Soziale und ökonomische Aspekte von Singlebörsen und Partnervermittlungen im Int... close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Soziale und ökonomische Aspekte von Singlebörsen und Partnervermittlungen im Internet

Autor: Michaela Bruschewski
Fach: Medien / Kommunikation - Forschung und Studien

Lesen Sie im E-Book



Details

Kategorie: Bachelorarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 155
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 36  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1700 KB
Archivnummer: V67559
ISBN (E-Book): 978-3-638-58644-3

Textauszug (computergeneriert)

Fachhochschule Stuttgart
Hochschule der Medien
Studiengang Medien- und
Kommunikationsmanagement (BMB)

Soziale und ökonomische Aspekte von
Singlebörsen und Partnervermittlungen im Internet

Bachelorarbeit

vorgelegt von: Michaela Bruschewski
vorgelegt am: 6.10.2006

 

Kurzfassung

In dieser Abhandlung soll das Prinzip Online-Dating genauer untersucht werden. Das Augenmerk fällt zunächst auf das Marktvolumen der Branche sowie auf die derzeitige gesellschaftliche Situation in Deutschland. Außerdem wird die Eigentümlichkeit des Mediums Internet explizit geprüft und die damit verbundenen Vorteile der Kommunika-tion bezogen auf die Partnersuche. Anhand eines Vergleichs von Offline - und Online-Beziehungsaufbau wird festgestellt, ob diese Form des Kennenlernens als Alternative zu bisher üblichen Formen der Kontaktaufnahme ernst zu nehmen ist. Auch werden verschiedene mit dieser Thematik verbundene Theorien aufgegriffen und durch-leuchtet.
 

Abstract

In this paper, the principle of Online-Dating will be investigated in detail. Firstly, the market share of Online-Dating and the present social situation in Germany will be dealt with. The characteristics of the medium Internet and the pertaining advantages relating to the search of a partner will be explicitly examined. A comparison of the traditional Offline-Dating with Online-Dating will ascertain whether the latter may be taken seriously as an alternative way of establishing relationships. Besides various theories relating to the subject matter will be investigated.

Inhaltsverzeichnis

1. Das Prinzip „Online-Dating“ ... 12
1.1 Begriffsbestimmung „Online-Dating“ ... 13
1.2 Singlebörsen im Internet ... 15
1.2.1 Friendscout24 (http://www.friendscout24.de) ... 17
1.2.2 iLove (http://www.ilove.de) ... 20
1.2.3 Neu.de (http://www.neu.de) ... 23
1.3 Partnervermittlungen im Internet ... 25
1.3.1 Parship (http://www.parship.de) ... 26
1.3.2 ElitePartner (http://www.elitepartner.de) ... 28
1.3.3 Partner.de (http://www.partner.de) ... 31

2. Die Anbieter und die Nutzer ... 33
2.1 Die Anbieter ... 34
2.1.1 Die Online-Dating-Problematiken ... 35
2.2 Die Nutzer ... 36

3. Das Umsatz- und Nutzervolumen ... 46
3.1 Das Marktvolumen der Branche „Online-Dating“ ... 47
3.1.1 Nutzer- und Teilnehmerentwicklung der Branche „Online-Dating“ ... 47
3.1.2 Umsatzentwicklung der Branche „Online-Dating“ ... 49
3.1.3 Stellung im Bereich des E-Commerce ... 51
3.2 Marktvolumen des Bereichs „Singlebörsen“ ... 52
3.2.1 Nutzerentwicklung des Bereichs „Singlebörsen“ ... 53
3.2.2 Umsatzentwicklung des Bereichs „Singlebörsen“ ... 54
3.3 Marktvolumen des Bereichs “Partnervermittlungen“ ... 54
3.3.1 Nutzerentwicklung des Bereichs „Partnervermittlungen“ ... 55
3.3.2 Umsatzentwicklung des Bereichs „Partnervermittlungen“ ... 55

