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Seminararbeit, 2006, 12 Seiten
Autor: Katrin Nowka
Fach: Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Details
Tags: Rudolf, Arnheims, Neuer, Laokoon, Sprechfilm, Kunst
Jahr: 2006
Seiten: 12
Note: 2,7
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-62259-2
Dateigröße: 81 KB
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Friedrich-Schiller-Universität Jena
Rudolf Arnheims „Neuer Laokoon“, ist der Sprechfilm Kunst?
Zum Seminar Klassische und Moderne Filmtheorie: Lektüren
von
Katrin Nowka
SoSe 06
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Kunsttheorie Lessings und Arnheims
2.1 Lessings "Laokoon" 4
2.2 Zum Kunstverständnis Rudolf Arnheims 5
3. Rudolf Arnheim "Der Neue Laokoon"
3.1 "Der Neue Laokoon" 6
3.2 Kritik und Einschätzung des Textes 8
4. Rudolf Arnheims "späte Einsicht"? 9
5. Schlussfolgerung 11
6. Bibliografie 12
1. Einleitung
Eine der grundlegendsten Fragen der Filmtheorie stellt seit jeher die nach der Stellung des Films als eigene Kunstform dar.
Der Film- und Kulturkritiker sowie Gestaltpsychologe Rudolf von Arnheim ging dieser Frage im Laufe seines Lebens immer wieder nach.
Mein Hauptaugenmerk lege ich in dieser Arbeit auf sein Werk „Der neue Laokoon“, das im Jahre 1938 veröffentlicht wurde, aber schon zehn Jahre zuvor verfasst worden war. Ich lege den Bezug zur kunsttheoretischen Schrift Lessings dar, beschäftige mich mit Inhalt und Bedeutung des Textes Arnheims, wobei ich vorweg die Frage stelle, was denn unter Kunst in den Augen Lessings und Arnheims zu verstehen sei. Danach zeige ich auf, inwieweit sich Rudolf Arnheims Position zum Sprechfilm im Laufe der Jahre verändert hat.
Rudolf Arnheim wurde 1904 in Berlin geboren. Nach seinem Studium der Psychologie und Philosophie legte er sein Hauptinteresse in den Bereich Film und Kino, ein Medium, das gerade einmal genauso alt war wie er. Es faszinierte ihn daran besonders die rein visuelle Möglichkeit des Ausdrucks. Vor diesem Hintergrund scheint auch seine vorerst ablehnende Haltung gegenüber dem Sprechfilm einleuchtend. Er betätigte sich sowohl als Kritiker als auch als Theoretiker, der sich immer wieder kritisch mit den Gesetzen und Möglichkeiten des Mediums Film auseinandersetzte und dazu vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zahlreiche Artikel veröffentlichte, bis sein Interesse abnahm und er sich unter anderem dem Rundfunk zuwandte.1 Der Film hatte seinen Reiz für Arnheim verloren, da es ihn vor allem interessierte, das Werden einer neuen Kunstform mitzugestalten und zu erleben. Nachdem er 1935 dem Film den „Verfall der filmkünstlerischen Ausdrucksmittel“ attestierte, beschäftigte ihn dieses Medium nur noch selten.2
2. Kunsttheorie Lessings und Arnheims
2.1 Gotthold Ephraim Lessing, „Laokoon, oder über die Grenzen der Malerei und Poesie“
Der Titel der Schrift „Der Neue Laokoon“ Rudolf Arnheims bezieht sich auf ein Werk Lessings aus dem Jahre 1766, „Laokoon: oder über die Grenzen der Malerei und Poesie“, in dem sich Lessing mit kunsttheoretischen Fragestellungen auseinandersetzt.
Der Laokoon ist eine Gestalt aus der Griechischen Mythologie. Laokoon, ein Priester des Apollon, warnte die Trojaner davor, das hölzerne Pferd, ein Weihe-Geschenk der Griechen, in die Stadt zu ziehen.
Um Laokoon zu bestrafen schickte Apollon zwei Schlangen, wobei unklar ist, ob der Verrat der wirkliche Grund war, oder weil Laokoon den Tempel des Apollon entweiht hatte. Laokoon und seine beiden Söhne Antpahs und Thymbräos wurden daraufhin von den Schlangen erwürgt.3
Lessing bezieht sich in seiner Abhandlung auf die antike Plastik dieser Legende, sowie die Frage nach der Bedeutung des Leidens in der Kunst und ob dieses Leiden nach ästhetischen Gesichtspunkten bestimmten Grenzen der Darstellung unterworfen sein sollte. Weiterhin ging er der Frage nach der Grenzziehung zwischen den verschiedenen Kunstgattungen nach. Diese Inhalte haben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Grundsatzdebatten unter Kunsttheoretikern geführt. Für Arnheim entscheidend mag hierbei Lessings Feststellung gewesen sein, dass Malerei und Poesie zwar beide die Natur beschreibende Künste wären, sich aber dennoch unterschiedlicher künstlerischer Mittel bedienten, um ihr Ziel zu erreichen.4 So zieht Lessing strikte Trennlinien zwischen diesen beiden Kunstformen, wie auch Arnheim später in seinen Theorien diese Unterscheidungen in den künstlerischen Mitteln von Bild und Ton vornimmt.
Lessing sieht auch klar die bildende Kunst als optisches Medium im Vorteil gegenüber der Poesie, da sich Bilder besser in das Gedächtnis einprägten:
[....]
1 Rudolf Arnheim, „Zur Psychologie der Kunst und ihrer Geschichte“ Kunsthistoriker in eigener Sache (Berlin: Dietrich Reimer Verlag, 1990) S. 201
2 Peter Schütze, Dramaturgie des Auges (Hagen: Verlag der Universitätsbibliothek, 2004) S.42-43
3 http://www.wispor.de/wpx-ku93.htm
4 http://www.sfb626.de/index.php/veroeffentlichungen/online/artikel/77/1/
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