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Das Doppelgängermotiv in der Literatur am Beispiel von Javier Marías Erzählung "Gualta"

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 16 Pages
Author: Kristin Freitag
Subject: Romance Languages - General

Details

Event: Spanische Literatur; Javier Marias
Institution/College: Technical University of Chemnitz
Tags: Doppelgängermotiv, Literatur, Spanische, Literatur, Javier, Marias, Literaturwissenschaft
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V70480
ISBN (E-book): 978-3-638-61625-6
ISBN (Book): 978-3-640-27751-3
File size: 108 KB

Abstract

Seit den frühen Anfängen der Literatur dient das Motiv des Doppelgängers in den verschiedensten Ausführungen dazu, den Besonderheiten des Ichs, der Individualität, der Wahrnehmung und der Selbstwahrnehmung nachzugehen. Der Doppelgänger hat in der Literatur die Funktion, komische Verwechslungen und Verwandlungen darzustellen, spiegelt aber auch die geheimen Wünsche und Bedürfnisse des Betroffenen wieder oder versetzt in Angst und Schrecken. Doch nicht nur in der Literatur findet man das Doppelgängerphänomen wieder, auch in der Realität behaupten immer wieder Menschen, unter anderem Berühmtheiten wie Johann Wolfgang von Goethe, Guy de Maupassant und Katharina die Große, sich selbst begegnet zu sein. Auch der spanische Autor Javier Marías, der mit Todas las almas (1989) und Corazón tan blanco (1992) große Erfolge feierte, scheint von diesem Phänomen so fasziniert zu sein, dass er unter anderem in seinen Erzählungen La canción de Lord Rendall und in Gualta das Motiv des Doppelgängers aufgreift. In der vorliegenden Hausarbeit soll es nun um eine kurze inhaltliche Darstellung und Textanalyse der Erzählung Gualta von Javier Marías und um die Thematisierung des Doppelgängermotivs in der Literatur gehen, wobei besonderer Wert auf die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten des Doppelgängers gelegt werden soll. Des Weiteren erfolgt ein Abriss bezüglich des Doppelgängerphänomens in der heutigen Gesellschaft und der daraus resultierenden Identitätsfrage.


Excerpt (computer-generated)

TU Chemnitz, Philosophische Fakultät
Romanistik, Hauptseminar Literaturwissenschaft
WS 2004/05

Das Doppelgängermotiv in der Literatur
am Beispiel von Javier Marías Erzählung Gualta

von

Kristin Freitag

 

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis   1

1. Einleitung   2

2. Inhaltsangabe   2

3. Textanalyse  3
3.1 Erzählperspektive  3
3.2 Figurenkonstellation  3
3.3 Madrid versus Barcelona  3
3.4 Darstellung des Javier Santín alias Gualta  4
3.5 Die Bedeutung des Fußballs 5

4. Das Doppelgängermotiv in der Literatur  

5. Das andere Ich  10

6. Eine Frage der Identität?  10

7. Fazit: Das Doppelgängermotiv in der Literatur am Beispiel von Javier Marías Erzählung Gualta  13

8. Literaturverzeichnis  14

Primärliteratur  14
Sekundärliteratur  14
Internetquellen  14

 

 

1. Einleitung

Seit den frühen Anfängen der Literatur dient das Motiv des Doppelgängers in den verschiedensten Ausführungen dazu, den Besonderheiten des Ichs, der Individualität, der Wahrnehmung und der Selbstwahrnehmung nachzugehen. Der Doppelgänger hat in der Literatur die Funktion, komische Verwechslungen und Verwandlungen darzustellen, spiegelt aber auch die geheimen Wünsche und Bedürfnisse des Betroffenen wieder oder versetzt in Angst und Schrecken. Doch nicht nur in der Literatur findet man das Doppelgängerphänomen wieder, auch in der Realität behaupten immer wieder Menschen, unter anderem Berühmtheiten wie Johann Wolfgang von Goethe, Guy de Maupassant und Katharina die Große, sich selbst begegnet zu sein. Auch der spanische Autor Javier Marías, der mit Todas las almas (1989) und Corazón tan blanco (1992) große Erfolge feierte, scheint von diesem Phänomen so fasziniert zu sein, dass er unter anderem in seinen Erzählungen La canción de Lord Rendall und in Gualta das Motiv des Doppelgängers aufgreift.

In der vorliegenden Hausarbeit soll es nun um eine kurze inhaltliche Darstellung und Textanalyse der Erzählung Gualta von Javier Marías und um die Thematisierung des Doppelgängermotivs in der Literatur gehen, wobei besonderer Wert auf die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten des Doppelgängers gelegt werden soll. Des Weiteren erfolgt ein Abriss bezüglich des Doppelgängerphänomens in der heutigen Gesellschaft und der daraus resultierenden Identitätsfrage.

2. Inhaltsangabe

Der dreißigjährige Geschäftsmann Javier Santín aus Madrid lernt bei einem Abendessen den Katalanen Xavier de Gualta von der barcelonesischen Niederlassung seines Unternehmens kennen. Beide sind sich körperlich identisch, Bewegungen, Worte und sogar ihre Lebensläufe, sowohl beruflich als auch privat, stimmen überein . Neben einer gehobenen Position im Unternehmen, sind beide gutaussehend, wissen sich zu benehmen, haben Ausstrahlung und Manieren und sind Perfektionisten beim Tätigen ihrer Geschäfte. Das einzige worin sie sich unterscheiden, sind ihre Frauen.

Javier Santín, der sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie selbst aus dieser Perspektive gesehen hatte, verabscheut das was er sieht und beginnt sich zu verändern. Bei einem erneuten Treffen, vier Monate später, ist auch Xavier auf dieselbe Art verändert. Danach kennt der Veränderungsprozess von Javier Santín keine Grenzen mehr. Anderthalb Jahre später hat ihn seine Frau verlassen, seine Karriere ist beendet und er fragt sich nun, warum er seine eigene Biographie verraten und aufgegeben hat.

3. Textanalyse

3.1 Erzählperspektive

Bei dieser Erzählung von Javier Marías aus seinem Sammelband Während die Frauen schlafen handelt es sich um einen Ich-Erzähler, der eine homodiegetische Stellungen einnimmt, und eine der Hauptfiguren darstellt. Dadurch kommt es zu einer Identifikation mit dem Ich-Erzähler und der Leser bekommt seine Emotionen und Gedanken besser vermittelt. Es ist allerdings aus diesem Grund möglich, dass der Wahrheitsanspruch der Erzählung unzuverlässig ist, da der Ich-Erzähler aus seiner subjektiven Perspektive berichtet.

3.2 Figurenkonstellation

Betrachtet man die Figuren in den Erzählungen von Javier Marías näher, fällt auf, dass er bevorzugt Paare in die Geschichten einbaut. Auch in dieser Erzählung findet man zwei Liebespaare vor, die ohne Kinder in den Städten Madrid und Barcelona wohnen. Hierbei handelt es sich einmal um Javier Santín und sein "Superweib" aus Madrid und Xavier de Gualta und sein "Mauerblümchen" aus Barcelona. Die Namen beider Frauen werden nicht erwähnt. Überhaupt werden die Frauen der Männer nur sehr wenig beschrieben, aber dennoch als Gegensätze dargestellt, was allein schon an den jeweiligen Kosenamen zu erkennen ist. Javier Santín bezeichnet seine Frau als "Superweib", während er die Frau von Gualta als ein vom Erfolg ihres Gatten "aufgekratztes Mauerblümchen" und "Mädchen aus gutem Haus" beschreibt.

3.3 Madrid versus Barcelona

[....]


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