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Details

Veranstaltung: Seminar Denken und Problemlösen in Entscheidungsprozessen
Institut: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät (Lehrstuhl für Psychologie, insb. Wirtschafts- und Sozialpsychologie)
Tags: Eskaliernendes Commitment, Erinnerung, Gedächtnis, Verantwortung
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 18
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 209 KB
Archivnummer: V6791
ISBN (E-Book): 978-3-638-14283-0
ISBN (Buch): 978-3-640-09888-0

Zusammenfassung / Abstract

Unter Eskalation von Commitment wird eine zunehmende Bindung an eine verlustreiche Handlung verstanden. Entscheidungsträger halten an einem Projekt fest und investieren weiterhin Ressourcen, obwohl die Erfolgsaussichten immer geringer werden und das Projekt bei objektiver Betrachtung abgebrochen werden müsste. Als Erklärungen für diese eskalierende Bindung an einen erfolglosen Handlungsstrang werden die Selbstrechtfertigungs-Theorie und die Theorie der kognitiven Dissonanz angesehen. Bei der Erforschung des Phänomens der Eskalation von Commitment wurde in den letzten Jahren verstärkt der Einfluss von Entscheidungen auf die menschliche Informationsverarbeitung untersucht. Welche Informationen bezüglich ihrer Entscheidung erinnern Individuen ? Möglicherweise gibt es Unterschiede in der Menge und der Art der erinnerten Informationen zwischen eskalierenden und nicht eskalierenden Personen. Welche Determinanten beeinflussen die Erinnerungsleistung in Entscheidungsprozessen? Durch die Klärung dieser Fragen erhofft man sich ein besseres Verständnis von Eskalationseffekten und neue Ansätze für Deeskalationsstrategien. Bisherige Studien haben gezeigt, dass ein starker Zusammenhang zwischen Eskalation und Verantwortung besteht. Schwerpunkt dieser Arbeit bildet deshalb die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen. Nach Tetlock und Lerner (1999) ist Verantwortung als implizite oder explizite Erwartung, sich für eigene Meinungen, Gefühle oder Handlungen rechtfertigen zu müssen, zu verstehen. Verantwortung wird deswegen in diesem Zusammenhang auch als Rechtfertigungspflicht bezeichnet. Zunächst wird eine kurze Übersicht theoretischer Annahmen über Zusammenhänge zwischen Entscheidungen und Erinnerungsleistung sowie zwischen Entscheidungen und Verantwortung gegeben. Anschließend werden empirischen Befunde aus diesem Forschungsbereich vorgestellt und diskutiert.

Textauszug (computergeneriert)

Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen

Robert Bayerlein

1. Version (Datum:19.08.2002.)

Eskalierendes Commitment und Erinnerung (SS 2002)
Theoriearbeit

Semester: 10
Studienfach: Betriebswirtschaftslehre
Prüfungsfach: Wirtschafts- und Betriebspsychologie
Credit-Point: ja

Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG: ESKALATION UND ERINNERUNG 1

2 ENTSCHEIDUNG UND ERINNERUNG 2

3 ENTSCHEIDUNG UND VERANTWORTUNG 4

3.1 PROZESSVERANTWORTUNG 5
3.2 ERGEBNISVERANTWORTUNG 5
3.3 VERANTWORTUNG IM RAHMEN VON INDIVIDUAL- UND GREMIENENTSCHEIDUNGEN 5
3.4 PUBLIKUM UND VERANTWORTUNG 6
3.5 VERANTWORTUNG VOR UND NACH ENTSCHEIDUNGEN 6

4 EINFLUSS VON RECHTFERTIGUNGSPFLICHT AUF DAS ERINNERUNGSVERMÖGEN 6

4.1 EMPIRISCHE BEFUNDE 7
4.1.1 Dellarosa und Bourne (1984) 7
4.1.2 Brody und Bowman (1997) 9
4.1.3 Empirische Befunde eines Experiments des Lehrstuhls für Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg (2002) 10

4.2 DISKUSSION 10

5 FAZIT 12

6 LITERATURVERZEICHNIS 13

1 Einführung: Eskalation und Erinnerung

Unter Eskalation von Commitment wird eine zunehmende Bindung an eine verlustreiche Handlung verstanden (Schulz-Hardt, 1999). Entscheidungsträger halten an einem Projekt fest und investieren weiterhin Ressourcen, obwohl die Erfolgsaussichten immer geringer werden und das Projekt bei objektiver Betrachtung abgebrochen werden müsste. Als Erklärungen für diese eskalierende Bindung an einen erfolglosen Handlungsstrang werden die Selbstrechtfertigungs-Theorie und die Theorie der kognitiven Dissonanz angesehen (Brody und Bowman, 1997). Bei der Erforschung des Phänomens der Eskalation von Commitment wurde in den letzten Jahren verstärkt der Einfluss von Entscheidungen auf die menschliche Informationsverarbeitung untersucht. In der Psychologie meint Informationsverarbeitung die Prozesse, die den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken und Handeln bei der Lösung von Problemen gewährleisten (Neisser, 1974).
Welche Informationen bezüglich ihrer Entscheidung erinnern Individuen ? Möglicherweise gibt es Unterschiede in der Menge und der Art der erinnerten Informationen zwischen eskalierenden und nicht eskalierenden Personen. Welche Determinanten beeinflussen die Erinnerungsleistung in Entscheidungsprozessen ? Durch die Klärung dieser Fragen erhofft man sich ein besseres Verständnis von Eskalationseffekten und neue Ansätze für Deeskalationsstrategien. Bisherige Studien haben gezeigt, dass ein starker Zusammenhang zwischen Eskalation und Verantwortung besteht. Schwerpunkt dieser Arbeit bildet deshalb die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen. Nach Tetlock und Lerner (1999) ist Verantwortung als implizite oder explizite Erwartung, sich für eigene Meinungen, Gefühle oder Handlungen rechtfertigen zu müssen, zu verstehen. Verantwortung wird deswegen in diesem Zusammenhang auch als Rechtfertigungspflicht bezeichnet. Zunächst wird eine kurze Übersicht theoretischer Annahmen über Zusammenhänge zwischen Entscheidungen und Erinnerungsleistung sowie zwischen Entscheidungen und Verantwortung gegeben. Anschließend werden empirischen Befunde aus diesem Forschungsbereich vorgestellt und diskutiert.

2 Entscheidung und Erinnerung

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