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Bodendegradation im mediteranen Nord- und Südamerika

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 39 Pages
Authors: Andy Schober, Ines Tischendorf
Subject: Geography / Earth Science - Geology, Mineralogy, Soil Science

Details

Event: Bodenkunde und Bodenschutz
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Geographie)
Tags: Bodendegradation, Nord-, Südamerika, Bodenkunde, Bodenschutz
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 39
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 40  Entries
Language: German
Archive No.: V67916
ISBN (E-book): 978-3-638-58666-5

File size: 752 KB


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Geographie
HS: Bodenkunde und Bodenschutz
WS 2006/2007

Bodendegradation im mediterranen Nord- und Südamerika

Seminararbeit

vorgelegt von:

Andy Schober
Ines Tischendorf 

Studiengang: Geographie/Biologie (LA) 
Studiengang: Geographie/Sport (LA)
Semester: 9/9 Semester: 5/5
Abgabedatum: 26.01.2007

 

 

Inhalt

1 Einleitung 3

Teil I: Bodendegradation im mediterranen Mittelchile 4

2 Vorstellung der mediterranen Region Mittelchile 4
2.1 Naturräumliche Gliederung, Relief und politische Gliederung 4
2.2 Klima 5
2.3 Bodeneigenschaften, Bodentypen 6
2.4 Vegetation 7

3 Typen, Verbreitung und Schwere von Bodendegradation in Mittelchile 8

4 Natürliche Ursachen von Bodendegradation in Mittelchile 11

5 Anthropogene Ursachen von Bodendegradation in Mittelchile 12
5.1 Eingriffe durch die spanischen Kolonisten 13
5.2 Eingriffe durch die jüngere Land- und Forstwirtschaft 13
5.3 Verstädterung und Bergbau 15

6 Maßnahmen zur Verringerung von Bodendegradation in Mittelchile 16

Teil II: Bodendegradation im mediterranen Kalifornien 18

7 Vorstellung der mediterranen Region Kalifornien 18
7.1 Naturräumliche Gliederung, Relief und politische Gliederung 18
7.2 Klima 20
7.3 Bodeneigenschaften, Bodentypen 21
7.4 Vegetation 22

8 Typen, Verbreitung und Schwere von Bodendegradation in Kalifornien 23

9 Natürliche Ursachen von Bodendegradation in Kalifornien 25

10 Anthropogene Ursachen von Bodendegradation in Kalifornien 26
10.1 Eingriffe durch die Kolonisten 26
10.2 Eingriffe durch die jüngere Landwirtschaft 27
10.3 Verstädterung und Feuer 30

11 Maßnahmen zur Verringerung von Bodendegradation in Kalifornien 31

12 Fazit mit Vergleich der Regionen 33

Literatur 35

 

 

 

1 Einleitung

Die in der vorliegenden Arbeit im Mittelpunkt stehende Bodendegradation wird gemäß HEBEL (1995:686) definiert als "dauerhafte oder irreversible Veränderung der Strukturen und Funktionen von Böden oder deren Verlust, die durch physikalische und chemische oder biotische Belastungen entstehen und die Belastbarkeit der jeweiligen Systeme überschreiten". Neben den Belastungen natürlicher Art spielen dabei zunehmend menschliche Eingriffe eine wesentliche Rolle und führen zu weit verbreiteter anthropogener Bodendegradation. Zu betonen ist, dass Bodendegradation in jedem Fall eine Einschränkung bzw. Verschlechterung von Bodenfunktionen darstellt und somit die Boden- bzw. Landnutzung durch den Mensch erschwert oder, im schlimmsten Fall, nahezu unmöglich macht (WBGU 1994:49f.).

Die im Folgenden in diesem Zusammenhang betrachteten Regionen Mittelchile und Kalifornien gehören zu den winterfeuchten Subtropen, den sogenannten mediterranen Gebieten der Erde. Diese sind etwa zwischen 30° und 40° geographischer Breite, zumeist als schmale Küstenstreifen, an den Westseiten der Kontinente gelegen. Kennzeichnend ist hier der Wechsel zwischen sommerlicher Trockenheit mit Strahlungswetter, bedingt durch den Einfluss der subtropisch-randtropischen Hochdruckgebiete, und der winterlichen Regenzeit, in der sich "das zyklonale Wettergeschehen der Mittelbreiten" durchsetzt. Mindestens 5 Monate des Jahres sind humid und infolge des Trockenstresses im Sommer stellt eine immergrüne Hartlaubvegetation den natürlichen Bewuchs dar (SCHULTZ 2002:331-338).

Allein aufgrund der natürlichen Gegebenheiten werden die mediterranen Gebiete von ENDLICHER (1991:438) als relativ labile Ökosysteme bewertet. Da sie zudem einer intensiven Nutzung durch den Menschen unterliegen, werden, zusätzlich zur natürlichen Bodendegradation, durch menschliches Wirken Impulse zur Verstärkung und Beschleunigung von Degradationsprozessen gesetzt. Diese Zusammenhänge sollen u.a. in den folgenden Ausführungen am Beispiel von Mittelchile (Teil I) und Kalifornien (Teil II) verdeutlicht werden. Als Grundlage für das weitere Verständnis werden die Regionen dazu zunächst bezüglich Gliederung, Klima, Bodeneigenschaften und Vegetation genauer vorgestellt. Anschließend soll jeweils ein Überblick über die vorherrschenden Typen der Bodendegradation, ihre räumliche Verbreitung und die Schwere der Degradation vermittelt werden, bevor auf deren natürliche und anthropogene Ursachen eingegangen wird. Schließlich werden mögliche oder bereits durchgeführte Gegenmaßnahmen diskutiert. Den Abschluss bildet ein fazitartiger Vergleich der beiden mediterranen Regionen.

