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Autor: Anton Reumann
Fach: Russistik / Slavistik
Details
Tags: Spätwerk, Fedor, Sologubs, Thematik, Motive, Weltsicht
Jahr: 2004
Seiten: 19
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 144 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-61187-9
ISBN (Buch): 978-3-638-77694-3
Zusammenfassung / Abstract
0. Einleitung Das lyrische Frühwerk des Symbolisten Fedor Sologub ist von B. Lauer 1986 detailliert untersucht worden. Dabei fasste B. Lauer die Weltsicht, die Sologubs Lyrik vermittelt, in einem System zusammen. Dieses System soll der Ausgangspunkt für die Untersuchung der späten Lyrik sein. Es soll festgestellt werden, wie sich Weltsicht und Motive entwickelt haben, was Sologub beibehalten, verändert oder hinzugenommen hat – ein Ausblick von Älterem zu Neuerem. Wenn man die Biographie Fedor Sologubs überfliegt, stellt man fest, dass er ein recht zielgerichtetes Leben führte. Geboren am 17. Februar 1863 in der Nähe von Sankt Petersburg in bäuerlichen Verhältnissen, verlebt er seine Kindheit und Jugend nur mit seiner Mutter und der Familie für die sie arbeitet. Der Vater stirbt, als Fedor (im Folgenden durch F. S. abgekürzt) fünf Jahre alt ist. Mit neunzehn Jahren legt F. S. das Examen für Lehrer ab und verlässt 1862 Sankt Petersburg, um die folgenden zehn Jahre in der Provinz (Vytega, Velikie luki, Krestcy) zu leben. Die ersten Kontakte zu den literarischen Kreisen Russlands (Symbolisten in Sankt Petersburg um M. N. Minskij) nimmt F. S. erst mit 28 Jahren auf, wogegen er seine ersten Schreibversuche schon mit 12 Jahren unternimmt. Nach der Rückkehr nach Sankt Petersburg 1892 verbringt F. S. dort fast ununterbrochen sein restliches Leben. Es folgen die Annahme des Pseudonyms „Sologub“ (denn Fedor heißt eigentlich Fedor Kuzmič Teternikov), zahlreiche Publikationen seiner Lyrik und seiner Prosa, der Verlust der Schwester und später der Frau und Probleme mit der nachrevolutionären Regierung Russlands. In der damaligen Hauptstadt bring F. S. sein literarisches Schaffen zum Höhepunkt, hier entstehen die meisten seiner Publikationen, Kritiken, Kunsttheorien, Erzählungen, Übersetzungen, Romane, Dramen, Poeme, lyrischer Widmungen, Epigramme und Gedichte. Fedor Sologub stirbt 1927 in Sankt Petersburg (damals Leningrad). Zielgerichtet deshalb, weil F. S. den ersten Teil seines Lebens der Schule widmet und erst den späteren Teil seines Lebens fast vollständig mit Schreiben verbringt. Die Hinterlassenschaft seiner schriftstellerischen, publizistischen und seiner Tätigkeit als Herausgeber ist nahezu unüberschaubar und noch nicht vollständig erforscht.
Textauszug (computergeneriert)
Friedrich – Schiller – Universität Jena, Institut für Slawistik
Lehrstuhl für Slawische Literaturwissenschaft
Hauptseminar: „Das Werk des Symbolisten Fedor Sologub“
Wintersemester 2003 / 04, 12. Fachsemester
Das lyrische Spätwerk Fedor Sologubs –
Thematik, Motive und Weltsicht
von: Anton Reumann
Inhalt
0. Einleitung S. 3
1. Untersuchungsgegenstand, Ausgangspunkt, Methode S. 4
2. Hauptthemen im Vergleich zum Frühwerk S. 5
3. Neue Themen im Spätwerk S. 13
4. Fazit S. 18
5. Quellen S. 19
„... Und die besten Vertreter der zeitgenössischen Kunst sind entschlossene
Verkünder des Lebens oder des Todes, die einen kämpfen mit dem Tod, die anderen
mit dem Leben. Doch sowohl diese als auch jene hassen das glückselige Mittelmaß.
...“, Andrej Belyj, 12. Juli, 1909
0. Einleitung
Das lyrische Frühwerk des Symbolisten Fedor Sologub ist von B. Lauer 1986 detailliert untersucht worden. Dabei fasste B. Lauer die Weltsicht, die Sologubs Lyrik vermittelt, in einem System zusammen. Dieses System soll der Ausgangspunkt für die Untersuchung der späten Lyrik sein. Es soll festgestellt werden, wie sich Weltsicht und Motive entwickelt haben, was Sologub beibehalten, verändert oder hinzugenommen hat – ein Ausblick von Älterem zu Neuerem.
