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Autor: Sandra Schmechel
Fach: Psychologie - Sozialpsychologie
Details
Institution/Hochschule: Universität Lüneburg (FakultätI: Bildungs-, Kultur- und Sozialwissenschaften)
Tags: Identität, Selbst, Persönlichkeits-, Aspekte, Identitätsentwicklung, Sozialpsychologie
Jahr: 2005
Seiten: 28
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 190 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-60387-4
Hausarbeit innerhalb des Vordiploms im Studiengang Dipl. Sozialpädagogik. Abschlussarbeit für das Modul Psychologie.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Lüneburg, FakultätI: Bildungs-, Kultur- und Sozialwissenschaften
Seminar: Sozialpsychologie, Lüneburg, Februar 2005
Identität und Selbst: Persönlichkeits- und
sozialpsychologische Aspekte der Identitätsentwicklung
von: Sandra Schmechel
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Was ist Identität? 4
3 Identitätsbildung 7
4 Selbst, Selbstkonzept und Selbstdiskrepanz 13
5 Identität als Projekt 17
6 Das Konzept der narrativen Identität 20
7 Individualität und Identitätskrise 22
8 Fazit 27
9 Literaturverzeichnis 28
1 Einleitung
In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit dem Thema „Identität und Selbst“ vertiefend beschäftigen. Mein Interesse hat im Sommersemester 2004 ein Referat mit diesem Titel geweckt, welches im Seminar Sozialpsychologie gehalten wurde. Ich möchte mich dem Thema von zwei Seiten nähern, sowohl von der persönlichkeitspsychologischen (bzw. individualpsychologischen) als auch von der sozialpsychologischen, die bei der komplexen Entwicklung der Identität von großer Bedeutung sind und zum richtigen Verständnis in ihrem Zusammenwirken betrachtet werden sollten.
Da stellt sich einmal die Frage, welche äußeren Faktoren die Identitätsentwicklung beeinflussen. Inwiefern bestimmt mein soziales Umfeld wer ich bin? Wie sehe ich mich selbst? Welche Rolle spielen das soziale Umfeld und das Individuum selbst bei der Entwicklung der Identität? Welche Anforderungen werden an das Individuum gestellt und wie wirken sich Probleme bei der Identitätsentwicklung im Individuum aus? In diesem Zusammenhang möchte ich auf Begriffe wie „Selbst- und Fremdidentifizierung“, „soziale und persönliche Identität“ sowie „Selbst und Selbstkonzept“ eingehen. Ich werde mich einerseits mit Modellen der Identitätsentwicklung aus der persönlichkeitspsychologischen Sicht beschäftigen, wie zum Beispiel mit dem Phasenmodell von Erikson. Andererseits werde ich auch Konzepte aus der Sozialpsychologie vorstellen, wie zum Beispiel die narrative Konstruktion von Identität und Identität als Projekt, wie sie von dem Psychologen Wolfgang Kraus in seinem Buch „Das erzählte Selbst: Die narrative Konstruktion von Identität in der Spätmoderne“ vorgestellt werden.
Zum Abschluss möchte ich mich mit den Problemen auseinandersetzen, die mit der eigenen Identität verbunden sind und mit der Frage, warum in der heutigen Zeit immer mehr Menschen in eine Selbstkrise geraten und wie Individualisierungsprozesse der „postmodernen Gesellschaft“ dazu beitragen. Wie hoch ist der gesellschaftliche Druck? Der Druck eine bestimmte Identität anzustreben und gewisse Identitätsmerkmale abzulehnen? Also quasi nicht der zu sein der man ist, sondern der man sein muss. Und dass man jemand sein muss, der sich von anderen abhebt. Ob sich die Identität heute nur noch über Leistung definiert und ob die Selbstkrise auf diese Vermutung zurückzuführen ist, werde ich im weiteren Verlauf zu klären versuchen.