4. Die Vermarktung ... 57
4.1 Zeitgeist und Werbebotschaft ... 58
4.2 Die Single-Industrie ... 59
4.3 Das Marketingkonzept am Beispiel Neu.de ... 61
4.3.1Außenwerbung ... 62
4.3.2 Radio ... 63
4.3.4 Print ... 63
4.3.5 TV ... 63
4.3.6 Kino ... 63
4.4 Kooperationen mit anderen Unternehmen (Crossmedia-Marketing) ... 65
4.4.1 Pro7 ... 65
4.4.2 9Live ... 66
4.4.3 Senseo ... 66
4.4.4 Sony ... 67
4.4.5 E plus ... 68
4.4.6 Prinz ... 68
4.4.7 Online-Portale ... 69

5. Die Marktanalyse ... 70
5.1 Familie und Kinder ... 71
5.2 Ehe und Familiengründung ... 72
5.3 Scheidung ... 75
5.4 Vergreisung ... 77
5.5 Ausblick: Individualisierung? ... 81

6. Die Singles ... 83
6.1 Begriffsbestimmung „Singles“ ... 84
6.2 Singles als Bevölkerungsgruppe ... 87
6.3 Singles als Zielgruppe ... 88
6.4 Single-Problematik ... 89
6.5 Single-Bewegung? ... 91

7. Der Kanal Internet ... 93
7.1 Besonderheit der computervermittelten Kommunikation ... 95
7.2 Individuell-Psychologische Funktion ... 97
7.2.1 Online disinhibition effect (Der „Online-Enthemmungseffekt“) ... 97
7.2.2 Express themselves better (Bessere Selbstdarstellung) ... 99
7.2.3 Saving the typed-text (Dokumentation des Kommunikationsprozesses) ... 100

8. Die Partnersuche ... 101
8.1. Wo alles begann ... 102
8.2 Abgrenzung: Gezielte Partnerwahl ... 103
8.3 Problematiken der Online-Partnersuche ... 104
8.4 Bewertung der Online-Partnersuche ... 105
8.5 Vergleich: Klassische Formen der Partnersuche ... 108
8.5.1 Kontaktgesuche ... 108
8.5.2 Partnervermittlung ... 112

9. Der Vergleich ... 113
9.1 Die Entwicklung der Partnerwahl ... 114
9.2 Der Vergleich der Kontaktaufnahme und des Beziehungsaufbaus ... 116

10. Das Ergebnis ... 126
10.1 Ergebnis des Vergleichs von Online- und Offline-Beziehungen ... 127
10.2 Fazit „Online-Dating“ ... 130

11. Die Theorien ... 134
11.1 Einsamkeit ... 135
11.2 Identitätskonstruktionen ... 137
11.3 Rollenspiele ... 138
11.4 Worlds apart (Zwei-Welten-Theorie) ... 139
11.5 Rückkehr in eine Stände- bzw. Klassengesellschaft ... 140
11.6 Sucht (Addiction) ... 140
11.7 Sozialer Inzest ... 142
11.8 Mediatisierung des Alltags ... 143

Die Quellen ... 147
Bücher ... 148
Zeitschriften und Zeitungen ... 149
Webseiten und Online-Dokumente ... 150
Seiten für Online-Dating ... 154
 

