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Das Phänomen Short Message Service (SMS) - Einführung in eine neue Kommunikationsform

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 33 Pages
Author: M. A. Jenni Schmalenbach
Subject: Communications: Interpersonal Communication

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 33
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 36  Entries
Language: German
Archive No.: V69906
ISBN (E-book): 978-3-638-61417-7

File size: 579 KB
Notes :
Als Motorola 1983 das erste Mobilfunktelefon auf den Markt brachte und damit das Zeitalter der mobilen Telephonie einläutete, konnte kaum einer die Erfolgsge-schichte dieses neuen Mediums voraussehen. Nachdem die anfangs sehr teuren Geräte meist noch den Chefetagen vorbehalten waren , verfügten im Jahr 2004 bereits 72 Prozent aller deutschen Haushalte über ein Handy. Neben der mobilen Telephonie erfreut sich inzwischen mit dem Short Message Service, kurz SMS , allerdings noch eine ganz andere ...



Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaft (ZW)
Hauptseminar: (Zwischen-)Bilanz der Online-Forschung
Sommersemester 2002

Das Phänomen Short Message Service (SMS)
Einführung in eine neue Kommunikations-form

vorgelegt von: Jenni Schmalenbach
vorgelegt am: 31.März 2005

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... I

Abbildungsverzeichnis ... II

1 Einleitung ... 1

2 Das Phänomen Short Message Service (SMS) - Einführung in eine neue Kommunikationsform ... 2

2.1 SMS als neue Informations- und Kommunikationstechnologie ... 2
2.1.1 Definition und Funktionsweise des Short Message Service ... 2
2.1.2 Zur Entstehung, Verbreitung und Weiterentwicklung der SMS ... 3
2.1.3 SMS-Anwendungen ... 5

2.2 Medienspezifische Merkmale der SMS ... 7
2.2.1 Medienspezifische Nachteile und Einschränkungen in der SMS-Kommunikation ... 8
2.2.2 Medienspezifische Vorzüge und Besonderheiten der SMS ... 9
2.2.3 SMS im Medienvergleich ... 10
2.2.3.1 SMS vs. Telefon – Gemeinsamkeiten und Unterschiede ... 10
2.2.3.2 SMS – Email für das Handy? ... 12

2.3 Funktionen der SMS-Kommunikation ... 14

2.4 Jugendliche und SMS ... 15
2.4.1 Jugendliche als Hauptnutzergruppe von SMS ... 15
2.4.2 Inhalte von SMS-Botschaften ... 17
2.4.3 Nutzungsmotive und Gratifikationsdimensionen ... 18
2.4.4 Das Handy als „persönliches Medium“ der Jugendlichen ... 20

2.5 Sprachliche Besonderheiten in der SMS-Kommunikation: zur Entwicklung von Kurzformen und zum Gebrauch von „Emoticons“ ... 21

3 Zusammenfassung, Ausblick ... 23

Anhang ... 25

Literaturverzeichnis ... 28
 

1 Einleitung

Als Motorola 1983 das erste Mobilfunktelefon auf den Markt brachte1 und damit das Zeitalter der mobilen Telephonie einläutete, konnte kaum einer die Erfolgsgeschichte dieses neuen Mediums voraussehen. Nachdem die anfangs sehr teuren Geräte meist noch den Chefetagen vorbehalten waren2, verfügten im Jahr 2004 bereits 72 Prozent aller deutschen Haushalte über ein Handy.3

Neben der mobilen Telephonie erfreut sich inzwischen mit dem Short Message Service, kurz SMS4, allerdings noch eine ganz andere Anwendungsform des Mobiltelefons, das Versenden elektronischer Kurzmitteilungen über das Handy, großer Beliebtheit. Im Jahr 2001 nutzten bereits zwei Drittel der deutschen Handybesitzer diesen Dienst5, 2004 waren es sogar 86 Prozent.6

Dieser völlig unerwartete Erfolg, der in den Medien wiederholt als „SMS-Boom“7 oder „SMS-Manie“8 bezeichnet wird, führte nicht nur dazu, dass das Wort SMS im Jahr 2001 von der Gesellschaft für deutsche Sprache in die Liste der Wörter des Jahres aufgenommen wurde9, sondern auch zu einem verstärkten, fächerübergreifenden10 wissenschaftlichen Interesse an dieser neuen Kommunikationsform.11 Neben medienspezifischen und sprachlichen Besonderheiten der SMSKommunikation stehen dabei im Zusammenhang mit der SMS-Nutzung insbesondere die jugendlichen Handybesitzer als Hauptnutzergruppe des Short Message Service im Fokus wissenschaftlicher Studien.

Im Folgenden sollen die medienspezifischen und sprachlichen Besonderheiten, die Inhalte sowie die Nutzungsmotive des Short Message Service untersucht werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auch hier auf der Gruppe der Jugendlichen, zum einen, da sie, wie bereits erwähnt, die Hauptnutzergruppe des Kurzmitteilungsdienstes darstellen, zum anderen aber auch aufgrund der aktuellen Forschungslage, die in der Literatur bislang kaum Untersuchungen zu anderen Nutzergruppen hervorgebracht hat.

Zunächst sollen allerdings die Funktionsweise des Short Message Service sowie seine unterschiedlichen Anwendungsformen kurz dargestellt werden, um dem Leser einen grundlegenden Überblick zu verschaffen.
 

