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Anforderungen von Solvency II an das operationelle Risikomanagement in Versicherungen - Konzeption und Ausgestaltung eines Risikoberichtssystems

Diplomarbeit, 2006, 103 Seiten
Autor: Master of Science in Informations Systems Michael Stichnote
Fach: Wirtschaft - Bank, Börse, Versicherung

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 103
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 149  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V69161
ISBN (E-Book): 978-3-638-60098-9
ISBN (Buch): 978-3-638-72861-4
Dateigröße: 1414 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die aktuelle Situation der deutschen Versicherungslandschaft ist durch steigende Unternehmensrisiken bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an die Profitabilität der Unternehmen gekennzeichnet. Deregulierung und Substitutionskonkurrenz führen zu einem verschärften Wettbewerb um Marktanteile bei sinkenden Gewinnmargen. Die anhaltende Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten erschwert die Erwirtschaftung ausreichender Renditen aus laufenden Prämieneinnahmen und deren Anlage am Kapitalmarkt. Zum Ausgleich des geringen Zinsniveaus investieren Versicherungen seit einigen Jahren zunehmend in Aktien. Die damit einhergehende erhöhte Kapitalanlagevolalität erfordert eine umfassendere Bewertung und Kontrolle der eingegangenen Risiken als dies in der Vergangenheit notwendig war. Das Risikomanagement hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und stellt heute eine zentrale Zielgröße im Unternehmenscontrolling dar. In der Versicherungswirtschaft ist das Risikomanagement zu einem festen Bestandteil geworden, denn mit zunehmend steigender Anzahl der Risiken wächst die Erfordernis der systematischen Kontrolle und Bewertung dieser Risiken. Für Versicherungsunternehmen stellen sich in diesem Zusammenhang verschiedene Probleme und Aufgaben. Risikomanagement durchzuführen, heißt unter anderem Risiken identifizieren, bewerten, handhaben und kommunizieren zu können. Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, eine Konzeption der Gestaltungsempfehlung von operationellen Risiken vor dem Hintergrund der Anforderungen des Projektes Solvency II durchzuführen. Als Grundlage der Gestaltungsempfehlung eines Risikoberichtes sollen eingangs verschiedene Berichtsarten und Modellierungstechniken aufgezeigt und diskutiert werden, um daraus Anforderungen und eine Vorgehensweise für die Gestaltung eines Risikoberichtes abzuleiten.


Textauszug (computergeneriert)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Fachgebiet Informationssysteme
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement

Anforderungen von Solvency II an das operationelle Risikomanagement in Versicherungen - Konzeption und Ausgestaltung eines Risikoberichtssystems

Michael Stichnote

 

Inhaltsverzeichnis


1 Motivation und Zielsetzung der Risikoberichtsgestaltung ... 1

1.1 Problematik der Informationsversorgungslage von operationellen Risiken ... 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit ... 2
1.3 Struktur & Aufbau ... 2

2 Risiko & Solvency II ... 4

2.1 Begriffsdefinitorische Grundlagen ... 4
2.1.1 Risiko ... 4
2.1.2 Risikomanagement ... 7
2.2 Entwicklung und Ausgestaltung von Solvency II ... 9
2.2.1 Solvabilität ... 9
2.2.2 Aufsichtsrechtliche Grundlagen ... 10
2.2.3 Zielsetzung und Grundkonstruktion ... 13
2.3 Operationelle Risiken in der Risikolandschaft der Versicherungen ... 16
2.4 Risikomanagementprozess ... 21
2.4.1 Phasen des Risikomanagement-Zyklusses ... 21
2.4.2 Identifikationsphase ... 22
2.4.3 Bewertungsphase ... 24
2.4.4 Handhabungsphase ... 27
2.4.5 Kontrollphase ... 30

3 Berichte im Unternehmensberichtswesen und methodische Hilfsmittel ... 31

3.1 Grundlagen zum Berichtswesen ... 31
3.1.1 Definition ... 31
3.1.2 Berichtsarten ... 32
3.1.3 Gestaltungsdimensionen ... 35
3.1.4 Gestaltungsgrundsätze ... 40
3.2 IT-Systeme für das Berichtswesen ... 43
3.2.1 Systematisierung der Anwendungssysteme ... 43
3.2.2 Anwendungssysteme zur Aufbereitung von Führungsinformationen ... 45
3.2.2.1 Data Warehouse ... 48
3.2.2.2 Online Analytical Processing ... 49

