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Die Entwicklung der 'Spannung' im Drama am Beispiel von Ljudmila Razumovskajas "Dorogaja Elena Sergeevna"

Termpaper, 2007, 11 Pages
Authors: Andy Schober, Natalja Flaming
Subject: Russian / Slavic Languages

Details

Event: Das Drama als eine literarische Gattung
Institution/College: http://www.uni-jena.de/
Tags: Entwicklung, Spannung, Drama, Beispiel, Ljudmila, Razumovskajas, Dorogaja, Elena, Sergeevna, Drama, Gattung
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 11
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V70058
ISBN (E-book): 978-3-638-62397-1

File size: 95 KB


Excerpt (computer-generated)

Die Entwicklung der „Spannung“ im Drama am
Beispiel von Ljudmila Razumovskajas
„Dorogaja Elena Sergeevna"

von: Andy Schober und Natalja Flaming

 


Gliederung

1 Einleitung:  2

2 Aufbau der Spannung  3

2.1 Partielle Informiertheit 3
2.2 Parameter zur Steigerung der Spannungsintensität  4
2.3 Was-Spannung und Wie-Spannung 6
2.4 Finalspannung und Detailspannung 7

3 Messbarkeit von Spannung  8

Schlusswort:  9

Literaturverzeichnis:  10




 

1 Einleitung:

Die Spannung stellt ein Grundbedürfnis des Menschen dar. Sie ist gekennzeichnet durch die Frage „Wie geht es weiter?“ und strebt nach Lösung bzw. nach Entspannung. Nach FILL (2003:10) ist der Spannungsbedarf stündlich, täglich und sogar lebenslang beim Menschen vorhanden. Er entwickelte sich in den frühesten Evolutionsstufen des Homo Sapiens aus der Notwendigkeit der Beschaffung von Nahrung und wird heute gesichert durch das Berufsleben, durch soziale Kontakte, durch sportliche Aktivitäten und andere Freizeitbeschäftigungen. Jedoch wird der Spannungsbedarf weitestgehend immer mehr auch durch Kunst, Literatur und andere kulturelle Gestaltungsmöglichkeiten gedeckt, sowie auf unterschiedlichster Art und Weise durch die Sprache.
Wie eben schon erwähnt spielt die Spannung bei der Textproduktion eine ebenso große Rolle. Sie entscheidet darüber ob ein Text weiter gelesen wird oder nicht. Der Spannungsbegriff wird durch zwei Begriffe unterschieden – ‚tension’ und ‚suspense’. Tension stellt dabei eine Art Spannung dar, die aus Gegensätzen wie ‚abstrakt und konkret’ oder ‚ernst und ironisch’ resultiert und eher statisch ist. Diese Art von Spannung ist vorrangig, aber nicht ausschließlich in Gedichten anzutreffen (WENZEL 2001:22).
Dieser Begriff der Spannung ist „nicht dramenspezifisch […], sondern ein allgemeines Merkmal ästhetisch strukturierter Texte“ (PFISTER 2000:142) und wird deswegen bei der Analyse dramatischer Texte außen vorgelassen und findet keine weitere Beachtung. Aus diesem Grund ist die Spannung für das Drama im Sinne von ‚suspense’ zu sehen. Dabei setzt diese Art von Spannung „eine narrative Textstruktur voraus…[und]…ist damit der engere, spezifischere sowie interessantere Spannungsbegriff“ (WENZEL 2001:22). ‚Suspense’ ist auf den Handlungsverlauf orientiert und weist somit eine ständige dynamische Änderung des Spannungspotentials auf. Gemäß Fill (2003:70f.) ist ‚suspense’ zu definieren „als das angenehme Gefühl der Erwartung im Leser […], das durch angedeutete, aber noch nicht gegebene Informationen entsteht.“ In den folgenden Ausführungen werde ich das Problem der Spannung, d.h. wie man Spannung und mit welchen Mitteln man sie erzeugt, näher am Beispiel des Dramas ‚Dorogaja Elena Sergeevna’ von der zu den wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen Russlands zählenden Ljudmila Razumovskaja beschreiben.

2 Aufbau der Spannung

Das Drama „Dorogaja Elena Sergeevna“ ist in seinem Aufbau von Spannung typisch für diese Gattung. Wie in der Einleitung schon erwähnt ist die Spannung auch in diesem dramatischen Werk im Sinne von ‚suspense’ zu sehen. Das Spannungspotential verläuft dynamisch und der Leser ist im Verlauf der Handlung des Öfteren ‚gespannt’ (suspense) welchen Gang die Geschichte nimmt. Ljudmila Razumovskaja verwendet in ihrem Werk alle Formen des dramatischen Erzählens. In meinen folgenden Ausführungen werde ich mich näher auf die Mittel des Spannungsaufbaus wie „Partielle Informiertheit“, das Zusammenwirken mehrer Spannungsbögen (Finalspannung und Detailspannung), den Einsatz verschiedener Parameter zur Steigerung der Spannungsintensität sowie die Verwendung eines solchen Aufbaus, der im Bezug zur Spannungsentwicklung sowohl auf den Ausgang, als auch auf den Gang der Handlung ausgerichtet ist (Was-Spannung und Wie-Spannung).

2.1 Partielle Informiertheit

Das eigentliche Spannungspotential ist das Ergebnis einer nur teilweisen bzw. einer partiellen Informiertheit des Lesenden in Bezug auf folgende Ereignisse von den handelnden Figuren. Somit würden sowohl die totale Informiertheit über kommende Handlungssequenzen, als auch die totale Offenheit und Unvorhersagbarkeit der zukünftigen Ereignisse keine Entwicklung von Spannung mit sich bringen (PFISTER 2000:142f.). Die Spannung ergibt sich gemäß PFISTER (2000:143) „immer im Spannungsfeld von Nichtwissen und antizipierender Hypothese aufgrund gegebener Informationen.“ Die Kunst der Spannungsentwicklung liegt dementsprechend darin eine Neugier beim Leser zu wecken, was nur erreicht wird indem der Leser Informationen über bereits Geschehenes erhält, aber ebenso im Unklaren bleibt über zukünftige Ereignisse, um eigene Schlussfolgerungen für den Leser zu ermöglichen (PÜTZ 1977:11).

[...]


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