Aurea templa: Der Apollo-Palatinus- und der Apollo-Sosianus-Tempel in Rom

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Details
Autor: Corina Winkler
Fach: Archäologie
Veranstaltung: Proseminar: Kunst und Kulutur der augusteischen Zeit
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften)
Jahr: 2005
Seiten: 14
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 119 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-60628-8
ISBN (Buch): 978-3-638-77394-2
Aurea templa - goldene Tempel - wurden die restaurierten und neu errichteten Tempel des ersten römischen Kaisers Augustus genannt. Wie genau sich die Pracht der neuen Tempel im einzelnen gestaltete, soll in dieser Arbeit anhand zweier frühaugusteischer Apollo-Tempel erläutert werden. Es handelt sich zum einen um das Apollo-Heiligtum auf dem Palatin und zum anderen um den Apollotempel des G. Sosius.
Zusammenfassung / Abstract
„In meinem 6. Konsulat habe ich im Auftrag des Senats 82 Göttertempel in der Stadt wiederhergestellt und dabei keinen ausgelassen, der zu dieser Zeit einer Erneuerung bedurfte“. Mit diesen Worten rühmt sich Kaiser Augustus für seine Bemühungen um die Sanierung der alten stadtrömischen Kultbauten im Jahr 28 v. Chr. Schon seit der späten Republik sprach man von der Notwendigkeit solcher Maßnahmen, denn die Wirren der Bürgerkriege und die damit verbundene Identitätskrise ließ bei vielen Römern den Wunsch laut werden, die Religion der Vorfahren wieder aufleben zu lassen. Doch erst nachdem der junge Octavian und spätere Augustus durch den Sieg über Marcus Antonius im Jahre 31 v. Chr. die Machtverhältnisse zu seinen Gunsten entscheiden konnte und zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Ruhe und Frieden in das zersplitterte Rom brachte, konnte ein systematisches Restaurierungsprogramm Wirklichkeit werden. Neben der Erneuerung der alten Tempel entstanden zahlreiche Neubauten, die in Pracht und Größe die traditionellen Tempel aus Tuff und Holz weit übertrafen. Aurea templa- goldene Tempel- wurden sie genannt und vor allem bei den Kultbauten für die persönlichen Götter des Princeps– Apollo, Mars Ultor und Venus – in den aufwendigsten Formen verwirklicht. Wie genau sich die Pracht der neuen Tempel im einzelnen gestaltete, soll in dieser Arbeit anhand zweier frühaugusteischer Apollo-Tempel erläutert werden. Es handelt sich zum einen um das Apollo-Heiligtum auf dem Palatin und zum anderen um den Apollotempel des G. Sosius, der ihn anstelle des älteren Apollo-Medicus-Tempel auf dem Marsfeld wieder neu errichten ließ. Leider ergaben sich in der Forschung einige Schwierigkeiten bei der Rekonstruktion der Bauten, da bei beiden Tempeln, insbesondere beim Apollo-Palatinus-Tempel, die Überreste eher spärlich ausgefallen sind. Vor allem bei der statuarischen Ausstattung führte das zu unterschiedlichen Lösungsansätzen. In dieser Arbeit soll zunächst ein grober Überblick über die gefundenen Reste der Tempel gegeben werden und die daraus entstandenen Rekonstruktionsmöglichkeiten vorgestellt werden. Dabei sollen besondere Elemente frühaugusteischer Tempelkunst aufgezeigt werden.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Leipzig, Institut für Klassische Archäologie
Proseminar: Kunst und Kultur der augusteischen Zeit
WS 2004/ 2005, 7. Semester
Aurea templa: Der Apollo-Palatinus-
und der Apollo-Sosianus-Tempel in Rom
von: Corina Winkler
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 3
2. Der Apollo- Palatinus- Tempel 4
2.1. Konzeption und Architekturrekonstruktion 4
2.2. Ausstattung 5
3. Der Apollo- Sosianus- Tempel 9
3.1. Grundriss und Architektur 9
3.2. Architektur- Dekoration und figürliche Ausstattung 10
4. Zusammenfassung 12
5. Quellen– und Literaturverzeichnis 14
Einführung
„In meinem 6. Konsulat habe ich im Auftrag des Senats 82 Göttertempel in der Stadt wiederhergestellt und dabei keinen ausgelassen, der zu dieser Zeit einer Erneuerung bedurfte“.1
Mit diesen Worten rühmt sich Kaiser Augustus für seine Bemühungen um die Sanierung der alten stadtrömischen Kultbauten im Jahr 28 v. Chr. Schon seit der späten Republik sprach man von der Notwendigkeit solcher Maßnahmen, denn die Wirren der Bürgerkriege und die damit verbundene Identitätskrise ließ bei vielen Römern den Wunsch laut werden, die Religion der Vorfahren wieder aufleben zu lassen. Doch erst nachdem der junge Octavian und spätere Augustus durch den Sieg über Marcus Antonius im Jahre 31 v. Chr. die Machtverhältnisse zu seinen Gunsten entscheiden konnte und zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Ruhe und Frieden in das zersplitterte Rom brachte, konnte ein systematisches Restaurierungsprogramm Wirklichkeit werden.
