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Wie sehen weiße Kindergartenkinder farbige Menschen?

Scholary Paper (Seminar), 2006, 27 Pages
Author: Simone Strasser
Subject: Pedagogy - Intercultural Pedagogy

Details

Event: Affirmative Action Bildungsansätze im internationalen Vergleich
Institution/College: Klagenfurt University (Universität Klagenfurt)
Tags: Kindergartenkinder, Menschen, Affirmative, Action, Bildungsansätze, Vergleich
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 27
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V70045
ISBN (E-book): 978-3-638-62393-3
ISBN (Book): 978-3-638-67392-1
File size: 148 KB
Notes :
Die Seminararbeit beinhaltet eine qualitative Forschung mit individuellen Befragungen von vier Kindern. Weiße Kinder im Kindergartenalter werden darin befragt, wie sie farbige Kinder bzw. Menschen sehen. Ziel war es zu erforschen, ob auch Kindergartenkinder Vorurteile bzw. rassistische Haltungen bereits verinnerlicht haben.


Abstract

Aus mehreren Gründen habe ich mich dafür entschieden, eine Stichprobe darüber durchzuführen, ob Rassismus bzw. Ausländerfeindlichkeit auch schon in Kleinkindern verankert ist: Einer der Gründe ist mit Sicherheit, dass es darüber nicht Massen an Literatur gibt, ich diese Frage jedoch als eine äußerst Spannende einstufe. Andererseits habe ich mich gefragt, wann in uns Menschen der Punkt kommt, bei dem uns die „Fremdheit“ als bedrohlich erscheint. Diese Frage werde ich im Zuge dieser Seminararbeit zwar nicht klären können, dennoch aber möchte ich Eindrücke darüber verschaffen, wie Kleinkinder darüber denken und wie sie fühlen. Die persönliche Motivation, diese Thematik zu bearbeiten ist jene, dass ich zwei Söhne habe, und mein fünfjähriger Sohn einen farbigen Freund hat. Der Name seines Freundes ist Pablo: Sehr oft hat mein Sohn Dominik mit seinem Freund Pablo schon gespielt und noch nie wäre es mir aufgefallen, dass es ein Problem für die beiden wäre, dass sie eine andere Hautfarbe haben. Ja mehr noch: Wenngleich mein Sohn ein äußerst nachdenkliches und kluges Kind ist und auch dementsprechend viel fragt um sein Wissen zu erweitern, sind noch nie Gespräche über Pablo´ s Haut zu Stande gekommen. Aus diesem Grunde hat es mich natürlich sehr interessiert, wieso er nie danach fragt und welche Priorität er diesem Thema schenkt. Weil ich auch Dominik interviewt habe, wird im Gespräch mit ihm diese Wichtigkeit sehr deutlich. Natürlich war es in diesem Zusammenhang auch wichtig zu erfahren wie sein Gegenüber – nämlich Pablo selbst darüber denkt und welche Erfahrungen er schon gemacht hat. Da mich ein möglicher geschlechtsspezifischer Unterschied bei Kindern im Umgang mit Fremdheit interessiert, habe ich außerdem ein fünfjähriges Mädchen zur Thematik interviewt. Ein einzelnes Interview ist dann von einer achtjährigen Schülerin. Natürlich bin ich mir darüber bewusst, dass ein einzelnes Interview nicht zulässig für irgendeine Statistik sein kann. Da weitere Interviews den Rahmen dieser Arbeit jedoch sprengen würden – ich aber dennoch gerne einen annähernden Vergleichswert zu den ersten drei Interviews haben wollte, beschloss ich diesen Weg zu wählen. Anschließend möchte ich die Interpretationen der Interviews vornehmen und die Aussagen der Kinder vergleichen.


Excerpt (computer-generated)

Alpen-Adria- Universität Klagenfurt
Arbeit für SE: Affirmative Action-Bildungsansätze im internationalen Vergleich

„Wie sehen weiße Kindergartenkinder farbige Menschen?“

von: Strasser Simone

 


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort:  3

2 Angaben zu den befragten Kindern:  4

3 Interviewmethode:  5

4 Interviews:  6

a) Interview mit Dominik – 5 Jahre alt:  6
b) Interview mit Pablo – 4 Jahre:  11
c) Interview mit Vanessa:  14
d) Interview mit Verena:  15

5 Interpretationen:  18

a) Einzelinterpretation – Interview mit Dominik:  18
b) Einzelinterpretation – Interview mit Pablo:  21
c) Einzelinterpretation – Interview mit Vanessa:  22
d) Einzelinterpretation – Interview mit Verena:  25

6 Schlusswort:  27


 

 

