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Intermediate Examination Paper, 2006, 36 Pages
Author: Eva Wagner
Subject: Pedagogy - General
Details
Tags: Entwicklung, Geschlechterstereotypen
Year: 2006
Pages: 36
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-62125-0
File size: 214 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Entwicklung von Geschlechterstereotypen im Vorschulalter
und der Einsatz dieser am Beispiel des Spiels
von: Eva Wagner
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Entwicklung der Geschlechtsidentität 4
2.1 Dannhauer 6
2.2 Kohlberg 8
2.3 Jüngere Forschungsergebnisse 11
3. Stereotypen 13
3.1 Untersuchungen Dannhauer 13
3.3 Kinder-Stereotype und Erwachsenen-Stereotype 15
3.4 Entstehung von Stereotypen-Wissen 17
3.4 Der Zusammenhang von Wissen über Stereotype und stereotypes Verhalten nach Kohlberg und Dannhauer 19
4. Stereotypes Verhalten am Beispiel des Spiels 22
4.1 Untersuchungen von Dannhauer 22
4.2 Hypothesen für die frühe Spielzeugpräferenz 24
5. Stellungnahme 31
6. Literaturverzeichnis 35
1. Einleitung
Geschlechterstereotypen prägen unser Verhalten. Doch wie entstehen diese Stereotypen und wann beginnen diese, unser Handeln zu beeinflussen? Diese Frage werde ich in der folgenden Arbeit bearbeiten.
Zuerst werde ich mich diesem Thema allerdings durch den Themenkomplex der Entwicklung der Geschlechtsidentität annähern. Dies ist meiner Meinung nach sinnvoll, da die Entstehung von Stereotypen in diesem Prozess eingebunden ist. Ich werde also einen Teilaspekt der Entwicklung der Geschlechtsidentität genauer bearbeiten. Den großen Rahmen aber zuerst überblicksartig darstellen, um in diesem Kontext den Einsatz und das Auftreten von Stereotypen bewerten zu können.
In diesem ersten Teil meiner Arbeit werde ich auch in einem kleinen Überblick die verschiedenen Blickwinkel auf dieses Thema darstellen. Natürlich gibt es sehr viele verschieden Theorien mit eigenen Ausgangspunkten zu diesem Thema. Ich werde das Konzept von Lawrence Kohlberg vorstellen. Der Blickwinkel, mit welchem ich mich diesem Thema nähere, wird also kognitiv geprägt sein. Der zweite Autor, welcher in meiner Arbeit eine übergeordnete Rolle spielen wird, ist Dannhauer. Von ihm werde ich vorwiegend Studien aufgreifen. Dannhauer hat umfangreiche und meiner Meinung nach sehr aufschlussreiche Studien zu diesem Thema gemacht. Um eine statistische Grundlage zu haben, werde ich einige seiner Untersuchungen etwas genauer behandeln. Auch die Theorie Dannhauers wird für mich ein häufiger Bezugspunkt sein.
Bei der Behandlung des Themas Geschlechterstereotypen wird es von Bedeutung sein herauszufinden, in welchem Alter Wissen um die Stereotypen entsteht. Also in welchem Alter Kinder einem Geschlecht bestimmte Fähigkeiten und Tätigkeiten zuordnen. Hierbei werde ich unterscheiden, ob die Stereotypen in Bezug auf Gleichaltrige oder in Bezug auf Erwachsene entwickelt werden. Ferner wird der Zusammenhang von stereotypem Wissen und stereotypem Verhalten innerhalb der vorgestellten Theorien von mir dargestellt. Die Theorien von Kohlberg und Dannhauer, sowie Studien zu diesem Thema, werden hier im Vordergrund stehen.
Im dritten Teil dieser Arbeit wird der Einsatz von stereotypem Verhalten am Beispiel des Spiels von mir behandelt werden. An dieser Stelle werden die theoretischen Konstrukte hinterfragt bzw. erweitert. Hier werde ich auch stärker auf andere Autoren eingehen.
2. Die Entwicklung der Geschlechtsidentität
Zum Einstieg eine Definition aus einem Lexikon der Psychologie: „Geschlechtsidentität: die Selbstidentifizierung eines Menschen mit seinem biologischen Geschlecht als männlich oder weiblich. Sie erfolgt den äußeren Geschlechtsorganen gemäß etwa innerhalb der ersten drei Lebensjahre und festigt sich dann weiter. Durch die Erziehung werden entsprechende Denk- und Verhaltensmuster übernommen“ (Brockhaus 2001: S. 208). Diese kurze Definition ist nur auf den ersten Blick eine allgemeine. Zwar würden die meisten Autoren zustimmen, dass ein Kind sich innerhalb dieser Entwicklung mit seinem Geschlecht identifiziert, seine Geschlechtsrolle anerkennt und übernimmt, allerdings schon die Altersangabe ist spezifisch. Ich denke, innerhalb der Arbeit wird sich klären, ob die ersten drei Jahre wirklich eine übergeordnete Rolle spielen und man später nur noch von einer „Festigung“ sprechen kann. Der zweite Teil der Definition steht in Zusammenhang einem Schwerpunkt meiner Arbeit. Dieser Teil der Definition ist stark wertend. Durch die Erziehung sollen Verhaltensweisen übernommen werden. Auch hier wird sich herausstellen, ob es nicht noch andere Aspekte gibt.
