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Hausarbeit, 2006, 21 Seiten
Autor: Helene Warkentin
Fach: Gesundheitswissenschaften
Details
Institution/Hochschule: Universität Bremen
Tags: Armut, Sicherung, Recht
Jahr: 2006
Seiten: 21
Note: 1.3
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-60512-0
ISBN (Buch): 978-3-638-77692-9
Dateigröße: 134 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Bezeichnet wird Armut als Chancenmangel, ein Leben zu führen, das gewissen Minimalstandards entspricht. Die Vorstellungen und Ursachen von Armut sind zeitlich und örtlich verschieden. Von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) wird Armut nach dem Einkommen definiert. Danach ist derjenige bzw. diejenige arm, wer monatlich weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens seines Landes zur Verfügung hat. Neben dem Einkommen können auch andere Merkmale der Armut herangezogen werden, wie z.B., genügend Geld für Heizung im Haushalt, ausreichende Kleidung, regelmäßige Mahlzeiten etc. Im Großen und Ganzen wird Armut als Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen (z.B. keine Bildungsmöglichkeit) verstanden. Die Armutsbekämpfung ist somit ein zentrales politisches Ziel der Bundesregierung in Deutschland. Mit der Agenda 2010 hat die Bundesregierung ihr umfassendes Reformprogramm in einen Übergreifenden Politikansatz integriert. Die Reformen sorgen dafür, dass die sozialen Sicherungssysteme leistungsfähig bleiben, die Wirtschaft wieder an Schwung gewinnt und die Arbeitslosigkeit zurückgehen kann. Die Agenda 2010 steht dabei auch für eine Politik gegen Armut und soziale Ausgrenzung und für die Schaffung von mehr Teilhabe- und Verwirklichungschance für alle. Sozialpolitik manifestiert sich vorrangig darin, durch den Ausbau von Sozialleistungen ökonomische Ungleichheiten auszugleichen und den materiellen Status zu sichern und erfolgreich dazu beizutragen, Armut und soziale Ausgrenzung zu verhindern. Doch wie bzw. durch welche Sicherungssysteme wird Armut in Deutschland bekämpft? Speziell beabsichtige ich mein Augenmerk auf die unterschiedlichen Faktoren, die die Armut beeinflussen und welche Sozialen Sicherungssysteme hierbei unterstützen. Da dies ein sehr umfangreiches Thema ist, gehe ich nur auf einige Armutsrisiken und der dazugehörigen Sicherungssysteme, zur Bekämpfung von Armut näher ein.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Bremen
Armut und Soziale Sicherung
Helene Warkentin
08.07.2006
1 Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis - 2 -
2 Einleitung - 3 -
3 Armut in Deutschland - 5 -
3.1 Menschen mit Behinderung - 5 -
3.1.1 Armutsrisiko behinderter Menschen - 5 -
3.1.2 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - 6 -
3.1.3 Leistungen zur Rehabilitation - 8 -
3.1.4 Sicherung des Lebensunterhaltes - 9 -
3.2 Familienhaushalte bzw. Alleinerziehendenhaushalte - 9 -
3.2.1 Risiken eines Familienhaushaltes bzw. Alleinerziehendenhaushaltes - 9 -
3.2.2 Soziale Unterstützung: Kindergeld - 10 -
3.2.3 Soziale Unterstützung: Kinderbetreuung - 11 -
3.2.4 Soziale Unterstützung: Kindererziehungszeiten - 11 -
3.2.5 Soziale Unterstützung: Erziehungsgeld - 12 -
3.2.6 Soziale Unterstützung: Elternzeit - 13 -
3.2.7 Soziale Unterstützung: Wohngeld und sonstige Transfers - 13 -
3.2.8 Sonderregelungen in der sozialen Sicherung Alleinerziehender - 14 -
3.3 Arbeitslosigkeit - 15 -
3.3.1 Armutsrisiko bei Arbeitslosen - 15 -
3.3.2 Arbeitsmarktpolitik - 17 -
4 Schlussfolgerung - 20 -
5 Literaturverzeichnis - 21 -
2 Einleitung
Armut ist zu verstehen als Chancenmangel, ein Leben zu führen, das gewissen Minimalstandards entspricht. Die Vorstellungen und Ursachen von Armut sind zeitlich und örtlich verschieden. Von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) wird Armut nach dem Einkommen definiert. Danach ist arm, wer monatlich weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens seines Landes zur Verfügung hat. In Deutschland lag die Armutsgrenze nach Maßstäben der Europäischen Union 2003 bei 938 Euro (60% des mittleren Pro-Kopf-Einkommens).
Neben dem Einkommen können auch andere Merkmale der Armut herangezogen werden, wie z.B. genügend Geld für Heizung im Haushalt, ausreichende Kleidung, regelmäßige Mahlzeiten etc.
