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Fusionen in der europäischen Börsenlandschaft mit Blick auf die Fusionsbemühungen der Deutsche Börse AG um die Euronext N.V.

Bachelor Thesis, 2007, 68 Pages
Author: Robert Stark
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Details

Category: Bachelor Thesis
Year: 2007
Pages: 68
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 25  Entries
Language: German
Archive No.: V71433
ISBN (E-book): 978-3-638-62065-9

File size: 257 KB


Excerpt (computer-generated)

Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nürtingen

Fusionen in der europäischen Börsenlandschaft mit Blick auf die Fusionsbemühungen der
Deutsche Börse AG um die Euronext N.V.

Bachelor Thesis

vorgelegt von: Robert Stark
vorgelegt im: Wintersemester 2006/2007

 

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis ... III
Abkürzungsverzeichnis ... IV

1 Einleitung ... 2

2 Die Fusion - Defintion ... 4

3 Vorstellung der an der Fusion beteiligten Börsenplätze ... 6
3.1 Gruppe Deutsche Börse AG ... 6
3.2 Euronext N.V. ... 11
3.3 New York Stock Exchange (NYSE®) Group, Inc. ... 13

4 Die Phasen einer Fusion ... 16
4.1 Pre-Merger-Phase ... 17
4.2 Merger-Phase ... 23
4.3 Post-Merger-Phase ... 24

5 Fusionsmotive ... 27
5.1 Ziele des Erwerbers ... 27
5.2 Ziele des Gekauften ... 29

6 Problemfelder im Zuge einer Integration zwischen den betreffenden Unternehmung und der Anspruchsgruppen ... 30
6.1 Mitarbeiter ... 32
6.2 Eigenkapitalgeber ... 37
6.3 Fremdkapitalgeber ... 37
6.4 Lieferanten / Abnehmer ... 39
6.5 Institutionen des Gemeinwesens ... 40

7 Lösungssätze ... 41
7.1 Koordination ... 42
7.2 Kultur ... 43
7.3 Kommunikation ... 44
7.4 Kernkompetenz und Know-How ... 45
7.5 Kunden und Ko-Produzenten ... 46
7.6 Kernbelegschaft und Karriere ... 47
7.7 Kontrolle ... 47

8 Zusammenfassung, Ausblick, Fazit ... 48

Literaturverzeichnis ... 54



„Das Huhn parliert mit dem Schwein:
’Wir sollten eigentlich fusionieren. Du lieferst den Schinken, ich das Ei. Schinken mit Ei ist der Renner in jedem Restaurant.’
’Da gehe ich doch drauf!’ gibt das Schwein zu be-denken.
Das Huhn zeigt sich unbeeindruckt: ’Bei einer Fusion geht immer einer drauf!’“1


1 Einleitung

 „Fusionitis“ – ein Wort, mit dem man heutzutage häufig in vielen Berichterstattungen konfrontiert wird. Dieser Begriff beschreibt die anhaltende Konsolidie-rungswelle, die gegenwärtig alle Branchen erfasst. Welch rasante Entwicklung dieser Trend erfährt, verdeutlichen die folgenden Zahlen: Während 1990 weltweit 9.000 Transaktionen mit einem Volumen von 290 Milliarden US-Dollar abgewickelt wurden, erreichte die Zahl der Firmenzusammenschlüsse im Jahr 2000 mit fast 37.000 und einem Volumen von ca. 3,5 Billionen US-Dollar ihren Höhepunkt2. Addiert man z. B. die Transaktionsvolumina der drei Zusammenschlüsse von DaimlerChrysler, Exxon Mobil und Citigroup, erhält man einen Wert, der dem des Bruttoinlandsprodukts Kanadas entspricht3.

Trotz der seit 2001 rückläufigen Entwicklung von Akquisitionen (ca. 23.000), kann auch in Zukunft von einer ähnlichen Aktivität ausgegangen werden4. Beispielhaft seien an dieser Stelle die in 2006 angekündigten Transaktionen der Bayer AG und BASF AG genannt. Bayer übernahm den Berliner Pharmakonzern Schering AG während die BASF AG das amerikanische Chemieunternehmen Engelhard erwarb. Ob diese Transaktionen allerdings erfolgreich umgesetzt werden können, kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden.

Diverse Studien belegen, dass bis zu zwei Drittel aller Transaktionen die in sie gesetzten Ziele nicht erreichen. Sowohl die Übernahme von Rover durch BMW als auch die Beteiligung der DaimlerChrysler AG an Mitsubishi,5 welche im weiteren Geschäftsverlauf wieder weit unter dem damaligen Kaufpreis veräußert wurden, können in diesem Zusammenhang angeführt werden.

Die folgende Abbildung zeigt eine Gegenüberstellung der ursprünglich ange-strebten und tatsächlich realisierten Ziele. Die Unterschiede zwischen den ursprünglichen und tatsächlichen Zielerreichungsgraden zeigen, dass die durch eine Fusion angestrebten Ziele in einigen Fällen nicht erfüllt werden können.