Es gibt diverse Konzepte zur Entwicklung der Geschlechtsidentität, manchmal auch „Übernahme der Geschlechtsrolle“ genannt. Was die Psychologie angeht, so gibt es von den drei großen Bereichen Psychoanalyse, Behaviorismus und kognitive Psychologie jeweils eine Theorie. Die Theorie nach Freud werde ich hier nicht genauer bearbeiten. Der Vollständigkeit halber werde ich sie aber sehr knapp zusammenfassen. Der Junge entwickelt innerhalb des Ödipuskomplex’ die Angst, sein Vater könnte ihn kastrieren, da er sich zu seiner Mutter hingezogen fühlt und feststellt, dass Mädchen keinen Penis besitzen. Er überwindet diese Angst, indem er sich mit seinem Vater identifiziert, und erreicht somit seine Geschlechtsidentität. Beim Mädchen wird dieser etwas komplexer ablaufende Prozess „Elektrakomplex“ genannt. Das Mädchen gibt der Mutter die Schuld an ihrer „Penislosigkeit“, sie möchte den Penis des Vaters besitzen. Dieser Wunsch entwickelt sich dahingehend, ein Kind von dem Vater haben zu wollen. Auch hier wird der Konflikt mit der Identifikation der Mutter und somit der Erreichung der weiblichen Geschlechtsidentität überwunden.
Die Lerntheorie, welche dem Behaviorismus zuzuordnen ist, wird noch einmal in zwei Untergruppen unterteilt, die klassische Lerntheorie und die soziale Lerntheorie. Beide Theorien betonen sehr stark den Einfluss von außen. Die klassische Lerntheorie basiert auf dem Prinzip Belohnung und Bestrafung: „Unter dieser Betrachtungsweise werden die Geschlechterrollen nach den gleichen Regeln wie andere Verhaltensweisen erworben, und zwar durch Ausbildung konditionierter Reiz-Reaktions-Verbindungen. Dabei wird ausnahmslos auf die Wirkung von Verstärkung (oder Bekräftigung) zurückgegriffen“ (Merz 1979: S.103) Die soziale Lerntheorie erweitert dieses Konzept, indem sie den Aspekt „Lernen durch Nachahmung“ integriert. So muss die Belohnung bzw. Bestrafung nicht selbst erlebt werden, um eine Verhaltensänderung zu erzeugen, sie kann stellvertretend durch eine andere Person wirken.
Diese strikte lerntheoretische Auffassung werde ich in dieser Arbeit nicht genauer darstellen. Der Einfluss des sozialen Umfelds, besonders der Eltern, wird für mich allerdings ein häufiger Bezugspunkt sein. Dieser Einfluss ist allerdings auch in den meisten anderen Konzepten, nur eben nicht als der vorrangigste, vorhanden. Der zuletzt genannten Bereich der kognitiven Psychologie, vertreten von Lawrence Kohlberg, wird für mich, wie schon erwähnt, eine übergeordnete Rolle spielen. Natürlich gibt es noch diverse andere Konzepte zur Erklärung der Geschlechtsidentität. Genannt werden sollten natürlich noch biologisch orientierte Konzepte. Diese werden für mich eine eher untergeordnete Bedeutung haben, obwohl ich nicht davon ausgehe, dass biologische Aspekte keine Rolle spielen. Anthropologische Erklärungsansätze spielen bei dem Thema Geschlechterrollen ebenfalls traditionell eine Rolle. Ich werde im letzen Teil einen kleinen Einblick in die anthropologische Sichtweise geben.
2.1 Dannhauer
Da ich auf mehrere Studien von Dannhauer eingehen werde, möchte ich vorab einige Informationen zu diesen darstellen. Allgemein ist zu diesen Untersuchungen zu sagen, dass diese in der DDR durchgeführt wurden. Dannhauer hat Kinder verschiedener Altersstufen untersucht, wobei ich nur Studien verwenden werde, welche mit Klein,- sowie Kindergartenkinder durchgeführt wurden. Die untersuchten Kinder im Kleinkindalter besuchten eine Kinderkrippe in Jena. In Kindergärten gab es zwei umfangreiche Untersuchungen, wobei insgesamt aus 20 Kindergartengruppen alphabetisch sieben Jungen und sieben Mädchen ausgewählt wurden, um gruppenspezifische Einflüsse auszuschließen. Hierbei stammen die meisten Kinder aus Städten mittlerer Größe und es gibt keine Unterschiede in Bezug auf die Verteilung der Berufe von Müttern und Vätern sowie Anzahl der Geschwister.
Die Untersuchungen wurden im Rahmen von Praktika, Diplomarbeiten von Psychologiestudenten und Staatsexamensarbeiten von Lehramtsstudenten durchgeführt. Die Einzelergebnisse wurden zusammengefasst und mit statistischen Methoden überprüft (vgl. Dannhauer 1973: S.101/102).
[...]
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