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Die Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland und die Beziehung dieses Themas auf den Unterricht in der allgemeinbildenden Schule

Examination Thesis, 1994, 151 Pages
Author: Michael Walke
Subject: Technology

Details

Category: Examination Thesis
Year: 1994
Pages: 151
Grade: 1,8
Bibliography: ~ 66  Entries
Language: German
Archive No.: V705
ISBN (E-book): 978-3-638-10463-0

File size: 267 KB
Notes :
Die Abbildungen dieser Arbeit fehlen, sind aber aufgrund des Abbildungsverzeichnisses und der Quellenangaben gut zu finden.



Excerpt (computer-generated)

Die Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland
und die Beziehung dieses Themas auf den Unterricht
in der allgemeinbildenden Schule

Examensarbeit von

Michael Walke

am
Institut für Technik und ihre Didaktik

WWU Münster

1994

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die historisch - technische Entwicklung der Textilindustrie im
Münsterland in ihrem gesellschaftlichen Kontext
   
2.1 Die Uranfänge: Produktion von Textilien im Münsterland für den Eigenbedarf bis in das 16. Jahrhundert
        2.1.1 Einfache Spinn- und Webverfahren
            2.1.1.1 Die Handspindel
            2.1.1.2 Der Gewichtswebstuhl
            2.1.1.3 Der Trittwebstuhl
        2.1.2 Natürliche Textilrohstoffe
    2.2 Die Produktion für Kunden und den Export durch das städtische Handwerk und die im Verlag organisierte Hausindustrie (bis etwa 1800)
        2.2.1 Die Eröffnung des Baumwollseidenamtes in Bocholt: Organisation des städtischen Handwerks
        2.2.2 Das Verlagsystem und die Hausindustrie auf dem Lande
        2.2.3 Die Weiterentwicklung des Spinnens: vom Handspinnrad zum kontinuierlichen Flügelspinnrad
        2.2.4 Die Weiterentwicklung des Webens: der Handwebstuhl mit Schnellschützen
        2.2.5 Weitere wichtige technische Entwicklungen im Textilgewerbe (Walkmühlen, Pressen, Rauhmaschinen...)
        2.2.6 Gründe für die technischen Veränderungen im Textilgewerbe
    2.3 Textile Massenproduktion für wachsende Märkte: die Industrialisierung des Münsterlandes ab etwa 1850
        2.3.1 Die Mechanisierung des Spinnprozesses
            2.3.1.1 Die Entwicklung der Spinning Jenny
            2.3.1.2 Die Entwicklung der Waterframe
            2.3.1.3 Die "Synthese" zur Spinning Mule
            2.3.1.4 Der Selfactor
            2.3.1.5 Die Ringspinnmaschine
        2.3.2 Die Mechanisierung des Webverfahrens
            2.3.2.1 Mechanischer Webstuhl
            2.3.2.2 Jacquard-Webstuhl
            2.3.2.2 Northrop-Automaten (automatischer Schußspulenwechsel)
        2.3.3 Vom Faden zum fertigen Stoff: der Fertigungsprozeß in einer typischen münsterländischen Textilfabrik um 1920
        2.3.4 Die neue gesellschaftliche Situation der Bevölkerung (Situation der Arbeiter, Gründung von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, Streiks)
        2.3.5 Gründe für die technische Entwicklung in der Textilindustrie (Warum wurden die technischen Neuerungen im Münsterland des 19. Jahrhunderts vergleichsweise spät eingeführt?)
    2.4 Die Situation der münsterländischen Textilindustrie von 1914-1945
    2.5 Die Entwicklung der Textilindustrie nach dem 2. Weltkrieg (technisch und ökonomisch)
    2.6 Die heutige Situatíon der Texilindustrie im Münsterland
        2.6.1 Moderne Fertigungsverfahren der Spinnerei (Rotorspinnmaschine)
        2.6.2 Moderne Fertigungsverfahren der Weberei
            2.6.2.1 Sulzer-Webmaschine
            2.6.2.2 Greifer-Webmaschine
            2.6.2.3 Luftdüsen-Webmaschine
        2.6.3 Chemiefaserstoffe - die neuen Textilrohstoffe
        2.6.4 Andere Verfahren zur Herstellung flächenförmiger Textilien
            2.6.4.1 Wirken
            2.6.4.2 Stricken
            2.6.4.3 Verkleben
        2.6.5 Veredeln von Textilien
    2.7 Derzeitige Probleme und Entwicklungstendenzen der Textilindustrie

