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Darstellung und Würdigung der Kennzahl "Konzernsteuerquote" im Rahmen der IFRS Rechnungslegung

Termpaper, 2006, 31 Pages
Author: M.E.S. Diana Veras
Subject: Economics / Business: Accounting and Taxes

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 31
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 41  Entries
Language: German
Archive No.: V67628
ISBN (E-book): 978-3-638-60421-5
ISBN (Book): 978-3-638-73310-6
File size: 248 KB

Abstract

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die Konzernsteuerquote und ihre Zusammensetzung darzustellen und deren wesentliche Einflussfaktoren zu untersuchen, damit eine Beurteilung der Aussagefähigkeit dieser Kennzahl möglich ist. Dabei soll vertieft auf die Ermittlung der Konzernsteuerquote eingegangen werden. Da bei der Steuerung der Konzernsteuerquote die Bilanzierung von Ertragssteuern eine herausragende Rolle spielt, wird im Rahmen dieser Arbeit der Zusammenhang der Konzernsteuerquote mit latenten Steuern und dem Konzernergebnis vor Ertragssteuern dargestellt. Im weiteren Schritt wird auf die Überleitungsrechnung nach IAS 12 eingegangen. Abschließend werden eine Zusammenfassung und die kritische Würdigung der Konzernsteuerquote als Kennzahl gegeben.


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg, Fakultät der Wirtschaftswissenschaften
Department Wirtschaft und Politik
Kurs: Konzernbilanzen, 25. Oktober 2006

Darstellung und Würdigung der Kennzahl
"Konzernsteuerquote" im Rahmen der
IFRS Rechnungslegung

von: Diana Veras

 


INHALTSVERZEICHNIS

Einführung 1

1. Definition und Zusammensetzung der Konzernsteuerquote 2

2. Latente Steuern nach IAS/IFRS 4

2.1. Temporary-Konzept 4
2.2. Die aktiven und passiven latenten Steuern 5
2.3. Bewertung 7
2.4. Latente Steuern im Konzern 8

3. Analyse der Konzernsteuerquote 9

3.1. Graphische Darstellung der Konzernsteuerquote 10
3.2. Einflussfaktoren 11

3.2.1. Kompensatorischer Effekt latenter Steuern 13
3.2.2. Reagibilität latenter Steuern und deren Ursache 14
3.2.3. Latente Steuern auf Verlustvorträge 15

3.3. Überleitungsrechnung (Reconciliation) 17

4. Aussagefähigkeit der Konzernsteuerquote (Würdigung) 19

Fazit 21

Literatur

Anhang

A. Abkürzungsverzeichnis
B. Bewertungsdifferenzen zwischen IAS und Steuerbilanz
C. Positive und negative Konzernsteuerquoten
D. Beispiel einer Überleitungsrechnung




 

EINFÜHRUNG

Die Konzernsteuerquote ist eine unternehmensspezifische Kennzahl zur Höhe der Ertragssteuerbelastung eines Konzerns.1 Sie spielt vor allem im angelsächsischen Raum für die Finanzanalyse, finanzielle Unternehmenssteuerung und für die finanzielle Selbstdarstellung des Unternehmens traditionell eine wesentliche Rolle.2 Die wachsende Bedeutung dieser Kennzahl auch für die deutschen Unternehmen wird auf die zunehmende Internationalisierung, Umstellung auf die internationale Rechnungslegung und auf den wachsenden Wettbewerb um Kapital zurück geführt.

