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Diploma Thesis, 2002, 88 Pages
Author: Katinka Teetz
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Tags: Medien, Gewalt, Aggression, Fernsehen
Year: 2002
Pages: 88
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-14424-7
File size: 262 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen
auf das Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen
Diplomarbeit
an der
Katholischen Fachhochschule Berlin
vorgelegt von
Katinka Teetz
Berlin
01.07.2002
Gliederung
1. EINLEITUNG ... 4
2. DIFFERENZIERUNG DES AGGRESSIONS- UND
GEWALTBEGRIFFES ... 7
2.1. Begriffsbestimmungen Aggression und Gewalt ... 7
2.2. Personale und strukturelle Gewalt ... 8
2.3. Erscheinungsformen ... 10
2.3.1. Innerfamiliäre Gewalt… ... 10
2.3.2. …und Jugendgruppengewalt ... 11
2.4. Ursachen ... 13
2.4.1. Soziologische Ansätze ... 13
2.4.1.1. Das Modell von Sozialstruktur und Anomie ... 14
2.4.1.2. Die Subkulturtheorien ... 16
2.4.2. Psychologische Ansätze ... 17
2.4.2.1. Die Theorien der angeborenen Aggression ... 18
2.4.2.2. Die Frustrations-Aggressions-Theorie ... 19
2.4.2.3. Die Theorie des sozialen Lernens ... 20
2.4.3. Schlussfolgerungen zu den Ursachen der Gewalt ... 22
3. DIE MEDIEN ... 23
3.1. Begriffsbestimmung Medien ... 23
3.2. Bestandsaufnahme zum Fernsehverhalten von Kindern ... 24
3.2.1. Die Fernsehnutzung von Kindern zwischen drei und dreizehn
Jahren ... 25
3.2.2. Die kindliche Fernsehnutzung an verschiedenen
Wochentagen ... 26
3.2.3. Die kindliche Fernsehnutzung zu verschiedenen Tageszeiten ... 26
3.2.4. Die kindliche Nutzung verschiedener Fernsehsender ... 27
3.2.5. Bevorzugte Inhalte kindlicher Fernsehnutzung ... 27
3.3. Bestandsaufnahme zu Gewaltdarstellungen im deutschen
Fernsehen ... 28
3.3.1. Die Ergebnisse bezogen auf das Gesamtprogramm ... 29
3.3.2. Die Ergebnisse bezogen auf die einzelnen Sender ... 30
3.3.3. Die Ergebnisse bezogen auf die inhaltliche Struktur ... 30
3.3.4. Die Ergebnisse bezogen auf die unterschiedlichen
Programmgenres ... 31
3.4. Schlussfolgerungen zum Fernsehverhalten und zu den
Gewaltdarstellungen ... 32
3.5. Die Faszination Kinder und Jugendlicher an Fernsehgewalt ... 33
4. DIE MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG ... 37
4.1. Zur historischen Dimension der Diskussion um die Wirkung von
Gewaltdarstellungen ... 37
4.2. Begriffsbestimmung Wirkung ... 40
4.3. Zur Entwicklung der Forschungsannahmen und der
Forschungsstrategien ... 41
4.4. Methoden der Medienwirkungsforschung ... 46
4.4.1. Die Inhaltsanalyse ... 46
4.4.2. Das Experiment ... 47
4.4.3. Die Feldstudie ... 48
4.4.4. Die Metaanalyse ... 49
4.4.5. Multimodale Untersuchungen ... 50
4.5. Thesen zu Wirkung von Gewaltdarstellungen ... 51
4.5.1. Die Katharsisthese ... 51
4.5.2. Die Inhibitionsthese ... 52
4.5.3. Die Stimulationsthese ... 52
4.5.4. Die Habitualisierungsthese ... 53
4.5.5. Die Suggestionsthese ... 54
4.5.6. Die These der Wirkungslosigkeit ... 54
4.5.7. Die Theorie des sozialen Lernens ... 55
4.6. Schlussfolgerungen zur Medienwirkungsforschung ... 57
5. HABEN GEWALTAKTE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN
IHRE URSACHE IN GEWALTDARSTELLUNGEN? ... 59
5.1. Beispiele für Nachahmungstaten ... 59
5.2. Pro und Contra in der wissenschaftlichen Debatte ... 60
5.2.1. Pro ... 61
5.2.2. Contra ... 63
5.2.3. Fazit ... 65
5.3. Interventionsmöglichkeiten aus pädagogischer Sicht ... 67
5.3.1. Medienpädagogische Ansätze ... 68
5.3.2. Ansätze der Gewaltprävention ... 71
6. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK ... 74
ANHANG ... 80
LITERATUR ... 82
1. Einleitung
Die Medien im so genannten Informationszeitalter haben teilweise den Ruf, sich besonders im Kinder- und Jugendalter schädigend auf ihre Rezipienten auszuwirken. In den USA wurden in den letzten Jahren Gewalttaten an Schulen von Jugendlichen verübt, deren Brutalität eine völlig neue Dimension anzunehmen schien. In den letzten Jahren schwappte diese Welle schulischer Gewalttaten auch nach Deutschland über und fand ihren traurigen Höhepunkt im Erfurter Schulmassaker im April 2002, bei dem der 19-jährige Robert Steinhäuser in nur wenigen Minuten 16 Menschenleben auslöschte, bevor er sich selbst tötete. Die (vermeintliche) Ursache für dieses tragische Ereignis war schnell gefunden: Robert Steinhäuser hatte in hohem Maße gewalttätige Computerspiele gespielt sowie gehäuft "Blut triefende" Gewaltfilme konsumiert.
