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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 30 Pages
Author: Matthias Schmid
Subject: Economics / Business: Investment and Finance
Details
Tags: Investitionsplanung, Investitionsrechnung, Ziele, Verfahren, Kritische, Analyse
Year: 2006
Pages: 30
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-60550-2
File size: 2518 KB
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Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Betriebswirtschaftliches Hauptseminar
Allgemeine Betriebswirtschaftslehre IV
Wintersemester 2005/2006
Investitionsplanung und Investitionsrechnung –
Ziele, Verfahren, Kritische Analyse
von: Matthias Schmid
– Inhaltsverzeichnis –
Tabellenverzeichnis [in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildungsverzeichnis [in der Downloaddatei vorhanden]
1. Einleitung 1
2. Grundlagen 1
2.1. Definition des Investitionsbegriffs 1
2.2. Investitionsarten 2
2.3. Investitionsmotive und Investitionszielsetzungen 2
3. Die Investitionsplanung als bedeutender Bestandteil der Unternehmensplanung 4
3.1. Beschreibung von Investitionsplanung und deren Aufgaben 4
3.2. Der Investitionsplanungsprozess 4
3.3. Sukzessivplanung und Simultanplanung 5
4. Die Investitionsrechnung 6
4.1. Das Entscheidungsproblem 6
4.2. Statische Verfahren 7
4.2.1. Gewinnvergleichsrechnung 8
4.2.2. Amortisationsrechnung 10
4.3. Kritische Beurteilung der statischen Verfahren 11
4.4. Dynamische Verfahren 12
4.4.1. Kapitalwertmethode 12
4.4.2. Methode des internen Zinsfußes 13
4.5. Kritische Beurteilung der dynamischen Verfahren 15
5. Fazit 15
Anhang 16
Literaturverzeichnis 26
1. Einleitung:
„Deutschlands Unternehmen haben in den vergangenen Monaten so viel im eigenen Land investiert wie seit vier Jahren nicht mehr. Aus ersten Schätzungen der Bundesbank geht hervor, dass die Ausgaben für Ausrüstungen im ersten Halbjahr um 5,8 Prozent höher lagen als im Vorjahr.“1 Daraus ergibt sich, dass der Anteil der Gewinne aus Unternehmertätigkeit und Vermögen am Volkseinkommen auf 33,5 % gestiegen ist, ein Wert den es zuletzt in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab.2 Die Auswirkungen des Wirbelsturms Katrina in den USA Ende August diesen Jahres auf die Ölpreise am Weltmarkt werden dieser Entwicklung entgegenstehen. Dies macht es für Investoren noch wichtiger, ihre Investitionsprogramme sorgfältig zu planen und alle Alternativen auf Wirtschaftlichkeit zu überprüfen, um folgenschwere Fehlentscheidungen zu vermeiden.
2. Grundlagen
Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Verfahren der Investitionsrechnung vorzustellen und kritisch zu beurteilen. Dazu ist es notwendig, zuerst die Motive und Zielsetzungen von Investoren zu erläutern und Bedeutung der Investitionsplanung innerhalb der Unternehmensgesamtplanung zu verdeutlichen.
2.1. Definition des Investitionsbegriffs:
Auf Grund der großen Bedeutung, den Investitionen für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen haben, finden sich in der Fachliteratur unzählige Definitionen des Investitionsbegriffs. Stellvertretend hierfür sei das Gabler Wirtschaftslexikon zitiert, welches eine Investition als „die zielgerichtete, in der Regel langfristige Kapitalbindung zur Erwirtschaftung zukünftiger Erträge“3 beschreibt. Zwei Begriffe in dieser Definition bedürfen jedoch einer genaueren Betrachtung. Kapitalbindung meint die Aufgabe von Liquidität zu Gunsten einer Anlage finanzieller Mittel in Objekten finanzieller, materieller oder immaterieller Art.4 Zukünftige Erträge sind der vom Investor erhoffte längerfristige Nutzen aus der Kapitalbindung, über den sich aber wegen seiner Unvorhersehbarkeit keine zuverlässigen Aussagen treffen lassen, weshalb mit einer Investition immer ein gewisses Risiko verbunden ist. Aus dieser Beschreibung lassen sich somit die drei Hauptmerkmale von Investitionen ableiten: Liquiditätskomponente, Erfolgskomponente und Risikokomponente.5 Darüber hinaus kann eine Investition sowohl eine Handlung, die Tätigkeit des Investierens, als auch ein Objekt, das Ergebnis des Investierens, bezeichnen. Der vorliegenden Arbeit wird, dem Beispiel der Fachliteratur folgend, ausschließlich die erste Begriffsfassung zu Grunde gelegt.
2.2. Investitionsarten6
Investitionen können nach verschiedenen Gesichtspunkten gegliedert werden. Geht man bei der Einteilung der Investitionstätigkeiten von der Art des Investitionsobjekts aus, so unterscheidet man zwischen Sachinvestitionen (Grundstücke, Gebäude, Betriebsmittel, Vorräte) Finanzinvestitionen (Wertpapiere, Beteiligungen, Forderungsrechte) und immateriellen Investitionen (Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung, Lizenzen, Werbung). Diese drei Investitionsarten fasst man unter der Kategorie objektbezogene Investitionen zusammen.
