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Autor: Anna-Lisa Esser
Fach: Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Details
Institution/Hochschule: Universität Bielefeld (Fakultät für Soziologie)
Tags: Kritik, Kulturindustrie, Adorno, Horkheimer, Eine, Analyse, Aktualität, Beispiel, Populärliteratur, Seminar, Einführung, Medienwissenschaften
Jahr: 2006
Seiten: 19
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 128 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-60571-7
Textauszug (computergeneriert)
Universität Bielefeld, Fachbereich Sozialwissenschaften
Seminar: Einführung in die Medienwissenschaften
Wintersemester 2004/2005, 4. Semester
Die Kritik der Kulturindustrie von Adorno und Horkheimer:
Eine Analyse ihrer Aktualität am Beispiel der Populärliteratur
von: Anna-Lisa Esser
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Kritische Medientheorie von Adorno und Horkheimer 3
3. Die „Kritik der Kulturindustrie“ 5
3.1. Produktionsformen und Aufgaben der Kulturindustrie 5
3.2. Die Rezeption in der „Kritik der Kulturindustrie“ 7
4. Die Anwendung der Kritik der Kulturindustrie auf die Populärliteratur 8
4.1. Populärliteratur: Versuch einer Begriffs- und Aufgabendefinition 8
4.2. Die Konsumption der Populärliteratur 10
5. Rezeption der Populärliteratur - reine Verdummung oder produktive Rezeption? 13
6. Fazit 15
7. Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
„Die Heroisierung des Durchschnittlichen gehört zum Kultus des Billigen.“1
Diese Zeile bestimmt die Kritik der Kulturindustrie von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, einer der zentralen Passagen ihrer Schrift „Die Dialektik der Aufklärung“. Das Ziel der beiden Soziologen und Philosophen der Frankfurter Schule2 ist, eine Theorie zu entwickeln, die den Zusammenhang zwischen den Freiheitsansprüchen der Gesellschaft und ihrer politischen Handlungsmöglichkeiten und den tatsächlichen Verhältnissen aufzeigen soll. Sie kritisieren den Wandel der Kultur von der autonomen Kunst hin zu einer standardisierten Massenkulturware.
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Kritik der Kulturindustrie hinsichtlich ihrer Aktualität und ihrer „Wahrheit“ am Beispiel der Populärliteratur zu analysieren. Sie gliedert sich in zwei Schwerpunkte: Zum einen soll die Kritische Medientheorie (bzw. die Kritik der Kulturindustrie) im Allgemeinen skizziert werden, in einem ersten Teil sollen hierbei die Produktionsweise sowie die kennzeichnenden Aufgaben der Kulturindustrie nach Horkheimer und Adorno dargestellt werden. Anschliessend soll die Rezeption der Kulturgüter der Kulturindustrie untersucht werden.
Zum anderen soll die Anwendungsmöglichkeit der Kritik auf die Populärliteratur herausgearbeitet werden. Was ist hierbei genau unter Populärliteratur zu verstehen und wie wird diese konsumiert bzw. rezipiert? Was sind die Absichten und Mittel des Populären und wie werden die Inhalte aufgenommen? Haben die Konsumenten bei der Nutzung der Populärliteratur eigene Handlungsoptionen oder sind sie, wie Adorno und Horkheimer kritisieren, machtlos?
Lässt sich der Vorwurf der bloßen Rezipientenverdummung und -entpolitisierung durch die Kulturindustrie im Bereich der Populärliteratur erhärten oder haben die Konsumenten eigene Handlungsmöglichkeiten, die es erlauben, die Kritik der Kulturindustrie zu relativieren? Anschliessend soll zusammengefasst werden, ob die Kritik der Kulturindustrie widerlegt bzw. abgeschwächt oder ob sie nach wie vor geltend gemacht werden kann.
2. Die Kritische Medientheorie von Adorno und Horkheimer
Die Kritische Medientheorie wurde vornehmlich in den 30er Jahren im Rahmen des Frankfurter Institutes für Sozialforschung von den Philosophen und Soziologen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno geprägt3. Sie befasst sich mit der Frage, ob die Wirkungsweise der Massenkultur, die philosophische Erkenntnisgegenstände als gesellschaftliche Produkte im Sinne von Waren produziert, noch kritische politische Urteile zulässt, oder ob die Massenkultur die Gesellschaft entpolitisiert. In der 1947 im amerikanischen Exil veröffentlichten Schrift „Die Dialektik der Aufklärung-philosophische Fragmente“ von Horkheimer und Adorno wendet sich die Kritische Theorie gegen den Einzug der Massenkünste, die als Wirklichkeitsflucht begriffen werden. (Nünning, 50)
[...]
1 Max Horkheimer und Theodor W. Adorno (1947): Kulturindustrie-Aufklärung als Massenbetrug. In: Dialektik der Aufklärung. Amsterdam: Querido Verlag. S.159.
2 Als Frankfurter Schule wird das Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main bezeichnet, welches in den 1930en Jahren von der philospophisch-soziologisch ausgerichteten Gruppe um Max Horkheimer entstand. Aus diesem Institut ging die Kritische Theorie hervor. Vgl. Nünning (Hrsg.) (2001): Metzler-Lexikon Literatur und Kulturtheorie: Ansätze – Personen – Grundbegriffe. 2., überarb. und erw. Auflage. Stuttgart; Weimar: Metzler.
3 Die Kritische Theorie verdankt ihren Ursprung v.a. der von Walter Benjamin verfassten Schrift „Die Kunst im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“. Vgl. Benjamin, Walter (1963), Das Kunstwerk im Zeichen seiner technischen Reproduzierbarkeit, Frankfurt/M.: ed. Suhrkamp. (Schicha, 1988, 108) Da diese Seminararbeit sich aber auf die Kritik der Kulturindustrie von Horkheimer und Adorno bezieht, soll auf die Entstehungsgeschichte und detaillierte Ausführung der Kritischen Medientheorie und in diesem Zusammenhang auch der Frankfurter Schule verzichtet werden, weil diese den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Zur weiteren Information vgl. Nünning (Hrsg.) (2001): Metzler-Lexikon Literatur und Kulturtheorie: Ansätze – Personen – Grundbegriffe. 2., überarb. und erw. Auflage. Stuttgart; Weimar: Metzler.
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