Sicherlich kann man versuchen, einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Tat des Robert Steinhäuser und seiner regelmäßigen Rezeption von fiktiver Gewalt herzustellen, indem man der Frage nachgeht, ob Medien sich für Mordtaten verantwortlich zeigen müssen. Allerdings zeigte sich schon bei den ersten Literaturrecherchen zu dieser Arbeit, dass bereits die Frage, ob mediale Gewaltdarstellungen überhaupt eine Steigerung der Aggressivität von Kindern und Jugendlichen bewirken können, den Umfang dieser Arbeit zu übersteigen drohte. Daher erschien eine Eingrenzung auf die Auseinandersetzung mit oben genannter Problematik angebracht.
Allerdings wird man, wenn man sich mit der Medienwirkungsforschung, die sich bereits seit den 1920er Jahren intensiv mit der Wirkung von Gewaltdarstellungen beschäftigt, auseinandersetzt, keine klare Antwort auf diese Fragestellung erhalten.
Beliebt ist schon seit der Einführung des Fernsehens die These, so genannte Schundfilme, in denen Gewalt eine große Rolle spielt, hätten eine Zunahme der Gewalttätigkeit in unserer Gesellschaft zur Folge. Auf der anderen Seite existieren Standpunkte, die jegliche Wirkung von medialer Gewalt abstreiten. Zwischen diesen extremen Ansichten stehen Wissenschaftler, deren Ansicht nach weder von einer monokausalen Wirkung noch von einer Nicht-Wirkung ausgegangen werden kann. Sie plädieren für eine Einbeziehung des Umfeldes und insbesondere der familiären Situation, um der Frage nach möglichen Wirkungen von Gewaltdarstellungen auf Kinder und Jugendliche gerecht zu werden. Auf diesem Aspekt soll in den folgenden Ausführungen ein besonderes Augenmerk liegen.
Diese widersprüchlichen Ansätze und Ergebnisse der Medienwirkungsforschung weisen auch auf die Problematik dieser Arbeit hin. Aufgrund der Vielzahl von Ansätzen und der Widersprüchlichkeit der Erkenntnisse ist eine lückenlose Beschreibung aller Aspekte des Forschungsthemas im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Stattdessen soll versucht werden, einen Überblick über die Thematik zu geben und auf besonders interessante und prägnante Aspekte vertiefend einzugehen.
Die vorliegende Arbeit setzt sich auseinander mit der Frage der Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Medien, insbesondere im Fernsehen sowie in (Video-)Filmen, auf Kinder und Jugendliche. Der Begriff der Gewaltdarstellung bezieht sich dabei auf ausgeübte Gewalt in diesen Medien; dabei liegt das Augenmerk im Besonderen auf fiktiver Gewalt, da die Erforschung realer Gewalt in Film und Fernsehen in diesem Zusammenhang bisher kaum berücksichtigt wurde. Hinzu kommt, dass "Kinder [zumeist] Gewalt in Form von Action und Spannung [sehen], aber […] selten realistische Gewalt von extremer Intensität." Gewalt ist hierbei personale Gewalt im körperlichen Sinne, was auch damit zusammenhängt, dass psychische Gewaltdarstellungen von Kindern kaum wahrgenommen werden.
Es erscheint sinnvoll, zunächst eine Differenzierung der Termini "Aggression" "Gewalt" vorzunehmen. Nach einer Definition der Begriffe erfolgt im zweiten Kapitel eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Gewalt, wobei hier der Fokus auf innerfamiliärer Gewalt und Jugendgruppengewalt als zwei Erscheinungsformen liegt, denen Kinder und Jugendliche besonders häufig ausgesetzt sind, deren Betrachtung also nicht vom Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit isoliert werden kann. Im weiteren Verlauf des zweiten Kapitels sollen unterschiedliche Erklärungsansätze der Gewalt dargelegt werden, wobei sich zeigen wird, dass die Uneinigkeit in der Ursachenforschung sich auch in der Diskussion um die Auswirkungen von Mediengewalt niederschlägt.
Unerlässlich bei der Auseinandersetzung mit medialer Gewalt ist auch die Betrachtung der Medien, im Falle dieser Arbeit insbesondere des Mediums Fernsehen. Im dritten Kapitel wird untersucht, welche Fernsehsendungen Kinder und Jugendliche favorisieren, um dann Schlussfolgerungen zu deren gewalttätigen Inhalten zu ziehen. Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, warum Gewaltdarstellungen gerade auf Jugendliche eine besondere Faszination ausüben.
Das vierte Kapitel soll schließlich der Medienwirkungsforschung gewidmet sein. Dazu soll zunächst die historische Dimension der Diskussion um Wirkungen von Gewaltdarstellungen aufgezeigt werden, um dann die Entwicklung der Forschungsannahmen und -strategien darzustellen. Weiterhin werden die gängigen Methoden der Medienwirkungsforschung beleuchtet, um dann die durchaus kontroversen Thesen darzulegen, die aus den zahlreichen Untersuchungen zur Medienwirkung (Helga Theunert spricht von über 5000) hervorgegangen sind. Auf die in diesem Kapitel gewonnenen Erkenntnisse aufbauend soll im fünften Kapitel anhand beispielhafter Argumentationen der neueren wissenschaftliche Debatte der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich Gewaltdarstellungen auf das gewalttätige Verhalten von Kindern und Jugendlichen auswirken. Die sich aus diesen Erkenntnissen ergebenden pädagogischen Interventionsmöglichkeiten sollen abschließend skizziert werden.
2. Differenzierung des Aggressions- und Gewaltbegriffes
"Der Kern des Verstehens der Gewalt liegt in dem, was die Gewalt selbst zum Ausdruck bringt, ermöglicht und vor allem in Gang setzt."
[...]
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