1 Vorwort:

Aus mehreren Gründen habe ich mich dafür entschieden, eine Stichprobe darüber durchzuführen, ob Rassismus bzw. Ausländerfeindlichkeit auch schon in Kleinkindern verankert ist: Einer der Gründe ist mit Sicherheit, dass es darüber nicht Massen an Literatur gibt, ich diese Frage jedoch als eine äußerst Spannende einstufe.
Andererseits habe ich mich gefragt, wann in uns Menschen der Punkt kommt, bei dem uns die „Fremdheit“ als bedrohlich erscheint. Diese Frage werde ich im Zuge dieser Seminararbeit zwar nicht klären können, dennoch aber möchte ich Eindrücke darüber verschaffen, wie Kleinkinder darüber denken und wie sie fühlen.
Die persönliche Motivation, diese Thematik zu bearbeiten ist jene, dass ich zwei Söhne habe, und mein fünfjähriger Sohn einen farbigen Freund hat. Der Name seines Freundes ist Pablo: Sehr oft hat mein Sohn Dominik mit seinem Freund Pablo schon gespielt und noch nie wäre es mir aufgefallen, dass es ein Problem für die beiden wäre, dass sie eine andere Hautfarbe haben. Ja mehr noch: Wenngleich mein Sohn ein äußerst nachdenkliches und kluges Kind ist und auch dementsprechend viel fragt um sein Wissen zu erweitern, sind noch nie Gespräche über Pablo´ s Haut zu Stande gekommen. Aus diesem Grunde hat es mich natürlich sehr interessiert, wieso er nie danach fragt und welche Priorität er diesem Thema schenkt. Weil ich auch Dominik interviewt habe, wird im Gespräch mit ihm diese Wichtigkeit sehr deutlich. Natürlich war es in diesem Zusammenhang auch wichtig zu erfahren wie sein Gegenüber – nämlich Pablo selbst darüber denkt und welche Erfahrungen er schon gemacht hat. Da mich ein möglicher geschlechtsspezifischer Unterschied bei Kindern im Umgang mit Fremdheit interessiert, habe ich außerdem ein fünfjähriges Mädchen zur Thematik interviewt. Ein einzelnes Interview ist dann von einer achtjährigen Schülerin. Natürlich bin ich mir darüber bewusst, dass ein einzelnes Interview nicht zulässig für irgendeine Statistik sein kann. Da weitere Interviews den Rahmen dieser Arbeit jedoch sprengen würden – ich aber dennoch gerne einen annähernden Vergleichswert zu den ersten drei Interviews haben wollte, beschloss ich diesen Weg zu wählen.
Anschließend möchte ich die Interpretationen der Interviews vornehmen und die Aussagen der Kinder vergleichen.

2 Angaben zu den befragten Kindern:

Name: Dominik
Geschlecht: Männlich
Alter: 5 Jahre
Soziales Umfeld des Kindes: Dominik´ s Mutter ist Studentin und arbeitet nebenbei bei einer Sozialinstitution. Sein Vater ist Elektromeister. Dominik´ s Eltern sind verheiratet. Er lebt mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder seit kurzem in einem Einfamilienhaus in einer ruhigen Gegend. Dominik besucht halbtags einen Kindergarten.

• Name: Pablo
Geschlecht: männlich
Alter: 4 Jahre
Soziales Umfeld des Kindes: Pablo wohnt mit seiner Mutter in einer Magistratswohnung. Zu seinem Vater hat er beinahe keinen Kontakt, da dieser inhaftiert ist. Pablo´ s Mutter hat eine weiße Haut –
sein Vater ist farbig. Seine Mutter ist als Verkäuferin Teilzeit beschäftigt. Pablo besucht ganztags einen Kindergarten.

Name: Vanessa
Geschlecht: weiblich
Alter: 5 Jahre
Soziales Umfeld des Kindes: Vanessa wohnt mit ihren Eltern in einer Eigentumswohnung. Ihre Mutter ist als Verkäuferin Teilzeit beschäftigt. Ihr Vater geht als Tischler einer Vollzeitbeschäftigung nach. Vanessa besucht ganztags einen Kindergarten.

Name: Verena
Geschlecht: weiblich
Alter: 8 Jahre
Soziales Umfeld des Kindes: Verena wohnt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem Einfamilienhaus. Ihre Mutter ist Hausfrau. Ihr Vater ist Angestellter bei einer Firma und geht dort einer Vollzeitbeschäftigung nach.

3 Interviewmethode:

Um mich meiner Frage, wie Kindergartenkinder über andersfarbige bzw. ausländische Kinder denken näher zu kommen, kam natürlich nur das qualitative Interview in Frage. Die Interviews wurden von mir selbst durchgeführt und sind per Videokamera aufgenommen worden.
Die einzige Schwierigkeit die sich für mich dabei teilweise ergab ist jene, dass Kleinkinder eher kurze Antworten geben – vor allem dann, wenn sie den Sinn der gestellten Fragen nicht erfassen können. Das Geschick, diese „Schwierigkeit“ aber doch zu meistern, habe ich auch in meinem „Mutter- Dasein“ gelernt.
Dennoch ist es bei Kleinkindern natürlich nicht möglich, nach einem strikten Leitfaden vorzugehen, was für mich wiederum das Spannende an der Erhebung gewesen ist. Oft muss man auch etwas vom Thema abschweifen, damit die Kinder in eine Erzählphase kommen und die Lust am Interview nicht sofort verlieren. Bezüglich der durchgeführten Interviews möchte ich anführen, dass alle natürlich erst nach Einverständnis der Erziehungsberechtigten entstanden sind.

4 Interviews:

a) Interview mit Dominik – 5 Jahre alt:

[...]


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