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Der Blick und das Schamgefühl in Jean-Paul Sartres Werk "Das Sein und das Nichts"

Presentation (Elaboration), 2002, 16 Pages
Author: Nina Strehle
Subject: Philosophy - Philosophy of the Present

Details

Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2002
Pages: 16
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V7072
ISBN (E-book): 978-3-638-14440-7

File size: 184 KB


Excerpt (computer-generated)

Der Blick und das Schamgefühl 
in Jean-Paul Sartres Werk 
Das Sein und das Nichts

von Nina Strehle

 

Inhalt

1 Einleitung 1

2 Der Andere 2

2.1 Der Andere als Objekt 2
2.2 Der Andere als Subjekt 2

3 Der Blick 4

3.1 Was ist der Blick? 4
3.2 Was geschieht, wenn ich erblickt werde? 5
3.3 Die Anwesenheit des Andern 7

4 Das Schamgefühl 8

5 Objektivierung des Andern 12


Primärliteratur

Sartre, Jean-Paul: Das Sein und das Nichts: Versuch einer phänomenologischen Ontologie, Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998.

Sekundärliteratur

Danto, Arthur C.: Jean-Paul Sartre. Göttingen: Steidl, 1986.

Helferich, Christoph: Geschichte der Philosophie: Von den Anfängen bis zur Gegenwart und Östliches Denken, 2. Aufl., München, Deutscher Taschenbuch Verlag, 1999, S. 405f.

Lutz, Bernd (Hrsg.): Metzler-Philosophen-Lexikon. Von den Vorsokratikern bis zu den Neuen Philosophen, 2., aktualisierte u. erw. Aufl., Stuttgart, Weimar: Metzler, 1995, S.774-781.


1 Einleitung

Der Kerngedanke des Werkes Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie von JEAN-PAUL SARTRE ist die Aufspaltung des Seins in zwei verschiedene Seinsweisen: das An-sich-sein und das Für-sich-sein.
Alles gegenständliche, nicht-menschliche Sein existiert in der Art des An-sich, d.h. eines Seins, das mit sich selbst identisch ist. Gegenstände sind kurzerhand nur das, was sie sind. Ich nehme eine Welt wahr, die aus lauter Objekten bzw. An-sichs besteht und deren Zentrum ich bin.
Der Mensch besitzt die Fähigkeit, Bewusstsein von sich zu haben. Dieses Sich-Bewusstsein unterscheidet sich von seiner bloßen körperlichen Existenz und dem An-sich der nichtmenschlichen Dinge. Der Mensch existiert im Modus des Für-sich, da er nicht mit sich selbst identisch ist.
In dem Moment, in dem mich ein anderer Mensch erblickt, werde ich meiner selbst bewusst. Ich bin Objekt bzw. An-sich für einen Andern, der selbst Subjekt ist. Mein Wesen wird im Blick des Andern geschaffen, doch mein Sein ist von ihm abhängig, durch ihn bestimmt. Ich bin nicht An-sich, denn ich bin mehr als nur gegenständlich, und nicht Für-sich, denn ich bin nur, insofern ich für-andere bin. Ich bin mein eigenes Nichts.
Wenn ich nun zum Objekt eines fremden Subjekts werde, schäme ich mich. Schamgefühl ist Ausdruck eines Protestes gegen ein Etikett und gleichzeitig dessen Zustimmung. Der Mensch ist das, was er nicht ist, und ist nicht, was er ist.
Dennoch kann mich das Schamgefühl dazu veranlassen, zu meinem Wesen zurückzufinden. Ich kann den Andern sodann als Objekt erfassen, doch ich muss darauf Acht geben, ihn als solches zu fixieren. Ansonsten kehrt sich der beschriebene Prozess erneut um.
In den nachfolgenden Kapiteln sollen JEAN-PAUL SARTRES Ausführungen über Blick und Schamgefühl beleuchtet und veranschaulicht werden, um Einsicht in die Kerngedanken seines Werkes und in allgemeine Anschauungen des Autors zu erhalten.