Neben der Erneuerung der alten Tempel entstanden zahlreiche Neubauten, die in Pracht und Größe die traditionellen Tempel aus Tuff und Holz weit übertrafen. Aurea templa- goldene Tempel- wurden sie genannt und vor allem bei den Kultbauten für die persönlichen Götter des Princeps– Apollo, Mars Ultor und Venus – in den aufwendigsten Formen verwirklicht. Wie genau sich die Pracht der neuen Tempel im einzelnen gestaltete, soll in dieser Arbeit anhand zweier frühaugusteischer Apollo-Tempel erläutert werden. Es handelt sich zum einen um das Apollo-Heiligtum auf dem Palatin und zum anderen um den Apollotempel des G.Sosius, der ihn anstelle des älteren Apollo-Medicus-Tempel auf dem Marsfeld wieder neu errichten ließ. Leider ergaben sich in der Forschung einige Schwierigkeiten bei der Rekonstruktion der Bauten, da bei beiden Tempeln, insbesondere beim Apollo-Palatinus- Tempel, die Überreste eher spärlich ausgefallen sind. Vor allem bei der statuarischen Ausstattung führte das zu unterschiedlichen Lösungsansätzen. In dieser Arbeit soll zunächst ein grober Überblick über die gefundenen Reste der Tempel gegeben werden und die daraus entstandenen Rekonstruktionsmöglichkeiten vorgestellt werden. Dabei sollen besondere Elemente frühaugusteischer Tempelkunst aufgezeigt werden.
2. Apollo-Palatinus-Tempel
2.1. Konzeption und Architekturrekonstruktion
Nach dem Sieg von Naucholos über Sextus Pompeius im Jahre 36 v. Chr. gelobte Octavian, seinem Schutzgott Apollo einen Tempel zu errichten. Laut Sueton soll Apollo selbst den Ort des Tempels bestimmt haben, indem er einen Blitz neben das Haus des Princeps gerichtet hat.2 Ocatvian hatte also vor, seine domus so eng mit dem Tempel zu verbinden, wie es sich zuvor in Rom keiner gewagt hatte. Vergleichbar wäre ein solches Konzept eher mit hellenistischen Königsresidenzen wie auf dem Burgberg von Pergamon.3 In diesem Sinne hätte Octavian sehr hoch gegriffen und einen autokratischen Herrschaftsanspruch deutlich werden lassen. Ein weiterer Sinnbezug kommt hinzu, wenn man bedenkt, dass die Wohnanlage mit dem Tempel in großer Nähe zur Romulushütte lag. Octavian, der sich selbst oft als Neubegründer der Stadt bezeichnen ließ, wollte sich dadurch mit dem sagenhaften Begründer Roms gleichstellen.4 Außergewöhnlich ist auch der Bauplatz des Tempels innerhalb des heiligen Bezirkes Roms – dem pomerium. Kultbauten anlässlich eines Sieges oder Triumphes römischer nobiles wurden seit der Mitte des 2. Jhrdts. v. Chr. immer außerhalb des pomeriums errichtet. Vor allem das Marsfeld war Standort vieler repräsentativer Tempel. Am 9. Oktober 28 v. Chr. wurde der palatinische Apollo-Tempel feierlich eingeweiht. Über die Baugeschichte oder spätere Restaurierungen des Gebäudes ist aus den schriftlichen Quellen nichts bekannt. Es sind nur noch Überreste einer Erweiterungsmaßnahme am Unterbau gefunden worden, die wahrscheinlich in die Regierungszeit des Nero fällt.5
Zwischen 1865 und 1870 hatte Pietro Rosa einen Teil des Apollo- Heiligtums ausgegraben und ihn zunächst für den Tempel des Iupiter Victor gehalten.6 Dessen Bau datiert man in das 3. Jahrhundert. v. Chr. Die Grabungen von G. Lugli in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts ergaben aber, dass es sich um einen augusteischen Bau handle und im speziellen um den Apollo-Tempel. Man fand die Überreste einer großen Apollostatue und einen Teil des Türflügels mit der Darstellung eines delphischen Dreifußes, der als Symbol der Gottheit gilt. Zudem widerlegen unter dem Tempel gefundene Reste von republikanischen Häusern die Datierung vor die Regierungszeit des Augustus.
[...]
1 Aug. res gestae 20
2 Suet. Aug. 29
3 P. Zanker, Der Apollotempel auf dem Palatin. Ausstattung und politische Sinnbezüge nach der Schlacht von Actium, in AnalRom Suppl. 10 (1983), S. 24
4 P. Zanker, Der Apollotempel auf dem Palatin, S. 24
5 G. Carettoni, Der Tempel des Apollo, in: Kaiser Augustus und die verlorene Republik, Ausstellungskatalog Antikenmuseum Berlin (Mainz 1988), S. 266
6 F. Coarelli, Rom. Ein archäologischer Führer (Mainz 2000), S. 162
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