2 Was ist Identität?
Diese Frage kann nicht kurz und eindeutig beantwortet werden, denn auch die Wissenschaftler haben vielfältige Ansätze zu diesem Thema und beim Lesen der unterschiedlichen Literatur stellte sich oftmals Verwirrung ein, über die unterschiedliche Benutzung von Begriffen. Ganz allgemein bezeichnet Stimmer die Identität als Begriff der Psychologie und Pädagogik, der die Phänomene beschreibt, die im Alltag als „Selbstgefühl“ oder „Selbstbewusstsein“ von Individuen und Gruppen bezeichnet werden.1 Laut Oerter und Montada bezieht sich der Begriff im allgemeinen Sinn auf die einzigartige Kombination von persönlichen, unverwechselbaren Daten des Individuums wie Name, Alter, Geschlecht und Beruf. Durch Identität ist das Individuum gekennzeichnet und kann von anderen Personen unterschieden werden.2 Identität im psychologischen Sinne ist die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit für eine lebensgeschichtliche und situationsübergreifende Gleichheit in der Wahrnehmung der eigenen Person und für eine innere Einheitlichkeit trotz äußerer Wandlungen.3 Dieses Problem der Gleichheit in der Verschiedenheit beherrscht die existierenden Identitätstheorien wie die von Erikson auf die ich noch genauer eingehen werde.
Es treten in der Literatur viele Begriffe auf, in denen das Wort „Identität“ enthalten ist. Wichtig ist meiner Meinung nach daher eine kurze Begriffsklärung. Zum einen ist in der Literatur die Rede von „sozialer“ bzw. „öffentlicher“ Identität. Frey und Haußer erklären, dies sei die Identität, die dem Individuum in einem sozialen System zugeschrieben wird. Es handle sich dabei um eine Kombination von Merkmalen und Rollenerwartungen, die das Individuum identifizierbar macht. Identität sei also in diesem Fall ein von außen zugeschriebener Merkmalskomplex.4
Für die Identität von Gruppen gibt es weitere Bezeichnungen wie „kulturelle Identität“, „ethnische Identität“, „nationale Identität“ oder „Gruppenidentität“. Die Merkmale für diese Identität werden immer aus der Außenperspektive definiert. Man identifiziert sich und andere über Gruppenzugehörigkeiten, z.B. „die Deutschen“ oder „die HSV Fans“ oder „wir Studenten“. Das sagt aber noch nicht viel über die Identität des Mitgliedes einer Gruppe, denn das Mitglied ist nicht mit der Gruppe identisch.5 Es stellt also einen erheblichen Unterschied dar, ob wir von einer Identität sprechen, die wir einer Person im Hinblick auf ihren sozialen Kontext zuschreiben, oder aber von der Identität, die sich diese Person selbst zuschreibt.
Die Persönlichkeitspsychologie beschäftigt sich vorzugsweise mit dem Fall, indem sich eine Person selbst identifiziert. Identität wird dabei als selbstreflexiver Prozess eines Individuums verstanden. Sie taucht in der Literatur unter „persönliche“, „personale“, „individuelle“ oder „subjektive Identität“ auf, meint aber immer dasselbe, nämlich dass sich eine Person ihre Identität aufbaut, indem sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen über sich selbst verarbeitet. Sie identifiziert sich selbst aus der Innenperspektive. Frey und Haußer machen darauf aufmerksam, dass Innen- und Außenperspektive zusammenhängen. Identität als Selbst- Erfahrung sei auf die von der Außenwelt vorgenommenen Verortungen angewiesen.6.
[...]
1 vgl. Stimmer, Franz; „Lexikon der Sozialpädagogik und der Sozialarbeit“; München, Wien: R. Oldenbourg Verlag 2000, S.321
2 vgl. Oerter, Rolf u. Leo Montada (Hrsg.); „Entwicklungspsychologie“; Weinheim, Basel, Berlin: Beltz Verlage 2002, S.290-291
3 vgl. Otto, Hans-Uwe u. HansThiersch (Hrsg.); „Handbuch der Sozialarbeit/Sozialpädagogik“; Neuwied, Kriftel: Luchterhand 2001, S. 807
4 vgl. Frey, Hans-Peter u. Karl Haußer (Hrsg.); „Identität“; Stuttgart: Enke 1987, S.3
5 vgl. ebd. S.4
6 vgl. ebd. S.4
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