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Autor: Corina Winkler
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Geschichte, Kunst und Orientwissenschaften)
Tags: Selbstdarstellung, Kaiser, Traian, Antike, Weltenherrscher
Jahr: 2006
Seiten: 24
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 36 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 289 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-60515-1
ISBN (Buch): 978-3-638-67240-5
Die Selbstdarstellung Traians hat in vieler Hinsicht neue Maßstäbe gesetzt. Allein in Größe und Umfang der repräsentativen Bild- und Bauwerke übertraf er seine Vorgänger bei weitem. Die Arbeit gibt einen Überblick über die Repräsentationskunst Traians. Die archäologischen Quellen stehen dabei im Vordergrund.
Zusammenfassung / Abstract
Während seiner Regentschaft von 98 bis 117 n. Chr. konnte Kaiser Traian durch militärische Erfolge, allen voran den Sieg über das Dakerreich, das Imperium Romanum zu seiner größten Ausdehnung verhelfen. Gleichzeitig gelang es ihm, das Reich trotz seiner Größe im Inneren zusammen zu halten und seiner Regentschaft eine nicht selbstverständliche Stabilität zu geben. Diese Konstanz zu gewährleisten, bedeutete, sich nicht nur auf politischer sondern auch auf repräsentativer Ebene angemessen zu verhalten. Die kaiserliche Selbstdarstellung unterlag dabei einem Regelwerk, das im Grunde durch die zwitterhafte Stellung des princeps im Staat, vor allem aber in Rom, bestimmt wurde. Zum einen war der Kaiser dem Senat gegenüber zu Loyalität und Rechenschaftsablage verpflichtet, zum anderen war er auf das Heer gestützter Alleinherrscher. Dass in Politik und Umgangsformen die monarchischen Elemente seit der Einrichtung des Principats durch Augustus jedoch überwogen, war natürlich durchaus bekannt gewesen. Dennoch galt es, zumindest in den Repräsentationsformen den Schein zu wahren. Der Kaiser sprach, ausgenommen von Taten- beziehungsweise Rechenschaftsberichten, nie über sich selbst. Öffentliche Denkmäler wurden als Stiftungen des Senats oder anderen Institutionen proklamiert. In dieser Arbeit sollen nun speziell die Aspekte der traianischen Selbstdarstellung dargelegt werden. Folgende Fragen sollen dabei wichtig sein: Inwieweit folgte Traian dem üblichen Kanon kaiserlicher Selbstdarstellung? Gibt es Unterschiede zu den Repräsentationsformen seiner Vorgänger? Traten neue Elemente hinzu? Gab es einen besonderen Adressatenkreis? Und welches Gesamtbild Traians ergibt sich aus seiner Selbstdarstellung?
Textauszug (computergeneriert)
Historisches Seminar
Hauptseminar: Weltenherrscher in der Antike
Hausarbeit
Die Selbstdarstellung des Kaisers Traian
von
Corina Winkler
1. Hauptfach: Alte Geschichte 7. Semester
2. Hauptfach: Klassische Archäologie 7. Semester
WS 2002 / 2003
Gliederung
1. Einführung und Fragestellung 3
2. Umfang und Bedeutung der Medien in der traianischen Selbstdarstellung 4
3. Die Programmpunkte traianischer Selbstdarstellung 7
3.1. Traian als Militärführer und Soldatenfreund 7
3.2. Traian und die Aufwertung der Provinzen 14
3.3. Traian und die Sorge um Rom und Italien 15
3.4. Herrschaftslegitimierung 18
4. Resümé 19
5. Literatur- und Abkürzungsverzeichnis 21
6. Quelleneditionen 23
1. Einführung und Fragestellung
Marcus Ulpius Traianus ist unumstritten als einer der erfolgreichsten Kaiser der römischen Geschichte anzusehen. Während seiner Regentschaft von 98 bis 117 n. Chr. konnte er durch militärische Erfolge, allen voran den Sieg über das Dakerreich,1das Imperium Romanum zu seiner größten Ausdehnung verhelfen. Gleichzeitig gelang es ihm, das Reich trotz seiner Größe im Inneren zusammen zu halten und seiner Regentschaft eine nicht selbstverständliche Stabilität zu geben. Diese Konstanz zu gewährleisten, bedeutete, sich nicht nur auf politischer sondern auch auf repräsentativer Ebene angemessen zu verhalten. Die kaiserliche Selbstdarstellung unterlag dabei einem Regelwerk, das im Grunde durch die zwitterhafte Stellung des princeps im Staat, vor allem aber in Rom, bestimmt wurde. Zum einen war der Kaiser dem Senat gegenüber zu Loyalität und Rechenschaftsablage verpflichtet, zum anderen war er auf das Heer gestützter Alleinherrscher. Dass in Politik und Umgangsformen die monarchischen Elemente seit der Einrichtung des Principats durch Augustus jedoch überwogen, war natürlich durchaus bekannt gewesen. Dennoch galt es, zumindest in den Repräsentationsformen den Schein zu wahren. Der Kaiser sprach, ausgenommen von Taten- beziehungsweise Rechenschaftsberichten, nie über sich selbst.2 Öffentliche Denkmäler wurden als Stiftungen des Senats oder anderen Institutionen proklamiert. Gleichzeitig war die Sonderrolle des princeps stets präsent, zum Beispiel durch Vergleiche mit Göttern oder ruhmreichen Vorgängern.
