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Autor: Sarah Hummel
Fach: Russistik / Slavistik
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Slavistik)
Tags: Schicksal, Juden, Gebieten, Besatzung, Jüdisches, Leben, Russland
Jahr: 2006
Seiten: 17
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 137 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-61258-6
Textauszug (computergeneriert)
Universität Leipzig, Institut für Slavistik
Seminar: Jüdisches Leben in Russland
Fachsemester: 8.
Das Schicksal der Juden in den ostpolnischen Gebieten
unter sowjetischer bzw. deutscher Besatzung
von: Sarah Hummel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Der Hitler-Stalin-Pakt und die Auswirkungen für die in den ostpolnischen Gebieten lebenden Juden 2
2.1 Vorüberlegungen Hitlers und der Überfall auf Polen 2
3. Die sozialen Gegebenheiten in den ostpolnischen Gebieten unter sowjetischer Besatzung 4
3.1 Die Situation vor dem Einmarsch 4
3.2 Die Situation unter der Sowjetmacht 5
4. Das Unternehmen „Barbarossa“ 7
5. Pogrome und Partisanenbekämpfung 9
6. Babij Jar 11
7. Schlussbemerkung 13
8. Bibliografie 14
1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mit der Judenverfolgung in den 1939 von der Sowjetunion und später von Hitlerdeutschland annektierten ostpolnischen Gebieten in den Jahren 1941 bis 1943 durch Wehrmacht, SS und ihre Helfershelfer. Vom Hitler-Stalin-Pakt und einer Darlegung der Beweggründe der beiden Vertragspartner diesen abzuschließen ausgehend, werde ich mich nach einer einführenden Situationsbeschreibung der sozialen Gegebenheiten in diesen Gebieten sowohl vor, als auch während der Sowjetherrschaft beschäftigen. Ein besonderes Augenmerk richte ich hierbei auf die Ausgangssituation der Juden die in diesen Gebieten ansässig waren. Besagte Gebiete umfassen das Territorium des heutigen Polen, Litauen, Weißrussland und der Ukraine.
Es erscheint mir wichtig, die sozialen Gegebenheiten und die daraus resultierende Konfliktsituation darzulegen, da sich nur aus der Kenntnis dieser Tatsachen nachvollziehen lässt, wie es zu dem kommen konnte, was als Holocaust oder auch als Shoa in die Geschichte eingegangen ist. Bei meiner Darstellung beschränke ich mich exemplarisch auf die Gebiete des besetzten Polen, da der geplante Massenmord an den Juden in der Zeit von 1939 bis 1943 fast ausschließlich dort stattfand.
Im Folgenden gehe ich auf das „Unternehmen Barbarossa“, den Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 als ersten Schritt der „Endlösung der Judenfrage“ und dessen verheerende Folgen ein. Hierbei finden insbesondere Verfügungsgewalten der Wehrmacht und der SS, ebenso wie die aussichtslose Lage der Juden im Kontext der explosiven Stimmung in den ostpolnischen Gebieten Erwähnung. Anstachelung zu Pogromen und Partisanenbekämpfung finden im letzten Kapitel Erwähnung, genauso wie das wohl grausamste aller Pogrome: Babij Jar. Ich verzichte absichtlich auf die Nennung von Zahlen, da diese erstens weit reichend bekannt sind und auch zur Genüge publiziert wurden und zweitens angesichts so unbeschreiblich großer Zahlen die Relationen verloren gehen, niemand hat eine ausreichende Vorstellungskraft, um das Grauen anhand der puren Zahlen nachvollziehen zu können.
2. Der Hitler-Stalin-Pakt und die Auswirkungen für die in den ostpolnischen Gebieten lebenden Juden
Der Hitler-Stalin-Pakt oder auch Nichtangriffspakt wurde am 24.August 1939 von Josef Stalin, vom Außenminister des Deutschen Reiches, Joachim von Ribbentrop, und dem der Sowjetunion, Wjatscheslaw Molotow, unterzeichnet. Im Wesentlichen legte er fest, dass der jeweilige Vertragspartner nicht angegriffen werden durfte, die Unterlassung von Hilfeleistungen gegenüber Drittstaaten im Fall eines eventuellen Angriffs auf den Vertragspartner und legte den für beide Seiten relevanten Informationsaustausch fest. In einem geheimen Zusatzprotokoll wurde zudem die Teilung Polens mit ungefährer Grenzziehung und Verteilung der Territorien festgelegt.1
2.1 Vorüberlegungen Hitlers und der Überfall auf Polen
Da Hitler nie einen Hehl aus seinen Absichten gemacht hatte, im Osten „Lebensraum“ zu erobern, musste er sich schon früh mit der Umsetzung dieser bzw. mit der geografischen Lage des Deutschen Reiches beschäftigen. Es bedurfte eines ausgeklügelten Planes, um das langfristige Ziel zu erreichen und gleichzeitig einen Zweifrontenkrieg zu vermeiden, der das Vorhaben aufgrund der Stärke des deutschen Heeres sehr schnell beendet hätte. Daher war der Entschluss, einen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion zu schließen, um gegebenenfalls nur gegen eine Front kämpfen zu müssen, von langer Hand geplant und lediglich Mittel zum Zweck.2
Mit der Unterstützung der deutschen Führungselite konnte Hitler rechnen, denn der „Drang nach Osten“ war bereits zu Zeiten des Kaiserreiches im Denken dieser verankert3:
„(...) steht außer Zweifel, dass Hitler die Verwirklichung seiner territorialen Ziele im Osten in einem weitgehenden Konsens mit den traditionellen deutschen Eliten planen und hernach ins Werk setzen konnte.“4
Wette gibt lediglich zu bedenken, dass bis zum Zeitpunkt der Publikation seines Textes im Jahr 1991, Untersuchungen zur Erforschung der Militär- und Wirtschaftselite noch nicht in ausreichendem Maße stattgefunden hatten, um zu konstatieren ob diese auch und bis zu welchem Grade hinter dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 stand.5
[...]
1 Vgl. http://www.shoa.de/content/view/152/40/, Download: 06.07.06
2 Vgl. Slutsch (1991): 11-20
3 Vgl. Müller, Rolf-Dieter: Von Brest-Litowsk bis zum Unternehmen „Barbarossa“. Wandlungen und Kontinuität des deutschen „Drangs nach Osten“. In: Goldschmidt u.a. (Hrsg.), Frieden mit der Sowjetunion, S.70-86 zitiert nach Wette (1991): 43-56, 43 f.
4 Wette (1991): 44
5 Vgl. Wette (1991): 34-56, 48
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