Wenn man die Biographie Fedor Sologubs überfliegt, stellt man fest, dass er ein recht zielgerichtetes Leben führte. Geboren am 17. Februar 1863 in der Nähe von Sankt Petersburg in bäuerlichen Verhältnissen, verlebt er seine Kindheit und Jugend nur mit seiner Mutter und der Familie für die sie arbeitet. Der Vater stirbt, als Fedor (im Folgenden durch F. S. abgekürzt) fünf Jahre alt ist. Mit neunzehn Jahren legt F. S. das Examen für Lehrer ab und verlässt 1862 Sankt Petersburg, um die folgenden zehn Jahre in der Provinz (Vytega, Velikie luki, Krestcy) zu leben. Die ersten Kontakte zu den literarischen Kreisen Russlands (Symbolisten in Sankt Petersburg um M. N. Minskij) nimmt F. S. erst mit 28 Jahren auf, wogegen er seine ersten Schreibversuche schon mit 12 Jahren unternimmt. Nach der Rückkehr nach Sankt Petersburg 1892 verbringt F. S. dort fast ununterbrochen sein restliches Leben. Es folgen die Annahme des Pseudonyms „Sologub“ (denn Fedor heißt eigentlich Fedor Kuzmic Teternikov), zahlreiche Publikationen seiner Lyrik und seiner Prosa, der Verlust der Schwester und später der Frau und Probleme mit der nachrevolutionären Regierung Russlands. In der damaligen Hauptstadt bring F. S. sein literarisches Schaffen zum Höhepunkt, hier entstehen die meisten seiner Publikationen, Kritiken, Kunsttheorien, Erzählungen, Übersetzungen, Romane, Dramen, Poeme, lyrischer Widmungen, Epigramme und Gedichte. Fedor Sologub stirbt 1927 in Sankt Petersburg (damals Leningrad).1 Zielgerichtet deshalb, weil F. S. den ersten Teil seines Lebens der Schule widmet und erst den späteren Teil seines Lebens fast vollständig mit Schreiben verbringt. Die Hinterlassenschaft seiner schriftstellerischen, publizistischen und seiner Tätigkeit als Herausgeber ist nahezu unüberschaubar und noch nicht vollständig erforscht.
1. Untersuchungsgegenstand, Ausgangspunkt, Methode
Der Gegenstand der folgenden Untersuchung, also der lyrische Stoff, der bearbeitet werden soll, ist die Lyrik der letzten zehn Lebensjahre von F. S. (1917 – 1927). In diesen Zeitraum fallen 131 Gedichte, welche aus dem Band Sologub, Fedor, Stichotvor`enija, Leningrad 1975 entnommen sind. Die Methode, die dieser Arbeit zugrunde liegen soll, geht von der Lyrikinterpretation aus, aber nicht im Sinne von Nacherzählen oder Beschreiben, sondern in dem Sinne, dass sie den Sinn der verschiedenen lyrischen Momente aufzeigt und den Zusammenhang zwischen ihnen herstellt. Man geht hierbei davon aus, dass die Lyrik eines Dichters nicht bloß ein einfaches Verarbeiten von Persönlichem in einer schönen Form ist, sondern dass diese eine Mitteilung des Dichters darstellt, in der er seine Erfahrungen, seine Weltanschauung in einer spezifischen lyrischen Ausdrucksweise transportiert. Hierbei ist Sprache nicht nur gewöhnliches Kommunikationsmittel, wie in der Alltagssprache, sie nimmt die Form einer lyrischen Sprachäußerung an, bei der das Verhältnis von „signifié“ und „signifiant“ so ist, dass gerade das sprachliche Zeichen („signifiant“) im Vordergrund steht. Es entsteht also in der Lyrik durch eine andere Verwendung der Sprache eine völlig andere Welt, welche mittels der Gedichtanalyse und – Interpretation in die alltagssprachliche Welt „übersetzt“ werden muss. Natürlich ist ein solches Verfahren ungenau, weil jedes Gedicht und jeder Gedichtzyklus eine eigene thematische Einheit darstellt, und Interpretation ist demzufolge immer nur Deutung, welche sich den Inhalten hinter den lyrischen Strukturen immer nur annähert. Da jedes Gedicht nur einen Teilmoment der lyrischen Gesamtwelt des Dichters darstellt, ist es sinnvoll mehrere (idealerweise jedoch möglichst viele) Gedichte zu untersuchen, um die verschiedenen Momente in einen Zusammenhang zu bringen.2
Die Formanalyse soll in dieser Arbeit ausgelassen werden, da sie den Rahmen sprengen würde, hier soll der interpretatorische Teil den Hauptteil bilden. Der Ausgangspunkt (also die Annahmen, mit denen hier gearbeitet wird) sind bei Berhard Lauer3 zu finden. Eine ausführliche Zusammenstellung seines thematischen Systems für F. S. lyrisches Frühwerk soll hier dadurch umgangen werden, dass im Hauptteil die relevanten Teile des Systems von Lauer dann auftauchen, wenn auf sie zurückgegriffen wird.
2. Hauptthemen im Vergleich zum Frühwerk
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1 Lauer, B. / Steltner, U. (Hrsg.), Fedor Sologub: 1884 – 1984: Texte, Aufsatze, Bibliographie, München 1984
2 Lauer, B., Das lyrische Frühwerk von Fedor Sologub: Weltgefühl, Motivik, Sprache und Versform, Giessen 1986, S. 9 - 10
3 Lauer, B., Das lyrische Frühwerk von Fedor Sologub: Weltgefühl, Motivik, Sprache und Versform, Giessen 1986
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