In dieser Arbeit sollen nun speziell die Aspekte der traianischen Selbstdarstellung dargelegt werden. Folgende Fragen sollen dabei wichtig sein: Inwieweit folgte Traian dem üblichen Kanon kaiserlicher Selbstdarstellung? Gibt es Unterschiede zu den Repräsentationsformen seiner Vorgänger? Traten neue Elemente hinzu? Gab es einen besonderen Adressatenkreis? Und welches Gesamtbild Traians ergibt sich aus seiner Selbstdarstellung?
Als Quellen stehen diejenigen zur Verfügung, die in der römischen Kaiserzeit als Medium der Repräsentation genutzt wurden. Dazu gehören neben Inschriften, Münzen und literarischen Werken vor allem Baudenkmäler, Porträts, Statuen und Reliefarbeiten. Wie schon erwähnt, galten gerade die öffentlichen Baudenkmäler und Kunstwerke offiziell als vom Senat gestiftet, unterlagen aber dennoch meist dem Willen des Kaisers beziehungsweise wurden in seinem Auftrag erschaffen. Für die Zeit Traians sind sie, sowie auch die Münzen und Inschriften in großer Zahl auf uns gekommen. Als literarische Quellen sind vor allem der Panegyrikus und die Briefe des jüngeren Plinius von Interesse, wobei auf diese und die unzähligen staatlichen Inschriften nicht näher eingegangen werden soll, um den Rahmen nicht zu sprengen.
Bezüglich einzelner Aspekte sollen sie aber dennoch herangezogen werden, da sich die Programmatik der traianischen Selbstdarstellung natürlich medienübergreifend ergänzt, beziehungsweise beeinflusst.
2. Umfang und Bedeutung der Medien in der traianischen Selbstdarstellung
Bevor im speziellen auf die Themen und Aspekte der traianischen Repräsentation eingegangen wird, sollen die verwendeten Medien kurz vorgestellt sowie deren Umfang und Bedeutung bei der Verbreitung des traianischen Herrscherbildes herausgestellt werden. Im Rahmen dieser Arbeit soll es dabei vor allem um die Medien gehen, die das Persönlichkeitsbild des Princeps mittels bildlicher Darstellungen weitergaben. Gängig für die Repräsentationskunst der römischen Kaiserzeit waren dabei Statuen, Porträtbüsten, monumentale, mit Reliefs verzierte Staatsdenkmäler und Bauanlagen sowie die in der jeweiligen Regierungszeit geprägten Münzen. Letztere waren ihres hohen Verbreitungsgrades wegen am massenwirksamsten und vielleicht gerade deswegen von Traian in unvergleichlich hoher Zahl hergestellt worden. Während seiner rund zwanzigjährigen Regierungszeit ließ er 760 Münztypen mit –varianten aufsetzen, dazu weitere Hunderte in den Provinzen und Städten des Ostens.3 Traian übertraf damit die Zahl der augusteischen Münzprägungen um das doppelte, jene des Tiberius um das achtfache und jene des Claudius sogar um das fünfzehnfache. Unter den in ihrer Zahl und Vielfalt ebenfalls beachtlichen, rund 135 Themen der traianischen Münzen fanden sich vor allem die politischen Maßnahmen und Erfolge des Kaisers sowie dessen Tugenden und Ehrungen. Negative Aspekte wurden, wie auch bei seinen Vorgängern, aus dem Darstellungskanon ausgeschlossen, ebenso wie die Porträts höherer und verdienter Beamter. Alles war auf den Kaiser konzentriert, weswegen auf den meisten Münzaverse nur das Abbild Traians zu sehen war. Porträts der kaiserlichen Familienmitglieder sind vergleichsweise selten zu finden. 4 Die Münzreverse trugen, wie in der Kaiserzeit üblich, relativ frei wechselnde Bilder der persönlichen Lieblingsgottheiten des Princeps, weiterhin Allegorien oder Symbole für bestimmte Ereignisse und Maßnahmen, oder Darstellungen eigens initiierter Bau- und Kunstwerke.
Um das Verständnis der durch Götter, Allegorien und Symbolen ausgedrückten und damit eingegrenzten Bildersprache der Münzen für jeden, im römischen Reich vertretenen Kulturkreis zu vereinfachen, war man um eine sehr konkrete Ausdrucks- und Kompositionsweise bemüht. Das gleiche gilt für die Schriftlegenden.
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1 Ausführlich zu den Dakerkriegen: Strobel, Untersuchungen (1984).
2 Z. B. die res gestae des Augustus.
3 RIC II 234- 313
4 Bsp. für Münzen mit der Kaiserfamilie bei: Kampmann, Münzen (2004 ), S.113-14.
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