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Gewerkschaftsmacht und Direktinvestitionen

Scholary Paper (Seminar), 2003, 23 Pages
Author: Nico Schmidt
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 23
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V69801
ISBN (E-book): 978-3-638-61405-4

File size: 161 KB


Excerpt (computer-generated)

Gewerkschaftsmacht und Direktinvestitionen

von: Nico Schmidt

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  Seiten 4

2. Nash-Verhandlungen und Nash-Gleichgewicht  Seiten 5-6

3. Annahmen der Modelle  Seiten 6-7

4. Modellbetrachtungen  Seiten 7-18

4.1 Modell ohne Direktinvestitionen in gewerkschaftlich organisierten Arbeitsmärkten  Seiten 7-12
4.2 Modell mit wechselseitigen Direktinvestitionen in gewerkschaftlich organisierten Arbeitsmärkten  Seiten 13-16
4.3 Modell mit asymmetrischen Direktinvestitionen in gewerkschaftlich organisierten Arbeitsmärkten  Seiten 17-18

5. Untersuchung der Gleichgewichte  Seite 19

6. Kritik  Seiten 20-21

7. Schlussfolgerungen  Seiten 21-22

8. Mathematischer Anhang  Seiten 23-25

9. Literaturverzeichnis  Seite 26
 



 

1. Einleitung:

Ob General Motors, Daimler-Chrysler oder Volkswagen – eines haben die führenden Autobauer gemeinsam: Sie stecken in der Krise. Überkapazitäten, die aufgrund der geringen Nachfrage entstehen und ein extremer Gewinnrückgang im ersten Halbjahr 2004 sind der Grund für die drastisch gekürzten Gewinnprognosen von VW. Aufgrund der steigenden Arbeitsproduktivität in der Branche wirkt diese Entwicklung paradox, aber bei genauerer Analyse der Situation scheinen die Schuldigen für die Entwicklung schnell gefunden: Die Gewerkschaften sorgen im Rahmen der Tarifverhandlungen für Löhne über dem Wettbewerbslohn, zu hohe Beschäftigung und sind es außerdem, die den international tätigen Unternehmen im Weg stehen, wenn es darum geht, die Kosten für den Produktionsfaktor Arbeit zu senken und überflüssige Arbeitskräfte zu entlassen.
VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch erklärte erst kürzlich, dass die anstehenden Tarifverhandlungen zwischen VW und der IG-Metall eine extrem negative Auswirkung auf die Arbeitsplatzsituation in Deutschland haben könnten. Nachdem der Verhandlungsführer der IG-Metall Hartmut Meine seinerseits eine „knallharte Tarifrunde“ ankündigte, wurde Pötschs Drohung dann konkreter: Er erklärte, dass bei Nicht-Akzeptanz der 2-jährigen Lohnnullrunde mehr als 30.000 Arbeitsplätze in Deutschland auf dem Spiel stehen.1
Um diese Aussagen zu verstehen, muss zuerst der Ablauf von Tarifverhandlungen zwischen Unternehmen und Gewerkschaften genauer betrachtet werden. Eine Unterscheidung zwischen Märkten ohne Direktinvestitionen (Kapitel 4.1), mit wechselseitigen Direktinvestitionen (Kapitel 4.2) und einseitigen (asymmetrischen) Direktinvestitionen (Kapitel 4.3) ist dabei zweckmäßig, da multinationale Unternehmen eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber den Gewerkschaften haben als nationale Unternehmen und somit unterschiedliche Verhandlungsergebnisse entstehen. Die mathematische Beweisführung erfolgt im mathematischen Anhang anhand der Berechnungen zum Modell aus Kapitel 4.2.

2. Nash-Verhandlungen und Nash-Gleichgewicht

Der Verhandlungsprozess zwischen Unternehmen und Gewerkschaften um Löhne und Beschäftigung ist ein Spieltheoretischer Ansatz, in dem das Verhandlungsergebnis durch ein Nash-Gleichgewicht erreicht wird. Die Spieltheorie „versucht das rationale Entscheidungsverhalten in sozialen Konfliktsituationen abzuleiten, in denen der Erfolg des einzelnen nicht nur vom eigenen Handeln, sondern auch den Aktionen mehrerer abhängt“.2 Im Rahmen von Nash-Verhandlungen haben die Akteure die Möglichkeit zusammenzuarbeiten und so ihren Nutzen zu steigern. Dabei sind einige wichtige Annahmen zu berücksichtigen, die der Vereinfachung dienen. Es wird vorausgesetzt, dass die Verhandlungspartner intelligent sind, hoch rational handeln und die gleichen Verhandlungsfähigkeiten haben. Außerdem sind die Verhandlungspartner laut Annahme über die Präferenzen und die Nutzenfunktion des jeweils Anderen informiert und ihnen ist die Struktur des Verhandlungsspiels bekannt.
Haben die Individuen gegensätzliche Zielsetzungen, versuchen sie diese durch Kooperation auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Verhalten sich die Verhandlungsparteien nicht kooperativ, scheitern die Verhandlungen. Formal lassen sich Nash-Verhandlungen folgendermaßen darstellen: Jedem Spieler steht ein Raum Si von möglichen Verhandlungsstrategien (s1 , s2) zur Verfügung. Für jedes Paar an möglichen Strategien, erreichen die Spieler einen Nutzen in Höhe von U1, U2. Das Hauptziel eines einzelnen Spielers ist es dabei, seinen eigenen Nutzen zu maximieren.
Bei der Suche nach einer Verhandlungslösung muss auch die Bedeutung von möglichen Drohungen der Verhandlungsparteien berücksichtigt werden. Eine Drohung in einem Verhandlungsspiel könnte folgendermaßen ablaufen: Im ersten Schritt definiert jeder Verhandlungspartner eine Anzahl ausgewählter Strategien (ti), die er anwenden wird, wenn es innerhalb des Verhandlungsprozesses nicht zu einer Einigung kommt. Diese Strategie ti nennt man dann die Drohung der Partei i. Im zweiten Schritt des Spiels informieren die Verhandlungspartner einander über ihre Drohungen und in der dritten Phase agieren die Spieler unabhängig voneinander und ohne jegliche Kommunikation. In dieser Phase entscheidet jeder Spieler über seine Forderungen (di). Spieler i wird dabei nicht zu einer Kooperation bereit sein, ehe der Nutzen dieser Zusammenarbeit nicht größer als seine Forderung (di) ist. Wenn nun in der letzten Phase im Zuge der Kooperation U1>d1 und U2>d2 ist, sind die Forderungen aller Spieler erfüllt.
Ein Nash-Gleichgewicht kann als ein „Erwartungspaar über die Entscheidung jeder Person interpretiert werden, sodass nach Offenlegung der Entscheidung der anderen Person kein Individuum sein Verhalten ändern will“3. Im Nash-Gleichgewicht werden die Erwartungen sämtlicher Spieler erfüllt, ihre Strategiewahl ist somit optimal.

3. Annahmen der Modelle

[...]


1 „VW baut Drohkulisse auf“, titelte der Stern zu diesem Thema am 09.09.2004 auf seiner Homepage.

2 nach: Gablers Volkswirtschaftslexikon, Stichwort: Spieltheorie

3 nach: Varian, Grundzüge der Mikroökonomik, 5. Auflage, S. 479


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