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Scholary Paper (Seminar), 2001, 17 Pages
Author: Martin Endres
Subject: Philosophy - Philosophy of the Present
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Philosophisches Seminar)
Tags: Roman, Ingarden, Literarische, Kunstwerk, Proseminar, Phänomenologie, Husserls
Year: 2001
Pages: 17
Grade: 1
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-10462-3
File size: 80 KB
Die Arbeit bietet einen genauen Einblick in die Philosophie Ingardens, die sämtliche Grundzüge der Phänomenologie beinhaltet, und seine Literaturtheorie.
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Excerpt (computer-generated)
UNIVERSITÄT HEIDELBERG
PHILOSOPHISCHES SEMINAR
Dr. Schäfer
ROMAN INGARDEN
-
DAS LITERARISCHE KUNSTWERK
HAUSARBEIT
zu
Husserl - ,,Die Idee der Phänomenologie"
von
Martin Endres
Heidelberg, März 2001
Inhaltsverzeichnis:
1. Biographisches zu Roman Ingarden 3
2. Einleitung 4
3. Das literarische Werk 5
3.1. Die Schicht der Gegenständlichkeiten 5
3.2. Die Schicht der schematisierten Ansichten 8
3.3. Die Rolle der Schicht der schematisierten Ansichten im literarischen Werk 10
3.4. Die Rolle der Gegenständlichkeiten 11
4. Kritische Betrachtung der Philosophie Ingardens 12
Literaturverzeichnis 16
,,Das Was des Kunstwerks interessiert
die Menschen mehr als das Wie;
jenes können sie einzeln ergreifen,
dieses im Ganzen nicht fassen."1
1. Biographisches zu Roman Ingarden
[...]
2. Einleitung
Roman Ingarden betreibt in seinem 1931 veröffentlichten Werk ,,Das literarische Kunstwerk" neben einer Ontologie im Sinne der Kunstrezeption sowohl eine rein strukturelle als auch existentiell-ontologische Untersuchung literarischer Werke, um sie darüber hinaus in Bezug auf das Idealismus-Realismus-Problem in Frage zu stellen. Parallelen zu Husserls Phänomenologie lassen sich in verschiedener Weise erkennen. Besonders tritt hier die Idee einer rein intentionalen Gegenständlichkeit hinsichtlich eines Textes bzw. einer Gruppe zusammenhängender Sätze auf. Der Ausgangspunkt, auf den Ingarden seine Überlegungen gründet, geht maßgeblich von der bereits von Edmund Husserl formulierten Frage aus, wie die aus reiner Subjektivität geschaffenen Gegenständlichkeiten, die als ideale Objekte einer idealen ´Welt´ bezeichnet werden könnten, sich in der als real anzusprechenden Kulturwelt in einem zeitlich-räumlich gebundenen Dasein manifestieren. Nach Ingarden sind derartige Gebilde aus dem Bereich der Idealitäten aus der realen Welt auszuschließen. Während Husserl in seinem Werk ,,Formale und transzendentale Logik" alle bisher angenommenen idealen Gegenstände für intentionale Gegenstände besonderer Art hält, so vertritt Ingarden die Unterscheidung in ideale Begriffe, ideale individuelle Gegenstände, Ideen und Wesenheiten.
Roman Ingarden spricht sich in seinem Werk explizit gegen eine psychologistisch gefärbte Wesensinterpretation literarischer Kunstwerke aus und distanziert sich somit von einer Fülle von Literaturkritikern, die das Zurückführen von Literatur auf ihren Kern mit dem für sie unausweichlichen psychologischen Ursprung der Zusammenhänge und deren Auflösung in Verbindung bringen. Damit schlägt er wiederum eine Brücke zu Edmund Husserl, der fordert, daß jemand, der Phänomenologie betreibt, sich von allen ,,natürlichen Wissenschaften" frei machen muß und nichts voraussetzen darf, was für jene laut Husserl den Beginn ihrer Untersuchungen prägt: ,,Und wieder liegt darin, daß die reine Philosophie innerhalb der gesamten Erkenntniskritik und der ,,kritischen" Disziplinen überhaupt von der ganzen in den natürlichen Wissenschaften und in der wissenschaftlich nicht organisierten natürlichen Weisheit und Kunde geleisteten Denkarbeit absehen muß und von ihr keinerlei Gebrauch machen darf."1 Mit Hilfe seiner im ersten Kapitel genannten Ausgangsprobleme steckt er sich einen thematischen Rahmen, in dem sich die darauffolgenden Untersuchungen bewegen. So ergibt sich zuerst das Problem der Einreihung literarischer Werke in die Kategorien Idealität bzw. Realität und die damit verbundene Frage, ob das vorliegende Werk nicht in zwei Daseinsebenen, sprich einer sowohl für den Autor lediglich im Bewußtsein befindlichen wie auch für den Leser durch die Rezeption erfahrenen Daseinsebene, existiere und somit eine unüberschaubare Anzahl von Exemplaren entstünde. Des weiteren ergibt sich die Schwierigkeit, eine exakte Lokalisierung der Gegenstände eines Werkes zu bestimmen, da die Gegenständlichkeiten im Bewußtsein des Autors, wenn sie als die eigentlichen bestimmt würden, aus der psychischen in die materielle Ebene der uns umgebenden Welt herausgelöst werden müßten.
Ingarden schlägt zur Untersuchung dieser Problematik den bereits von Edmund Husserl verfolgten Weg der Epoché vor, um sich in einer ,,Selbstvergessenheit" der erwünschten Objektivität der Urteilsbildung zu nähern: ,, ,,Objektiv" ist nur das, was für jedes beliebige Erkenntnisobjekt und bei dessen völliger Passivität, sonst aber unter beliebigen subjektiven Bedingungen des Erkennens sich immer als Eigenschaft eines Gegenstandes gibt."1 Ziel meiner Arbeit soll es nun sein, Grundgedanken von Ingardens Werk ,,Das literarische Kunstwerk" zu erörtern und diese in objektiven Sinn darzustellen. Ich beschränke mich hierbei auf den Bereich der Gegenständlichkeiten und deren Ansichten.
[...]
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