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Termpaper, 2001, 32 Pages
Author: Diplom Biologe Roland Schmitt
Subject: Biology - Human Biology
Details
Tags: Biomechanik, Bewegungsverhalten, Menschen, Beispiel, Fähigkeiten
Year: 2001
Pages: 32
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-14298-4
File size: 1464 KB
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Excerpt (computer-generated)
Biomechanik und Bewegungsverhalten
älterer Menschen am Beispiel
manueller Fähigkeiten
Roland Schmitt
Inhalt
I. Einleitung
II. Biomechanik der Hand
1. Definition und Thematik der Biomechanik
2. Anatomie der Hand
2.1. Knochen der Hand
2.2. Karpaltunnel
3. Gelenke
3.1 Gelenktypen und Freiheitsgrade
3.2. Handgelenk
3.3. Gelenke der Finger
3.4. Weitere Gelenke, die den Bewegungsradius der Hand vergrößern
4. Muskeln
5. Mechanorezeption
6. Bewegungen der Hand
6.1. Greifformen nach Matev und Bankov
6.2. Greifforman nach Bullinger und Solf
III. Manuelle Fahigkeiten älterer Menschen
1. Altersbedingte Krankheiten
1.1 Karpaltunnelsyndrom
1.2 Gicht
1.3 Arthrose
1.4 Rheuma
1.5 Dupuytrensche krankheit
1.6 Infektionen
2. Bewegungsverhalten älterer Menschen
2.1. Versuche zur Untersuchung des Bewegungsverhaltens älterer Menschen
2.2. Ergebnisse der Versuche
2.3. Weitere Versuche
IV. Fazit
V. Literatur
I. Einleitung
Frank Wilson (Neurologe, 2000): "Unsere Hände, ... erst durch sie wird der Mensch zum Mensch"
Hält man sich vor Augen welche Aufgaben unsere Hände im Laufe eines einzigen Tages übernehmen , so erkennt man, dass sie in unserem Leben eine tragende Rolle spielen. Die Hände dienen neben dem "Begreifen" unserer Umwelt dazu, Ergebnisse von Denkprozessen in Materie zu manifestieren. Aristoteles bezeichnete ohne Kenntnis sowohl der Theorie der "Koevolution von Hand und Gehirn" (Wilson 2000), deren "Zusammenspiel...den Homo Sapiens zum intelligentesten Lebewesen" (Wilson 2000) macht, mit einem geringen neurobiologischen Wissen die Hände als "äußeres Gehirn". Die Hände stellen somit als "Effektor" auf die von den Sinnesorganen und im Gehirn verarbeiteten empfangenen Informationen, für den Menschen ein lebenswichtiges Element unseres Körpers dar.
Im Laufe unseres Lebens lässt die Leistung der menschlichen Sinnesorgane Auge und Ohr, mit denen die Hände in ständigem indirektem wechselseitigen Informationsaustausch stehen nach (Füsgen 1995) :
- Abnahme der Hörfähigkeit, wobei Schwerhörigkeit als eine Minderung des Hochtonhörvermögens zu verstehen ist (Füsgen 1995).
Nach der Faustregel von Davis:
Hörvermögen nimmt bei 4000Hz nach dem 28. Lebensjahr pro Lebensjahr um ein Dezibel ab (Füsgen 1995).
- Abnahme der durchschnittlichen Sehfähigkeit aufgrund von:
- Ausfällen sensorischer Elemente in der Netzhautperipherie, die in einer Einschränkung des Gesichtsfeldes resultieren (Füsgen 1995)
- Altersichtigkeit (=Presbyopie) aufgrund von Abnahme der Linsenelastizität (Silbernagel, Despopoulos 1991; Füsgen 1995)
- Abnahme der Linsentransparenz, was sich in einer Linsentrübung (=grüner Star / Katarakt) niederschlägt. (Silbernagel, Despopoulos 1991; Füsgen 1995)
Auch Veränderungen des Nervensystems sind indirekt für die Defizite der Leistungen der Sinnesorgane, die auch den taktilen und thermischen Wahrnehmung mit einschließen, verantwortlich. So verlangsamt sich die Nervenleitgeschwindigkeit und die synaptische Übertragunsgeschwindigkeit, was insgesamt ein Nachlassen des Reaktionsvermögen hervorruft (Nikolaus 2000). Die Ursachen hierfür sind neurobiologisch in:
- Verringerung der Neurotransmittermenge (Füsgen 1995)
- Bildung seniler Plaques (Füsgen 1995)
- neurofibrilläre Veränderungen (Füsgen 1995)
- Störungen des Glukose- und Kalziumstoffwechsels (Füsgen 1995)
zu finden. Trotz heutzutage vieler technischer und medizinischer Möglichkeiten diese Defizite in der Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane älterer Menschen so gering wie möglich zu halten, resultieren sie in Verminderung der Koordinationsfähigkeit dieser Altersgruppe. Daher nimmt die Hand in diesem Lebensstadium eine zunehmend wichtige Rolle in der Koordination ein (Platt 1992). Wohl am einfachsten lässt sich dieses Phänomen an einem Kinderspiel, dem "Topfschlagen" nachvollziehen. Durch Ausschalten des optischen Sinneskanals, ist man zum Erleben seiner Umwelt auf die Hände angewiesen. Dabei wird den Händen eine Art "nicht-optisches Sehen" (Wilson 2000) zugeschrieben, aufgrund ihrer speziellen mechanorezeptorischen Eigenschaften.
In einer Gesellschaft mit wachsendem Anteil älterer Menschen, ist es interessant nicht nur aus naturwissenschaftlichem Interesse die Biomechanik und das Bewegungsverhalten der Hände älterer Menschen zu untersuchen, sondern auch aus sozialpolitischer Perspektive. Ein Mensch gilt nach Definition der World Health Organisation (WHO) bei Vollendung des 65. Lebensjahres als alt (Füsgen 1995). In vielen Industrienationen hat der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahre bald die 20%-Marke bei abnehmender Geburtenrate überschritten ( Appold 1997; Nikolaus 2000), was früher oder später zu Engpässen aufgrund fehlender Beiträge der Erwerbstätigen in der Rentenversorgung führen wird. Eine generelle Erhöhung des Rentenalters um diesen Konflikt zu lösen, ist daher ohne die manuellen Fähigkeiten älterer Menschen genau untersucht zu haben nicht ratsam.
II. Biomechanik der Hand
1. Definition und Thematik der "Biomechanik":
[...]
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