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Presentation (Elaboration), 2004, 41 Pages
Author: Corinna Patrizia Franiek
Subject: Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification
Details
Tags: Bevölkerungsstruktur, Verhalten, Wandel, Familie, Bevölkerungsstruktur, Wandel
Year: 2004
Pages: 41
Grade: gut (2,0)
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-62726-9
File size: 230 KB
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Abstract
Unter „Demographie verstehen wir die Bevölkerungsbeschreibung. Der Begriff wurde 1855 von A. Guillard geprägt für die Analyse der Bevölkerungsstruktur und der Bevölkerungsentwicklung besonders unter politischen und ökonomischen Aspekten. Die Demographie beruht heute vor allem auf mathematischen Modellen und statistischen Methoden und entwickelt sich dadurch immer mehr zu einer eigenen Disziplin gegenüber der eher theoretisch-erklärenden, sozial-historisch orientierten Bevölkerungslehre. Zentrale Variablen der Demographie sind unter anderem die Bevölkerungsgröße, Bevölkerungsbewegungen, Altersaufbau, Geburten- und Sterblichkeitsraten etc. Mit ihrer Hilfe soll es gelingen, die Bevölkerungsentwicklung zu beschreiben, zu erklären und zu prognostizieren.“ Unter Bevölkerung versteht man alle Einwohner in einem politisch abgegrenzten Raum, in diesem Fall die Einwohner der BRD. Die Zahl der Einwohner unterliegt Schwankungen, die sich zum einen aus den Geburten und zum anderen aus den Sterbefällen ermitteln lassen, aber zum anderen noch durch den Zu- bzw. Wegzug der Einwohner. Dabei hängt die Steigerung der Bevölkerungszahlen eng mit den sozialen Faktoren zusammen. Den Wandel der Bevölkerungsstruktur in Deutschland bezeichnet man mit dem Begriff „Revolution auf leisen Sohlen“, welcher sehr gut ausdrückt, dass wir es heute nicht mehr mit sehr schnellen Umbrüchen innerhalb der Gesellschaft zu tun haben, sondern eher mit Prozessen, die sich langsam und schleichend entwickeln, was jedoch nicht bedeuten soll, dass die Folgen weniger verheerend wären, als andere Ereignisse in der Geschichte, beispielsweise die „Französische Revolution“. Von dem Einzelnen werden die Prozesse, denen er unterliegt und an denen er auch gleichzeitig beteiligt ist, nur selten in der vollen Tragweite realisiert. Die Änderung der demographischen Verhältnisse spielen in nahezu jedem Lebensbereich eine Rolle und bewirken so soziale Probleme in: Der Familienpolitik, der Alterssicherung, dem Gesundheitswesen, der Frage der militärischen Stärke, der Beschäftigung und dem Erwerbspotential.3 In dieser Arbeit werden fast ausschließlich die Zahlen und Fakten der BRD berücksichtigt und nur am Rande die der DDR. Erst mit dem Mauerfall 1989 und der daraus resultierenden Wiedervereinigung fließen die Daten von Ostdeutschland mit ein.
