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Familiale und nichtfamiliale Lebensformen

Termpaper, 2002, 19 Pages
Author: Barbara Walzner
Subject: Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification

Details

Event: V: Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutschland (Sozialstruktur I)
Institution/College: University of Bamberg (Lehrstuhl für Soziologie (Schwerpunkt Sozialstruktur))
Tags: Familiale, Lebensformen, Sozialstruktur, Bundesrepublik, Deutschland
Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 19
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V6822
ISBN (E-book): 978-3-638-14310-3

File size: 140 KB


Excerpt (computer-generated)

Otto-Friedrich-Universität Bamberg WS 2001/02
Lehrstuhl für Soziologie (Schwerpunkt Sozialstruktur)
V: Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutschland (Sozialstruktur I)

Note: 2
Abgabe: März 2002

Lebensformen: Familiale sowie nichtfamiliale

Verfasserin:
Barbara Walzner

Fachsemester: 05

Inhaltsverzeichnis

1 Begriffsdefinitionen Ehe und Familie ... S4

2 Wandel der Familie in Struktur und Funktion ... S4

3 Bedeutung und Funktion der Familie ... S6


3.1 Übereinstimmung oder Auseinanderdriften in Ost- und Westdeutschland? ... S6
3.2 Bundesrepublik Deutschland ... S6
3.3 Deutsche Demokratische Republik ... S6

4 Demographischer Strukturwandel der Familie ... S7


4.1 Geburtenentwicklung ... S7
4.2 Ursachen des Geburtenrückgangs ... S9
4.3 Eheschließungen und -scheidungen ... S10

5 Pluralisierung der Ehe- und Familienformen ... S12


5.1 Alleinlebende und Singles ... S12
5.2 Nichteheliche Lebensgemeinschaften ... S13
5.3 Kinderlose Ehen ... S14
5.4 Eineltemfamilien ... S15
5.5 Andere alternative Lebensformen ... S16

6 Veränderungen innerhalb des Familienlebens ... S17

7 Erklärungsansätze ... S17

8 Bilanz und Ausblick ... S18

Literaturverzeichnis ... S20


1 Begriffsdefinitionen Ehe und Familie

Um sich mit familialen und nichtfamilialen Lebensformen wissenschaftlich fundiert auseinandersetzen zu können, sollte man sich zu Beginn mit den Hauptschlagwörtern in diesem Themenfeld vertraut machen. Das erste wichtige Stichwort in diesem Zusammenhang lautet "Ehe". Sie "ist im allgemeinen und juristischen Verständnis eine Lebensgemeinschaft von Mann und Frau, die über die Form des Zusammenlebens hinaus nach traditionaler und universaler Auffassung zwei grundlegende Funktionen hat: den Geschlechtsverkehr zu legalisieren und an seine möglichen Folgen, die Geburt von Kindern, Verpflichtungen zu knüpfen"; (Schäfers 1998, S. 127) so ist sie auch im BGB in ihren Voraussetzungen, Folgen und Scheidungsmöglichkeiten gesetzlich geregelt.
Der zweite zu definierende Begriff ist die "Familie", was gar nicht so einfach ist, zumal es eine große kulturelle und historische Pluralität der Familienformen gibt. "Im weitesten Sinn ist die Familie eine nach Geschlecht und Generationen differenzierte Kleingruppe mit einem spezifischen Kooperations- und wechselseitigem Solidaritätsverhältnis, dessen Begründung in allen Gesellschaften zeremoniell begangen wird." (Meyer: in Geißler 1996, S. 306) Familie im engeren Sinn ist jene Lebensgemeinschaft, in der Erwachsene sich der Erziehung von i.d.R. leiblichen Kindern und Jugendlichen widmen. (vgl. Schäfers 1998, S. 127) Im weiteren Sinn zählen zu einer Familie auch die Großeltem. In modernen Industriegesellschaften herrscht der Familientyp der Kern- bzw. der Kleinfamilie vor. "Diese wird gebildet aus der auf der Ehe gründenden und auf zwei Generationen beschränkten Gefühlsgemeinschaft der Eltern mit ihren Kindern." (Meyer: in Geißler 1996, S. 306) Allerdings entspricht dieser Familientyp der sog. "Normalfamilie" nicht mehr der gegenwärtigen Realität: Demografische Werte zeigen, dass Ehe und Familie seit einiger Zeit einem Wandel unterworfen sind. Im Folgenden soll genauer auf diesen Wandel und die verschiedenen nichtfamilialen Lebensformen eingegangen werden.

2 Wandel der Familie in Struktur und Funktion

Bedingt durch die gesellschaftlichen Umschichtungen im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts erfolgte v.a. in den Städten die Herausbildung der bürgerlichen Familie. Während die Familie in der vorindustriellen Zeit, der sog. Ständegesellschaft, als soziale, rechtliche, politische und wirtschaftliche Einheit anzusehen war, verlor sie bei Übergang in die Industriegesellschaft viele dieser früheren Funktionen. Aus dem sog. "Haus", also dem Zusammenleben, -wohnen und -arbeiten mit Knechten, Mägden, Gesellen etc. entstand die bürgerliche Familie. Ihr fundamentaler Unterschied zu Bauern- oder Handwerkerfamilien manifestierte sich in der Trennung von Wohn- und Arbeitsstätte. Die Produktion fand fortan zum größten Teil außerhalb der Familie statt. Dies bewirkte die oft als Funktionsverlust der Familie bezeichnete Abgabe von Aufgaben, die sonst immer innerhalb des Familienverbands bewältigt wurden, so unter anderem die Erziehung und Ausbildung der Kinder sowie die Versorgung in Krankheit und Alter. Durch den Verlust dieser Funktionen kam es zu einer "Privatisierung der Familie" (Geißler 1996, S.307). Geheiratet wurde fortan meist aus Liebesgründen; zudem erfuhr die Rolle des Kindes und dessen Erziehung eine deutliche Aufwertung. Die neue Funktion, die der Familie in diesem Rahmen weit mehr als früher zukam, war die der Entlastung, der Freizeit und der Erholung. Weiterhin wurden die Geschlechtsrollen neu definiert. Durch das neue bürgerliche Familienideal entwickelte sich die Ungleichheit der Geschlechter immer stärker. Zudem erfolgte durch die Aufspaltung der Gesellschaft in Privatheit und Öffentlichkeit die Zuordnung der Männer in den außerhäuslichen Bereich (Erwerbsarbeit) sowie die der Frauen in den innerhäuslichen Bereich, der sich vor allem durch die Haushaltsführung und Kindererziehung definierte.

[...]


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