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Thesis (M.A.), 2007, 73 Pages
Author: Larissa Scheibel
Subject: German - German as a Foreign Language / Second Language
Details
Tags: Anglizismen/Amerikanismen, Deutschen, Russischen, Beispiel, Online, Zeitschriften
Year: 2007
Pages: 73
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 47 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-59645-9
File size: 541 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Augsburg
Philosophisch-Historische Fakultät
Anglizismen/Amerikanismen im Deutschen und Russischen am Beispiel von Online Zeitschriften
Larissa Scheibel
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 5
2 Begriffsbestimmung ... 6
2.1 Anglizismus ... 6
2.2 Entlehnung ... 8
2.2.1 Das „evidente“(„innere“) Lehngut ... 8
2.2.2 Das „latente“(„äußere“) Lehngut ... 11
3 Geschichtlicher Überblick ... 14
3.1 Einfluss der anderen Sprachen auf die deutsche Sprache ... 14
3.2 Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache ... 15
3.3 Gründe des englischen Einflusses auf die deutsche Sprache ... 16
4 Die Integration der englischen Wörter in die deutsche Sprache ... 17
4.1 Phonetische Ebene ... 18
4.2 Orthographische Ebene ... 19
4.3 Morphologische Ebene ... 21
4.3.1 Genus ... 22
4.3.2 Pluralbildung ... 25
4.3.3 Flexion der Adjektive ... 28
5 Wortbildung ... 28
5.1 Präfixbildung ... 29
5.2 Suffixbildung ... 31
5.3 Zusammensetzung der Anglizismen ... 33
6 Begriffsbestimmung ... 36
7 Geschichtlicher Überblick ... 41
7.1 Einfluss der anderen Sprachen auf die russische Sprache ... 41
7.2 Einfluss des Englischen auf die russische Sprache ... 43
7.3 Gründe des englischen Einflusses auf die russische Sprache ... 44
8 Die Integration der englischen Wörter in die russische Sprache ... 46
8.1 Phonologische Ebene ... 46
8.1.1 Vokale ... 47
8.1.2 Konsonanten ... 47
8.2 Orthographische Ebene ... 48
8.3 Morphologische Ebene ... 52
8.3.1 Genus ... 52
8.3.2 Pluralbildung ... 55
8.3.3 Flexion der Verben ... 56
8.3.4 Flexion der Adjektive ... 56
9 Wortbildung ... 57
9.1 Präfixbildung ... 57
9.2 Suffixbildung ... 60
9.3 Zusammensetzung der Anglizismen ... 64
10 Schlussfolgerung ... 67
11 Literaturliste ... 70
1 Einleitung
Unsere Zeit ist durch die globale Vernetzung des industriellen Fortschritts gekennzeichnet. Der Kontakt einzelner Staaten in verschiedenen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Kultur wird immer enger. So ist es unumgänglich, dass auch unsere Sprache durch diesen Kontakt unberührt bleibt. Durch ständige Neu- und Weiterentwicklung entstehen neue Dinge, die neuer Wortschöpfungen bedürfen. Somit ist die Sprache auch ein Spiegel der eigenen aktuellen Realität und des Entwicklungstandes. Um diesen Veränderungen gerecht zu werden, tritt zum einen die Eigenleistung des jeweiligen Sprachsystems in Kraft, zum anderen werden bereits existierende Wörter aus fremden Sprachen übernommen. Somit ist jede Sprache einem ständigen Wandel unterzogen. So haben auch das Deutsche und Russische, die Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind, Wörter aus allen Teilen der Welt in sich aufgenommen. Die Veränderungen in den Sprachen, wie die Übernahme und Gebrauch von Fremdwörtern, sind unter Sprachforschern Anlass heftiger Auseinandersetzungen. So ist auch der Einfluss des Englischen auf die russische und deutsche Sprache ein zentrales Thema.
Diese Arbeit befasst sich mit den Anglizismen/Amerikanismen im Deutschen und Russischen.