2 Das Phänomen Short Message Service (SMS) - Einführung in eine neue Kommunikationsform

2.1 SMS als neue Informations- und Kommunikationstechnologie

2.1.1 Definition und Funktionsweise des Short Message Service

Ob man nun von „simsen“, „texten“ oder „tickern“ spricht12, gemeint ist die „zwischenmenschliche Kommunikation mittels elektronischer Kurzmitteilungen SMS“13, bei der über den Short Message Service Textnachrichten (kurz SMS) von bis zu 160 alphanumerischen Zeichen über die Tastatur eines Mobiltelefons erstellt und zwischen Mobiltelefonen ausgetauscht werden können. Ermöglicht wird dieser Dienst auf Basis der 1992 eingeführten Mobilfunktechnologie GSM (Global Systems for Mobile Communications). Dabei erreichen versandte SMS den Empfänger, sobald dessen Mobiltelefon eingeschaltet und damit empfangsbereit ist, bis dahin werden die Kurznachrichten in einem sogenannten Short Message Service Center (SMSC) zwischengespeichert. Daher handelt es sich bei der SMSKommunikation technisch bedingt um eine asynchrone Kommunikationsform, deren Anbieter in der Regel die jeweiligen Mobilfunkanbieter sind und deren dominierendes Endgerät das Mobiltelefon bleibt, auch wenn der Versand von SMS inzwi-schen ebenfalls von einigen Festnetztelefonen aus bzw. über das Internet möglich st.14
 

2.1.2 Zur Entstehung, Verbreitung und Weiterentwicklung der SMS

Zur Erfindung der SMS als „unbeabsichtigtes Nebenprodukt des Mobiltelefonierens“ 15 kam es im Jahr 1992 eher zufällig, als einige Entwickler der Firma Vodafone sich einige noch überschüssige Übertragungskapazität des Handy- Signalisierungskanals zunutze machten und über diesen eine Textnachricht mit dem Wortlaut „Merry Christmas“ an das Handy eines Kollegen verschickten.16 Anschließend wurde der Versand von Kurzmitteilungen zunächst ausschließlich von den Netzbetreibern als Informationsdienst genutzt, um ihre Kunden über eingegangene Nachrichten auf der Sprachmailbox zu informieren17, bevor der Short Message Service 1994 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und ab 1996 die ersten SMS-fähigen Mobiltelefone für den privaten Gebrauch den Siegeszug der SMS einläuteten18

[...]


1 Vgl. o.V. (2003): Das Handy wird 20 Jahre alt. Schaumburg/Wiesbaden, 2003. URL: http://www.flensburgonline.de/telefon-internet/handy-geschichte.html. Stand: 26.03.2005.

2 vgl. o.V. (2003).

3 Vgl. Albert, B. (2004): Mehr Handys als Festnetztelefone in Deutschland. URL: http://www.areamobile.de/news/2906.html. Stand: 26.03.2005.

4 Zwar steht die Abkürzung SMS für den Dienst Short Message Service, allerdings ist SMS auch die allgemein übliche Abkürzung für die Textnachricht (also eigentlich die Short Message) an sich und wird im Folgenden in beiden Kontexten verwendet.

5 Focus (Hrsg.) (2001): Der Markt der Telekommunikation. Daten, Fakten, Trends. O.O. 2001. URL: http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DN/PM1DNA/DOWNLOAD/01telkom.pdf. Stand: 26.03.2005.

6 vgl. Beile, M. (2004): Neue Studie zum Handymarkt. Deutsche verrückt nach SMS. O.O. 2004. URL: http://www.bild.t-online.de/BTO/handyco/topthemen/SMS__deutschland/SMS__wahn__brd.html. Stand: 26.03.2005.

7 Höflich, J. (2003): Vermittlungskulturen im Wandel: Brief – Email – SMS. In: Höflich, R./Gebhardt, J.: Vermittlungskulturen im Wandel. Brief – Email – SMS. Frankfurt a. M. 2003, S. 43.

8 Schmid, O. (2001): Kurz und formlos: SMS – Ein interaktives Medium wird erwachsen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 239/01, 2001. URL: http://www.synapsy.de/press/mirror/detail.php?id=6. Stand: 26.03.2005.

9 Vgl. http://www.gfds.de/woerter.html.

10 Für die vorliegende Arbeit wurden Studien aus der Kommunikationswissenschaft, den Sprach- und Sozialwissenschaften sowie der Psychologie herangezogen.

11 Vgl. http://www.gfds.de/woerter.html.

12 Vgl. Döring, N. (2002b): "Kurzm. wird gesendet" - Abkürzungen und Akronyme in der SMS-Kommunikation. Muttersprache. Vierteljahresschrift für Deutsche Sprache, 112 (2), 97-114. URL: http://www.nicoladoering.de/publications/sms-kurzformen-doering-2002.pdf, S.4. Stand: 26.03.2005.

13 Döring (2002b), S.4.

14 Vgl. Döring (2002b), S.4.

15 Androutsopoulos, J./Schmidt, G. (2001): SMS-Kommunikation: Ethnografische Gattungsanalyse am Beispiel einer Kleingruppe. In: Zeitschrift für Angewandte Linguistik (ZfAL). URL: http://www.ids-mannheim.de/ prag/sprachvariation/tp/tp7/SMS-Kommunikation.pdf, S.2. Stand: 26.03.2005.

16 Scheurer, S. (2004): Happy Birthday, SMS! O.O. 2004. URL: http://www.swr3.de/info/handyman/10jahre/. Stand 09.11.2004.

17 Vgl. Schmid (2002).

18 Vgl Thamm/Schommer, Ch. (2004): Schicken macht Spaß. Seit 10 Jahren kann man per Handy Briefe schreiben. URL: http://www.bild.tonline.de/BTO/handyco/aktuell/2004/03/14/sms__macht__spass/sms__macht__spass.html. Stand: 26.03.2005.


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