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Zur Schuldfrage Gretchens in Goethes Faust I

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 19 Pages
Author: Meike Schöl
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Event: Hauptseminar: Goethes Faust I
Institution/College: University of Duisburg-Essen
Tags: Schuldfrage, Gretchens, Goethes, Faust, Hauptseminar, Goethes, Faust
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 19
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V70393
ISBN (E-book): 978-3-638-61577-8

File size: 112 KB
Notes :
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Schuldfrage Gretchens aus rechtlicher und moralischer Sicht und beantwortet die Frage nach dem Zusammenhang Goethes Sichtweise vom menschlichen Irren und der Darstellung des Gretchens im Faust I. Mit vielen Belegen am Text!



Excerpt (computer-generated)

Universität Duisburg-Essen (Campus Essen)
Seminarthema: Faust I
WS 02/03, Fachsemester: 4

Zur Schuldfrage Gretchens im Faust I von J. W. Goethe

von: Meike Schoel

 


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zum Thema 2

2. Erläuterung der Gestalt Gretchen 2

2.1 Gretchens Rolle in der Gesellschaft und Familie 3
2.2 Gretchens Rolle als Geliebte von Faust 4

3. Rekonstruktion der Fakten, die zur Schuldfrage führen 6

3.1 äußere Handlung 7
3.2 innere Handlung 8

4. Thesen und Antithesen zu der vorgestellten Problematik 11

4.1 Die juristische Problematik 11
4.2 Die moralische Problematik

5. Fazit: Inwiefern zeigt sich Goethes Motiv über das Irren in der Gestalt und dem Schicksal Gretchens

5.1 Erläuterung über das Motiv des Irrens
5.2 Erörterung des Entelechie – Modells

6. Literaturverzeichnis 18



 

1. Hinführung zum Thema

„ Wer immer strebend sich bemüht, / Den können wir erlösen, / Und hat an ihm die Liebe gar / Von oben teilgenommen, / Begegnet ihm die selige Schar/ Mit herzlichem Willkommen.“ (V. 11936 ff)1 Gilt dieses Goethesche Motto für jeden Menschen – egal welche und wieviel Schuld dieser auf sich geladen hat?

Die weibliche Hauptperson aus der Tragödie mit dem Titel „Faust – Der Tragödie 1. Teil“ mit dem Namen Gretchen hat juristisch gesehen große Schuld auf sich geladen. So stirbt durch ihre unwissende Beihilfe ihre Mutter, ihr Bruder wird durch ihren Verstoß gegen die moralischen Sitten der Gesellschaft von ihrem Geliebten getötet und schließlich bringt sie ihr eignes Kind um. Doch so trivial ist die Beantwortung der Frage nach Gretchens Schuld tatsächlich nicht.

2. Erläuterung der Gestalt Gretchen

Gretchen ist eine vierzehnjährige junge Frau, die noch viele kindliche Züge aufweist. Sie ist in einem streng religiösen Elternhaus aufgewachsen und musste schon früh viel Verantwortung im Haushalt übernehmen. So erzieht sie ihre kleine Schwester fast alleine und betrachtet sich selbst als Mutterersatz. Gretchens Mutter ist eine strenge Frau bürgerlichen Standes, die Gretchen zu einem absolut gehorsamen, religiösen und genügsamen Menschen entsprechend den herrschenden Moralvorstellungen der sozialen Gesellschaft erzogen hat.

2.1 Gretchens Rolle in der Gesellschaft und Familie

Gretchen besitzt einen festen Standpunkt in ihrer Familie und der Gesellschaft. Die Familie hat keinen Ernährer mehr, da Gretchens Vater nicht mehr existiert. So ist Gretchens Mutter dafür zuständig der Famielie das Existenzminimum zu gewährleisten. Daraus resultiert, dass Gretchen schon früh viel Verantwortung im Haushalt übernehmen musste. Sie selbst ist fast noch ein Kind und dennoch für die Erziehung ihrer kleinen Schwester und Instandhaltung des Haushaltes verantwortlich.

Als genügsames, gehorsames, frommes und eifriges Mädchen erledigt sie diese Aufgaben bestmöglich. Bedingt durch diese Situation und den sozialen und materiellen Stand der Familie kam Gretchen lediglich ein Bildungsminimum zu, was wiederum einen Aufstieg Gretchens in eine höhere Bildungsschicht und damit auch in einen höheren sozialen und materiellen Stand nahezu unmöglich werden lässt.

Ihr Bruder Valentin ist Soldat und bezieht seinen Wert aus der Tugendhaftigkeit seiner Schwester. Dies zeigt, welch positives Bild das soziale Umfeld , das für Gretchen von großer Wichtigkeit ist, von ihr hat. Das normative Wertesystem, dessen Erfüllung die Gesellschaft von ihr verlangt, lebt Gretchen in vorbildlicher Art und Weise. Diese Beschreibung von Gretchens Rolle in der Familie und der Gesellschaft beweisen auf der einen Seite Gretchens bodenständigen festen Stand als Glied des sozialen Umfelds. Zum anderen zeigt sie aber auch Gretchens enge Spannweite an Handlungsfreiheit. Die Gesellschaft gibt ihr nahezu in allen Fragen des Lebens eine klare Handlungsposition vor. Entweder Gretchen befolgt diese Vorschriften oder sie bricht die Regeln der Gesellschaft. Damit verliert sie aber nicht nur ihren eigenen sozialen Stand, sondern auch den ihrer ganzen Familie.

2.2 Gretchens Rolle als Geliebte von Faust

[...]


1 Literaturverzeichnis: Quelle Nummer


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