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Analyse der Demonstrationsfähigkeit nach Abschluss des Schwimmgrundkurses 1- Rollwende Kraul

Research Paper, 2006, 23 Pages
Author: Anja Uhlitzsch
Subject: Sport - Theory and Practice

Details

Category: Research Paper
Year: 2006
Pages: 23
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V69781
ISBN (E-book): 978-3-638-62258-5
ISBN (Book): 978-3-638-93031-4
File size: 484 KB
Notes :
Theoretische Aufarbeitung der Rollwende im Kraulschwimmen und die Analyse der Demonstrationsfähigkeit der Gymnasiallehramtsstudenten nach dem 1. Schwimmkurs.


Abstract

1. Grundlegende Betrachtungen der Wende 1.1. Definition der Wende Unter einer Wende (aus dem Althochdeutschen: wendi = wenden) versteht man laut verschiedener Lexika entweder eine einschneidende Veränderung, den Wandel eines Geschehens oder eine historische Veränderung zu einem neuen Abschnitt. Des Weiteren ist sie im politischen Sinne das Schlagwort der ehemaligen DDR-Regierung für die friedliche Revolution und Wiedervereinigung. In der Seemannssprache beschreibt die Wende die Umkehr eines Schiffes um 180°. Im Schwimmsport bedeutet sie jedoch das Wenden am Ende einer Bahn und die damit einhergehende Richtungsänderung um ebenfalls 180°. Im Sportschwimmen wird die Wende genauer definiert als „Umkehr am Ende der Schwimmbahn zur Fortsetzung eines Wettkampfes, wenn die Strecke länger als eine Bahn ist.“ 1.2. Die Wende und ihre Bedeutung für die Leistungsvollendung Wenden jeglicher Art entstanden aufgrund der Tatsache, dass die meisten Wettkampfstrecken im Schwimmen ein Vielfaches einer Bahnlänge betragen und die Schwimmer somit ihre Richtung einmal oder mehrmals verändern müssen. Bei einer Wettkampfstrecke von 1500m entspricht das in einem 50m-Becken genau 29 Wenden. Die Wende stellt somit, ebenso wie der Startsprung, eine sehr wichtige Teilfunktion innerhalb des Bewegungsablaufes dar und unterstützt die Leistungsvollendung entscheidend. In den international festgelegten Wettkampfbestimmungen von 1985 ist die Durchführung einer Wende im Sportschwimmen im Allgemeinen wie folgt festgelegt: „Bei allen Wettkämpfen muß der Schwimmer beim Wenden körperlichen Kontakt mit dem Ende des Bades oder der Bahn haben. Die Wende muss an der Wand ausgeführt werden; es ist nicht gestattet, sich vom Boden des Beckens abzustoßen oder abzuspringen.“


Excerpt (computer-generated)

Universität Rostock
Philosophische Fakultät
Institut für Sportwissenschaft
Schwimmen Spezial
Abgabedatum: 20.03.2006

Thema:

Analyse der Demonstrationsfähigkeit nach
Abschluss des Schwimmgrundkurses 1 für das Gymnasiallehramt
- unter besonderer Berücksichtigung der Rollwende Kraul

von

Anja Uhlitzsch

 

 

 

Gliederung:

1. Grundlegende Betrachtungen der Wende
1.1. Definition Wende S. 2
1.2. Die Wende und ihre Bedeutung für die Leistungsvollendung S. 2- 3
1.3. Entwicklung der Wende S. 3- 4
1.4. Wendearten allgemein S. 4- 5

· Hohe Wende
· Flache Wende
· Tiefe Wende

2. Wendetechniken
2.1. Allgemein gültige Phasen der Wende S. 5- 6
2.2. Technische Anforderungen unter biomechanischen Gesichtspunkten S. 6- 7
2.3. Wendearten im Kraulschwimmen S. 7- 9

3. Technik der Rollwende im Kraulschwimmen S.10-12

4. Lehren der Rollwende im Kraulschwimmen
4.1. Rahmenplanbezug S.12-13
4.2. Methodisches Verfahren zum Erlernen der Rollwende im Kraulschwimmen an der Universität Rostock S.13-14

5. Bewertungskriterien für die Rollwendetechnik und die Demonstrationsfähigkeit der Studenten/ Studentinnen S.14-15

6. Analyse der Demonstrationsfähigkeit der Rollwende nach Abschluss des Schwimmgrundkurses 1 Lehramt Gymnasium S.15-19
6.1. Diagramme zur Auswertung der benötigten Wendezeit S.16

7. Fehlerarten und Korrekturmöglichkeiten S.19-21

8. Quellenverzeichnis S.22

 

 

1. Grundlegende Betrachtungen der Wende

1.1. Definition der Wende

Unter einer Wende (aus dem Althochdeutschen: wendi = wenden) versteht man laut verschiedener Lexika entweder eine einschneidende Veränderung, den Wandel eines Geschehens oder eine historische Veränderung zu einem neuen Abschnitt. Des Weiteren ist sie im politischen Sinne das Schlagwort der ehemaligen DDR-Regierung für die friedliche Revolution und Wiedervereinigung. In der Seemannssprache beschreibt die Wende die Umkehr eines Schiffes um 180°. Im Schwimmsport bedeutet sie jedoch das Wenden am Ende einer Bahn und die damit einhergehende Richtungsänderung um ebenfalls 180°.

