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Termpaper, 2005, 16 Pages
Author: Timm Gehrmann
Subject: Politics - International Politics - Region: Western Europe
Details
Institution/College: University of Wuppertal
Tags: Zentralismus, Frankreich, Frankreichs, Republik
Year: 2005
Pages: 16
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-59518-6
ISBN (Book): 978-3-638-76850-4
File size: 163 KB
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Abstract
Frankreich stellt ein vor allem in seinem Ursprung hochgradig gespaltenes Land dar, das durch den Zentralstaat gelenkt geeint werden sollte1. Entfernt Vergleichbar mit dem amerikanischen melting pot sollte der französische Zentralstaat die verschiedenen in Frankreich gesprochenen Sprachen und Kulturen in eine französische Kultur überführen. Dabei sind in der Folge Spannungsfelder z.B. zwischen dem okzitanischen Süden und dem Norden entstanden, die auch die französische Revolution von 1789 nicht hat beseitigen können. Sämtliche von Frankreich in der Vergangenheit angestrebten Zentralisierungsbestrebungen dienten somit vor allem dem Zweck die Zentrifugalkräfte des Landes zu vermindern und eine Einigung kulturell so unterschiedlicher Menschen zu erzwingen2. Frankreich galt über Jahre hinweg als Musterbeispiel eines zentralistischen Staates und ist trotz einigen Dezentralisierungstendenzen noch immer einer der zentralistischsten demokratischen Rechtsstaaten. Der Zentralismus Frankreichs geht dabei auf historische Wurzeln, die auch schon vor der Revolution von 1789 liegen, zurück. Über den bloßen politischen Zentralismus in Form einer Macht- und Kontrollkonzentration in Paris hinaus gibt es in Frankreich auch, Beispielsweise in Form der Elitenbildung, sowie in der Machtkonzentration, einige weitere Zentralisierungsbestrebungen, die für Frankreich besonders eigentümlich zu sein scheinen. Ich möchte im Rahmen dieser Arbeit zeigen, wie sich der Zentralismus in Frankreich im Rahmen seiner Geschichte verändert hat. Dabei möchte ich mit der Zeit unmittelbar vor der Revolution von 1789 beginnen und von da an verschiedene Formen des Zentralismus näher darlegen. Des weiteren will ich versuchen die Dezentralisierungsbemühungen und deren Erfolge darzustellen, sowie auf die verschiedenen kulturellen Erscheinungsformen des Zentralismus eingehen.
Excerpt (computer-generated)
Bergische Universität Wuppertal
Seminar: Frankreichs V. Republik
Studiengang: Lehramt GYM Englisch / Sozialwissenschaften
Thema:
Zentralismus in Frankreich
Fachsemester: 4. Semester (SS 05)
vorgelegt von:
Timm Gehrmann
Inhalt
I Vorwort 3
II Geschichte des französischen Föderalismus 4
II.I Zentralismus zur Zeit des Ancien Régime 4
II.II Zentralismus von 1789 bis zur III. Republik 4
II.III Zentralismus in der IV. und V. Republik bis 1982 ... 6
I.IV Erscheinungsformen des Zentralismus 8
III Dezentralisierungsbemühungen in Frankreich 9
IV Nachwort 15
VI Bibliographie 16
I Vorwort
Frankreich stellt ein vor allem in seinem Ursprung hochgradig gespaltenes Land dar, das durch den Zentralstaat gelenkt geeint werden sollte1. Entfernt Vergleichbar mit dem amerikanischen melting pot sollte der französische Zentralstaat die verschiedenen in Frankreich gesprochenen Sprachen und Kulturen in eine französische Kultur überführen. Dabei sind in der Folge Spannungsfelder z.B. zwischen dem okzitanischen Süden und dem Norden entstanden, die auch die französische Revolution von 1789 nicht hat beseitigen können. Sämtliche von Frankreich in der Vergangenheit angestrebten Zentralisierungsbestrebungen dienten somit vor allem dem Zweck die Zentrifugalkräfte des Landes zu vermindern und eine Einigung kulturell so unterschiedlicher Menschen zu erzwingen2.
