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Die Geschichte des Western im Überblick und im Hinblick auf verarbeitete Themen, Darstellung des Westens und des Helden

Autor: Magistra Artium Claudia Kunze
Fach: Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 25
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 3  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 165 KB
Archivnummer: V68843
ISBN (E-Book): 978-3-638-61171-8
ISBN (Buch): 978-3-638-89095-3

Zusammenfassung / Abstract

Der Western ist eine feste Größe in meiner Biographie – vermutlich in der Biographie jedes Menschen, denn niemand kann sich wirklich erfolgreich von Western fernhalten. Als Kind und in der frühen Jugend hat man am Samstag oder Sonntagnachmittag gebannt vor dem Fernseher gesessen und die Abendteuer von Bud Spencer, Terence Hill und Co. verfolgt. Das jedenfalls waren die Helden meiner Jugend. Dieses Western-Fieber hatte sich dann gelegt und fachte – zunächst wider Willen - vor einigen Jahren erneut auf: Eine mir sehr nahe stehende Person, pflegte es wie mir schien jeden Western zu schauen, den das Fernsehen bot. Auch bei ihm sind die mit dem Western verbundenen positiven Heimat-Gefühle in der Kindheit begründet. Später war es mir so wichtig, der Handlung und dem Hintergrund dieser auf die Spur zu kommen, dass ich sogar einige klassische Western von mehreren Stunden Länge nicht scheute. Zu diesem Zeitpunkt freute ich mich einen guten Western sehen zu können – und das mitunter auch ohne Gesellschaft. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt sah ich dann im kommentierten Vorlesungsverzeichnis die Ankündigung für eine Veranstaltung mit dem Titel „“West of Everything“ - Amerikanische und europäische Westernkultur im Vergleich“. Dies zog meine Aufmerksamkeit auf sich und brachte mich wenig später in die glückliche Situation mich einmal mit dem Hintergrund und der Entwicklung des Western auseinanderzusetzen. Meine Erkenntnisse sind in dieser Hausarbeit zusammengefasst. Dabei werde ich größtenteils chronologisch vorgehen und (im Hauptteil) die Geschichte des Western von seiner „Entstehung“ um die Jahrhundertwende (1898) bis in die 90er Jahre hinein/Mitte der 90er betrachten. Besonders werde ich dabei auf die im Western verarbeiteten Themen und die Darstellung des Westens eingehen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die sich im Zeitverlauf wandelnde Darstellung des Helden.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Potsdam
Institut für Künste und Medien
Seminar: „West of Everything“ – Amerikanische und europäische Westernkultur im Vergleich
SoSe 2003

Die Geschichte des Western im Überblick und im Hinblick auf verarbeitete Themen,
Darstellung des Westens und des Helden

Claudia Kunze

 

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung ... 3

2. Hauptteil ... 4
2.1. Der Western in der Stummfilmzeit (1900-1930) ... 4
2.2. „Serialisierung“ von Western im Überblick ... 7
2.3. Die frühen Western Epen ... 9
2.4. Die 30er Jahre: Die ersten Western mit Ton ... 9
2.5. Die 40er Jahre: Neuaufguss des alten Musters ... 12
2.6. Die 50er Jahre: Edelwestern ... 14
2.7. Die 60er Jahre: Der Spät-Western ... 17
2.8. Western „made in europe“ – Der Italo-Western ... 18
2.9. Die 70er Jahre: Der Western wandert nach „links“ - Die Western-Komödie ... 20
2.10. Die 80er Jahre: Der letzte Western?! ... 21
2.11. Die 90er Jahre: Neue Interpretationen des Western ... 22

3. Schlussbetrachtung und Ausblick ... 24

5. Literatur ... 25

 

 

1. Einleitung

Der Western ist eine feste Größe in meiner Biographie – vermutlich in der Biographie jedes Menschen, denn niemand kann sich wirklich erfolgreich von Western fernhalten. Als Kind und in der frühen Jugend hat man am Samstag oder Sonntag Nachmittag gebannt vor dem Fernseher gesessen und die Abendteuer von Bud Spencer, Terence Hill und Co. verfolgt. Das jedenfalls waren die Helden meiner Jugend. Dieses Western-Fieber hatte sich dann gelegt und fachte – zunächst wider Willen - vor einigen Jahren erneut auf: Eine mir sehr nahe stehende Person, pflegte es wie mir schien jeden Western zu schauen, den das Fernsehen bot. Auch bei ihm sind die mit dem Western verbundenen positiven Heimat-Gefühle in der Kindheit begründet.

