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Familienleben als Single? Vorüberlegungen zu einer herannahenden Lebensform - close

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Familienleben als Single? Vorüberlegungen zu einer herannahenden Lebensform -

Essay, 2006, 6 Pages
Author: Thomas Grimme
Subject: Pedagogy - Intercultural Pedagogy

Details

Event: "Männerblicke-Frauenkörper-Familiensachen" Über die interkulturelle Konstruktion erzieherischer Wirklichkeiten zwischen Frankreich und Deutschland
Institution/College: Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg (Helmut-Schmidt-Universität)
Tags: Familienleben, Single, Vorüberlegungen, Lebensform, Männerblicke-Frauenkörper-Familiensachen, Konstruktion, Wirklichkeiten, Frankreich, Deutschland
Category: Essay
Year: 2006
Pages: 6
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V68994
ISBN (E-book): 978-3-638-61228-9

File size: 80 KB
Notes :
Statistiken offenbaren heutzutage einen Anstieg des Singledaseins im Vergleich zu einem Familienleben. Damit einher geht eine progressive und ungezwungene Beziehungseinstellung beider Partner, die durch das Faktum erhöhter Scheidungsraten nachhaltig bestätigt wird. Diese Arbeit analysiert die hier dargelegten Fakten empirisch und philosophisch anhand eines interkulturellen Vergleiches. Weiterhin wird eine Prognose hinsichtlich der "Familie der Zukunft" gewagt.


Abstract

Die aktuellen Tendenzen interkultureller Gesellschaften offenbaren Statistiken, in denen das Singledasein kontinuierlich zunimmt. Der Anteil der Singles in Haushalten ist von 33,6 (1991) auf 36,1 (2000) Prozent gestiegen. Die Aus-wirkungen sind im Bereich der Trias Liebe, Familie und Erziehung deutlich spürbar. Ein interkultureller Vergleich deutscher und französischer Sichtweisen bietet sich aufgrund vermuteter Divergenzen an. Der am CNRS der Universität Paris V – Sorbonne beschäftigte Soziologe Jean-Claude Kaufmann stellt einen zeitgenössischen Forscher im Bereich des Alltagslebens und der Paarbeziehungen dar. Sein Werk „Singlefrau und Märchen-prinz“ spiegelt eine solide Basis französischer Wirklichkeiten wider, die mit der deutschen Erfahrungsideologie des Autors in Zusammenhang gebracht werden. Nationale Polaritäten, Gemeinsamkeiten und Prognosen bilden das Kernstück dieser Arbeit. Induzierend werden anhand der Trias Rückschlüsse auf die vorherrschende Konstruktion der jeweiligen erzieherischen Wirklichkeit geschlossen. Die Kunst einer Interpretation der inneren Gefühle liegt in der Wahrnehmung der Stille in der Rede und einer Visualisierung der Unsichtbarkeit. Liebe ist der Himmel auf Erden und zu schön, um in Worte gefasst zu werden. Sie geht über das Leben hinaus, was sich in der semantischen Aufsplittung des Wortes „l´amour“, also „der Liebe“, in „am“, der „Seele“, und „outre“, „darüber hinaus“, verdeutlichen lässt. Eine vergleichbare Trennung existiert im Deutschen nicht. Diese erste, semantisch ersichtliche, interkulturelle Divergenz muss in einen nachvollziehbaren Begründungszusammenhang gesetzt werden, da die Semantik nur eine Folge lebensweltlicher Verhaltensänderungen darstellt. Der real fortschreitende, weibliche Wunsch nach Autonomie ist gekoppelt an irreale, männliche Schönheits- und Liebesideale in Form des Märchenprinzen. Ich werte die duale Kopplung von Liebe und Autonomie im interkulturellen Vergleich unterschiedlich. Der genannte Konnex ist zwar nationalübergreifend vorhanden, jedoch empfinden französische Frauen absolute Autonomie im Singledasein und in einer partnerunabhängigen, freiwählbaren Auslebung ihrer Liebe. Konträr kennzeichnet das deutsche weibliche Geschlecht geordnete Liebesverhältnisse und Partnerschaften. Die Autonomie basiert auf dem Karrierestreben der Frauen.


