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Diploma Thesis, 2004, 89 Pages
Author: Diplom Pflegewirt (FH) Bernhard Fleer
Subject: Nursing / Foster Care Management / Social Services
Details
Tags: Lebensqualität, Heimbewohnern, Störungen, Paradigma, Pflege, Pflegeprozess
Year: 2004
Pages: 89
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 83 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-58682-5
File size: 420 KB
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Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule Münster
Fachbereich Pflege
Studiengang Pflegemanagement
Diplomarbeit
Lebensqualität von Heimbewohnern mit psychischen Störungen – Wie wird sie beeinflusst vom Paradigma der ganzheitlichen Pflege und dem Pflegeprozess?
vorgelegt von
Bernhard Fleer
Münster, den 01. Juli 2004
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
1.1 Themeneinführung ... 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit ... 2
2. Lebensqualität ... 3
2.1 Definitionen ... 3
2.2 Messen von Lebensqualität und Instrumente der Messung ... 12
2.2.1 Short-Form-36 Health-Survey ... 15
2.2.2 Dementia Care Mapping ... 18
2.3 Lebensqualität und Pflegequalität ... 23
3. Ganzheitliche Pflege ... 29
3.1 Historie eines Begriffes ... 29
3.2 Ganzheitliche Pflege = gute Pflege? ... 34
4. Der Pflegeprozess als Mittel zur Sicherung ganzheitlicher Pflege? ... 40
4.1 Darstellung des Pflegeprozesses ... 40
4.2 Professionalität und Situationsverstehen ... 47
4.3 Systemischer Ansatz ... 53
4.4 Kritik an der praktischen Anwendung des Pflegeprozesses ... 58
5. Auswirkungen von Pflegeprozess und Ganzheitlichkeit auf die Lebensqualität von Heimbewohnern mit psychischen Störungen – Schlussfolgerungen ... 63
5.1 Heime in Deutschland ... 63
5.1.1 Gesetzliche Grundlagen ... 63
5.1.2 Heime als totale Institutionen? ... 64
5.1.3 Enquête zur Abschaffung der Heime ... 67
5.2 Heimbewohner mit psychischen Störungen ... 68
5.2.1 Zahlen ... 68
5.2.2 Beschreibung der Störungsbilder ... 69
5.2.3 Versuch einer Analyse anhand des besonderen Bedarfs von Heimbewohnern mit psychischen Störungen ... 72
6. Resümee/Bedeutung der skizzierten Überlegungen für den Heimalltag ... 80
7. Literaturverzeichnis ... 83
1. Einleitung
1.1 Themeneinführung
Einer der Hauptgründe für den Umzug eines Menschen in ein Alten- oder Pflegeheim ist das Vorliegen einer Demenz oder einer anderen schweren psychischen Erkrankung. In einer vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung in Auftrag gegebenen Expertise wird der Anteil der Heimbewohner mit psychischen Störungen mit 65% angegeben (Hirsch & Kastner, 2004, S. 17). Für die Zukunft wird eine weitere Zunahme des Anteils psychischer Störungen im Pflegeheim prognostiziert, wobei die Krankheitsbilder der Demenz und der Depression hierbei den größten Anteil ausmachen (Hirsch & Kastner, 2004, S. 158). Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung stellt die fachgerechte Pflege und Betreuung dieser Bewohnergruppe, die eines speziellen Milieus und besonderer Formen der Betreuung bedarf, die Pflegenden vor eine schwierige Herausforderung. Ob die Zielsetzung eines menschenwürdigen, möglichst selbstbestimmten Lebens und einer hohen Lebensqualität dieser Bewohnergruppe in der Institution „Pflegeheim“ verwirklicht werden kann, wird von einigen Autoren bezweifelt (Hirsch & Kastner 2004, Röttger-Liepmann & Hopfmüller 2002). Verantwortlich hierfür ist die Zunahme des ökonomischen Drucks auf die Pflegeeinrichtungen, verbunden mit einem wachsenden Anteil schwerstpflegebedürftiger Bewohner bei gleich bleibender personeller Ausstattung. Es kollidieren einerseits eine Praxis der Altenpflege, in der Zeitmangel und Überforderung den Ton angeben und andererseits ein hoher Anspruch zur Umsetzung ganzheitlicher Pflege und zur Anwendung und Dokumentation des Pflegeprozesses. Dies kann zu Frustration und Rückzug bei den Mitarbeitern führen und birgt die Gefahr einer institutionalisierten, entpersönlichten Pflege und Betreuung, die individuelle Bedürfnisse der Bewohner nicht mehr wahrnehmen kann. Gerade Heimbewohner mit psychischen Störungen sind dieser Situation noch hilfloser als andere Heimbewohner ausgeliefert, da sie nur über wenige eigene Kompensationsmöglichkeiten verfügen und einen erhöhten Kommunikationsbedarf haben. Die Auswirkungen der geschilderten Entwicklung sind prägend für den Heimalltag und beeinflussen dadurch auch die Lebensqualität von Heimbewohnern mit psychischen Störungen nachhaltig.