Im Großen und Ganzen wird Armut also als Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen (z.B. keine Bildungsmöglichkeit) verstanden.1
Trotz Schwankungen der Einkommensarmen zwischen 1985 und 1998 ist ihr Anteil in Deutschland relativ gleich geblieben. In den achtziger Jahren ging er jedoch zunächst zurück, stieg dann aber kurze Zeit später wieder um einige Prozente an. 1998 lebten 9.1 Prozent der Bundesbürger in Einkommensarmut.2 Nach Dänemark und Schweden gehört Deutschland zu den Ländern Europas mit der niedrigsten Armutsquote und relativ geringer Armut. Trotzdessen bleibt die Armutsbekämpfung ein zentrales politisches Ziel der Bundesregierung. Mit der Agenda 2010 wollte die letzte Bundesregierung ihr umfassendes Reformprogramm in einen übergreifenden Politikansatz integrieren. Die Reformen sollten erklärtermaßen auch für die Schaffung von mehr Teilhabe- und Verwirklichungschancen für alle sorgen und dabei helfen, durch den Ausbau von Sozialleistungen ökonomische Ungleichheiten auszugleichen, den materiellen Status zu sichern und erfolgreich dazu beizutragen, Armut und soziale Ausgrenzung zu verhindern.3
Doch wie bzw. durch welche Sicherungssysteme wird Armut in Deutschland de facto bekämpft?
Speziell beabsichtige ich in dieser Arbeit, mein Augenmerk auf die unterschiedlichen Faktoren zu lenken, die Armut beeinflussen und zu klären, welche sozialen Sicherungssysteme bei der Armutsbekämpfung unterstützen. Da dies ein sehr umfangreiches Thema ist, gehe ich nur auf die wesentlichen Armutsrisiken und die dazugehörigen Sicherungssysteme zur Bekämpfung von Armut näher ein.
3 Armut in Deutschland
Einkommensarmut ist in Deutschland nicht nur ein Problem kinderreicher Familien, von Alleinerziehenden und Arbeitslosen. Auch sind viele behinderte Menschen davon betroffen.
3.1 Menschen mit Behinderung
3.1.1 Armutsrisiko behinderter Menschen
Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten im Mai 2003 in Deutschland 8.4 Mill. Menschen mit einer Behinderung. Im Durchschnitt war das somit jeder zehnte Bundesbürger. Die Zahl der behinderten Menschen ist gegenüber 1999 um 3% bzw. 273 000 Personen gestiegen.
Rund 6.7 Mill. Menschen waren schwerbehindert; 1.7 Mill. Menschen waren leicht behindert. Mehr als die Hälfte der Behinderten waren Männer (etwa 54%). Behinderungen sind vor allem bei älteren Menschen zu verzeichnen. 72% der behinderten Menschen sind 55 Jahre oder älter. Bei den nichtbehinderten Personen betrug demgegenüber der entsprechende Anteil dieser Altersgruppe nur 28%. Menschen im Alter von 25 bis 44 Jahren, bei denen eine Behinderung vorliegt, leben häufig unter anderen Umständen als nichtbehinderte Menschen gleichen Alters.
- So leben behinderte Menschen im Alter von 25 bis 44 Jahren öfter allein und sind häufiger ledig als in der Vergleichsgruppe in dieser Altersklasse. Der Anteil der allein Lebenden behinderten Menschen bei den 25- bis 44-Jährigen liegt bei 25%; bei den Nichtbehinderten bei 17%. Der Anteil der Ledigen unter den behinderten Menschen beträgt in dieser Altersgruppe 49%; unter Nichtbehinderten 34%.
- Des Weiteren haben behinderte Menschen im Alter von 25 bis 44 Jahren häufig keinen Schulabschluss (15%); bei den Nichtbehinderten derselben Altersgruppe sind es deutlich weniger (2%).
- Ebenso zeigt sich am Arbeitsmarkt eine vergleichsweise geringe Teilhabe behinderter Menschen, vor allem auch der jungen Menschen mit einer Behinderung . 72% der Behinderten im Alter von 25 bis 44 sind erwerbstätig oder suchen nach einer Tätigkeit. Bei den Nichtbehinderten sind es 88%. Somit stehen behinderte Menschen dem Arbeitsmarkt häufiger nicht zur Verfügung als Nichtbehinderte.
- Entsprechend verdienen behinderte Menschen auch deutlich weniger als Nichtbehinderte.4
Der Armutsbericht der Bundesregierung belegt, dass behinderte Menschen, bei denen die Behinderung zum Ende des Erwerbslebens einsetzt oder sogar schon nach dem Ausscheiden des Erwerbslebens, von Einkommensarmut nicht überdurchschnittlich betroffen sind. Ein hohes Armutsrisiko ist jedoch bei denjenigen festzustellen, die seit Anbeginn ihrer Berufstätigkeit behindert sind und damit eingeschränkten Berufstätigkeiten nachgehen. Hinzu kommt auch, dass die Behinderung oft mit finanziellem Aufwand verbunden ist. Im Regelfall sind die Kosten von den betroffenen Haushalten selbst zu tragen, so dass die Gefahr besteht, dass ein Behindertenhaushalt verarmt.5
Trotz der sozialen Sicherungssysteme, die darauf ausgerichtet sind, Armut und soziale Ausgrenzung zu verhindern, gibt es in Deutschland noch erhebliche Ungleichheiten zwischen Menschen mit bzw. ohne Behinderung. In der Behindertenpolitik bleibt somit die Herausforderung bestehen, eine größere Chancengleichheit von Behinderten und Nichtbehinderten zu verwirklichen.
3.1.2 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
[...]
1 Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Armut, 25.04.2006
2 Vgl.:Hans Böckler Stiftung (Hrsg.): Armut und Reichtum in Deutschland. Düsseldorf 01.2003, S. 16-17.
3 Vgl.:Benz, B.: Sozialpolitik in Deutschland. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Wiesbaden 2004, S. 366-367.
4 Vgl.:http://www.ot-forum.de/e6849/e6900/index_ger.html, 25.04.2006.
5 Vgl.: Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung: Soziale Sicherung. Bonn 2005, S.56-65.
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