Die Kategorie wirkungsbezogene Investitionen unterscheidet dagegen nach Wirkung und Anlass der Investitionstätigkeiten. Laufende Investitionen umfassen sowohl Ersatz verbrauchter oder nicht mehr nutzbarer durch neue, gleichartige Betriebsmittel als auch Generalüberholungen und Großreparaturen an abnutzbaren Vermögensgegenständen. Einmalige Investitionen oder Errichtungsinvestitionen werden bei Unternehmensgründungen getätigt und dienen der Erstausstattung des Unternehmens mit dem notwendigen Anlage- und Umlaufvermögen. Die am breitesten gefächerte Sparte sind die Ergänzungsinvestitionen. Sie haben als Ziel die Sicherung, Veränderung oder Erweiterung eines vorhandenen Leistungspotentials.7 Darüber hinaus existieren weitere Möglichkeiten der Klassifizierung von Investitionen, die aber den vorgesehenen Rahmen sprengen und ohnehin schon Bekanntes nur aus einer anderen Perspektive darstellen würden.
2.3. Investitionsmotive und Investitionszielsetzungen
Die obige wirkungsbezogene Klassifikation der Investitionsmotive hilft, die geeignete Methode der Investitionsrechnung zu finden, wenn man die Vorteilhaftigkeit einer Investition abwägen möchte, denn „es gibt keine Methode der Investitionsrechung, die in allen Situationen die beste ist.“8
Auch ohne eine genaue Beschreibung des angestrebten Ziels ist es nicht möglich herauszufinden, ob und wann eine Investitionsmöglichkeit optimal ist. Dabei reicht es jedoch nicht, nur nach einer möglichst vorteilhaften Investition zu suchen, da diese Formulierung zu pauschal gehalten ist und keine präzise Aussage liefert. „Ziele müssen auf jeden Fall operational definiert sein (…). Benötigt werden klare, bei genügend differenzierter Beschreibung für jedermann eindeutig verständliche – kurz: operationale – Zielkriterien.“9 Unternehmen verfolgen niemals nur ein einzelnes Ziel, sondern streben nach der Verwirklichung eines Zielbündels, welches man allgemein Zielsystem nennt. Zwischen den Zielen eines Zielsystems bestehen Beziehungen unterschiedlicher Natur. Ziele können sich zueinander konkurrierend, komplementär oder indifferent verhalten.
Inhaltlich lassen sich alle unternehmerischen Ziele in monetäre und nicht-monetäre Interessen einteilen.10 Charakteristisch für monetäre Ziele ist, dass sich die Zielgrößen in Geld messen lassen. Nicht-monetäre Ziele dagegen sind beispielsweise Unabhängigkeit, Sicherheit, Macht, Prestige, Traditionspflege, ethische Motive oder Wohltätigkeitszielsetzungen. Das Problem dabei ist, dass letztere Art der Ziele nicht rechenbar gemacht und in der Investitionsrechnung somit nicht berücksichtigt werden kann, weshalb auf sie auch nicht weiter eingegangen werden soll. Für die Investitionsrechnung relevant sind ausschließlich die monetären Ziele langfristiges Gewinnstreben und Renditestreben. Für ein operationales Zielkriterium ist der Begriff Gewinn allerdings noch zu breit gefasst. Langfristiges Gewinnstreben soll in der vorliegend Arbeit verstanden werden als Einkommensstreben oder als Vermögensstreben. Einkommensstreben ist gleichbedeutend mit Entnahmemaximierung. Der Investor setzt sich ein gewisses, festes Endvermögen am Ende des Planungszeitraums als Ziel und möchte währenddessen für Privatkonsum jährlich gleich bleibende, aber möglichst hohe, maximale Entnahmen aus dem Betrieb ziehen. Beim Vermögensstreben oder der Endwertmaximierung setzt sich der Investor stattdessen ein gewisses, festes Niveau an jährlichen Entnahmen für Konsumzwecke als Ziel und möchte dafür sein Endvermögen am Ende des Planungszeitraums maximieren.
Manchen Investoren orientieren sich am Renditestreben und sind nicht daran interessiert, den absoluten Gewinn zu maximieren, sondern die Kapitalrentabilität als das Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital. Dieses Vorgehen mag auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Bei der Beurteilung mehrperiodiger Entscheidungsprobleme ist es aber aus Gründen der Vergleichbarkeit empfehlenswert als Bezugskapital das Anfangs- oder Startkapital heranzuziehen. Da dies jedoch bei Vergleichsrechnungen immer eine konstante Größe ist, führt die Maximierung des Quotienten Gewinn durch konstantes Startkapital ebenso wie die oben erwähnte Maximierung des Gewinns stets zum gleichen Ergebnis. Aus diesem Grund kann Renditestreben als Zielsetzung unberücksichtigt bleiben.11 Die folgenden Ausführungen zur Investitionsplanung und Investitionsrechung orientieren sich ausschließlich an den beiden Varianten der langfristigen Gewinnmaximierung.
3. Investitionsplanung als bedeutender Bestandteil der Unternehmensplanung
[...]
1 Financial Times Deutschland, 24.08.2005
2 Vgl. Financial Times Deutschland, 24.08.2005
3 Gabler (2004), S. 1588
4 Vgl. Betge (1991), S.1
5 Vgl. Schulte (1999), S. 30-39
6 Übersicht über die Investitionsarten siehe Abbildung 1 und 2 im Anhang, S. 16
7 Vgl. Schulte ( 1999), S. 40f.
8 Kruschwitz (2000), S. 6
9 Kruschwitz (2000), S.9
10 Vgl. Wöhe (1996), S. 742
11 Vgl. Kruschwitz (2000), S. 13-14, 44-47
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