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Scholary Paper (Seminar), 2004, 35 Pages
Author: Corinna Patrizia Franiek
Subject: Politics - Political Systems - Germany
Details
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Bürgerbewegungen, Regierungsverantwortung, Bürgerbewegung, Volkspartei, Bündnis, Grünen, Geschichte
Year: 2004
Pages: 35
Grade: sehr gut (1,0)
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-62724-5
File size: 224 KB
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Abstract
Diese Arbeit behandelt die drei neuen Bürgerbewegungen – die Frauenbewegung, die Friedensbewegung und die Umweltbewegung – in Ost- und Westdeutschland und soll versuchen einige Fragen zu klären. Es soll die Bedeutung, die diese drei Bewegungen für die Gründung einer Grünen Partei in beiden deutschen Teilstaaten hatten, geklärt werden. Weiterhin soll die Beeinflussung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten und Voraussetzungen auf das Entstehen der Bewegungen aufgezeigt werden. Zudem soll dargestellt werden, welche Aktivitäten, Zielsetzungen, Erfolge, aber auch Misserfolge die Bewegungen hatten. Letztendlich soll beantwortet werden wie es dazu kam, dass sich aus den Bewegungen eine „politische Partei“ gründete und wieso diese grüne Partei keine „Eintagsfliege“ war, sondern bis heute politisch bedeutsam ist bzw. ihre Bedeutung steigern konnte.
Excerpt (computer-generated)
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Politikwissenschaft
Vorlesung: „Geschichte der BRD und DDR III (1969-1989)
1. Semester
Bürgerbewegungen auf dem Weg in die Regierungsverantwortung 1969-1989
Von der Bürgerbewegung zur „Volkspartei“ Bündnis 90/Die Grünen
von: Corinna Patrizia Franiek
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
1.1. Definition der sozialen Bewegung 4
2. Die Neue Frauenbewegung 5
2.1. Die Neue Frauenbewegung in der BRD 5
2.1.1. Zum politischen Hintergrund und der Entstehung der Bewegung 5
2.1.2. Die Struktur und Organisation der Bewegung 6
2.1.3. Aktionen und Veranstaltungen 7
2.1.4. Institutionalisierung der Frauenbewegung 7
2.2. Die Neue Frauenbewegung in der DDR 8
2.2.2. Beginn einer Neuen Frauenbewegung 9
3. Die Neue Friedensbewegung 11
3.1. Die Neue Friedensbewegung in der BRD 11
3.1.1. Vorgeschichte der Neuen Friedensbewegung 11
3.1.2. Anfänge der Neuen Friedensbewegung 12
3.2. Die Friedensbewegung in der DDR 14
4. Die Umweltbewegung 17
4.1. Die Umweltbewegung in der BRD 17
4.2. Die Anti-AKW-Bewegung in der BRD 17
4.2.1. Die Geschichte der Bewegung 18
4.2.2. Mitglieder der Bewegung 19
4.2.3. Anfänge der Bewegung - von Wyhl bis zum Tag X 20
4.2.4. Die Antwort des Staates und Kriminalisierung der Bewegung 22
4.2.5. Hoffnung auf ein anderes Leben 23
4.3. Umweltbewegung in der DDR 24
5. Gründung einer grünen Partei 26
5.1. Gründung der Partei Die Grünen in der BRD 26
5.1.1. Erste Phase der Entwicklung 1977 bis 1983 26
5.1.2. Zweite und dritte Phase der Entwicklung 1983-1990 28
5.2. Gründung der Grünen und des Bündnis 90 in den neuen Bundesländern 28
5.3. Die „Doppelte Vereinigung“ 30
6. Fazit 32
Anhang: 33
Literaturverzeichnis 34
1. Einleitung
Diese Arbeit behandelt die drei neuen Bürgerbewegungen – die Frauenbewegung, die Friedensbewegung und die Umweltbewegung – in Ost- und Westdeutschland und soll versuchen einige Fragen zu klären.
Es soll die Bedeutung, die diese drei Bewegungen für die Gründung einer Grünen Partei in beiden deutschen Teilstaaten hatten, geklärt werden. Weiterhin soll die Beeinflussung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten und Voraussetzungen auf das Entstehen der Bewegungen aufgezeigt werden. Zudem soll dargestellt werden, welche Aktivitäten, Zielsetzungen, Erfolge, aber auch Misserfolge die Bewegungen hatten. Letztendlich soll beantwortet werden wie es dazu kam, dass sich aus den Bewegungen eine „politische Partei“ gründete und wieso diese grüne Partei keine „Eintagsfliege“ war, sondern bis heute politisch bedeutsam ist bzw. ihre Bedeutung steigern konnte.
