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Scholary Paper (Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Beatrix Deiss
Subject: Communications: Movies and Television
Details
Tags: Infotainment, Auswirkungen, Rezipienten
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 2.0
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-60905-0
ISBN (Book): 978-3-638-73983-2
File size: 141 KB
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Abstract
In der Medien- und Kommunikationswissenschaft werden Fernsehsendungen traditionellerweise in Information und Unterhaltung getrennt. Der ersteren werden etwa Vorabendserien zugeordnet, der letzteren Nachrichtensendungen oder Reportagen. Diese Unterscheidung erweist sich aber zunehmend als problematisch. Denn einerseits können Informationssendungen auch als Unterhaltung genutzt werden, andererseits wird durch klassische Unterhaltungssendungen wie Quiz-Shows oder auch in fiktionalen Sendungen durchaus Information vermittelt. Und nicht nur das: Die Grenzen zwischen Unterhaltung und Information werden immer schwieriger auszumachen, weil beide Genres miteinander vermischt werden und Information zunehmend mit unterhaltenden Elementen präsentiert wird. Die Gründe hierfür sind in der Etablierung der privaten Fernsehsender in Deutschland zu suchen. Damit wurde der Grundstein zu einer neuen Fernsehkultur gesetzt, die in vielerlei Hinsicht an die amerikanische anlehnt. Die Privatsender sind auf Werbeeinnahmen und damit auf hohe Einschaltquoten angewiesen und präsentieren deshalb den Zuschaueransprüchen gemäß vorwiegend Unterhaltungsprogramme. Aber auch die Informationssendungen werden mit Elementen der Unterhaltung „aufgepeppt“. Durch die Konkurrenzsituation passten sich auch die öffentlich-rechtlichen Sender nach und nach diesem Trend an. Information wird zunehmend als Unterhaltung verpackt, das Schlagwort, das im Zusammenhang mit dieser Veränderung der Fernsehlandschaft häufig fällt, ist der Begriff „Infotainment“. Er wird für verschiedenste Sachverhalte benutzt und die Definitionen gehen weit auseinander. Meist wird diese Veränderung, eine Annäherung der Informationsvermittlung an Unterhaltungsformate, der zunehmende Einsatz von Infotainment, negativ gesehen. Doch es gibt auch Erkenntnisse, dass die Auswirkungen dieser Entwicklung durchaus positiv sein können und Unterhaltungsorientierung die Informationsaufnahme beim Rezipienten verbessern kann.
Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
Hauptseminar: Pathologie des Journalismus
Wintersemester 2003/04, 5. Fachsemester
Infotainment und seine Auswirkungen auf die Rezipienten
von: Beatrix Deiss
Inhalt
1. Einleitung 2
2. Der Begriff Infotainment 4
3. Die Ursprünge des Infotainment: Das US-Fernsehen 7
4. Entwicklung des Infotainment im deutschen Fernsehen 9
5. Infotainmentelemente nach Wittwen 11
6. Auswirkungen von Infotainment auf die Rezipienten 12
6.1 Positive Auswirkungen und Chancen 12
6.2 Negative Auswirkungen und Gefahren 14
6.3 Positives und negatives Infotainment 15
7. Zusammenfassung und Ausblick 17
Literatur 19
Anhang 20
1. Einleitung
In der Medien- und Kommunikationswissenschaft werden Fernsehsendungen traditionellerweise in Information und Unterhaltung getrennt. Der ersteren werden etwa Vorabendserien zugeordnet, der letzteren Nachrichtensendungen oder Reportagen. Diese Unterscheidung erweist sich aber zunehmend als problematisch. Denn einerseits können Informationssendungen auch als Unterhaltung genutzt werden, andererseits wird durch klassische Unterhaltungssendungen wie Quiz- Shows oder auch in fiktionalen Sendungen durchaus Information vermittelt.1 Und nicht nur das: Die Grenzen zwischen Unterhaltung und Information werden immer schwieriger auszumachen, weil beide Genres miteinander vermischt werden und Information zunehmend mit unterhaltenden Elementen präsentiert wird. Die Gründe hierfür sind in der Etablierung der privaten Fernsehsender in Deutschland zu suchen. Damit wurde der Grundstein zu einer neuen Fernsehkultur gesetzt, die in vielerlei Hinsicht an die amerikanische anlehnt. Die Privatsender sind auf Werbeeinnahmen und damit auf hohe Einschaltquoten angewiesen und präsentieren deshalb den Zuschaueransprüchen gemäß vorwiegend Unterhaltungsprogramme. Aber auch die Informationssendungen werden mit Elementen der Unterhaltung „aufgepeppt“. Durch die Konkurrenzsituation passten sich auch die öffentlich-rechtlichen Sender nach und nach diesem Trend an. Information wird zunehmend als Unterhaltung verpackt, das Schlagwort, das im Zusammenhang mit dieser Veränderung der Fernsehlandschaft häufig fällt, ist der Begriff „Infotainment“. Er wird für verschiedenste Sachverhalte benutzt und die Definitionen gehen weit auseinander. Meist wird diese Veränderung, eine Annäherung der Informationsvermittlung an Unterhaltungsformate, der zunehmende Einsatz von Infotainment, negativ gesehen. Doch es gibt auch Erkenntnisse, dass die Auswirkungen dieser Entwicklung durchaus positiv sein können und Unterhaltungsorientierung die Informationsaufnahme beim Rezipienten verbessern kann.