Frankreich galt über Jahre hinweg als Musterbeispiel eines zentralistischen Staates und ist trotz einigen Dezentralisierungstendenzen noch immer einer der zentralistischsten demokratischen Rechtsstaaten. Der Zentralismus Frankreichs geht dabei auf historische Wurzeln, die auch schon vor der Revolution von 1789 liegen, zurück. Über den bloßen politischen Zentralismus in Form einer Macht- und Kontrollkonzentration in Paris hinaus gibt es in Frankreich auch, Beispielsweise in Form der Elitenbildung, sowie in der Machtkonzentration, einige weitere Zentralisierungsbestrebungen, die für Frankreich besonders eigentümlich zu sein scheinen.
Ich möchte im Rahmen dieser Arbeit zeigen, wie sich der Zentralismus in Frankreich im Rahmen seiner Geschichte verändert hat. Dabei möchte ich mit der Zeit unmittelbar vor der Revolution von 1789 beginnen und von da an verschiedene Formen des Zentralismus näher darlegen. Des weiteren will ich versuchen die Dezentralisierungsbemühungen und deren Erfolge darzustellen, sowie auf die verschiedenen kulturellen Erscheinungsformen des Zentralismus eingehen.
II Geschichte des französischen Zentralismus
II.I Zentralismus zur Zeit des Ancien Régime
Bereits zur Zeit des Ancien Régime war Frankreich, trotz seiner Aufteilung in viele unterschiedliche und relativ eigenständige Provinzen, der Zentralgewalt eines Königs unterstellt, der stets darauf bedacht war seine Politik mittels Intendanten durchzusetzen3. Insbesondere zur Finanzierung des sehr aufwendigen Lebens bei Hofe in Paris war es nötig, daß der König genügend Steuereinnahmen vom Volk durch Königstreue untergebene eintreiben ließ4. Jedoch war Frankreich trotz seiner Zentralmonarchie noch kein zentralistischer Einheitsstaat, weil dafür die einzelnen Provinzen noch viel zu verschieden waren5. Zwar verfügte Frankreich zur Zeit des Ancien Régime über einen an der Spitze geeinten Staatsaufbau, jedoch waren die einzelnen untergeordneten Gebietskörperschaften mit ihren unterschiedlichen Maßen und Gewichten, Rechts- und Steuersystemen, sowie der Unterteilung durch Binnenzollgrenzen, alles andere als einheitlich aufgebaut6. Dabei war der Zentralismus in Frankreich vor allem ein Herrschaftsinstrument, daß dazu dienen sollte, den nationalen Zusammenhalt zu festigen und ein abdriften oder ausscheren von Provinzen zu verhindern7.
II.II Zentralismus von 1789 bis zur III. Republik
Bereits unmittelbar nach der faktischen Abschaffung der Stände und der Bildung der Nationalversammlung im Jahre 1789 wurden die alten Institutionen des Adels abgeschafft und gegen neue bürgerliche ersetzt. Zugleich wurde eine Einigung Frankreichs in der Form vorangetrieben, daß sämtliche Binnenzölle abgeschafft wurden und es zu einer Vereinheitlichung von Maßen und Gewichten kam, was man wiederum bereits als Anzeichen der Ausbreitung einer von Paris gelenkten Zentralgewalt und somit als Zentralisierung bezeichnen kann8.
[....]
1 Münch, S. 20
2 Haensch/Tümmers, S. 227
3 Haensch/Tümmers, S. 21
4 Haensch/Tümmers, S. 21
5 Haensch/Tümmers, S. 21
6 Haensch/Tümmers, S. 21 ff.
7 Vogel, S. 40
8 Haensch/Tümmers, S. 26
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