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Das Modell deliberativer Demokratie von Habermas

Termpaper, 2006, 20 Pages
Author: Katrin Schrimpf
Subject: Sociology - Political Sociology, Majorities, Minorities

Details

Event: PS Einführung in die neuere soziologische Theorie
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Institut für Soziologie)
Tags: Modell, Demokratie, Habermas, Einführung, Theorie
Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 20
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V69046
ISBN (E-book): 978-3-638-61236-4

File size: 119 KB


Excerpt (computer-generated)

Friedrich Schiller Universität Jena
Institut für Soziologie
SS 2006
2. Semester
PS Einführung in die neuere soziologische Theorie
Abgabedatum: 30.10.2006

Das Modell deliberativer Demokratie von Jürgen Habermas

- Die Alternative zum Republikanismus und Liberalismus? -

von 

Katrin Schrimpf

 

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis  2

1. Hinführung  3

2. Einleitung  5

3. Das Modell deliberativer Demokratie  6

4. Vergleich  9
4.1. Liberalismus  9
4.2. Republikanismus  11
4.3. Vergleich Diskurstheorie – Liberalismus - Republikanismus  13

5. Kritik  16

6. Schluss  18

8. Literatur- und Quellenverzeichnis  20

Literatur:  20

Internetquellen  20

 

 

1. Hinführung

Die Diskussion über Demokratie geht aus der umfassenden Tradition der politischen Philosophie hervor. Bei den diskutierten Ansätzen handelt sich daher in der Regel um demokratietheoretische Konsequenzen umfassender philosophischer Konzeptionen. Diese lassen sich in zwei dominierende Gruppen unterteilen: (a) Die erste Theoriegruppe geht davon aus, dass gesellschaftliche Analysen bei den einzelnen Akteuren beginnen müssen „und sich kollektive Zusammenhänge von der Interaktion interessenabgleichender Individuen ableiten lassen.“1 Demokratie versucht also, im Konflikt zueinander stehende Interessen auszugleichen, ohne sie vorher zu sortieren. Derartige Theorien werden als liberal beschrieben. Carlos Santiago Nino unterscheidet fünf liberale Denkrichtungen: utilitaristisch, ökonomisch, elitedemokratisch, pluralistisch und konsenstheoretisch. Der Autor Guido Palazzo sieht noch mindestens zwei weitere Theorien in der liberalen Tradition: die empirische und die systemtheoretische. (b) Die zweite Theoriegruppe geht vom Gegenteil aus und beginnt bei der Vorstellung eines überlieferten Gemeinwesens, in das man hineingeboren wird und das Verhalten und Urteilen weitgehend bestimmt. Derartige Gesellschaften, in denen sich die individuellen Interessen zu einem allgemeinen Willen zusammenfassen lassen, sind also begrüßenswert. Theorien dieser Art werden als republikanisch beschrieben. 

Aus je unterschiedlichen Gründen bleiben die liberalen und republikanischen Modelle nicht nur für Habermas unbefriedigend. Demzufolge entstand die Alternative eines deliberativen Demokratiemodells.

Zum besseren Verständnis ist es sinnvoll zunächst einige Begriffe zu klären. Unter Deliberation versteht man die öffentliche Kommunikation über politische Fragen in Gremien, auf Versammlungen und in der Medienöffentlichkeit. Ziel dieses gesellschaftlichen Diskurses ist, dass die Beteiligten ihre Kompetenzen und Fähigkeiten als Bürger ausbauen und wahrnehmen. Aus diesem Engagement der Bürger kann sich eine größere Legitimität im demokratischen System ergeben. Grundbausteine der Deliberation sind Interessengruppen, Bürgerinitiativen und Verbände. Das dazugehörige Verb deliberieren heißt soviel wie überlegen oder beratschlagen.

Ziel des Deliberierens ist die grundsätzliche Verständigung über ein Problem. Hier steht nicht die rhetorische Geschicklichkeit oder Schlagfertigkeit im Vordergrund, sondern der Verständigungsprozess über ein Problem an dessen Ende eine kreative Lösung stehen sollte.2 Der im Folgenden oft verwendete Begriff Diskursethik beschreibt ein Programm, in dessen Zentrum Kommunikation in Form eines herrschaftsfreien und rational-argumentativen Dialogs steht, der die gerechtfertigten Bedürfnisse jedes Einzelnen berücksichtigt. Voraussetzung ist, dass jeder das Recht hat, am Diskurs teilzunehmen und jede aufgestellte Behauptung zu hinterfragen.

2. Einleitung

In dem 1992 erschienenem Band „Faktizität und Geltung“ konkretisierte Jürgen Habermas erstmals seine Vorstellungen vom Ideal einer funktionierenden Demokratie und versuchte mit der Theorie der Demokratie durch Deliberation die politischen Beschlüsse wieder verstärkt an die Betroffenen zurückzubinden. Ausgangspunkt seiner Theorie ist eine Kritik an den bestehenden Demokratien. Habermas ist der Meinung, dass die Bürger über keine vollständigen, informierten und logisch konsistenten politischen Überzeugungen verfügen.3 Für ihn ist es natürlich unverantwortlich politische Entscheidungen von derartigen Ansichten abhängig zu machen.

[....]


1 Guido Palazzo : Die Mitte der Demokratie : Über die Theorie deliberativer Demokratie von Jürgen Habermas. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 2002. S. 14

2 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Deliberieren


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