Freiraumgestaltung in europäischen Hafengebieten

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Details

Titel: Freiraumgestaltung in europäischen Hafengebieten
Autor: Susanne Grolle
Fach: Landschaftsarchitektur, Landespflege
Institution/Hochschule: Fachhochschule Erfurt
Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 108
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 99  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 6658 KB
Archivnummer: V69389
ISBN (E-Book): 978-3-638-60264-8
ISBN (Buch): 978-3-638-75441-5
Anmerkungen :
Vergleich der Freiraumgestaltung in Hafengebieten am Beispiel Hamburg und London anhand spezifischer Projekte. Teilweise in englischer Sprache.

Zusammenfassung / Abstract

Die Auswirkungen kultureller Unterschiede in der Freiraumgestaltung zweier Hafenstädte herauszufiltern, soll Aufgabe und Ziel dieser Arbeit sein. Letztlich wird versucht generelle Methoden und Empfehlungen für die entsprechenden Planungen abzuleiten. Dabei bezieht sich die Analyse der einzelnen Freiräume stets auf den aktuellen Anspruch an die Fläche und geht deshalb nicht von einer traditionellen Hafennutzung aus. Die untersuchten Projekte befinden sich in ehemaligen Hafengebieten und sollen dazu dienen, den alten Hafenareale einer neuen Nutzung zuzuführen. Die gesamte Betrachtung der Freiräume vollzieht sich in fünf Stufen, die zu einer Einschätzung führen, die zugleich subjektiv und objektiv sein soll. Der persönliche Eindruck eines Jeden ist vielfältig und oftmals wissenschaftlich nicht erklärbar, gleichwohl legitim. Ein objektives Bild ist andererseits für die Dauerhaftigkeit und weitere Verwendung der Ergebnisse notwendig. Dabei muss zunächst die Ausgangssituation und damit der Hafen als Funktionsraum betrachtet werden, der in seinem Maßstab, seiner architektonischen und städtebaulichen Ausformung kulturelles Zeugnis der entsprechenden Epoche ist. Des Weiteren muss die nähere Umgebung beleuchtet werden, was die Untersuchung der Raumbildung und Flächengliederung erfordert. Der Freiraum selbst unterliegt drei Kategorien der Bewertung: Funktion/Nutzung, Gestaltung und Charakter. Dabei spiegelt der Charakter eine sehr subjektive Bewertung des Autors wider, was dieser Arbeit eine persönliche Note verleihen soll. Ergänzend zu der vorliegenden schriftlichen Ausarbeitung liegen fünf Poster bei, die den Vergleich und damit die Unterschiede bildlich veranschaulichen und vertiefen sollen.

Textauszug (computergeneriert)

Fachhochschule Erfurt

Freiraumgestaltung in europäischen Hafengebieten

Susanne Grolle

 

Inhaltsverzeichnis


Vorwort ... 6

1 Einleitung ... 7

2 Entwicklung des Hamburger Hafens ... 9

2.1 Naturräumliche Gegebenheiten ... 9
2.2 Kulturelle Hintergründe ... 11
2.3 Anfänge ... 12
2.4 Entwicklungen ab dem 19. Jahrhundert ... 16
2.5 Entwicklungen bis ins Jahr 2000 ... 18
2.6 Historisches Hafenbild ... 21
2.7 Das HafenCity Projekt ... 22
2.8 Heutiges Hafenbild ... 27

3 Entwicklung des Londoner Hafens ... 30

3.1 Naturräumliche Gegebenheiten ... 30
3.2 Kulturelle Hintergründe ... 31
3.3 Anfänge ... 33
3.4 Entwicklungen ab dem 19. Jahrhundert ... 35
3.5 Entwicklungen bis ins Jahr 2000 ... 38
3.6 Historisches Hafenbild ... 43
3.7 Heutiges Hafenbild ... 44