4 Berichte für Risiken unter Solvency II ... 52

4.1 Vorgehen zur Konzeption eines Berichtes für Risiken ... 52
4.2 Informationsbedarfsanalyse ... 54
4.2.1 Informationsbedarf, -angebot und -nachfrage ... 54
4.2.2 Verfahren der Informationsbedarfsanalyse ... 56
4.2.2.1 Techniken ... 56
4.2.2.2 Methoden ... 58
4.2.3 Kritische Betrachtung ... 59
4.3 Riskoidentifikations- und Bewertungsverfahren ... 60
4.3.1 Self Assessment ... 60
4.3.2 Risikoindikatoren-Methode ... 64
4.4 Modellierungstechniken ... 67
4.4.1 Erweiterte Ereignisgesteuerte Prozessketten ... 67
4.4.2 Modellierungstechnische Grundlagen von H2-for-Reporting ... 71
4.4.2.1 Elementare Sprachkonstrukte ... 71
4.4.2.2 Komplexere Sprachkonstrukte ... 75
4.5 Methodenintegration von eEPKs und H2-for-Reporting ... 77

5 Gestaltungsempfehlungen zur Abbildung von Berichtsstrukturen ... 79

5.1 Ziel der exemplarischen Gestaltungsempfehlung für Berichte von Versicherungen ... 79
5.2 Vorgehensweise ... 79
5.3 Beschreibung und Modellierung des Beispielszenarios ... 81
5.4 Gestaltungsvariante eines Bedarfsberichtes ... 85

6 Fazit ... 87

Literaturverzeichnis ... 89

 

 

1 Motivation und Zielsetzung der Risikoberichtsgestaltung


1.1 Problematik der Informationsversorgungslage von operationellen Risiken

Die aktuelle Situation der deutschen Versicherungslandschaft ist durch steigende Unternehmensrisiken bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an die Profitabilität der Unternehmen gekennzeichnet. Deregulierung und Substitutionskonkurrenz führen zu einem verschärften Wettbewerb um Marktanteile bei sinkenden Gewinnmargen. Die anhaltende Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten erschwert die Erwirtschaftung ausreichender Renditen aus laufenden Prämieneinnahmen und deren Anlage am Kapitalmarkt. Zum Ausgleich des geringen Zinsniveaus investieren Versicherungen seit einigen Jahren zunehmend in Aktien. Die damit einhergehende erhöhte Kapitalanlagevolalität erfordert eine umfassendere Bewertung und Kontrolle der eingegangenen Risiken als dies in der Vergangenheit notwendig war. Das Management von Risiken gehört daher verstärkt zu den elementaren Bestandteilen des Versicherungsgeschäftes.1

Die Kapitalmarktkrise 2001/2002 hat gezeigt, dass Versicherungsunternehmen Defizite im Risikomanagement aufweisen.2 Es wurden die zwei Initiativen Solvency I und II ins Leben gerufen, da der systematische Umgang mit Risiken in der Versicherungslandschaft nicht den notwendigen Standards entspricht. Das Aufsichtssystem für Versicherungsunternehmen unterliegt somit derzeit einem fundamentalen Wandel.3 Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bemisst gegenwärtig die Finanzkraft eines Versicherungsunternehmens hauptsächlich am Geschäftsvolumen. Künftig soll jedoch die tatsächliche Risikolage als Maßstab gelten.4 Die unternehmensspezifische Risikosituation muss durch ein systematisches Risikomanagement realitätsgenau und umfassend abgebildet werden. Demzufolge müssen alle wesentlichen Risiken in die Risikoanalyse einbezogen werden. Der Fokus des Managements verlagert sich hierbei sukzessive von Marktrisiken über Kreditrisiken hin zu operationellen Risiken.5 Der Risikoberichterstattung als Teilaufgabe des Risikomanagements kommt hierbei die Aufgabe einer präzisen Vermittlung der Risikolage zu.