Im ersten Teil der Arbeit wird der Einfluss und Gebrauch von Anglizismen/Amerikanismen auf das Deutsche und im zweiten Teil kontrastiv dazu der Einfluss und Gebrauch von Anglizismen/Amerikanismen auf die russische Sprache anhand von Online-Zeitschriften untersucht.
In beiden Teilen wird zunächst auf die Begriffsbestimmung eingegangen und ein geschichtlicher Überblick des fremdsprachlichen Einflusses auf die untersuchten Sprachen gegeben. Danach wird genauer auf die Integration der englischen Wörter ins Deutsche und Russische eingegangen und mit Beispielen aus Online-Zeitschriften belegt.
2 Begriffsbestimmung
In diesem Kapitel werden Begriffe und Definitionen erläutert. Die wichtigsten Begriffe im Bereich Anglizismus sind Entlehnung, Fremdwort, Lehnwort, Internationalismus, evidentes und latentes Lehngut, Exotismen, Scheinentlehnungen, Mischkompositum, Lehnbedeutung, Lehnbildung, Lehnübersetzung, Lehnübertragung, Lehnschöpfung, Lehnwendung.
Auf eine genaue Unterscheidung der Begriffe Entlehnung, Fremdwort, Lehnwort, Anglizismus wird verzichtet. Diese werden als Synonyme zueinander verwendet.
2.1 Anglizismus
In diesem Kapitel werden die Begriffe zum Thema Anglizismus definiert und erläutert. Eine genaue Definition des Begriffs Anglizismus zu fassen ist nicht ganz einfach, da es sicher so viele Definitionen von dem Begriff gibt, wie Personen, die darüber geschrieben haben.
Nach Zindler ist „ein Anglizismus ein Wort aus dem britischen oder amerikanischen Englisch im Deutschen […] oder eine nicht übliche Komposition“ und auch „jede Art der Veränderung einer deutschen […] Wortbedeutung oder Wortverwendung (Lehnbedeutung, Lehnübersetzung, Lehnübertragung, Lehnschöpfung, […] Wiederbelebung) nach dem britischen oder amerikanischen Vorbild“1.
Jablonski definiert Anglizismus als „ein sprachliches Zeichen, dessen äußere Form aus englischen Morphemen oder aus einer Verbindung von englischen Morphemen und solchen der Replikasprache besteht, wobei die Bedeutung dieser Morpheme in der Gastsprache und im englischen gleich ist“2.
Im Lexikon der Sprachwissenschaft ist der folgende Begriff eingegeben: Aus dem britischen Englisch in eine nicht-englische Sprache übertragene Spracheigenheit im lexikalischen, syntaktischen oder idiomatischen Bereich3.
W. Yang versteht unter dem Begriff Anglizismus „einen Oberbegriff von Entlehnungen aus dem amerikanischen Englisch, dem britischen Englisch sowie den übrigen englischen Sprachbereichen wie Kanada, Australien, Südafrika u. a.“4.
In vielen Definitionen wird zwischen der britischen und amerikanischen Herkunft der Entlehnungen unterschieden. Dabei treten Schwierigkeiten bei der Herkunftsbestimmung auf, weil es sich nicht zweifelsfrei bestimmen lässt, ob ein britisches Wort über das Amerikanische oder das amerikanische Wort über das Britische ins Deutsche gekommen ist. Yang schreibt, dass „die amerikanische oder britische Herkunft der ins Deutsche entlehnten englischen Lexemen oder Lexemverbindungen in vielen Fällen nicht eindeutig und einwandfrei festzustellen ist“5. Carstensen sagt hierzu: „In vielen Fällen lässt sich die Scheidung zwischen American English (AE) und British English (BE) nur mit Mühe aufrechterhalten, und die philologische Exaktheit wäre hier nicht gewährleistet, wenn man mehr als ‚Englisch’ sagte“6.