Im Sportschwimmen wird die Wende genauer definiert als „Umkehr am Ende der Schwimmbahn zur Fortsetzung eines Wettkampfes, wenn die Strecke länger als eine Bahn ist.“1

1.2. Die Wende und ihre Bedeutung für die Leistungsvollendung

Wenden jeglicher Art entstanden aufgrund der Tatsache, dass die meisten Wettkampfstrecken im Schwimmen ein Vielfaches einer Bahnlänge betragen und die Schwimmer somit ihre Richtung einmal oder mehrmals verändern müssen. Bei einer Wettkampfstrecke von 1500m entspricht das in einem 50m-Becken genau 29 Wenden. Die Wende stellt somit, ebenso wie der Startsprung, eine sehr wichtige Teilfunktion innerhalb des Bewegungsablaufes dar und unterstützt die Leistungsvollendung entscheidend.

In den international festgelegten Wettkampfbestimmungen von 1985 ist die Durchführung einer Wende im Sportschwimmen im Allgemeinen wie folgt festgelegt: „Bei allen Wettkämpfen muß der Schwimmer beim Wenden körperlichen Kontakt mit dem Ende des Bades oder der Bahn haben. Die Wende muss an der Wand ausgeführt werden; es ist nicht gestattet, sich vom Boden des Beckens abzustoßen oder abzuspringen.“2 Der Abstoß von der Beckenwand ermöglicht dem Schwimmer eine größere Geschwindigkeit als auf der Schwimmstrecke. Eine Wende ist demnach nur effektiv, wenn sie vom Schwimmer technisch richtig ausgeführt wird und einen Zeitgewinn ermöglicht.

Bei jedem Wendevorgang im Messbereich von 10m kann ein relativer Zeitgewinn im Vergleich mit der Zeit auf der Schwimmstrecke erreicht werden:


im Rückenschwimmen von 0,35 bis 0,60 Sekunden,
im Kraulschwimmen von 0,70 bis 0,90 Sekunden,
im Schmetterlingsschwimmen von 0,20 bis 0,30 Sekunden,
und im Brustschwimmen von 0,55 bis 0,95 Sekunden.

Das belegt eindeutig, welche Bedeutung die Wende hat und wie sehr sie das Endergebnis beeinflussen kann. Ein möglicher Zeitverlust, der bei der Wende entstanden ist, ist meist auch nicht durch die Schwimmgeschwindigkeit wieder aufzuholen. Je länger die zu schwimmende Strecke, desto größer ist der Anteil der Wendezeiten an der Gesamtzeit, da die Wende auf langen Strecken langsamer ausgeführt wird als auf kurzen. Im Idealfall beträgt die Wendezeit auf einer 100m-Strecke


im Kraulschwimmen 4,5 bis 5,1 Sekunden,
im Rücken- und Schmetterlingsschwimmen 5,4 bis 6,0 Sekunden,
und im Brustschwimmen 6,0 bis 6,7 Sekunden.

1.3. Entwicklung der Wende

Die zunehmenden Veränderungen im Bäderbau (auf der einen Seite flache Schwimmbecken, Balkenbegrenzungen, durchgehend tiefe Bassins usw.) hatten im Laufe der Zeit großen Einfluss auf die Entwicklung der Wenden und machten die Herausbildung verschiedener Wendearten und -techniken erforderlich. Auch das Streben nach immer besseren Leistungen führte zu einer weiteren Verbesserung der Wendentechnik und verstärkte die Suche nach dem rationellsten Verfahren. In keiner von mir verwendeten Publikation finden die ursprünglichen Aufsteh- und Balkenwenden Berücksichtigung. Diese entwickelten sich jedoch zu den heute angewandten hohen, flachen und tiefen Wenden, auf die ich später noch eingehen werde. Das Hauptmerkmal zur Bezeichnung einer Wende bildet jeweils die Lage des Kopfes und des Rumpfes während der Drehung. Aus den neuen Wettkampfbestimmungen von 2005 (§ 101: Wettkampfbahn - 4. Wände) wird ersichtlich, dass heutzutage nicht nur die Wende an die Bedingungen angepasst ist, sondern auch die Bedingungen an die Wende. "Die Wände müssen parallel und senkrecht sein. Die Wände an beiden Enden müssen mit der Wasseroberfläche einen rechten Winkel bilden, aus festem Material errichtet sein und bis 0,8 m unter der Wasseroberfläche eine nicht rutschende Oberfläche besitzen, sodass der Schwimmer den Anschlag und Abstoß bei den Wenden ohne Risiko ausführen kann."

Die Vervollkommnung der Wendetechnik bietet trotzdem noch große Reserven. Es ist absehbar, dass weitere Änderungen und Verbesserungen stattfinden und die Bestleistungen von heute wohl noch übertroffen werden.

[....]


1 Komar, I.: (1996) „Schwimmtechnik im Kindertraining“ (Bd. 5 Kraulschwimmen); Aachen: Meyer und Meyer Verlag; S. 30

2 Schramm, E.:(1987) „Sportschwimmen“; Berlin: Sportverlag Berlin; S. 120

 


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