Teil I: Bodendegradation im mediterranen Mittelchile

2 Vorstellung der mediterranen Region Mittelchile

2.1 Naturräumliche Gliederung, Relief und politische Gliederung

Innerhalb des sich über 4000km Länge aber durchschnittlich nur 200km Breite an der Westküste Südamerikas erstreckenden Chiles ist der Bereich zwischen 31° und 37° S den winterfeuchten Subtropen zuzuordnen. Von West nach Ost lassen sich hier klar die geomorphologischen Komplexe Küstenterrassen, Küstengebirge, zentrales Längstal und Anden unterscheiden. Aufgrund der der Küste vorgelagerten Subduktionszone handelt es sich um eine tektonisch sehr aktive Zone (STOLL 2005:4f., CONACHER & SALA 1998:123).

Die parallel zur Pazifikküste verlaufende Küstenkordillere erreicht im nördlichen Mittelchile Höhen von über 2000m, wird südwärts aber flacher und schmaler. Das sich ostwärts anschließende zentrale Längstal gewinnt dagegen Richtung Süden an Ausdehnung (bei 34° S 12km breit, bei 37° S 74km breit) und ist mit alluvialen, glazialen und vulkanischen Sedimenten angereichert. Die Anden weisen in Mittelchile zwischen 31° und 33° S ihre größten Höhen auf (z.B. "Olivares" 6252m, "El Plomo" 5430m), ihr Vorland ist zwischen 600m und 1000m hoch. Die im andinen Hochgebirge entspringenden reißenden Flüsse strömen auf ihrem Weg zum Pazifik durch das zentrale Längstal, wo sie zur Wasserversorgung beitragen, und queren das Küstengebirge. Durch Erosionsprozesse haben sie zu einer weiteren Zergliederung der Landschaft geführt. Auch in der Küstenkordillere, die eine West-Ost-Wasserscheide darstellt, entspringen, vermehrt im Süden, Flüsse, die das Landschaftsbild beeinflussen (CONACHER & SALA 1998:127, STOLL 2005:5, 12, GLASER & KREMB 2006:151).

Wie in Abbildung 1 ersichtlich, ist Chile politisch bzw. administrativ in 13 Regionen untergliedert. Diese sind von Nord nach Süd durchnummeriert, wobei sich das mediterrane Gebiet von der Region Coquimbo (IV) bis zur Region BioBio (VIII), einschließlich der Metropolitan Region um die Hauptstadt Santiago, erstreckt (CONACHER & SALA 1998:135). Nach RICHTER & BÄHR (1998:641f.) konzentrieren sich auf diesen Bereich ca. 75% der insgesamt etwa 15 Millionen Menschen umfassenden chilenischen Bevölkerung. Dabei sind die Küste sowie das zentrale Längstal am dichtesten besiedelt. Auch der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Produktion Chiles stammt aus dem mediterranen Zentralchile (CONACHER & SALA 1998:123, 133).


Abb.1: Administrative Gliederung Chiles in 13 Regionen
(Quelle: http://leu.irnase.csis.es/fao/gateway/latinamerica-e/e_chile.htm)

2.2 Klima

Das Klima Mittelchiles, das als mediterran bezeichnet wird und die unter Punkt 1 genannten wesentlichen Merkmale aufweist, "bildet den Übergang zwischen dem trockenen Wüstenklima im Norden [Atacamawüste] und dem feuchten, kühlgemäßigten Klima des Südens" von Chile (STOLL 2005:8). Charakteristisch ist die ausgeprägte Zweiteilung des Jahres in ein nahezu niederschlagsfreies, warmes bis heißes Sommerhalbjahr mit hoher Insolation und einem regenreichen, windig-kühlen Winterhalbjahr (Mai bis September) (ENDLICHER 1987:202f.). Das typisch mediterrane Klima herrscht in Chile gemäß CONACHER & SALA (1998:129) zwischen 0 und 1500m über dem Meeresspiegel vor. In Tabelle 1, die die Klimadaten einiger unweit der Küste gelegener Städte Zentralchiles wiedergibt, ist die tendenzielle Zunahme der Niederschläge von Nord nach Süd ersichtlich. Im nördlichen Teil ist die Regenzeit deutlich kürzer und Regenfälle treten unregelmäßiger auf. Bei ca. 36° S ist i.d.R. eine gleiche Anzahl trockener und feuchter Monate zu verzeichnen. Mit der geographischen Breite ist auch eine Abnahme der Durchschnittstemperatur in Richtung Süden um ca. 0,3°C alle 100km festzustellen, wobei natürlich auch Höhenlage, Exposition und weitere kleinräumige Aspekte eine Rolle spielen. Klimabeeinflussende Faktoren sind nach STOLL (2005:8) neben dem Humboldt-Strom, der temperaturausgleichend wirkt, auch die beiden Gebirgsketten. Durch ihre Nord-Süd-Erstreckung schirmen die Anden kontinentale und das Küstengebirge maritime Einflüsse erheblich ab. Bezüglich des Hauptthemas, der Bodendegradation, ist noch zu betonen, dass die winterlichen Niederschläge häufig eine hohe Intensität aufweisen und meist 5-15 Regentage hintereinander folgen, so dass ein großer Teil des Wassers in den Oberflächenabfluss geht (ENDLICHER 1991:439).

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