Wie schwierig die Unterscheidung zwischen American English und British English ist, betont auch Fink: „In Folge des parallellaufenden BE- Einflusses und der vielgestaltigen sonstigen fremdsprachlichen Einwirkungen auf das heutige Deutsch lässt sich bei bestimmten Entlehnungen nicht eindeutig ermitteln, ob sie Amerikanismen sind, zumal diese manchmal amerikanisches Lehngut aus nicht-englischen Sprachen darstellen. […] Zudem tauchen täglich im AE, BE und im Deutschen neue Ausdrücke auf, deren Herkunft zunächst im Dunkeln bleibt“7.
Da die Herkunft der ins Deutsche entlehnten Wörter oder Wortverbindungen meistens nicht eindeutig festzustellen ist, wird in dieser Arbeit darauf verzichtet, zwischen Anglizismen unterschiedlicher Herkunftsländer zu unterscheiden.
Nun lässt es sich zusammenfassen, dass ein Anglizismus ein Wort ist, das aus den englischsprachigen Ländern in die deutsche Sprache kommt entlehnt wird und während der Übernahme in die deutsche Sprache phonologisch, orthographisch und morphologisch angepasst wird.
Nach Yang8, abhängig von dem Stadium bzw. Zusammenhang des Anglizismus, lassen sich drei Arten differenzieren:
1. Konventionalisierte Anglizismen
Diese Anglizismen werden als allgemein üblich und bekannt vorausgesetzt, obwohl sie sich in der Artikulationsart und/oder Orthographie oft anders verhalten als einheimische Wörter, z.B. Baby, Keks, Computer, Manager, Rock´n´Roll, Jeans. Diese Wörter werden meistens nicht als fremd empfunden.
2. Anglizismen im Konventionalisierungsprozess
Hier handelt es sich um die Begriffe, die für viele fremd klingen, aber dennoch (z.B. in Medien wie Zeitung und Fernsehen) verwendet werden. Bei diesen Entlehnungen lässt sich nicht sicher vorhersagen, ob sie ins Deutsche übernommen oder nach einiger Zeit verschwinden werden. Solche Anglizismen sind z.B.: Factory, Underdog, Gay usw.
3. Zitatwörter, Eigennamen und Verwandtes
Die Anglizismen aus dieser Kategorie werden nur in bestimmten Situationen oder in Zusammenhang mit englischsprachigen Ländern gebraucht, da sie dafür typisch sind, z.B. High- School, US-Army, Airforce, Wallstreet, Highway, Western. Viele dieser Begriffe, wie schon erwähnt, sind oft nur eine kurze Erscheinung, die durch die Medien bekannt gemacht worden sind.9
[...]
1 Zindler 1959 in: Zürn, Alexandra 2002: Anglizismen im Deutschen, eine Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Philosophie, Universität Karlsruhe: 64.
2 Jablonski, Miroslaw 1990: Regularität und Variabilität in der Rezeption englischer Internationalismen im modernen Deutsch, Französisch und Polnisch. Aufgezeigt in den Bereichen Sport, Musik und Mode. Linguistische Arbeiten, 240. Tübingen: Niemeyer: 15.
3 Bußmann, Hadomud 1990: Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Kröner: 85.
4 Yang, Wenliang 1990: Anglizismen im Deutschen: am Beispiel des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Reihe
Germanistische Linguistik, 79. Tübingen: Niemeyer: 7.
5 Yang 1990: 7
6 Carstensen, Broder 1965: Englische Einflüsse auf die deutsche Sprache nach 1945. Beiheft zum Jahrbuch für Amerikastudien 13. Hrsg. E. Fraenkel et al. Heidelberg: Winter: 12.
7 Fink, Hermann 1968: Amerikanismen im Wortschatz der deutschen Tagesspresse, dargestellt am Beispiel dreier überregionaler Zeitungen (Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt). Diss Mainz 1968. Mainzer Amerikanische Beiträge, Bd.11. München: Huebner: 9.
8 vgl. Yang 1990: 9.
9 vgl. Bußman 1990: 9.
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