Einleitung

Das Phänomen der Partnervermittlung und der öffentlichen gezielten Partnersuche ist keineswegs neu. Schon jahrzehntelang suchten Einsame nach Partnern über Annon-cen und Kontaktanzeigen in Zeitungen oder ließen sich durch Eheanbahnungsagen-turen mit einem potentiellen Partner zusammenführen.
Seit der zunehmenden Akzeptanz des Internets als Plattform für Waren und Dienst-leistungen aller Art nutzen mehr und mehr Menschen dieses Medium verstärkt auch für die gezielte Partnersuche. Auch wird ein privater Internetzugang durch die steigende Verfügbar- und Benutzerfreundlichkeit und letztendlich auch durch Niedrigpreise im Zuge des Konkurrenzkampfes auf dem Telekommunikationsmarkt für eine wachsende Bevölkerungsgruppe möglich.
In den letzten Jahren hat die Online-Dating-Industrie einen wahren Boom erlebt: Rekordverdächtige Umsatzzahlen, eine stetig steigende Zahl an Neuregistrierungen und eine ständige öffentliche Präsenz durch immense Werbeaufkommen in den Massenmedien zeichnen diese Branche aus. Wie Pilze schießen unablässig neue Anbieter aus den Tiefen des Cyberspace und möchten auch einen Teil vom „Online-Dating-Kuchen“ abbekommen.
Für die Nutzer wird es so zwangsläufig schwerer, auf dem unübersichtlichen Markt den Überblick zu behalten. Welcher Weg führt denn nun zum Traumpartner? Sich in einer der rund 2000 deutschsprachigen Singlebörsen anmelden und eifrig Flirt-Mails ver-schicken bzw. auf Anfragen warten? Oder sein Glück lieber in die virtuellen Hände seriös erscheinender Partnervermittlungen legen? Das Spiel mit dem Abenteuer wagen und sich per Agentur über das Internet für ein Blinddate vermitteln lassen? Der lang-weiligen Beziehung einen Kick verpassen und sich online zum Fremdgehen verabre-den? Oder als Alleinerziehende, Senior, Bauer, Katholik, chronisch Kranker oder Sadomaso-Fetischist in einer der zielgruppen-spezifischen Singlebörsen und Online-Communities auf die Suche gehen?
Paarungswillige haben heutzutage die Qual der Wahl und sind für viele unbemerkt als lukrative Zielgruppe entdeckt worden. Sie verfügen größtenteils über genügend finanzielle Mittel, sind gebildet und außerdem offen für die Werbebotschaften der Singlebörsen-betreiber. Die Zahl der Menschen in Deutschland, die 2005 Online-Dating-Angebote nutzten, lag bei schätzungsweise 6,4 Mio. (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.7).
Neben dem Geschäft mit der Liebe ist auch aus der Liebe ein Geschäft geworden: Nackte Werbebotschaften von Großkonzernen oder simple TV-Serien werden mit Hilfe „großer Gefühle“ verpackt und wirken so direkt zuckersüß und harmlos innerhalb der alltäglichen Informationsflut.
Die harten Fakten des sozialen Lebens in Deutschland sprechen allerdings gegen diese romantischen Vorstellungen: Eine steigende Tendenz bei der Anzahl der Single-Haushalte, hohe Scheidungszahlen und eine weiter rückläufige Geburtenrate (siehe 5 Die Marktanalyse). Glaubt man den Prognosen, so ist Deutschland in 50 Jahren ein Land der einsamen Greise - der perfekte Nährboden für die Botschaften der Single-börsen und Partnervermittlungen. Diese haben zur rechten Zeit das ökonomische Gewicht dieses sozialen Defizits erkannt und ein profitversprechendes Geschäfts-prinzip zurechtgeschneidert.
Beziehungssuche durch Massenmedien war zwar immer schon kostenpflichtig (z.B. Kontaktanzeigen in Tageszeitungen, Vermittlungsgebühr bei Heiratsagenturen), aber nie zuvor wurde sie so massiv betrieben und war so populär wie jetzt über das Medium Internet. Das Geschäftsprinzip der Kommerzialisierung von sozialen Bedürfnissen mit Hilfe passender Werbebotschaften funktioniert prächtig und fährt traumhafte Gewinne ein.
Im Jahr 2005 stieg der Umsatz der Online-Dating-Branche in Deutschland auf schätz-ungsweise 76 Millionen Euro, 2004 waren es noch 45 Millionen Euro (siehe 3.1.2 Umsatzentwicklung der Branche „Online-Dating“). Als Köder locken die Anbieter mit immens großen Datenbanken voller potentieller Beziehungspartner und der Unkompli-ziertheit, mit diesem Personenkreis Kontakt aufzunehmen.
Fraglich ist, ob das Konzept „Online-Dating“ für die Nutzer das erhoffte Ergebnis er-reicht. Die Profilerstellung und die Partnerwahl geschehen nach durchweg formalen Kriterien, der eigenständig auszufüllende persönliche Teil ist im Vergleich sehr gering. Führt eine Suche in einer Singlebörse nun zum gewünschten Ziel, nämlich dem er-träumten Beziehungspartner oder doch nur zu oberflächlichen und letztendlich unbe-friedigenden Kontakten? Wird der Mensch nicht so seiner Individualität beraubt und auf einen simplen Datensatz reduziert?
Ist es möglich, mittels generierten Suchmaschinen einen passenden Partner zu finden? Sind Menschen und zwischenmenschliche Beziehungen so berechenbar? Aus welchen medien-psychologischen Gründen sind Partnerbörsen im Internet überhaupt so populär geworden? Inwieweit ist Online-Dating überhaupt ernst zu nehmen? Oder handelt es sich hierbei nur um einen weiteren unverbindlichen Freizeitspaß?
In den folgenden Schritten soll zunächst die Struktur und das Marktvolumen analysiert werden mit dem Versuch, den tatsächlichen marktökonomischen Wert dieser Branche einzuschätzen und darzustellen, wie ausschlaggebend dieser Sektor für Medien-konzerne geworden ist. Dann folgen eine Untersuchung der aktuellen demografischen Situation in Deutschland, die Differenzierung von gesellschaftlichen Trends und eine Abgrenzung der Bevölkerungsgruppe der Singles anhand ihrer Qualitäten als Ziel-gruppe für Online-Dating.
Schließlich soll die Funktion des Internets in Bezug auf seine Besonderheiten und psychologischen Aspekte für den Nutzer untersucht werden. Ausgehend von diesen Beobachtungen wird die Attraktivität der gezielten virtuellen Partnersuche definiert. Mit Hilfe von Zahlen, Beispielen und Beobachtungen aus dem „Singlebörsen-Alltag“ wird geprüft, wie glaubwürdig Singlebörsen sind und wie hoch die möglichen individuellen Erfolgschancen soziologisch einzuschätzen sind.
Anhand eines Vergleichs soll nun untersucht werden, ob es sich hier um eine ernstzu-nehmende Alternative des Beziehungsaufbaus handelt oder ob die Partnersuche im Internet in erster Linie nur die Ausschöpfung eines Marktsegments ist, das unter dem Licht des im Moment herrschenden Zeitgeistes hohen finanziellen Profit verspricht.
Abschließend werden einige Theorien und Thesen, die sich mit dem Phänomen Online-Dating allgemein verbinden lassen, zusammengefasst und auf ihren Wahrheits-gehalt geprüft.