2 Der Andere

In meinem Leben begegne ich verschiedenen Gegenständen, die sich in ihrem Dasein, ihrer Qualität und ihren Beziehungen zu meiner Welt zusammenfügen.
Bei einem Spaziergang durch den Park nehme ich beispielsweise Steine, Bäume, Wiesen und Hunde wahr, die ich beschreiben kann. Die Wiese ist grün, die Bäume stehen dicht beieinander und werfen Schatten, der Hund schnüffelt an einem Stein.
Begegne ich einem Menschen, so erfährt die Vorstellung meiner Welt eine tiefgreifende Wandlung. Dieser Mensch, der sich von den üblichen Dingen meines Universums unterscheidet und durch den sich jene Umgestaltung vollzieht, wird von JEAN-PAUL SARTRE der Andere genannt.
An dieser Stelle soll deshalb erläutert werden, was ich überhaupt sagen will, wenn ich von einem Gegenstand behaupte, dass er ein Mensch sei.

2.1 Der Andere als Objekt

Gehe ich in einem Park spazieren, sehe ich die Natur um mich herum. Es gibt Steine, Wege, Blumen, Bäume, Tiere und Menschen. Dies ist die Welt, die ich wahrnehme, und die in ihr enthaltenen Dinge sind einfach so, wie sie sind. Ihr Sein kann unter SARTRES Begriff des An-sich zusammengefasst werden.
In diesem Zusammenhang ist ein anderer Mensch nur ein Gegenstand mehr unter den übrigen Objekten. Seine Beziehung zu den Dingen ist rein additiv, er wird quasi zu ih-nen hinzugefügt: er wirft einen Stein, pflückt eine Blume, führt einen Hund spazieren.

2.2 Der Andere als Subjekt

Eine radikale Wandlung erfährt mein Ausflug in den Park, wenn ich den anderen Menschen nicht mehr als Gegenstand sondern als Menschen, als Person wahrnehme.
Der Andere hat ähnliche Fähigkeiten wie ich. So wie er zuerst Gegenstand für mich war, so kann er mich gleichermaßen zu seinem Objekt machen.
Das Problem liegt darin, dass man nicht Objekt für ein Objekt sein kann. Die Objektivität setzt indirekt die Subjektivität voraus: wo ein Objekt auftritt, muss auch immer ein Subjekt anwesend sein. Indem der Andere mich nun als seinen Gegenstand wahrnimmt, beraubt er mich meiner Subjektivität.
Die Dinge, die ich zuvor wahrgenommen habe, organisieren sich nun um ihn als Subjekt herum. Zwar bleibt sein Umfeld Bestandteil meiner Welt, aber ich bin nicht mehr das Zentrum dieser Beziehungen. Freilich sind die Steine, Bäume und Tiere immer noch gegenwärtig, und ich kann annehmen, dass der Andere sie in gleicher Weise erfasst wie ich, doch es kann nur bei Vermutungen bleiben. Sein Bewusstsein ist mir unzugänglich.
Obwohl beispielsweise die Wiese meiner Ansicht nach grün ist, so kann ich doch niemals das Grün nachempfinden, das andere Menschen sehen. Man kann deshalb niemals von Intersubjektivität sprechen, da das Wechselspiel der Objekt-Subjekt-Beziehung keine wirkliche Nähe zulässt. Es ist für mich unmöglich, die Welt durch die Augen eines anderen Individuums zu sehen. In dieser Weise bleiben die Menschen stets voneinander entfremdet.

Indem also der Andere mir als ein neues Zentrum erscheint, strukturiert sich die Welt, inklusive meines Daseins, entsprechend seiner Sichtweise um. Er nimmt unvorhersehbaren Einfluss auf meine Situationen1.


"So ist plötzlich ein Gegenstand erschienen, der mir die Welt gestohlen hat. [...] Die Erscheinung des Andern in der Welt entspricht also einem erstarrten Entgleiten der Welt, die die Zentrierung, die ich in derselben Zeit herstelle, unterminiert" (SARTRE, 1998, S.461f.).

[...]


1 Für SARTRE hat der Ausdruck Situation eine spezielle Bedeutung, die auf S. 5 näher erläutert wird.


Comments

Regine
27.07.2004 17:18:25
Seltsam
Hallo! Sorry, aber die Arbeit ist echt lächerlich! Stimmt es, dass Du sie abgegeben hast? Jeder dritte Satz ist falsch! Ist nicht böse gemeint, wundere mich nur. Liebe Grüße, Regine
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