Excerpt (computer-generated)
Bevölkerungsstruktur, generatives Verhalten und Wandel der Familie
Bevölkerungsstruktur – demographischer Wandel
von: Corinna Patrizia Franiek
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
I.1. Geschichte der Bevölkerungstheorien seit dem 18. Jahrhundert 4
I.1.1. Grundzüge einer historisch-soziologischen Bevölkerungstheorie 8
I.2. Instrumente der Bevölkerungsforschung 9
II. Historische Entwicklung der demografischen Struktur 12
II.1. Der Wandel der generativen Strukturen 12
II.2. Historische Entwicklungsstufen der demographischen Struktur ab 1945 13
II.2.1. Einflüsse, die die Verschiebung der Bevölkerungsstruktur in der Bundesrepublik zur Folge hatten 13
III. Entwicklung der Bevölkerungsstruktur in der DDR 19
IV. Der Ist-Zustand und Zukunftsprognosen 20
V. Faktoren, die den Wandel der Bevölkerungsstruktur beeinflussen 22
V. 1. Die Geburtenentwicklung 22
V.1.1.Ursachen für den Geburtenrückgang 22
V. 2. Steigende Lebenserwartung 24
V. 3. Migration 24
VI. Die Folgen und Probleme der sich ändernden Bevölkerungsstruktur 28
VII. Maßnahmen und Eingriffe der Politik auf den demographischen Wandel 31
VII.1. Maßnahmen zur Stabilisierung der demographischen Verhältnisse 31
VII.2. Maßnahmen zur Sicherung der sozialen Systeme 33
VIII. Zukunft 35
VIII.1 Zukunftsaussichten und Anforderungen an die kommenden Generationen 35
VIII.2. Ist Zuwanderung die Lösung? 36
IX. Fazit 38
X. Literaturverzeichnis 40
1 Einleitung
Unter „Demographie verstehen wir die Bevölkerungsbeschreibung. Der Begriff wurde 1855 von A. Guillard geprägt für die Analyse der Bevölkerungsstruktur und der Bevölkerungsentwicklung besonders unter politischen und ökonomischen Aspekten. Die Demographie beruht heute vor allem auf mathematischen Modellen und statistischen Methoden und entwickelt sich dadurch immer mehr zu einer eigenen Disziplin gegenüber der eher theoretisch-erklärenden, sozial-historisch orientierten Bevölkerungslehre. Zentrale Variablen der Demographie sind unter anderem die Bevölkerungsgröße, Bevölkerungsbewegungen, Altersaufbau, Geburten- und Sterblichkeitsraten etc. Mit ihrer Hilfe soll es gelingen, die Bevölkerungsentwicklung zu beschreiben, zu erklären und zu prognostizieren.“1
Unter Bevölkerung versteht man alle Einwohner in einem politisch abgegrenzten Raum, in diesem Fall die Einwohner der BRD. Die Zahl der Einwohner unterliegt Schwankungen, die sich zum einen aus den Geburten und zum anderen aus den Sterbefällen ermitteln lassen, aber zum anderen noch durch den Zu- bzw. Wegzug der Einwohner. Dabei hängt die Steigerung der Bevölkerungszahlen eng mit den sozialen Faktoren zusammen.2
Den Wandel der Bevölkerungsstruktur in Deutschland bezeichnet man mit dem Begriff „Revolution auf leisen Sohlen“, welcher sehr gut ausdrückt, dass wir es heute nicht mehr mit sehr schnellen Umbrüchen innerhalb der Gesellschaft zu tun haben, sondern eher mit Prozessen, die sich langsam und schleichend entwickeln, was jedoch nicht bedeuten soll, dass die Folgen weniger verheerend wären, als andere Ereignisse in der Geschichte, beispielsweise die „Französische Revolution“. Von dem Einzelnen werden die Prozesse, denen er unterliegt und an denen er auch gleichzeitig beteiligt ist, nur selten in der vollen Tragweite realisiert. Die Änderung der demographischen Verhältnisse spielen in nahezu jedem Lebensbereich eine Rolle und bewirken so soziale Probleme in: Der Familienpolitik, der Alterssicherung, dem Gesundheitswesen, der Frage der militärischen Stärke, der Beschäftigung und dem Erwerbspotential.3 In dieser Arbeit werden fast ausschließlich die Zahlen und Fakten der BRD berücksichtigt und nur am Rande die der DDR. Erst mit dem Mauerfall 1989 und der daraus resultierenden Wiedervereinigung fließen die Daten von Ostdeutschland mit ein.
I.1. Geschichte der Bevölkerungstheorien seit dem 18. Jahrhundert
Im Lauf der Geschichte gab es viele Versuche das Phänomen der Bevölkerungsentwicklung zu beschreiben und zu erklären. Seit 200 Jahren machen sich die Menschen darüber Gedanken, was den Bevölkerungsvorgang beeinflusst und verändert. Viele der Theorien haben sich als falsch herausgestellt, aber sie haben doch wesentlich zu der heutigen Auffassung vom Bevölkerungswandel beigetragen.