1. Das Prinzip „Online-Dating“

Was versteht man unter Online-Dating?
Welche Formen gibt es?
Wer sind die größten deutschen Singlebörsen
und Partnervermittlungen im Internet?
Wie funktionieren Anmeldung, Profilerstellung und Suchfunktion?


„Konnte man in den vergangenen Jahren noch den Eindruck gewinnen, das deutsche Online-Dating wäre à la „Wilder Westen“ in einer aufgeregten Goldgräberstimmung, so muss mittlerweile konstatiert werden, dass die Professionalisierung stark vorangetrieben wurde. Die Cowboys sind weg – die Nadelstreifen sind da.“
(Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.3).

[...]

Kommentare

frau
06.08.2008 09:41:36
partnersuche im inet
Mich würde sehr interessieren, warum in einer Beziehung stehende Partner, die vorgeben, den Partner sehr zu lieben, es auch so leben einerseits, dennoch zusätzlich sich heimlich auf einer Singlebörse, Partnerbörse, erotischen Börsen, Chats registrieren lassen, angeben, Single zu sein und dennoch jemanden suchen. Kann man solchen Menschen überhaupt in der heutigen Zeit noch vertrauen? Was suchen solche Leute noch zusätzlich, wenn es die scheinbar große Liebe ist, die Partner sich erst frisch verliebt haben und erst ein Jahr beisammen sind, zwar in getrennten Wohnungen, weil es beruflich nicht anders möglich ist, aber dennoch fix zusammen. Was ist der KICK an dem ganzen? Sind sie deshalb untreu? Ist sicher nicht hier zu beantworten, eher wahrscheinlich in einem Psychologieforum, oder? Ich freue mich auf Ihre Meinung!

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/67559/