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Verbvalenz: Spezifische Themen in einschlägigen Grammatiken

Seminararbeit, 2004, 13 Seiten
Autor: Rike Pätzold
Fach: Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 13
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 4  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V70593
ISBN (E-Book): 978-3-638-61664-5

Dateigröße: 119 KB
Anmerkungen :
In diesem Proseminar sollten verschiedene Grammatikthemen in ihrer Darstellung in diversen einschlägigen Grammatiken untersucht und verglichen werden, um daraus selbständig Schlüsse bezüglich der Didaktisierung ziehen zu können. In der vorliegenden Arbeit wird die Darstellung des Themas Verbvalenz in der Textgrammatik von Harald Weinrich und der Grammatik von Peter Eisenberg analysiert und verglichen.



Textauszug (computergeneriert)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Transnationale Germanistik (DaF)
Proseminar ‚Grammatik im DaF-Unterricht’

Verbvalenz:
Spezifische Themen in einschlägigen Grammatiken

von: Friederike Pätzold

 


Inhalt

Einleitung 3

1. Weinrich ,Das Verb und sein Umfeld’: Handlungsrollen 3

1.1. GESPRÄCHSROLLE – HANDLUNGSROLLE 4
1.2. VERBVALENZ  5

2. Eisenberg, Das Verb: Valenz, Argumente und Satzstruktur  6

2.1. STELLIGKEIT 7
2.2. ARGUMENTSTRUKTUR  8

3. Vergleich 9

3.1. PRÄPOSITIONALGRUPPEN ALS VALENZTRÄGER?  9
3.2. SEMANTISCHE MERKMALE DER HANDLUNGSROLLEN BEI WEINRICH 11

Schluss  12

Literaturverzeichnis 13



 

Einleitung

Bei der syntaktischen Beschreibung eines Satzes kommt man nicht umhin, sich näher mit der Kategorie Verb und seinem direkten Umfeld auseinanderzusetzen. Dabei stößt man auf die Tatsache, dass Verben, manche mehr, manche minder, von diesem Umfeld zehren. Mit dieser Beobachtung beschäftigt sich die Valenzgrammatik, deren Namen man aus der Chemie entlehnt hat: wie auch Atome andere Atome brauchen, um vollwertig zu sein, bedürfen auch Verben Partner, um semantisch vollständig zu erscheinen. Lucien Tesnière, der als Vater des modernen Valenzbegriffs gilt, schlug als erster eine semantische umfassende Klassifikation von Verben vor1. Seither beschäftigen sich die verschiedensten Grammatiken mit Begriffen wie Handlungsrolle, Aktant, Mitspieler des Verbs, Stelligkeit etc. Mit unterschiedlichen Ansätzen will man die Regelmäßigkeiten und Besonderheiten der reziproken Relation zwischen Verb und seinem sprachlichen bzw. textuellen Umfeld untersuchen und erklären. Auf zwei dieser Ansätze soll hier näher eingegangen werden. Es soll auch auf die Schwierigkeiten einer Kategorisierung hingewiesen werden.

Im ersten Kapitel soll aufgezeigt werden, wie sich Harald Weinrich in seiner Textgrammatik der deutschen Sprache mit dem Thema Verbvalenz auseinandersetzt, insbesonders auf das Stichwort Handlungsrollen (1.1), anhand derer er die Verben kategorisiert. In 1.2. wird die Verbvalenz selbst besprochen werden – welche Arten von Valenz nach Weinrich auftreten können und, wie sie zu erklären sind. Im Gegensatz zu Weinrichs semantikbetonter Abhandlung über die Wertigkeit von Verben, geht Eisenberg in seinem Kapitel Das Verb, Argumente und Satzstruktur von einer syntaktischen Valenz aus (2.), was zu einigen Unterschieden bezüglich der Anzahl und Art der vom jeweiligen Verb bemühten Mitspieler führt, worauf noch einmal explizit in meinem letzten Kapitel hingewiesen wird.

1. Weinrich ,Das Verb und sein Umfeld’: Handlungsrollen

In dem Kapitel ‚Handlungsrollen’2 beschäftigt sich Weinrich mit der semantischen und grammatischen Rollenverteilung wie sie in Texten vorkommt, und schließt von diesem Blickwinkel aus auf den Gebrauch der jeweiligen Kasus. Zunächst soll näher bestimmt werden, was mit dem Begriff der Rolle nach Weinrich gemeint ist.

1.1. GESPRÄCHSROLLE – HANDLUNGSROLLE

Laut Weinrich gibt es in Situationen der Kommunikation, also vor allem in Gesprächssituationen, drei mögliche Rollen: die des Sprechers (ich, wir), des Hörers (du, ihr, Sie) und als dritte Möglichkeit die sogenannte Referenzrolle (er, sie, es, sie pl.). Die ersten beiden werden in einem Dialog ständig neu besetzt: einmal ist der eine Sprecher und der Gesprächspartner Hörer, dann wieder umgekehrt – so befindet sich das ‚ich/wir’ bzw. du/ihr/Sie stets im Wechsel. Anders die Referenzrolle, die sich ja auf alles und jeden außerhalb des Austausches stehenden bezieht und somit beständiger ist als Sprecher- und Hörerdeixis.

Weinrich beschreibt außer den Gesprächsrollen noch die sogenannten Handlungsrollen. Sie stehen im Deutschen für das komplexe Verhältnis zwischen dem Verb und den Gesprächsrollen. Die Handlungsrolle beschreibt das textuelle bzw. sprachliche Umfeld des regierenden Verbs, sie wird auch Aktant oder Mitspieler des Verbs genannt. In der deutschen Sprache sind Gesprächs- und Handlungsrolle immer verschmolzen. Die Beziehung zwischen den Rollen und dem Verb soll an folgendem Beispiel verdeutlicht werden:

B1 a) Ich kenne dich b) Mich kennst du
Sprecher Hörer Sprecher Hörer

Obwohl sich in beiden Sätzen nichts an den Gesprächsrollen geändert hat, bedeutet a) natürlich nicht dasselbe wie b), womit wir bei der Notwendigkeit der Bestimmung vonHandlungsrollen angelangt sind:

B2 a) Ich kenne dich b) Mich kennst du
Sprecher Hörer Sprecher Hörer
Subjekt Objekt Objekt Subjekt

Die Handlungsrollen ändern sich und das Verb kennen folgt hier in seiner Bedeutung und Richtung dieser Änderung. Wie man auch an dem Beispiel sieht, werden die Handlungsrollen durch die Kasus (und manchmal durch Wortfolge) markiert. Weinrich unterscheidet zwischen Subjekt, Objekt und Partner, wobei mit der Bezeichnung Objekt ausschließlich das Akkusativobjekt gemeint ist, das Dativobjekt läuft bei Weinrich unter Partner. Somit ergeben sich für Gesprächs- und Handlungsrollen folgende Kombinationen3:

SPRECHER  SPRECHER  SPRECHER
SUBJEKT  OBJEKT  PARTNER

HÖRER  HÖRER  HÖRER
SUBJEKT  OBJEKT  PARTNER

REF.ROLLE  REF.ROLLE  REF.ROLLE
SUBJEKT  OBJEKT  PARTNER

1.2. VERBVALENZ

[...]


1 EISENBERG: 58

2 WEINRICH: 108

3 WEINRICH: 10


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