Die von einem Unternehmen zu zahlenden Steuern werden einerseits als Kosten verstanden, die durch ein geschicktes Gestalten gesenkt werden müssen.3 Zum anderen hat die Konzernsteuerquote einen unmittelbaren Einfluss auf die Kennzahl „earnings per shares“, welche durch die Minderung der Konzernsteuerquote erhöht werden kann.4 Da auf dem Kapitalmarkt ein auf die Shareholder Value orientiertes Management der Konzernsteuerquote belohnt wird, gilt es für die Unternehmen die wesentlichen Einflüsse (sog. Treiber der Konzernsteuerquote) zu analysieren und zu optimieren. Aus der Sicht der Analysten und Investoren kann daher mithilfe der Kennzahl „Konzernsteuerquote“ der Erfolg der betrieblichen Steuerpolitik vor allem durch den Vergleich der Steuerquoten von in gleicher Branche tätigen Unternehmen beurteilt werden.5 Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers steigt der Börsenwert eines Unternehmens deutlich, wenn die Steuerquote sinkt.6 Außerdem wird die Konzernsteuerquote auch von der Unternehmensleitung zunehmend als die Zielgröße bei der Steueroptimierung verwendet und somit ist diese für die Beurteilung der betrieblichen Steuerpolitik von Bedeutung.

Obwohl eine unmittelbare Veröffentlichung der Konzernsteuerquote in keinem der internationalen Rechnungslegungstandards gefordert wird,7 muss nach IAS 12 im Anhang eines Konzernabschlusses eine Überleitungsrechnung erstellt werden. Insbesondere nach dem die deutschen kapitalmarktorientierten Unternehmen zur Bilanzierung auf Grundlage von IAS/IFRS verpflichtet wurden, begann in der Literatur und in der Praxis eine breite Diskussion über die Bedeutung der Konzernsteuerquote, deren Verwendung und Aussagefähigkeit.8 Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die Konzernsteuerquote und ihre Zusammensetzung darzustellen und deren wesentliche Einflussfaktoren zu untersuchen, damit eine Beurteilung der Aussagefähigkeit dieser Kennzahl möglich ist. Dabei soll vertieft auf die Ermittlung der Konzernsteuerquote eingegangen werden. Da bei der Steuerung der Konzernsteuerquote die Bilanzierung von Ertragssteuern eine herausragende Rolle spielt, wird im Rahmen dieser Arbeit der Zusammenhang der Konzernsteuerquote mit latenten Steuern und dem Konzernergebnis vor Ertragssteuern dargestellt. Im weiteren Schritt wird auf die Überleitungsrechnung nach IAS 12 eingegangen. Abschließend werden eine Zusammenfassung und die kritische Würdigung der Konzernsteuerquote als Kennzahl gegeben.

1. DEFINITION UND ZUSAMMENSETZUNG DER KONZERNSTEUERQUOTE

Die Konzernsteuerquote wird definiert als „Quotient aus Ertragssteuerbelastung zu Konzernjahresergebnis vor Ertragssteuern.“9 Darüber hinaus werden in der Literatur weitere Bezeichnungen, wie „Konzernsteuersatz“10, „Ertragssteuerquote“11, „effektive tax rate“12, abgekürzt (ETR) oder „effektiver Steuersatz“13 synonym verwendet. Angelehnt an IFRS 12.86 lässt sich die Konzernsteuerquote aus der Gegenüberstellung des Steueraufwands und des Jahresüberschusses vor Steuern wie folgt definieren:14

Konzernsteuerquote = laufender + latenter Steueraufwand/+ertrag x 100 handelsrechtliches Periodenergebnis (vor Ertragssteuer) IAS 12.5 definiert das handelsrechtliche Periodenergebnis (vor Ertragssteuern) als „das Periodenergebnis vor Abzug des Steueraufwands“. Während das Ergebnis vor Steuern keine Probleme bei der Ermittlung bereitet, kann der Ertragssteueraufwand der laufenden Berichtsperiode nicht unmittelbar berechnet werden. Der Ertragssteueraufwand in einem Konzern setzt sich sowohl aus tatsächlichen Steuern (current taxes) als auch aus den latenten Steuern (deferred taxes) zusammen.15 Abhängig davon, ob in der Berichtsperiode ein steuerlicher Gewinn oder Verlust vorliegt, können beide Elemente eine Belastung oder Entlastung darstellen. Die Konzernsteuerquote ist aber keine fixe Prozentzahl, wie später gezeigt wird, sondern wird von vielen Faktoren beeinflusst. Daher ist die Ermittlung des Nenners dieser Kennzahl regelmäßig mit einem viel höheren Aufwand verbunden.

