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Arbeitsweisen, Methoden und Ziele der aufsuchenden Sozialarbeit dargestellt an sogenannten 'Straßenkindern'

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 20 Pages
Author: Sandra Beckh
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Event: Schwerpunkt Resozialisierung und Wohnungslosenhilfe
Institution/College: University of Applied Sciences Nuremberg
Tags: Arbeitsweisen, Methoden, Ziele, Sozialarbeit, Straßenkindern, Schwerpunkt, Resozialisierung, Wohnungslosenhilfe
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 20
Grade: 2
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V68764
ISBN (E-book): 978-3-638-61141-1

File size: 174 KB
Notes :




Excerpt (computer-generated)

Arbeitsweisen, Methoden und Ziele der aufsuchenden Sozialarbeit –
dargestellt an so genannten „Straßenkindern“

von: Sandra Beckh

8. Semester

 


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG 1

2 DIE „STRAßENKINDER“ - PROBLEMATIK 3

2.1 VERSCHIEDENE DEFINITIONEN 3
2.2 ALTERSSTRUKTUR 4
2.3 UMFANG 5
2.4 WARUM SIND SIE AUF DER STRAßE? 5
2.5 LEBENSSITUATION 7
2.6 PSYCHISCHER ZUSTAND 8
2.7 WAS HINDERT SIE DARAN, VON DER STRAßE WEG ZU KOMMEN? 8

3 ZIELSETZUNG 9

4 ARBEITSWEISEN 10

4.1 GRUNDHALTUNG GEGENÜBER DER ZIELGRUPPE 10
4.2 ARBEITSPRINZIPIEN 11

5 METHODEN UND HANDLUNGSEBENEN 12

5.1 STREETWORK / STRAßENSOZIALARBEIT 12

5.1.1 Aufgaben 13
5.1.2 Interaktionsablauf 13
5.1.3 Besonderheiten 15
5.1.4 Organisatorisches 16

5.2 DER OFFENE BEREICH IN DER ANLAUFSTELLE 16
5.3 BERATUNG UND KRISENINTERVENTION 17
5.4 GREMIENARBEIT 18

6 SCHLUSSBEMERKUNG 19

LITERATURVERZEICHNIS



 

1 EINLEITUNG

Aufsuchende (bzw. „mobile“) Sozialarbeit wird häufig noch mit „Streetwork“ gleichgesetzt. Dabei wird übersehen, dass dieser Arbeitsbereich in den letzten 20 Jahren eine Entwicklung durchgemacht hat, und zwar weg von der reinen „Schlepperfunktion“ für Einrichtungen hin zu einem durchdachten, eigenständigen Konzept. Das Leistungsspektrum aufsuchender Sozialarbeit beinhaltet inzwischen nicht mehr nur Streetwork, sondern die meisten Konzepte setzen sich noch aus drei weiteren Bausteinen zusammen: einem offenen Bereich (mit Aufenthaltsräumen, evtl. Dusch- und Kochmöglichkeiten, Waschmaschine etc.) einem Beratungsangebot und Mitwirkung in verschiedenen Gremien. Der Begriff „Streetwork“ wird in dieser Arbeit nur im engeren Sinn verwendet, bezeichnet also nur die Kontaktform, d.h. die Arbeit „auf der Straße“. Doch was ist nötig, um qualitativ gute Arbeit zu leisten? Zunächst ist es wichtig, sich näher mit der Zielgruppe zu befassen: In welcher Situation befinden sie sich, welche Ansprüche und Wünsche haben sie?

2 DIE „STRAßENKINDER“ - PROBLEMATIK

Wer bei dem Begriff „Straßenkinder“ hierzulande nur an buntgefärbte Haare, zerfetzte Klamotten und „Haste mal ne Mark“ denkt, liegt falsch: Viele gehören nicht der Punkerszene an, sondern hüllen sich möglichst in Markenkleidung und sind auch immer auf dem neuesten Stand, wenn es ums Statussymbol Handy geht. Sie wollen nicht öffentlich als Wohnungslose erkannt und dadurch stigmatisiert und ausgegrenzt werden. Doch wer sind diese „Straßenkinder“ und warum leben sie so?