Die politischen Arithmetiker:
• Erste Versuche einer wissenschaftlichen Durchleuchtung der generativen Vorgänge sind bei den politischen Arithmetikern zu finden (17. und 18. Jahrhundert Süßmilch und Neumann in Deutschland). Sie haben herausgefunden, dass Bevölkerungsvorgänge bestimmten Regelmäßigkeiten unterworfen sind.
Das Malthussche Bevölkerungsgesetz:
• Im 18. Jahrhundert entstehen Bevölkerungsgesetze, die die Bevölkerungsvorgänge aller Völker in einer Formel zusammenbringen wollen. Thomas Robert Malthus hat hierzu einen bedeutenden Essay verfasst. Hierin geht er von Fortpflanzungs- und Vermehrungsvorgängen aus.
Er stellt folgende Grundhypothese auf: „Wenn alle verschwenderisch ausgestreuten Lebenskeime sich frei entwickeln könnten, so würden sie nicht nur für unsere Welt, sondern in kurzer Zeit auch für eine Vielzahl von Welten ausreichen.“4
Grenzen sind dem menschlichen Fortpflanzungstrieb (biologische Komponente) nur durch die Nahrungsmittel gesetzt (ökonomische Komponente). Er geht davon aus, dass eine Bevölkerung immer wieder dem Angebot an Nahrungsmitteln angeglichen wird, sie kann also nur in dem Maße wachsen, wie auch die Produktion an Nahrungsmitteln wächst. Entweder die Menschen versuchen die Zahl ihrer Nachkommen zu drosseln (präventiv) oder die Natur wird durch Hunger dafür sorgen, dass die Bevölkerung nicht zu sehr zunimmt (repressiv).
Die damaligen Vorstellungen von Malthus sind teilweise bis heute aktuell. Falsch ist die Aussage, dass die Nahrungsmittelproduktion der Bevölkerungsentwicklung die Grenzen aufzeigt, weil sie im 19. Jahrhundert in Europa im Zuge der Industrialisierung schneller anstieg als die Bevölkerungszahl.
Lohntheorie und Sozialpolitik im Frühliberalismus
• Die Lohntheorie wurde von David Ricardo formuliert und besagt, dass es für jede Ware zwei Preise gibt – den natürlichen (ergibt sich aus Kosten) und den Marktpreis (ergibt sich aus Angebot und Nachfrage). Der Marktpreis schwankt über oder unterhalb des natürlichen Preises. Lohn ist der Preis für die menschliche Arbeit. Auch zu der menschlichen Arbeit gibt es einen natürlichen und einen Marktpreis. Auch er wird jeweils durch die Kosten und durch Angebot und Nachfrage geregelt. Das malthussche Bevölkerungsgesetz soll für die Angleichung der beiden Preise sorgen. Sinkt der Marktpreis unter den natürlichen Lohn, so kann der Arbeiter hiervon nicht leben, und es führt, wie vorhin schon erwähnt zu einer Dezimierung der Bevölkerung durch Hunger und Elend, sowie durch mangelnde Eheschließungsraten. Es wird zur Folge haben, dass sich die Zahl der Arbeiter dramatisch verringert, was wiederum dazu führt das der Lohn steigt. Die Arbeiter vermehren sich stärker und der Kreislauf beginnt von vorn. Hieraus wäre dann zu folgern, dass es keinen Sinn hat, die Löhne zu erhöhen, da dies nur eine Vermehrung der Bevölkerung bedeute und somit zu einer erneuten Verelendung führt. Im Laufe der Geschichte haben sich die oben erwähnten Folgerungen als falsch erwiesen.
Der Neomalthusianismus
[...]
1 Reinhold, Gerd, S. 105.
2 Geißler, Rainer, S. 284.
3 Schmidt, Josef, S. 35/36.
4 Mackenroth, Gerhard, S. 45.
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