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Personbezogene Gesprächsführung nach Carl Rogers

Termpaper, 2005, 11 Pages
Author: Nina Kruse
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 11
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V70312
ISBN (E-book): 978-3-638-62518-0

File size: 108 KB
Notes :
Arbeit mit einfachem Zeilenabstand



Excerpt (computer-generated)

Personbezogene Gesprächsführung nach Carl Rogers

von: Nina Kruse

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Historischer Hintergrund 3

3. Persönlichkeitstheorie nach Rogers 4

3.1. Aktualisierungstendenz 4
3.2. Inkongruenz 5
3.3. Prozess der Veränderung 5

4. Grundlagen der Personbezogenen Gesprächsführung 6

4.1. Prinzipien der Personbezogenen Beratung 6
4.2. Haltungen der Personbezogenen Beratung 7

4.2.1. Einfühlendes Verstehen 7
4.2.2. Unbedingte Wertschätzung 8
4.2.3. Echtheit / Kongruenz 8

4.3 Techniken zur Umsetzung der personbezogenen Gesprächsführung 9

5. Anwendung der Personbezogenen Beratung in der Sozialen Arbeit 9

6. Literaturverzeichnis 11



 

1. Einleitung

Die personbezogene Gesprächsführung nach Rogers stammt aus dem psychotherapeutischen Raum und hat auch außerhalb des therapeutischen Sektors eine weite Verbreitung gefunden. Insbesondere in der Sozialen Arbeit stößt diese Methode auf vielfache Anwendung, da sie eine gewisse Nähe zu der traditionellen sozialen Einzellhilfe aufweist. Gemeinsame wesentliche Merkmale, wie z.B. die Hilfe zur Selbsthilfe, die Beziehung zwischen dem Klienten/ der Klientin und dem Sozialarbeiter / der Sozialarbeiterin und die Vernachlässigung der Vergangenheit zugunsten der Gegenwart, stellen die Grundlage der beiden Methoden dar. Inwieweit die personbezogene Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit anwendbar ist, bleibt jedoch strittig.

In der folgenden Ausarbeitung möchten wir uns daher zunächst den wesentlichen Grundlagen des personbezogenen Ansatzes widmen, um anschließend eine Beurteilung dieser Methode, insbesondere der Anwendung in unserem Arbeitsbereich, vorzunehmen. In unseren Ausführungen beziehen wir uns größtenteils auf die männliche Form, um ein flüssiges Lesen zu ermöglichen. Natürlich meinen wir damit auch die weibliche Form.

2. Historischer Hintergrund

Der personbezogene Therapie- und Beratungsansatz geht auf den amerikanischen Psychologen Carl R. Rogers (1902 – 1987) zurück. Dieser entwickelte in den USA ab den 40er Jahren ein Konzept, dass die Selbstheilungskräfte des Menschen in den Vordergrund stellte und somit für die Weiterentwicklung der Persönlichkeit sorgen sollte (Weinberger 2004, 20).

Der Therapie- und Beratungsansatz durchlief mehrere Entwicklungsphasen, die sich auch in seiner Benennung niederschlugen: Die nicht - direktive Phase (1942) sprach sich dagegen aus dem Klienten Ratschläge und Interpretationen zukommen zu lassen. Nicht das Problem und dessen Lösung wurde in den Mittelpunkt gestellt, sondern der Klient als einmaliges Individuum. Dadurch sollte ein besseres Verständnis des eigenen „Selbst“ ermöglicht werden (Weinberger 2004, 22f.). 1951 wurde die nicht – direktive Phase durch die klientenzentrierte Phase abgelöst. Grund dafür war das Missverständnis über die Gleichsetzung von „nicht – direktiv“ mit „nicht aktiv“. In Rogers erweiterten Ansatz blieben die Kerngedanken der ersten Phase erhalten. Der neue Ausdruck beinhaltete von dem Zeitpunkt aus zusätzlich die Auffassung darüber, den Klienten und sein Potential in das Zentrum zu stellen (Weinberger 2004, 23). In den 70er Jahren ging es Rogers nicht mehr darum, den Ansatz nur auf Klienten zu übertragen, sondern diesen auf alle Menschen in vielen unterschiedlichen Lebensbereichen auszuweiten. In dieser Phase der „personbezogenen“ Beratung wurde das Individuum nicht nur in seiner Funktion als Klient betrachtet, sondern als Mensch in den Mittelpunkt gestellt (Weinberger 2004, 23). In den sechziger Jahren brachte der Hamburger Psychologieprofessor Reinhard Tausch das Konzept in den deutschsprachigen Raum und gab ihm den Namen "Gesprächspsychotherapie" (Köllner 1996, 29).

3. Die Persönlichkeitstheorie nach Rogers

Die Persönlichkeitstheorie nach Rogers stellt die Grundlage seines Beratungskonzeptes dar und basiert in ihren Grundzügen auf der humanistischen Psychologie, die als dritte Säule neben der Psychoanalyse und dem Behaviorismus fungiert. Sie gründet sich auf den Grundlagen der Psychotherapie, der Persönlichkeit und der zwischenmenschlichen Beziehung.

Rogers geht in seinen Ausführungen davon aus, dass jeder Mensch nach konstruktiver Veränderung und Selbstverwirklichung strebt. Jedes Individuum besitzt die Kompetenz autonom zu wählen und zu entscheiden. Die Aktualisierungstendenz und die Inkongruenz bilden die Kernaspekte seines Ansatzes der Persönlichkeit (Weinberger 2004, 23).

3.1. Die Aktualisierungstendenz

Das grundlegende Element der Persönlichkeitstheorie ist die angeborene Aktualisierungstendenz. Diese meint „die grundsätzliche Fähigkeit des Organismus, sich selbst zu erhalten und weiterzuentwickeln“ (Weinberger, 2004,24) und wird bei Rogers beschrieben als „die dem Organismus innewohnende Tendenz zur Entwicklung all seiner Möglichkeiten ; und zwar so, dass sie der Erhaltung oder Förderung des Organismus dienen“ (zit. nach Rogers 1991 in: Weinberger 2004, 24).

Hierbei geht es insbesondere darum, die positiven oder negativen organismischen Erfahrungen des Individuums danach zu bewerten, inwieweit sie für den gesamten Organismus entwicklungsfördernd oder –hemmend ausfallen (Organismischer Bewertungsprozess). Dies lässt sich anhand eines Beispiels näher veranschaulichen: Während der Schmerz eines Kindes verbunden mit der inneren Unzufriedenheit eine negative organismische Erfahrung darstellt, ist die Linderung des Schmerzes verbunden mit der inneren Zufriedenheit eine positive organismische Erfahrung. Im Laufe des Lebens und der dazugehörigen Reifeentwicklung werden so sowohl negative als auch positive Erfahrungen in das Bewusstsein aufgenommen und verinnerlicht. Rogers bezeichnet die wahrgenommenen Erfahrungen und die damit einhergehenden Bewertungen als „Gewahrwerdung“ oder „Symbolisierung“ (Weinberger 2004,24).

[...]


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