2.1 Verschiedene Definitionen

Der Begriff „Straßenkinder“ wird in der Literatur unterschiedlich definiert und größtenteils als Synonym für „TrebegängerInnen“ oder „AusreißerInnen“ verwendet. Zunächst lässt sich sagen, dass es „die Straßenkinder“ als homogene Gruppe nicht gibt. Es gibt allerdings einige Gemeinsamkeiten. (Mit „Straße“ sind im folgenden immer öffentliche Plätze, Bahnhöfe, auch Abbruchhäuser etc. gemeint.) In der neueren Literatur werden meist zwei Gruppen unterschieden, und zwar Kinder und Jugendliche

• auf der Straße: sie haben noch Verbindung zu ihren Familien, schlafen und essen noch öfter zu Hause, verbringen aber die meiste Zeit auf der Straße
• der Straße: sie sind vollständig auf sich selbst gestellt.

Es gibt allerdings noch andere Definitionen:
Nach Hansbauer (1998, S. 33) sind folgende Merkmale Kennzeichen eines „Straßenkindes“:
• weitgehende Abwendung von gesellschaftlich vorgesehenen Sozialisationsinstanzen wie Familie / Jugendhilfe-Einrichtungen, Schule und Ausbildung;
• Zuwendung zur "Straße“ als wesentlicher oder auch einziger Sozialisationsinstanz, Treff- und Lebensmittelpunkt;
• ihr Handeln verstößt gegen gesellschaftlich anerkannte und durchgesetzte „Normalzustände“ (z.B. Drogenkonsum / -handel, Prostitution, Betteln...) und
• es handelt sich bei diesen drei Merkmalen um relativ dauerhafte Verhaltensweisen

U. Britten definiert die Straßenszene folgendermaßen:
Es handelt sich um Jugendliche, „die ihren Lebensmittelpunkt auf die Straße verlegt haben“1. Diese können noch nach drei verschiedenen Verhaltensmustern unterschieden werden:
• Pendler: sie wohnen (noch) zu Hause, befriedigen dort aber nur Grundbedürfnisse wie schlafen, essen und Hygiene, verbringen die meiste Zeit aber in Cliquen „auf der Straße“ (sie werden auch als Gefährdete bezeichnet)
• Wegläufer: sind von zu Hause ausgerissen, „schlagen sich eine Weile in entsprechenden Milieus durch“, nehmen aber nach einer Weile wieder Kontakt zu Eltern oder mit dem Hilfesystem auf
• (wirkliche) Straßenkinder: sie haben sich längerfristig darauf eingestellt, auf der Straße oder bei Bekannten unterzukommen und haben sich mehr oder weniger darauf eingerichtet.2

Für die aufsuchende Sozialarbeit sind meiner Meinung nach alle drei Gruppen relevant, da die Gefahr des weiteren Abrutschens immer gegeben ist, jedoch ist der unterschiedliche Hilfebedarf zu beachten. So ist es bei Straßenkindern nötig, erst einmal ihr Überleben zu sichern und eine Verschlechterung ihrer Lage zu verhindern (also Essen, Duschen etc. anzubieten), bei Pendlern dagegen wäre das wahrscheinlich eher kontraproduktiv. Hier ist es sinnvoller, die Verbindung zu ihren Eltern zu stabilisieren oder eine andere Wohnmöglichkeit zu vermitteln. Im Folgenden geht es (hauptsächlich) um die als wirkliche Straßenkinder definierten Jugendlichen.

2.2 Altersstruktur

[...]


1 U. Britten in: Obdachlos und Psychisch Krank, S. 106

2 vgl. Britten in: Obdachlos und Psychisch Krank, S. 106


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