Excerpt (computer-generated)

Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg
Seminar: "Männerblicke-Frauenkörper-Familiensachen" Über die interkulturelle
Konstruktion erzieherischer Wirklichkeiten zwischen Frankreich und Deutschland
Herbsttimester 2006, 16.01.2007

Familienleben als Single?
Vorüberlegungen zu einer herannahenden Lebensform

von: Thomas Grimme

 


Gliederung

1. Einleitung  2

2. Liebe, Familie und Erziehung im interkulturellen Vergleich  3

3. Bewertung und Fazit  5



 

1. Einleitung

Die aktuellen Tendenzen interkultureller Gesellschaften offenbaren Statistiken, in denen das Singledasein kontinuierlich zunimmt. Der Anteil der Singles in Haushalten ist von 33,6 (1991) auf 36,1 (2000) Prozent gestiegen.1 Die Auswirkungen sind im Bereich der Trias Liebe, Familie und Erziehung deutlich spürbar. Ein interkultureller Vergleich deutscher und französischer Sichtweisen bietet sich aufgrund vermuteter Divergenzen an.

Der am CNRS2 der Universität Paris V – Sorbonne beschäftigte Soziologe Jean-Claude Kaufmann stellt einen zeitgenössischen Forscher im Bereich des Alltagslebens und der Paarbeziehungen dar. Sein Werk „Singlefrau und Märchenprinz“ spiegelt eine solide Basis französischer Wirklichkeiten wider, die mit der deutschen Erfahrungsideologie des Autors in Zusammenhang gebracht werden.3

Nationale Polaritäten, Gemeinsamkeiten und Prognosen bilden das Kernstück dieser Arbeit. Induzierend werden anhand der Trias Rückschlüsse auf die vorherrschende Konstruktion der jeweiligen erzieherischen Wirklichkeit geschlossen.

2. Liebe, Familie und Erziehung im interkulturellen Vergleich

Die Kunst einer Interpretation der inneren Gefühle liegt in der Wahrnehmung der Stille in der Rede und einer Visualisierung der Unsichtbarkeit. Liebe ist der Himmel auf Erden und zu schön, um in Worte gefasst zu werden. Sie geht über das Leben hinaus, was sich in der semantischen Aufsplittung des Wortes „l´amour“, also „der Liebe“, in „am“, der „Seele“, und „outre“, „darüber hinaus“, verdeutlichen lässt. Eine vergleichbare Trennung existiert im Deutschen nicht.

Diese erste, semantisch ersichtliche, interkulturelle Divergenz muss in einen nachvollziehbaren Begründungszusammenhang gesetzt werden, da die Semantik nur eine Folge lebensweltlicher Verhaltensänderungen darstellt. Der real fortschreitende, weibliche Wunsch nach Autonomie ist gekoppelt an irreale, männliche Schönheits- und Liebesideale in Form des Märchenprinzen.4 Ich werte die duale Kopplung von Liebe und Autonomie im interkulturellen Vergleich unterschiedlich. Der genannte Konnex ist zwar nationalübergreifend vorhanden, jedoch empfinden französische Frauen absolute Autonomie im Singledasein und in einer partnerunabhängigen, freiwählbaren Auslebung ihrer Liebe. Konträr kennzeichnet das deutsche weibliche Geschlecht geordnete Liebesverhältnisse und Partnerschaften. Die Autonomie basiert auf dem Karrierestreben der Frauen.

[...]


1 Institut der deutschen Wirtschaft (2003): Extra: Die schillernde Welt der Singles. Statistik Alleinstehende in Deutschland. Online im Internet: AVL: URL: <http://www.stern.de/lifestyle/liebesleben/510861.html?eid =510809> (Stand: 25.07.2003, Abruf: 08.01.2007; 11:45).

2 Der Centre nationale de la recherche scientifique ist eine französische Forschungsorganisation, zugleich die Größte in Europa, und widmet sich dem Bereich der Grundlagenforschung. Das deutsche, wesentlich kleinere Pendant impliziert die Max-Planck-Gesellschaft.

3 Jean-Claude Kaufmann (2006): Singlefrau und Märchenprinz. Warum viele Frauen lieber allein leben. Aus dem Französischen von Daniela Böhmler. München, Goldmann.

4 Im Sinne tradierter Merkmale hat die autonomieschwache Frau ein Verständnis des Traumprinzen, der einen gediegenen Ehemann und liebevollen Vater darstellt. Es wird hinsichtlich der Liebe Mittelmäßigkeit akzeptiert. Konträr sieht die autonomiestarke Frau nur den perfekten Ehemann und ein irreales Schönheitsideal, da ihr die „Flugbahn der Autonomie“ ein Gefühl vermittelt, sich nicht mit Mittelmäßigkeit abgeben zu müssen.


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