In IAS 12.5 werden die tatsächlichen Ertragssteuern als „Betrag von geschuldeten (erstattungsfähigen) Ertragssteuern“ definiert, „der aus dem zu versteuernden Einkommen (steuerlichen Verlust) der (laufenden) Periode resultiert.“16 Aus Vereinfachungsgründen wird sowohl zur Beschreibung eines Aufwands als auch eines Ertrages der Begriff „Steueraufwand“ verwendet. „Tatsächliche Ertragssteuern beinhalten alle in- und ausländischen Steuern, die auf Grundlage der steuerpflichtigen Einkommen des berichtenden Unternehmens erhoben werden. Dazu gehören auch Quellensteuern, die von einem Tochterunternehmen, einem assoziierten Unternehmen oder einem Joint Venture auf Grund von Ausschüttungen geschuldet werden.“17 Für die Ermittlung des tatsächlichen Steueraufwandes sind aber nur die Ertragssteuern relevant.18 In Deutschland sind dies die Körperschaftssteuer, die Gewerbesteuer und der Solidaritätszuschlag. Die sonstigen Steuern bleiben somit bei der Ermittlung der Konzernsteuerquote unberücksichtigt.19

Im Unterschied zum laufendem Steueraufwand werden latente Steuern durch Geschäftsvorfälle der laufenden Periode verursacht, die aber erst in der Zukunft zu tatsächlichen Steuerzahlungen oder Steuererstattungen führen.20 Latente Steuern sind die Folge von Gewinndifferenzen zwischen der Steuerbilanz, Handelsbilanz und Konzernbilanz.

[...]


1 Vgl. Lüdenbach/ Hoffmann/ Bernhard (2005), § 26, Rn. 105-108.

2 Vgl. Kröner/ Beckenhaub (2006).

3 Vgl. Schäffeler (2002), S. 1.

4 Vgl. Becker/ Fuest/ Spengel (2005), S.10. Mehr zu empirischen Untersuchungen des Zusammenhangs der Konzernsteuerquote und des Kurs-Gewinn-Verhältnis siehe Svenson (1999).

5 Vgl. Becker/ Fuest/ Spengel (2005), S. 10.

6 Vgl. Brost / Storn (2006), S. 17.

7 Vgl. Dempfle (2006), S. 3.

8 Siehe dazu Herzig/ Dempfle (2002), S. 1 ff.; Dahlke /von Eitzen (2003), S. 2237; Hannemann/ Peffermann (2003), S. 727 ff.; Kröner/ Benzel (2004), § 15; Spengel (2004); Stein/ Becker (2004); Becker/ Fuest/ Spengel (2005), S. 1 ff.; Jonas (2005), S.6

9 Wieley/ Wahle/ Gens (2004), Abschn. 15, Rn. 126.

10 Vgl. Riedweg (1995), S. 188.

11 Vgl. Kröner /Benzel (2004), § 15, Rn. 4.

12 Ebnd.

13 Vgl. Lüdenbach (2005), S. 260.

14 Vgl. Herzig / Dempfle (2002), S. 1.

15 Vgl. Wiley / Wahle / Gens (2004), Abschn. 15, Rn. 126.

16 IAS 12.5 (2000).

17 Praxis-Berater IAS/IFRS (2006), Gr. 3/200.

18 Vgl. Herzig (2003), S. 82.

19 Vgl. Wiley/ Wahle / Gens (2004), Abschn. 15, Rn. 126.

20 Vgl. Hannemann / Peffermann (2003), S. 727.


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