Später war es mir so wichtig, der Handlung und dem Hintergrund dieser auf die Spur zu kommen, dass ich sogar einige klassische Western von mehreren Stunden Länge nicht scheute. Zu diesem Zeitpunkt freute ich mich einen guten Western sehen zu können – und das mitunter auch ohne Gesellschaft.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt sah ich dann im kommentierten Vorlesungsverzeichnis die Ankündigung für eine Veranstaltung mit dem Titel „“West of Everything“ - Amerikanische und europäische Westernkultur im Vergleich“. Dies zog meine Aufmerksamkeit auf sich und brachte mich wenig später in die glückliche Situation mich einmal mit dem Hintergrund und der Entwicklung des Western auseinanderzusetzen. Meine Erkenntnisse sind in dieser Hausarbeit zusammengefasst. Dabei werde ich größtenteils chronologisch vorgehen und (im Hauptteil) die Geschichte des Western von seiner „Entstehung“ um die Jahrhundertwende (1898) bis in die 90er Jahre hinein/Mitte der 90er betrachten. Besonders werde ich dabei auf die im Western verarbeiteten Themen und die Darstellung des Westens eingehen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die sich im Zeitverlauf wandelnde Darstellung des Helden.


2. Hauptteil

2.1. Der Western in der Stummfilmzeit (1900-1930)

Bereits bevor es das Medium Film als erzählendes Medium gab, gab es den Western. Dies waren vor allem meist frei erfundene Geschichten von tatsächlich im Westen lebenden Personen. Die Helden dieser Geschichten waren z.B. Buffalo Bill, Butch Cassidy und Sundance Kid. Veröffentlicht wurden diese Geschichten wöchentlich in so genannten Groschenheften und erfreuten sich einer großen Beliebtheit, da es auch ein großes Interesse an den Geschehnissen an der Grenze in der Bevölkerung gab. Der neu entwickelte Kinematograph, welcher Kurzfilme von weniger als einer Minute Länge nach Münzeinwurf zeigte, zeigte auch das erste Mal den sonst nur aus Groschenheften bekannten Star Buffalo Bill. Am 23. April 1896 gab es dann die erste Filmvorführung im eigentlichen Sinn. Dennoch war die Filmvorführung ein so genanntes Wandergeschäft, was seinen stets wechselnden Standort meist auf Rummelplätzen fand. Erst im November 1905 gab es mit dem ersten „Nickelodeon“ in Pittsburg, Pennsylvania, den ersten festen Ort, an dem Filme vorgeführt wurden. Von 8 Uhr morgens bis Mitternacht konnte man ein Programm sehen, das nicht viel länger als 20 Minuten dauerte (vgl. Hanisch 1986, S.24).

Es ist also festzuhalten, dass es seitdem es den Film als erzählendes Medium gibt, es auch den Western in filmischer Form gibt. So wurde 1898 unter der Regie von W.K.L. Dickson „Cripple Creek Barroom“ gedreht, dies ist der erste Film der sich mit dem zeitgenössischen Leben im Westen beschäftigt. Hierbei handelte es sich um eine bloße Aneinanderreihung von bewegten Bildern, was zu dieser Zeit, zu Beginn des Mediums, schon allein eine Sensation war. Der Kurz-Film hatte noch keinen dramatischen Handlungsaufbau, der den Zuschauer fesseln musste, sondern stellte bloß die Wirklichkeit dar. Das Medium an sich war aufregend genug. 1902 drehte Edwin S. Porter mit „The Life Of An American Fireman“ den ersten Handlungsfilm mit dramatischer Handlung. Ein Jahr später drehte er dann den Film mit der einprägsamen Schlussszene (siehe Anhang), der ihn als Erfinder des Western bekannt machte: „The Great Train Robbery“.

Damit legte er den Grundstein für die heutigen Western hinsichtlich Handlung (Überfall, Befreiung von Gefangenen, wilde Verfolgung zu Pferde, Shoot-out) und Technik (Bewegung von und zu der Kamera, am Horizont von links nach rechts).
Hanisch (1986) stellte fest, „daß Filme dieses Genres zur Geschichte Amerikas dasselbe Verhältnis haben wie die Märchen und Sagen zur Historie des alten Europa“ (ebd., S.6). „Da ist dieselbe Einfachheit der Geschichten zu finden, dieselbe Eindimensionalität der Figuren, eine ähnliche Naivität der Sicht auf die geschilderten Vorgänge. Die Naivität der Märchen beeindruckt uns genauso wie die Naivität und Geradlinigkeit im Western. Und selbst die Grausamkeit, die Brutalität, die uns in vielen von ihnen so irritiert – finden wir sie nicht auch in vielen alten Märchen?“ (ebd., S.7) Die amerikanischen Western zeigen nicht die bedingungslose Wahrheit, wie sie anfangs stets von sich behaupteten, sondern zeigen lediglich die amerikanische Legende. Dies wurde jedoch erst Jahrzehnte später, in den 50er Jahren öffentlich zugegeben (vgl. ebd., S.6; siehe auch Abschnitt 2.5.). Interessant ist auch die Meinung eines bekannten – vielleicht des bekanntesten – Western-Stars zu diesem Thema. So sagte John Wayne noch in den 60er Jahren in einem Interview: „Ich glaube nicht, dass es unrecht war, den Indianern ihr Land gewaltsam wegzunehmen; damals brauchten viele Menschen Land, und die Indianer blieben egoistisch darauf sitzen.“ (Seeßlen 1995, S. 198).

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