des Films 6

3. Von der Literatur zum Film 8

3.1 Möglichkeiten und Grenzen bei der Verfilmung von Literatur 8
3.2 Transformationsmodell 9
3.3 Kinematografischer Code 11
3.4 Übertragung der literarischen Erzählsituation auf den Film 12

4. Homo faber 14

4.1 Der Roman Homo faber von Max Frisch 14
4.3 Filmische Umsetzung des Romans 14

5. Schlussbemerkung 17

6. Literaturverzeichnis 18




 

1. Einleitung

Wird ein literarisches Werk als Grundlage für einen Film verwendet, bedeutet dies nicht selten eine Enttäuschung für das Publikum. Kürzungen, Veränderungen und falsche Besetzungen sind in den Augen der Zuschauer oft Zeichen für schlecht gelungene Adaptionen. Doch bei der Umwandlung von Schrift ins Bild gibt es keine festgelegten Regeln und so bedienen sich Filmemacher verschiedener Verfahren bei der filmischen Umsetzung einer literarischen Vorlage.

Schon seit den Anfängen des Films am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Filme auf der Grundlage von Literatur, aber auch anderen Künsten, wie beispielsweise dem Theater produziert. Bereits etablierte Genres wurden so mit dem neuen Medium verbunden. Zunächst sollen in dieser Arbeit die Bedeutung und damit verbundenen Motive filmischer Adaptionen herausgestellt werden. Durch unterschiedliche Voraussetzungen beider Medien ergeben sich neben Möglichkeiten auch Grenzen, bei der Transformation eines literarischen Werkes in einen Film. Der Film bedient sich bestimmter Codes, die er zum Teil auch mit anderen Künsten teilt, um schließlich ein Gesamtwerk zu bilden.

Als Vermittler zwischen einem Autor und der Leserschaft literarischer Werke dient meist ein fiktiver Erzähler, durch welchen die Erzählsituation des Werkes bestimmt wird. Um diese filmisch darzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Matthias Hurst in seiner Arbeit Erzählsituationen in Literatur und Film sehr anschaulich beschreibt und die ich deshalb als Grundlage nutzen möchte. Schließlich sollen die Erkenntnisse mit dem Hauptaugenmerk auf der Erzählsituation auf ein filmisches Beispiel angewandt werden. Volker Schlöndorffs Verfilmung (1990) von Max Frischs Roman Homo faber bietet sich vor allem aufgrund der, von der literarischen Vorlage abweichenden Erzählsituation, zur Analyse an. Denn der in Ich-Perspektive erzählte Roman, der ausschließlich die Wahrnehmungen des Protagonisten darstellt, wurde von Schlöndorff in abweichender Weise verfilmt.

2. Literarisierung des Films

2.1 Bedeutung filmischer Adaptionen

Bereits seit den Anfängen des Films wird immer wieder auf existierendes Material bzw. Grundideen zurückgegriffen. Aufgrund der narrativen Elemente, die ein Film enthält, liegt eine Anlehnung an literarische Werke nahe, wobei vorwiegend Romane als Grundlage für Verfilmungen verwendet werden.

James Monaco ist der Ansicht, dass nahezu alles Geschriebene filmisch dargestellt werden kann: „Was immer gedruckt im Roman erzählt werden kann, kann im Film annährend verbildlicht oder erzählt werden (obwohl die wildesten Phantasien eines Jorge Luis Borges oder eines Lewis Carroll eine Menge Spezialeffekte erfordern mögen).“1

Zwischen 1906 und 1908 vollzog sich ein allmählicher Wandel vom nichtkontinuierlichen zum kontinuierlichen filmischen Erzählen. Im Vergleich mit zuvor produzierten Filmen verstärkte sich die Komplexität besonders in Bezug auf Syntax und Schnittverfahren. So wurden etwa ab diesem Zeitpunkt bedeutend mehr Unterhaltungs- und fiktional narrative Filme produziert. Die Anzahl der Komödien und Trickfilme überwog bald die der dokumentarischen Filme. Weiterhin fand eine Veränderung der Filmproduktion auch als Folge der zunehmenden Ökonomisierung statt, die mit dem entstehenden Studiosystem einherging. Der Film etablierte sich daraufhin als Industrie.

Ab 1905 entstanden Ladenkinos und das bisherige Verkaufs- wurde auf das Verleihsystem umgestellt, sodass Filme in verschiedenen Kinos gezeigt und zu neuen Programmen zusammengestellt werden konnten. Folglich stieg der Bedarf an Filmen, was zu einer Standardisierung der Filmproduktion führte. Mit der Institutionalisierung waren auch verschiedene Versuche, die Filmindustrie zu monopolisieren gekoppelt. Auch die Art der Filme änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Filmemacher versuchten ein breiteres Publikum anzusprechen, das auch das Bürgertum mit einschloss. Um dies zu erreichen stützten sie sich auf die Erzähltraditionen der bürgerlichen Schicht stützen und nutzten bekannte Theaterstücke, Romane oder Gedichte als Grundlage für ihre Filme. Die Institutionalisierung umfasst somit auch die „Einschreibung des Films in die Institutionen der bürgerlichen Kultur und Kunst“2.

[...]


1 Monaco, James: Film verstehen. Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der neuen Medien. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2002. S. 45.

2 Paech, Joachim: Literatur und Film. Stuttgart: Metzler, 1997. S. 28.


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