3. Der Bezug zum Unterricht der allgemeinbildenden Schule
3.1 "Bildungstheoretischer Aspekt": Technikgeschichte - warum?
3.2 Einordnung dieser Thematik in den Lehrplan Technik
3.3 Das museumspädagogische Programm des Bocholter Textilmuseums

1. Einleitung

In dieser Arbeit soll die historisch-technische Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland in ihrem gesellschaftlichen Kontext untersucht werden. Dabei sollen sowohl die technischen Erfindungen und Errungenschaften des Textilgewerbes als auch ihre Bedeutung für Mensch und Umwelt der jeweiligen Zeit erläutert werden. Auf die Betrachtung der Beziehung zwischen Mensch und Technik in den einzelnen entwicklungsgeschichtlichen Abschnitten kann nicht verzichtet werden, weil sich Technik nicht unabhängig vom Menschen entwickeln kann. Die Entwicklung von Technik ist nicht nur von den Naturgesetzen, sondern immer auch von Menschen, die diese Technik aus verschiedensten Bedürfnissen hervorbringen, abhängig. Somit würde eine ausschließliche Betrachtung technischer Entwicklungen auf dem Gebiet der Textiltechnik in chronologischer Reihenfolge dem Anspruch dieser Arbeit sicher nicht gerecht. Deshalb wird neben der Ausführung der verschiedenen textilen Verarbeitungstechniken und Maschinen immer auch die Wechselwirkung zum Menschen, der mit dieser Technik umgeht, erläutert werden müssen.

Nach einer etwas kürzeren Einführung über die Uranfänge textiler Produktion wird der Schwerpunkt des 1. Teils dieser Arbeit sein, die Funktion der einzelnen, für die zunehmende Industrialisierung im Münsterland wichtigen Erfindungen des Textilgewerbes zu beleuchten. Dabei soll auch die Fragestellung Berücksichtigung finden, ab wann, wo und warum diese technischen Neuerungen, die ja zum größten Teil aus England stammen, im Münsterland zum Einsatz kamen.

Die Beschreibung der technischen Errungenschaften soll bis in die heutige Zeit hineinreichen und dabei auch die ökonomische Situation der Textilindustrie in den einzelnen Zeitabschnitten nicht vernachlässigen.
Den Abschluß dieses Teils der Arbeit soll ein Blick in die Zukunft bilden: wie wird sich die münsterländische Textilindustrie voraussichtlich weiterentwickeln? Bei der Beantwortung dieser Frage kann man sich jedoch nicht nur auf die regionale Entwicklung im Münsterland beschränken, weil derartige Entwicklungen sich nicht isoliert abspielen, sondern gerade heute - im Zeitalter von EG und GATT - immer mehr überregional und international ablaufen.

Kern der Beschreibung soll dennoch immer das Münsterland, also das nordwestliche Westfalen zwischen Teutoburger Wald und Lippe als natürlicher und den Niederlanden als politischer Grenze, sein. Die Entwicklung auf der niederländischen Seite dieser von der Textilindustrie geprägten Region, die häufig zusammen mit der münsterländischen Seite betrachtet wird, kann nur am Rande behandelt werden. Trotzdem soll immer dann, wenn es zum differenzierten Verständnis eines Sachverhaltes erforderlich ist, auch der weitere Umkreis des Münsterlandes betrachtet werden, damit die Situation dieser Region angemessen dargestellt werden kann.

Der Zeitraum der Betrachtung beginnt 1569 mit der Eröffnung des Baumseidenamtes in Bocholt und endet in der heutigen Zeit. Der noch erhaltene Bocholter Gildebrief von 1569 ist wohl einer der allerältesten urkundlichen Nachweise für das Textilgewerbe im Münsterland. Weil über das Textilgewerbe im Münsterland in der Zeit davor nur wenig gesichertes gesagt werden kann, wird dieser Abschnitt nur knapp behandelt werden; lediglich die sehr wohl bekannten Spinn- und Webtechniken der "textilen Urzeit" sollen hierbei ausführlich erläutert werden.

In dem zweiten Teil dieser Arbeit soll dann der Bezug zum Unterricht der allgemeinbildenden Schule untersucht werden. Neben der Einordnung dieser Thematik in den derzeit gültigen Lehrplan sollen zwei Fragestellungen im Mittelpunkt der Untersuchung stehen: was kann Technikgeschichte - hier am Beispiel der Entwicklung der Textilindustrie - leisten; wo liegt ihr bildungstheoretischer Wert?

Die zweite Frage lautet: inwieweit kann ein museumspädagogisches Programm dazu erfolgreiche Hilfestellung leisten? In dem Zusammenhang soll das museumspädagogische Programm des Bocholter Textilmuseums untersucht werden.

[...]


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