Im Zuge der Integration der operationellen Risiken in eine vollständige Risikoberichterstattung ist es erforderlich, die operationellen Risiken zu kategorisieren und zu modellieren, um den Entscheidungsträgern die relevanten Informationen bereitstellen zu können. Sämtliche entscheidungsrelevanten Informationen der auftretenden Risiken müssen den Entscheidungsträgern sach-, zeit- und personengerecht zur Verfügung gestellt werden.


1.2 Zielsetzung der Arbeit

Das Risikomanagement hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und stellt heute eine zentrale Zielgröße im Unternehmenscontrolling dar.

In der Versicherungswirtschaft ist das Risikomanagement zu einem festen Bestandteil geworden, denn mit zunehmend steigender Anzahl der Risiken wächst die Erfordernis der systematischen Kontrolle und Bewertung dieser Risiken. Für Versicherungsunternehmen stellen sich in diesem Zusammenhang verschiedene Probleme und Aufgaben. Risikomanagement durchzuführen, heißt unter anderem Risiken identifizieren, bewerten, handhaben und kommunizieren zu können.

Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, eine Konzeption der Gestaltungsempfehlung von operationellen Risiken vor dem Hintergrund der Anforderungen des Projektes Solvency II durchzuführen. Als Grundlage der Gestaltungsempfehlung eines Risikoberichtes sollen eingangs verschiedene Berichtsarten und Modellierungstechniken aufgezeigt und diskutiert werden, um daraus Anforderungen und eine Vorgehensweise für die Gestaltung eines Risikoberichtes abzuleiten.


1.3 Struktur & Aufbau

Die Diplomarbeit ist in sechs Kapitel untergliedert. Der Aufbau ist in Abbildung 1 dargestellt. Die Situation der deutschen Versicherungswirtschaft und die Notwendigkeit eines effizienten Risikomanagements werden in Kapitel 1 diskutiert, woran sich Zielsetzung und Struktur der Arbeit gedanklich anschließen.

Anschließend werden zu Beginn des Kapitels 2 die fundamentalen Zusammenhänge zwischen Risiko und Risikomanagement erläutert. Ausgehend von der Definition des Risikobegriffes folgt die Darstellung des Projektes Solvency II. Nachfolgend werden operationelle Risiken von Versicherungsunternehmen erläutert sowie der Risikomanagementprozess dargestellt, indem seine einzelnen Phasen beschrieben werden.

Kapitel 3 beinhaltet die Grundlagen des Berichtswesens. Nachdem die wichtigsten Berichtsarten genannt werden, folgt die Beschreibung der Gestaltungsdimensionen und Gestaltungsgrundsätze. Zur Abrundung der theoretischen Grundlagen dieser Arbeit werden verschiede Informationssysteme, die zur Umsetzung eines Berichtswesens zum Einsatz kommen, vorgestellt.

Abb. 1: Aufbau der Arbeit (nur in der Download-Version verfügbar)

Vor diesem theoretischen Hintergrund beschäftigt sich das Kapitel 4 der Ausarbeitung mit der Konzeption von Risikoberichten im Hinblick auf die konkreten Anforderungen von Solvency II. Hier werden sowohl die Informationsanalyse als auch die Risikoidentifikations- und Bewertungsverfahren bezüglich operationeller Risiken aufgezeigt. Abschließend werden die Modellierungstechniken eEPK und H2-for-Reporting erläutert und eine Methodenintegration der beiden Techniken dargestellt.

In Kapitel 5 werden Abbildungsmöglichkeiten von Berichtsstrukturen diskutiert. An die Beschreibung der Vorgehensweise schließt sich eine exemplarische Gestaltungsempfehlung eines Risikoberichtes an.

Zum Schluss wird in Kapitel 6 die Relevanz der vorgestellten Problematik der „Gestaltung und Konzeption eines Risikoberichtes“ darlegt und die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst.

 

[...]


1 Vgl. Ploemacher (2005), S. 325.
2 Vgl. Duldinger (2004), S. 3.
3 Vgl. Plato (2005), S. 1.
4 Vgl. Lansch (2006), S. 1.
5 Vgl. Piaz (2002), S. 3.


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