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Termpaper, 2001, 17 Pages
Author: Oliver Goebel
Subject: Psychology - Social Psychology
Details
Institution/College: University of Hagen (Psychologisches Institut)
Tags: persönlicher Raum, Argyle, Patterson, Äquilibriumstheorie, Erregungsmodell, räumliches Verhalten
Year: 2001
Pages: 17
Grade: ohne
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-14453-7
ISBN (Book): 978-3-638-80167-6
File size: 166 KB
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Abstract
Diese Arbeit behandelt räumliches Verhalten von Menschen in Interaktionen, also meßbare Distanzen, die Menschen zueinander einnehmen. Die psychologische Forschung beschäftigte sich insbesondere in den 50er und 70er Jahren intensiv mit menschlichen Distanzverhalten (Salewski, 1993a, S. 12). Neben der Sozialpsychologie hat sich insbesondere die ökologische Psychologie dieses Thema zu eigen gemacht. Die ökologische Psychologie, die sich aus der Sozialpsychologie heraus entwickelte, befaßt sich mit Auswirkungen der physisch-materiellen und kulturellen Außenwelt sowie den räumlich-sozialen Einflußfaktoren auf das Erleben und Verhalten der Menschen (Hellbrück & Fischer, 1999, S. 28-29). Bezugnehmend auf räumliches Verhalten entwickelten sich neben dem Forschungsgebiet des persönlichen Raumes; die Bezeichnung „Distanzverhalten“ ist ebenfalls gebräuchlich (Hellbrück & Fischer, 1999, S. 321); weitere Disziplinen wie Privacy, Territorialverhalten und Crowding. Im ersten Kapitel dieser Arbeit wird der Begriff „Persönlicher Raum“ erläutert und gegenüber den eben genannten Teildisziplinen räumlichen Verhaltens abgegrenzt. Im zweiten Kapitel wird die Äquilibriumstheorie von Argyle und Dean (1965) ausführlich erörtert. Sie erhält ihre besondere Bedeutung dadurch, daß sie den Ausgangspunkt eines Gesamtkonzeptes darstellt, aus dem sich die weiteren Erklärungsansätze entwickelt haben (Salewski, 1993a, S. 6). Im anschließenden dritten Kapitel wird das Erregungsmodell interpersonaler Intimität von Patterson (1976), welches als Modifikation der Äquilibriumstheorie angesehen werden kann, erörtert. Im vierten und letzten Kapitel dieser Arbeit wird ein kurzer Blick auf den gegenwärtigen Stand der Forschung gewagt. An dieser Stelle wird versucht, die Frage zu beantworten, ob eine Theorie existiert, die das Phänomen persönlicher Raum erschöpfend erklären kann.
Excerpt (computer-generated)
Zwei Erklärungsmodelle zum persönlichem Raum
von Oliver Goebel
Inhaltsverzeichnis
Inhalt der Arbeit
1. Das Phänomen persönlicher Raum
1.1 Zwei Beispiele räumlichen Verhaltens aus dem Alltag
1.2 Definitionen des Begriffes persönlicher Raum
1.3 Zusammenhang mit anderen ökopsychologischen Teilkonzepten
2. Die Äquilibriumstheorie von Argyle und Dean
2.1 Beschreibung der Äquilibriumstheorie
2.2 Empirische Überprüfung der Äquilibriumstheorie
2.3 Bewertung der Theorie
3. Pattersons Erregungsmodell interpersonaler Intimität
3.1 Grundannahmen des Erregungsmodells
3.2 Empirische Herleitung des Modells
3.3 Bewertung des Erregungsmodells
4. Der gegenwärtige Stand der Forschung
Literaturverzeichnis
Inhalt der Arbeit
Diese Arbeit behandelt räumliches Verhalten von Menschen in Interaktionen, also meßbare Distanzen, die Menschen zueinander einnehmen.
Die psychologische Forschung beschäftigte sich insbesondere in den 50er und 70er Jahren intensiv mit menschlichen Distanzverhalten (Salewski, 1993a, S. 12). Neben der Sozialpsychologie hat sich insbesondere die ökologische Psychologie dieses Thema zu eigen gemacht. Die ökologische Psychologie, die sich aus der Sozialpsychologie heraus entwickelte, befaßt sich mit Auswirkungen der physisch-materiellen und kulturellen Außenwelt sowie den räumlich-sozialen Einflußfaktoren auf das Erleben und Verhalten der Menschen (Hellbrück & Fischer, 1999, S. 28-29). Bezugnehmend auf räumliches Verhalten entwickelten sich neben dem Forschungsgebiet des persönlichen Raumes; die Bezeichnung "Distanzverhalten" ist ebenfalls gebräuchlich (Hellbrück & Fischer, 1999, S. 321); weitere Disziplinen wie Privacy, Territorialverhalten und Crowding.
Im ersten Kapitel dieser Arbeit wird der Begriff "Persönlicher Raum" erläutert und gegenüber den eben genannten Teildisziplinen räumlichen Verhaltens abgegrenzt.
Im zweiten Kapitel wird die Äquilibriumstheorie von Argyle und Dean (1965) ausführlich erörtert. Sie erhält ihre besondere Bedeutung dadurch, daß sie den Ausgangspunkt eines Gesamtkonzeptes darstellt, aus dem sich die weiteren Erklärungsansätze entwickelt haben (Salewski, 1993a, S. 6).
Im anschließenden dritten Kapitel wird das Erregungsmodell interpersonaler Intimität von Patterson (1976), welches als Modifikation der Äquilibriumstheorie angesehen werden kann, erörtert.
Im vierten und letzten Kapitel dieser Arbeit wird ein kurzer Blick auf den gegenwärtigen Stand der Forschung gewagt. An dieser Stelle wird versucht, die Frage zu beantworten, ob eine Theorie existiert, die das Phänomen persönlicher Raum erschöpfend erklären kann.
1. Das Phänomen persönlicher Raum
Als Einstieg werden zwei alltägliche Beispiele zur Veranschaulichung des Phänomens persönlicher Raum geschildert. Im Anschluß wird der Begriff persönlicher Raum definiert und erläutert. Zum Ende des Kapitels wird das Forschungsgebiet des persönlichen Raumes von Privacy, Territorialverhalten und Crowding abgegrenzt
1.1. Zwei Beispiele räumlichen Verhaltens aus dem Alltag
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem fast leeren Restaurant. Obwohl fast alle Plätze frei sind, setzt sich eine Ihnen unbekannte Person auf einen Stuhl direkt neben Ihnen. Vermutlich wird Sie das Verhalten der fremden Person irritieren, vielleicht fühlen Sie sich verärgert oder beängstigt, zumindest aber werden Sie überrascht sein. Eventuell werden Sie Verhaltensweisen, wie mit dem Stuhl zur Seite rutschen, abwenden und oder wegschauen, zeigen.
Stellen Sie sich des weiteren vor, daß Sie sich mit einem guten Freund bzw. Freundin treffen und diese Person während der Begrüßung zwei Meter vor Ihnen stehen bleibt. Auch in diesem Fall werden Sie sicherlich verwundert sein, da sich das Verhalten Ihres Freundes bzw. Ihrer Freundin nicht mit Ihren Erwartungen deckt.
Räumliche Verhaltensweisen werden, wie diese Beispiele aufzeigen, vorwiegend dann bewußt wahrgenommen, wenn sie dem alltäglichen Ablauf zuwiderlaufen, wenn sie nicht reibungslos funktionieren. Situationen dieser Art führten dazu, menschliches Distanzverhalten zum Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung zu machen (Salewski, 1993a, S. 8-9).
[...]
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