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Scholary Paper (Seminar), 2000, 19 Pages
Author: Sonja Breining
Subject: Romance Languages - French Literature
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Romanisches Seminar)
Tags: Dienste, Herrscher, Leben, Wirken, Grands, Rhétoriqueurs, Proseminar, Mittelfranzösische, Texte
Year: 2000
Pages: 19
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-14481-0
ISBN (Book): 978-3-640-30555-1
File size: 208 KB
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Abstract
Nicht nur große Unternehmen - heutzutage investiert jeder Betrieb, der am Markt mitmischen will, viel Geld in die Werbung und die eigene Pressestelle. Diese Idee ist nicht neu: Schon damals versammelten die einflussreichen und mächtigen Persönlichkeiten wie Könige oder Herzöge Menschen um sich, die ihr Ansehen erhöhen und sie beim Volk beliebt machen sollten. Zwischen 1470 und 1520 übernahmen diese Aufgabe die Rhétoriqueurs: Sie überlieferten dem Volk die familiären und politischen Neuigkeiten der Herrscher und waren darauf bedacht, ihre Texte in einer kunstvollen Weise, etwa mit der Ausschmückung zahlreicher Stilmittel, zu gestalten. Ziel dieser Arbeit soll es sein, einige Rhétoriqueurs vorzustellen, ihr Tätigkeitsfeld zu beleuchten und darzulegen, welcher Stil ihre Werke prägte. Eine Begriffsklärung zu Beginn über den Namen "Rhétoriqueurs" sowie der wortverwandten "Rhetorik" soll vorab einige Klärungen liefern und einen ersten Eindruck über die Dichtergruppe vermitteln. Der Hauptteil soll nicht nur das Verhältnis der Rhétoriqueurs zu ihren "Arbeitgebern" und die daraus resultierenden Pflichten beschreiben, sondern auch einige Erklärungsansätze liefern, welche Einflüsse auf die Rhétoriqueurs einwirkten. Dazu werden einige Aspekte der Politik, Gesellschaft und Kunst sowie einer Geistesströmung und der Tradition ausgewählt. Der Schluss hat die Funktion, ein Urteil darüber abzugeben, inwieweit die Rhétoriqueurs eine eigene Schule zu bilden vermochten und inwieweit sie sich an Traditionen orientierten.
Excerpt (computer-generated)
Im treuen Dienste ihrer Herrscher
- Vom Leben und Wirken der Grands Rhétoriqueurs
von Sonja Breining
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Begriffsklärung
I) Wer sind die Rhétoriqueurs?
II) Was versteht man unter Rhetorik?
Hauptteil
I) Vorstellung einiger Rhétoriqueurs
II) Einflüsse auf die Rhétoriqueurs
1.) Politik - Der Einfluss des Absolutismus
a) Die Macht der Adeligen
b) Die Aufgaben der Rhétoriqueurs
2.) Nation - Der Einfluss der Sprache
3.) Gesellschaft und Kunst -
Der Einfluss des Formalismus und der Stilmittel
4.) Geistesströmung - Der Einfluss des Pessimismus
5.) Tradition - Der Einfluss der Antike
Schluss
Literaturverzeichnis
Einleitung
Nicht nur große Unternehmen - heutzutage investiert jeder Betrieb, der am Markt mitmischen will, viel Geld in die Werbung und die eigene Pressestelle. Diese Idee ist nicht neu: Schon damals versammelten die einflussreichen und mächtigen Persönlichkeiten wie Könige oder Herzöge Menschen um sich, die ihr Ansehen erhöhen und sie beim Volk beliebt machen sollten. Zwischen 1470 und 1520 übernahmen diese Aufgabe die Rhétoriqueurs: Sie überlieferten dem Volk die familiären und politischen Neuigkeiten der Herrscher und waren darauf bedacht, ihre Texte in einer kunstvollen Weise, etwa mit der Ausschmückung zahlreicher Stilmittel, zu gestalten.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, einige Rhétoriqueurs vorzustellen, ihr Tätigkeitsfeld zu beleuchten und darzulegen, welcher Stil ihre Werke prägte. Eine Begriffsklärung zu Beginn über den Namen "Rhétoriqueurs" sowie der wortverwandten "Rhetorik" soll vorab einige Klärungen liefern und einen ersten Eindruck über die Dichtergruppe vermitteln. Der Hauptteil soll nicht nur das Verhältnis der Rhétoriqueurs zu ihren "Arbeitgebern" und die daraus resultierenden Pflichten beschreiben, sondern auch einige Erklärungsansätze liefern, welche Einflüsse auf die Rhétoriqueurs einwirkten. Dazu werden einige Aspekte der Politik, Gesellschaft und Kunst sowie einer Geistesströmung und der Tradition ausgewählt.
Der Schluss hat die Funktion, ein Urteil darüber abzugeben, inwieweit die Rhétoriqueurs eine eigene Schule zu bilden vermochten und inwieweit sie sich an Traditionen orientierten.
Begriffsklärung
I) Wer sind die Rhétoriqueurs?
Rhétoriqueurs nennt man Dichter, die in der zweiten Hälfte des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts (1470-1520) die Tradition der bürgerlichen Lyriker des 14. Jahrhunderts wie Guillaume de Machaut, Eustache Deschamps oder Alain Chartier fortsetzten . Als Beamte, Dichter und Historiographen standen sie im Dienst der bretonischen, burgundischen oder französischen Herrscher und begriffen Dichtung, wie ihr Name andeutet, vorrangig als raffinierte Sprach- und Redekunst.
Über den Ursprung des Namens "Rhétoriqueurs" gibt es jedoch Unklarheiten: Nach Rudolf Wolf nennen sich die Dichter "Rhétoriqueurs" "nicht etwa, weil sie keine bessere Bezeichnung gefunden hätten, sondern im vollen Bewusstsein der Bedeutung des Wortes und aus Stolz auf das dichterische Ideal" , das ihnen vorschwebte. Abweichend von der Meinung, die Rhétoriqueurs hätten ihren Namen bewusst gewählt, berichten Gérard Gros und Marie-Madelaine Fragonard jedoch, die Bezeichnung "Rhétoriqueurs" sei erst im 19. Jahrhundert entstanden. Paul Zumthor behauptet sogar, dass ihr Name einem Irrtum D′Héricaults entstamme: Dieser brachte 1861 beim Lesen eines Textes den Begriff "Rhétoriqueurs" in Zusammenhang mit den Dichtern des 15. Jahrhunderts, der aber ursprünglich Richter bezeichnete. Doch abgesehen davon, wie der Name entstanden sein mag - niemand wird bestreiten, dass er ausdrückt, was die Rhétoriqueur anstrebten: Meister der Rhetorik zu sein, denn "les Grands Rhétoriqueurs aimèrent la rhétorique."
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