4 Freiräume im Hamburger Hafenviertel ... 47

4.1 Rahmenbedingungen ... 47
4.2 Akteure im Planungsprozess ... 48
4.2.1 Verwaltung und Politik ... 48
4.2.2 Planer ... 49
4.2.3 Bewohner/Mieter und Bevölkerung ... 49
4.2.4 Weitere Akteure ... 50
4.3 Städtebauliche Betrachtung des Masterplans ... 50
4.4 Freiraumstruktur ... 54
4.4.1 Übergeordnete Strukturen ... 54
4.4.2 Der Masterplan der HafenCity ... 56
4.4.3 Freiraumkonzeption westliche HafenCity ... 59
4.4.4 Öffentliche und halböffentliche Freiräume ... 60
4.5 Projektbeispiele ... 62
4.5.1 Der Jungfernstieg an der Binnenalster ... 62
4.5.2 Die Magellanterrassen in der HafenCity ... 65

5 Freiräume im Londoner Hafenviertel ... 67

5.1 Rahmenbedingungen ... 67
5.2 Akteure im Planungsprozess ... 69
5.2.1 Verwaltung und Politik ... 69
5.2.2 Planer ... 71
5.2.3 Bewohner/Mieter und Bevölkerung ... 72
5.2.4 weitere Akteure ... 73
5.3 Städtebauliche Betrachtung ... 74
5.4 Freiraumstruktur ... 75
5.4.1 Übergeordnete Strukturen ... 75
5.4.2 Der Masterplan ... 77
5.4.3 Öffentliche und halböffentliche Freiräume ... 80
5.5 Projektbeispiele ... 81
5.5.1 City Hall Area in Southwark ... 81
5.5.2 Royal Victoria Square in Newham ... 85

6 Bewertender Vergleich ... 88

6.1 Planungsdurchführung/Akteursstruktur ... 88
6.2 Städtebau ... 89
6.3 Freiraumstruktur ... 92

7 Leitsätze und Methodenempfehlungen ... 93

8 Resümee ... 95

Literaturverzeichnis ... 98

Abbildungsverzeichnis ... 107

 

 

Vorwort

Die Auswirkungen kultureller Unterschiede in der Freiraumgestaltung zweier Hafenstädte herauszufiltern, soll Aufgabe und Ziel dieser Arbeit sein. Letztlich wird versucht generelle Methoden und Empfehlungen für die entsprechenden Planungen abzuleiten. Dabei bezieht sich die Analyse der einzelnen Freiräume stets auf den aktuellen Anspruch an die Fläche und geht deshalb nicht von einer traditionellen Hafennutzung aus. Die untersuchten Projekte befinden sich in ehemaligen Hafengebieten und sollen dazu dienen, die alten Hafenareale einer neuen Nutzung zuzuführen.
Die gesamte Betrachtung der Freiräume vollzieht sich in fünf Stufen, die zu einer Einschätzung führen, die zugleich subjektiv und objektiv sein soll. Der persönliche Eindruck eines Jeden ist vielfältig und oftmals wissenschaftlich nicht erklärbar, gleichwohl legitim. Ein objektives Bild ist andererseits für die Dauerhaftigkeit und weitere Verwendung der Ergebnisse notwendig.
Dabei muss zunächst die Ausgangssituation und damit der Hafen als Funktionsraum betrachtet werden, der in seinem Maßstab, seiner architektonischen und städtebaulichen Ausformung kulturelles Zeugnis der entsprechenden Epoche ist.
Des Weiteren muss die nähere Umgebung beleuchtet werden, was die Untersuchung der Raumbildung und Flächengliederung erfordert.
Der Freiraum selbst unterliegt drei Kategorien der Bewertung: Funktion/Nutzung, Gestaltung und Charakter. Dabei spiegelt der Charakter eine sehr subjektive Bewertung des Autors wider, was dieser Arbeit eine persönliche Note verleihen soll.
Ergänzend zu der vorliegenden schriftlichen Ausarbeitung liegen fünf Poster bei, die den Vergleich und damit die Unterschiede bildlich veranschaulichen und vertiefen sollen.