1.1. Definition der sozialen Bewegung
„Soziale Bewegung ist ein mobilisierender kollektiver Akteur, der mit einer gewissen Kontinuität auf der Grundlage hoher symbolischer Integration und geringer Rollenspezifikation mittels variabler Organisations- und Aktionsformen das Ziel verfolgt, grundlegenderen sozialen Wandel herbeizuführen, zu verhindern oder rückgängig zu machen.“1
2. Die Neue Frauenbewegung
2.1. Die Neue Frauenbewegung in der BRD
Der Beginn der Neuen Frauenbewegung geht auf die Studentenbewegung der Jahre 1967/68 zurück. Ihren Ursprung hat die Neue Frauenbewegung zwar in den USA, in Deutschland entwickelte sie sich jedoch zu einer eigenen Bewegung mit besonderem Charakter, bedingt durch die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten.2
2.1.1. Zum politischen Hintergrund und der Entstehung der Bewegung
In der Zeit, als sich die Neue Frauenbewegung formierte, war die Große Koalition (CDU/CSU und SPD) in der Regierungsverantwortung. Deutschland befand sich in einer wirtschaftlichen Rezession und die beiden großen Parteien wollten dieser gemeinsam begegnen. Durch die Koalition der beiden großen Parteien fehlte es an einer wirksamen Opposition; dies führte zu Studentenprotesten und Unruhen und mündete in der Gründung der Außerparlamentarischen Opposition (APO) und der Bildung der Studentenbewegung. Es kam zu einer heftigen Diskussion, die über sämtliche Themen, wie Innen- und Außenpolitik und Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur geführt wurde. Alte Normen und Werte wurden hinterfragt und teilweise auch abgelehnt (liberale Haltung zur Sexualität u. a. m.).
1968 kam es innerhalb des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) zu Spannungen zwischen den Geschlechtern. Die Frauen empfanden das Verhalten der Männer ihnen gegenüber als autoritär, obwohl diese von der Gesellschaft forderten, die Autorität abzuschaffen. Während die männlichen Studenten die anspruchsvolleren Arbeiten wahrnahmen, bekamen die weiblichen Kommilitoninnen von ihnen niedere Aufgaben zugewiesen. Bei Versammlungen des SDS wurden die Frauen nicht ernst genommen.3 Gegen dieses Verhalten lehnten sich immer mehr Frauen auf. In West-Berlin entstand deshalb 1968 der Aktionsrat zur Befreiung der Frau, der von sieben SDS-Frauen gegründet wurde. Bei der nächsten Sitzung des Bundes legten sie eine Resolution vor. Sie forderten eine andere Aufteilung der Geschlechterordnung und warfen den Männern vor, nach außen hin die Klassen abschaffen zu wollen, aber ihre Frauen auch nicht anders zu behandeln, als die Gesellschaft die unteren Schichten. Sie forderten weiterhin die Aufhebung der Trennung zwischen Privatleben und Öffentlichkeit, denn engagiert sich die Politik nicht gegen Unterdrückung im Privaten, leistet sie dieser Vorschub. Diese Veränderungen sollen politisch geschehen, als Teil einer Kulturrevolution, als Teil des Klassenkampfes.
Im September 1968, als der SDS in Frankfurt tagte, hielt eine der SDS-Frauen eine Rede, die die Männer als unwichtig abtun wollten. Eine der Teilnehmerinnen reagierte derart wütend und warf mit Tomaten. Dies ging als „Tomatenwurfaktion“ in die Geschichte ein und gab Frauen in vielerlei Orten den Anlass, eine Frauengruppe zu gründen. Ausschlaggebend für die Gründung weiterer Frauengruppen war das veränderte politische Klima, die antiautoritäre Bewegung und eine veränderte sexuelle Einstellung (u. a. § 218 Abtreibungsparagraph) – damals kam die Parole auf „Mein Bauch gehört mir“. 4
2.1.2. Die Struktur und Organisation der Bewegung
In der Frauenbewegung gab es keine Institutionalisierung, sie verfügte über keinen Dachverband. Es war Absicht, dass es keine übergeordnete Organisationsstruktur gab, um hierarchische Strukturen zu vermeiden. Aus den privaten Treffen, auf denen die Frauen tätig wurden, gingen die späteren Frauenzentren hervor. In der Bundesrepublik entwickelte sich eines der am dichtesten strukturierten Netzwerke von Frauenzentren in Europa. Im Juni 1971 fand die erste Delegiertenkonferenz statt, auf der sich alle Frauen, die gegen Paragraph 218 waren, trafen. 1972 wurde dann der erste Bundes-Frauen-Kongress ausgerufen.5
Zu den bekanntesten Organisationen in denen Frauen tätig waren zählen der Aktionsrat zur Befreiung der Frau, der sich später in Sozialistische Frauenbund West-Berlin umbenannte, sowie der Frankfurter Weiberrat und die Demokratische Fraueninitiative. Es bildeten sich mit der Zeit auch radikal-feministische Positionen heraus, sowie die Glorifizierung des Lesbianismus. Simone de Beauvoir, die zu einer der bekanntesten Vertreterinnen der Neuen Frauenbewegung gehörte, wandte sich gegen diesen radikalen Feminismus.6 Differenzen gab es zwischen der Neuen Frauenbewegung und den etablierten Frauenverbänden, die der Ansicht waren, dass Frauen sich innerhalb von bestehenden Strukturen einbringen können, wie z.B. in Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und anderen Verbänden und so eine Verbesserung ihrer Situation erreichen können. Es bestanden jedoch Kontakte zwischen beiden Lagern und es gab Ereignisse, die gemeinsam in Angriff genommen wurden, so z. B. die Kampagne gegen den Paragraphen 218, welche zur Folge hatte, dass 1975 die Indikationslösung in Kraft trat.7 Auf internationaler Ebene etablierte sich ein internationaler Frauenkongress, der International Interdisciplinary Congress on Women – Treffpunkt für Frauen aus Führungspositionen.8
2.1.3. Aktionen und Veranstaltungen
[...]
1 Raschke 1987: 21
2 Nave-Herz 1997: 53/54
3 Nave-Herz 1997: 54
4 Nave-Herz 1997: 54-56
5 Nave-Herz 1997: 57
6 Nave-Herz 1997: 60/61
7 Nave-Herz 1997: 62
8 Nave-Herz 1997: 72
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