Die Literatur zum Thema Infotainment ist nicht gerade reichlich vorhanden, diese Arbeit stützt sich daher auf einige Aufsätze verschiedener Autoren und eine Untersuchung zu Infotainment in Nachrichtensendungen von Andreas Wittwen aus dem Jahr 1995.
Nach einem Versuch der Definition von Infotainment befasst sie sich mit dem Ursprung des Infotainment im Fernsehen der USA und seiner Entwicklung im deutschen Fernsehen. Auf eine kurze Übersicht über die Infotainmentelemente nach Andreas Wittwen folgt dann ein Teil über die Auswirkungen von Infotainment auf die Rezipienten, sowohl positiv als auch negativ. Außerdem wird eine Untersuchung von Früh und Wirth vorgestellt, die den Einfluss von Infotainmentelementen auf die Informationsaufnahme untersucht hat. Im letzten Teil werden schließlich die wichtigsten Punkte zusammengefasst und ein kurzer Ausblick gegeben.
2. Der Begriff Infotainment
Wenn man sich mit Infotainment beschäftigt, so stellt sich zunächst die Frage nach einer Definition dieses Begriffes. Er ist amerikanischen Ursprungs und setzt sich aus den Wortteilen Information und Entertainment, also Unterhaltung zusammen. Unter Information versteht man die Aufnahme von Eindrücken jeglicher Art, die einen Zugewinn an Wissen für das Individuum bedeuten. Entertainment, also Unterhaltung hingegen beruht auf der Erregung von Emotionen. Infotainment verbindet also den Zugewinn an Wissen des Rezipienten mit den bewusst eingesetzten Mitteln aus dem Bereich der Unterhaltung zur emotionalen Bindung an das Programm.
In der Literatur finden sich zahlreiche Auslegungen, die sehr unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Heidemarie Schumacher sieht Infotainment als eine „Verschränkung stilistischer Mittel aus den Bereichen ’information’ und ’entertainment’ “,2 also als eine Mischform aus unterhaltenden und informierenden Elementen. „Gemeint ist eine bestimmte Tendenz, die in bildästhetischer Hinsicht (bezogen auf Montagerhythmik und Bildrhetorik), in der Zeitökonomie (Beschleunigungstendenz) sowie im Sendungsdesign alte Genregrenzen überschreitet und Elemente unterschiedlicher Programmangebote vermischt“.3 Andreas Wittwen stellt die Frage, ob darunter „unterhaltende Information, informierende Unterhaltung oder eine Mischung von Information und Unterhaltung“4 verstanden werden sollte und entscheidet sich für folgendende Definition: Infotainment beinhaltet „Alle Möglichkeiten zur unterhaltenden Aufbereitung von Informationen, geschehe dies durch die thematische Auswahl, deren optische oder sprachliche Realisierung.“5
[...]
1 vgl. Andreas Dörner: Politainment. Politik in der medialen Erlebnisgesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt/Main 2001, S. 57ff.
2 Heidemarie Schumacher: Infotainment-Ästhetik im Fernsehen der Gegenwart. In: Louis Bosshart/Wolfgang Hoffmann-Riem (Hrsg.): Medienlust und Mediennutz. Ölschläger, München 1994, S. 478-483, hier: S. 478.
3 ebd. S. 478.
4 Andreas Wittwen: Infotainment. Fernsehnachrichten zwischen Information und Unterhaltung. Peter Lang, Bern 1995, S.16.
5 ebd. S. 24.
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