(Abbildung 1: Angestrebte vs. realisierte Ziele - in der Downloadversion enthalten)

Angesichts obiger Ausführungen stellt sich die Frage, aus welchen Gründen so viele Transaktionen die in sie gesetzten Ziele nicht erreichen. Mit der Entscheidung zu einer Übernahme sind einschneidende Veränderungen unausweichlich. Innerhalb kürzester Zeit werden bewährte Strukturen aufgebrochen und neue Beziehungen hergestellt.6 Zudem wird oft die Komplexität einer Übernahme unterschätzt. Neben der eigentlichen Integration, sieht sich das Unternehmen mit zahlreichen anderen Aufgaben konfrontiert, auf die später eingegangen wird.

Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Probleme darzustellen, mit denen Unternehmen während einer Fusion konfrontiert werden und aufzuzeigen wie diesen erfolgreich begegnet werden kann.

Zu Beginn dieser Bachelor Thesis werden zunächst einige Begriffsdefinitionen erörtert. Um eine strikte Trennung des praktischen vom theoretischen Teil zu vermeiden, wird dieser von Beginn an in die Arbeit integriert.

Im folgenden Teil werden zunächst die an den Fusionsbemühungen beteiligten Börsenplätze vorgestellt bevor die Eckdaten zur Fusion erläutert werden. Anschließend werden sowohl allgemeine als auch spezifische, für die Börsen zutreffende Fusionsmotive genannt, um darauf aufbauend einige Problemfelder und deren Lösungsmöglichkeiten aufzeigen zu können.

Die Arbeit soll einen groben Überblick über die komplexen und vielfältigen Aufgaben eines Fusionsprozesses geben. Da die Bewertung eines Unternehmens oder die rechtlichen Rahmenbedingungen einer Übernahme den Rahmen dieser Bachelor Thesis übersteigen würden, bleiben diese unberücksichtigt.

Obwohl zwischen Fusionen und Akquisitionen grundsätzlich nach Art der Transaktion unterschieden werden muss, werden aus Gründen der Übersichtlichkeit, Begriffe wie Unternehmenszusammenschlüsse, Übernahmen, Fusionen und Akquisitionen in dieser Ausarbeitung synonym verwendet.

In der Schlussbetrachtung werden die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal erfasst und herausgestellt.


2 Die Fusion - Definition

„Der aus dem Lateinischen stammende Begriff, der gießen oder schmelzen bedeutet“7, bezeichnet die rechtliche und/oder wirtschaftliche Verschmelzung zweier oder mehrerer zuvor eigenständiger Einheiten8.

Im Allgemeinen muss zwischen Akquisitionen und Fusionen unterschieden werden. Während bei einer Fusion die beteiligten Einheiten in eine neu zu gründende Organisation übergehen, wird bei einer Akquisition eines der beteiligten Unternehmen von der anderen Gesellschaft aufgekauft bzw. übernommen. Die folgende Übersicht liefert mit ihren Erklärungen einen Überblick über die verschiedenen Transaktionsarten im Fall einer Akquisition.

[...]


1 Vgl. Schwaab, Markus O.; Frey, D.; Hesse, J.: Fusionen – Herausforderungen für das Personalmanagement, Heidelberg 2003, S. 5.

2 Vgl. Möschel, W.: Megafusionen: Besteht ordnungspolitischer Handlungsbedarf?, in: Franz, W.; Ramser, H.-J.; Stadler, M. (Hrsg.): Fusionen, Tübingen 2002, S. 271.

3 Vgl. Habeck, Max M.; Kröger, F.; Träm, M.: Wi[e]der das Fusionsfieber, 2. Aufl., Heidelberg 2003, S. 159.

4 Vgl. Niebisch, P.: Instrumente der Mitarbeiterintegration bei Fusionen, in: Maier, P.; Walter, K. (Hrsg.): Internationale Fusionen und Kooperationen – erfolgreich umgesetzt, Weinheim 2003, S. 33.

5 Vgl. Kröger, F.; Zeisel, S.: Das Endspiel gewinnen, in: Seeger, C. (Hrsg.): Fusionen – M&A-Strategien entwickeln, Kandidaten analysieren, Kulturen vereinen, Frankfurt 2005, S. 37.

6 Siehe auch Gairing, F.: Methodische Grundlagen für die Gestaltung von Fusionsprozessen, in: Schwaab, Markus O.; Frey, D.; Hesse, J. (Hrsg.): Fusionen – Herausforderungen für das Personalmanagement, Heidelberg 2003, S. 224.

7 Vgl. Schwaab, Markus O.: Fusionen – Herausforderungen für das Personalmanagement (Einleitung), in: Schwaab, Markus O.; Frey, D.; Hesse, J. (Hrsg.): Fusionen – Herausforderungen für das Personalmanagement, Heidelberg 2003, S. 17.

8 Vgl. Schwaab, Markus O.: Fusionen – Herausforderungen für das Personalmanagement (Einleitung), in: Schwaab, Markus O.; Frey, D.; Hesse, J. (Hrsg.): Fusionen – Herausforderungen für das Personalmanagement, Heidelberg 2003, S. 17.


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