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Termpaper, 2005, 17 Pages
Author: Carsten Krumdiek
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Institution/College: University of Cologne (Romanisches Seminar)
Tags: Klatsch, Gossip, Chisme, Blick, Klatschverhalten, Geschlechter, Beispiel, Gran, Hermano, Spanien, Sprache, Geschlecht
Year: 2005
Pages: 17
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-62852-5
File size: 151 KB
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Excerpt (computer-generated)
Romanisches Seminar der Universität zu Köln
Proseminar: Sprache und Geschlecht –
Ausgewählte Fragestellungen anhand des Spanischen
WS 2004/2005, Köln, den 29.03.2005
Klatsch, Gossip & Chisme –
Ein Blick auf das Klatschverhalten der Geschlechter
am Beispiel von Gran Hermano, Spanien
von: Carsten Krumdiek
Inhaltsverzeichnis
1. Über Vorgehensweise und Aufbau 5
2. Klatsch – Herkunft, Bedeutung und Funktion in der Gesellschaft 5
2.1 Diachrone Veränderungen der Begriffssemantik 5
2.2 Das Reden über Andere und dessen psychologische Notwendigkeit 7
2.3 Formen, Funktionen und Geschlecht 9
3. Chisme en la casa – Eine Untersuchung anhand Gran Hermano 6 11
3.1 Erläuterung und Begründung der Untersuchung 11
3.2 El chisme de la mujer – vertrauliche Gespräche unter Frauen 12
3.3 Untypisch Mann? – Klatsch unter Männern 14
4. Fazit 16
Quellenverzeichnis
Lexika und Wörterbücher
World Wide Web
1. Über Vorgehensweise und Aufbau
„Hast du schon gehört?“, „Wusstest du schon?“ oder „Ich weiß ja nicht ob ich es erzählen darf, aber…“ sind nur einige der typischen Phrasen, die jenes Phänomen einleiten, welches vielen unter der Bezeichnung [Klatsch] bekannt ist. Klatsch ist fester Bestandteil unserer Kultur und kommt mehr oder minder in allen sozialen Schichten vor. Für die Medien ist er existenziell. Durch den Erfolg des Celebrity Gossips, zu Deutsch Promiklatsch, ist er in heutiger Zeit aus Presse und Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Aber auch auf politischer Ebene findet Klatsch eine übergeordnete Bedeutung. Geheimnisse und Gerüchte bedeuten in diesen Bereichen große Macht und Einfluss. Derjenige der ein Geheimnis kennt, besitzt Macht über denjenigen, den es betrifft. Oftmals kommt es jedoch zu der Annahme, dass Klatsch eine ausschließlich von weiblicher Seite her ausgehende Aktivität sei und auf keinen Fall etwas, das Männer betreiben würden. Es ist bekannt als ein charakteristisches Merkmal für die Frau. (Holmes 1992: 298)
Im Folgenden soll unter anderem anhand der sprachgeschichtlichen Entwicklung der Begriffe [Klatsch], [gossip] und [chisme], veranschaulicht werden, worin der Ursprung dieser Auffassung liegt. Des Weiteren wird untersucht, warum eigentlich geklatscht wird und was dies für Vorteile mit sich bringt. Letztendlich liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit in einem Vergleich zwischen weiblichen und männlichen Dialogen innerhalb der spanischen Sprache. Anhand dieser Dialoge, welche ursprünglich aus der Fernsehsendung Gran Hermano stammen, soll untersucht werden, ob Klatsch wirklich nur ein weibliches Phänomen ist und nicht doch unter besonderen Umständen auch unter Männern auftritt.
2. Klatsch – Herkunft, Bedeutung und Funktion in der Gesellschaft
2.1 Diachrone Veränderungen der Begriffssemantik
Selbst in heutiger Zeit werden Ausdrücke wie [Klatsch] oder [Tratsch] direkt mit dem weiblichen Geschlecht in Verbindung gebracht. Darüber hinaus kommt es in vielen Fällen zum negativen Verständnis der beiden Begriffe. Wer klatscht, so wird allgemein angenommen, redet schlecht oder macht sich gar über nicht anwesende Dritte lustig. Um verstehen zu können wie es zu diesen Konnotationen kommen konnte, ist es unumgänglich sich mit der Wortgeschichte des Begriffes [Klatsch] auseinanderzusetzen. Worin liegt sein semantischer Ursprung? Wie steht seine Bedeutung im Vergleich zu derer anderer europäischer Sprachen?
Birgit Althans geht in ihrem Werk „Der Klatsch, die Frauen und das Sprechen bei der Arbeit“ (2000) näher auf die Wurzel des Begriffs ein. Klatschen sei im 16. Jahrhundert ein Synonym für Waschen gewesen. Eine Tätigkeit die ausschließlich von Frauen durchgeführt und von Männern gemieden wurde. (Cf. Althans 2000: 17) Die rechtlich benachteiligten Frauen ergriffen die Möglichkeit, sich außerhalb ihrer Familie mitzuteilen. Dies war in dem damaligen, von Männern dominierten, Umfeld nur schwer möglich. Ferner bemerkt sie: „Wer klatscht hat als gossip, commérage, Klatschtante oder –base automatisch ein weibliches Geschlecht…“. (Althans 2000: 18) Man erkennt deutlich, dass der Ausdruck [Klatsch] nicht nur im Deutschen, sondern in einer Vielzahl europäischer Sprachen mit dem weiblichen Geschlecht assoziiert wird. Dass das Englische [gossip] sich jedoch auch ehemals auf das männliche Geschlecht bezog, legen Jack Levin und Arnold Arluke (1987) dar. Ihnen zur Folge leite sich der Ausdruck [gossip] von dem altenglischen [godsibb] oder [godparen] ab und bezog sich auf die Wärme und Freundschaft zwischen Männern bzw. auf den guten Trinkfreund eines Mannes. (Cf. Levin & Arluke 1987: 5) Im Vergleich zu Althans’ Untersuchungen zeigt sich jedoch, dass sich in [gossip] noch weitere Konnotationen widerspiegeln. Diese beziehen sich wiederum auf das weibliche Geschlecht. So stünde der Begriff für eine „Person, die als Taufpate für ein neu gewonnenes Familienmitglied gewonnen wurde“.(Althans 2000: 19) Als dritte Assoziation für den [gossip] nennt Althans die begleitende Freundin einer gebärenden Frau, die mittels ihrer Anwesenheit bezeugt, dass die Geburt einen anständigen Verlauf genommen hat. (Cf. Althans 2000: 19) Letztendlich komme es aber im 16. und 17. Jahrhundert zu einer Verschmelzung aller drei Definitionen. Gossip beziehe sich von nun an einzig auf die Vertraute der Frau, die bei der Geburt ihres Kindes anwesend sein sollte.(Tebutt 1995: 20; übernommen aus: Althans 2000: 20) Das Shorter Oxford English Dictionary (SOED) erwähnt zwar keine Verschmelzung der Definitionen, jedoch verweist es, neben den allgegenwärtigen Bezeichnungen „idle talk“ und „groundless rumour“, ebenfalls auf die des Taufpaten und der weiblichen Geburtsunterstützung. (Cf. SOED 2002: 1129)
Im Englischen findet sich heutzutage eine Trennung zwischen weiblichem und männlichem Klatsch. Bei [Shoptalk] handelt es sich um die männliche Bezeichnung des sonst weiblich assoziierten gossips. Er bezieht sich jedoch mehr auf karriere- und zielorientierte Gespräche, die, wie in der Regel angenommen wird, von Männern geführt werden. (Cf. Eckert & McConnel-Ginet 2003: 98-99)
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