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Im Focus dieser Arbeit steht die Lebensqualität von Heimbewohnern mit psychischen Störungen und deren maßgebliche Beeinflussung durch die Beziehungs- und Kommunikationsqualität zwischen Pflegepersonen und Heimbewohnern. In diesem Zusammenhang soll analysiert werden, inwieweit das Paradigma der ganzheitlichen Pflege und das Instrument des Pflegeprozesses die Interaktion zwischen Bewohnern und Pflegekräften bestimmt und wie dadurch die Lebensqualität der Heimbewohner beeinflusst wird. In dieser Arbeit erfolgt eine Reflektion der Fragestellung anhand der gesichteten Literatur und auf der Basis eigener berufspraktischer Erfahrungen mit der Thematik.
Im ersten Teil der Arbeit (Kapitel 2) wird der Begriff Lebensqualität anhand der gesichteten Literatur definiert und es werden Messinstrumente vorgestellt; insbesondere geht es in diesem Kapitel auch um die Beeinflussung von Lebensqualität durch Pflegequalität. In Kapitel 3 werden Begriff und Historie der ganzheitlichen Pflege erläutert, bevor dann in Kapitel 4 das Instrument des Pflegeprozesses vorgestellt wird. Das fünfte Kapitel befasst sich mit den Auswirkungen von Pflegeprozess und Ganzheitlichkeit auf die Lebensqualität von Heimbewohnern mit psychischen Störungen. In den entsprechenden Unterkapiteln werden gesetzliche Grundlagen der stationären Pflege und darüber hinaus kritische Ansätze zur stationären Pflege dargestellt. Kapitel 5.2 beschreibt zunächst die Merkmale von Heimbewohnern mit psychischen Störungen. In den Folgekapiteln werden die Störungsbilder und die Häufigkeit ihres Auftretens beschrieben. Abgeschlossen wird Kapitel 5 mit einer Analyse von Pflegeprozess und Ganzheitlichkeit im Hinblick auf die Lebensqualität von Heimbewohnern mit psychischen Störungen, wobei deren besonderer Pflege und Betreuungsbedarf berücksichtigt wird. Die Arbeit schließt mit der Zusammenfassung der Ergebnisse in Form eines Resümees; die Bedeutung der skizzierten Überlegungen für den Heimalltag wird dabei abschließend dargestellt.
2. Lebensqualität
2.1 Definitionen
Der ist der glücklichste Mensch, der das Ende seines Lebens mit dem Anfang in Verbindung setzen kann.
Goethe, Maximen und Reflexionen
In der Literatur existiert eine Vielzahl von Definitionen und Konzepten zum Begriff der Lebensqualität. Häufig fallen in diesem Zusammenhang auch die Begriffe „Glück“ und „Wohlbefinden“ (well being), die mit dem Konzept der Lebensqualität in Verbindung gebracht oder ersatzweise verwendet werden.
Eine allgemeine und zusammenfassende Definition von Lebensqualität beschreibt diese als „Summe der wesentlichen Elemente, die die Lebensbedingungen in einer Gesellschaft beschreiben und das subjektive Wohlbefinden des Einzelnen ausmachen“ (Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2001).
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