1 Einleitung

Der natürliche Drang des Menschen die Welt zu erkunden und zu handeln, trieb die Stämme der Kelten, Wikinger und anderer nordischer Völker dazu, große Schiffe zu bauen und die Meere zu befahren. Der enorme Bedarf an Holz zum Bau der Schiffe hinterließ im Landschaftsbild der Seefahrervölker seine Spuren.
Schon im 6. Jahrhundert verwendeten die irischen Kelten und die Angelsachsen Segel, um die Ruderer zusätzlich zu unterstützen.
Die Wikinger befuhren ab dem 8. Jahrhundert die Ostsee, viele Binnengewässer, Flüsse und Gewässer über Europa hinaus mit ihren Schiffen und entdeckten damit auch neue Erdteile und schufen erweiterte Handelsbeziehungen.
Mit dem Beginn der Seefahrt hängt auch der Ursprung des Hafens und seiner Gestaltung zusammen. Abhängig von Technik, Wirtschaft und Fortschritt verändert sich der Hafenraum im Maßstab der Schiffe immer weiter. Die stetige Veränderung und Flexibilität des Hafens und seiner Anlagen stellt dabei die einzige Konstante dar.
Als große Zäsur in der europäischen Hafenentwicklung muss die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 und die erste Weltumsegelung im Jahr 1522 durch Ferdinand Magellan bewertet werden, denn es vollzog sich seither eine allmähliche Verschiebung von den europäischen Binnenmeeren (Nord-, Ostsee, Mittelmeer) zum Ozean (Atlantikhandel).

Dass sich diese Arbeit mit dem Vergleich zwischen Hamburg und London beschäftigt, ist nicht zufällig, denn es handelt sich um den jeweils bedeutendsten Hafen des Landes. Hafenstädte besitzen dabei eine typische Vielfalt an Besonderheiten, wie die des lokalen Arbeitsmarktes (Saison- und Gelegenheitsarbeit) und der internationalen Bedeutung im Warenstrom.

Dadurch entsteht, bezogen auf den Stadtraum, ein spezielles Verhältnis von Hafen-Arbeit-Wohnen.1
Bezogen auf die Stadterneuerung und Hafenrevitalisierung nehmen beide Städte in den Ländern eine Vorreiterrolle ein. Zwischen 1890 und 1912 waren von den Sanierungsvorhaben des London County Council in London ca. 17.000 Menschen betroffen, während es im gleichen Zeitraum in Hamburg annährend doppelt so viele waren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Gesamtbevölkerung in London in dieser Zeit vier- bis fünfmal höher lag als in Hamburg.


„Wasser nimmt so viele Merkmale an, wie die Orte, durch die es fließt, und wie sich der Spiegel mit der Farbe seines Gegenstandes ändert, so wandelt sich das Wasser mit dem Charakter seines Ortes…. Mit der Zeit und mit dem Wasser verändert sich alles.“
Leonardo da Vinci


2 Entwicklung des Hamburg Hafens


2.1 Naturräumliche Gegebenheiten

Abbildung 1: Hamburg Lage- und Stadtplan. (ohne Maßstab)2(nur in der Download-Version verfügbar)

Mit einer Ausdehnung von bis zu 40 km und einer Fläche von rund 755 km² (davon 60 km² Wasserfläche) ist der Stadtstaat Hamburg die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Im Urstromtal der Elbe (durchschnittlich 3 m ü. NN) und im Mündungsdelta von Alster und Bille in die Elbe, liegt der Hafen Hamburgs an einem wirtschaftlich sehr interessanten Knotenpunkt zwischen Schifffahrt, Handel und Gewerbe. Die Mündung der Niederelbe in die Nordsee befindet sich ca. 110 km stromabwärts. Die Elbe ist insgesamt 1.165 km lang und davon sind rund 940 km beschiffbar. Sie führt vom Riesengebirge durch das Böhmische Mittelgebirge und das Elbsandsteingebirge in das Norddeutsche Tiefland, um bei Cuxhaven in die Nordsee zu münden. (siehe Abbildung 2)

 

[...]


1 Die Vorteile der beiden Städte in der Stadterneuerung erläutert das Buch „Stadterneuerung in London und Hamburg. Eine Stadtbaugeschichte zwischen Modernisierung und Disziplinierung“ von Dirk Schubert (1997) ausführlich und kann hier vertiefend nachgelesen werden.
2 Quelle: ENCARTA ENZYKLOPÄDIE (2003): Hamburg, Microsoft Corporation, Redmond.

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