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Die Turmgesellschaft in Wilhelm Meister´s Lehrjahren

Seminararbeit, 2007, 16 Seiten
Autor: Keziban Karaaslan
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 16
Note: bestanden
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V71438
ISBN (E-Book): 978-3-638-63186-0

Dateigröße: 199 KB


Textauszug (computergeneriert)

Technische Universität Berlin
Institut für Literaturwissenschaft

PS: Textinterpretation: Goethes Wilhelm Meister-Romane, WS 06/07

Die Turmgesellschaft in Wilhelm Meister´s Lehrjahren

Keziban Karaaslan

 

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung ... 3

2. Die Turmgesellschaft ... 4

2.1. Turmgesellschaft / Freimaurer ... 4
2.1.1. Goethes Verhältnis zur Freimaurerei ... 5
2.2. Turmgesellschaft als Gemeinschaft ... 7
2.2.1. Mitglieder der Turmgesellschaft ... 8
2.2.2. Funktion der Turmgesellschaft - Lenkung von Wilhelms Leben? ... 11
2.3 Programm / Projekt der Turmgesellschaft ... 13
2.3.1 Maximen ... 13
2.3.2 Lehrbrief ... 14

3. Zusammenfassung ... 15

4. Literaturliste ... 16

 

 

1. Einleitung

Diese Seminararbeit befasst sich mit der Turmgesellschaft in den Lehrjahren des Wilhelm Meister. Da die Turmgesellschaft in den Lehrjahren eine besondere, bedeutungsvolle Rolle einnimmt, lohnt es sich, diese näher zu untersuchen. Schon Schiller hat sich über die Turmgesellschaft der Lehrjahre geäußert und erkannt, dass „ein verborgen wirkender, höherer Verstand, die Mächte des Turms“ Wilhelm Meister begleiten.1 In der Forschung treten verschiedene Interpretationen der Turmgesellschaft auf, die zeigen, wie vielschichtig und komplex dieses Thema ist. Einige Aussagen aus der Forschung werden auch in diese Arbeit hineinfließen. Die drei wichtigsten Aspekte der Arbeit werden darauf beschränkt sein, welche sinngebende Rolle bzw. Funktion die Turmgesellschaft im Roman hat, wie sie agiert, welche Ziele sie verfolgt und wie die Auswirkungen der Turmgesellschaft auf den Romanprotagonisten Wilhelm Meister sind.
Obwohl die Turmgesellschaft erst gegen Ende des Romans im 7. und 8. Buch in den Vordergrund tritt, ist sie doch über den ganzen Romanverlauf hin von Anfang an präsent. Wilhelm erfährt erst sehr spät, dass er bisher von der Turmgesellschaft überwacht worden ist und in der Turmszene wird ihm bewusst, in welcher Form das geschehen ist. Die vier Gestalten der Turmgesellschaft, die so genannten Emmisäre, treffen an verschiedenen Stellen des Romans wie zufällig auf Wilhelm Meister und versuchen ihn durch Gespräche und Mahnungen zu beeinflussen. Dem Leser wird erst gegen Ende des Romans bewusst, dass alle die vorherigen Begegnungen Wilhelms mit den Emmiseren in einem Zusammenhang zu der Turmgesellschaft am Ende des Romans stehen und dass die Geschehnisse keine Zufälle, sondern von der Turmgesellschaft gewollt waren.
Die wichtigsten Mitglieder der Turmgesellschaft sind der Abbé, Lothario und Jarno. Zu diesen drei wichtigen Figuren sowie den Emmiseren komme ich im 2.Teil der Arbeit. Im Anschluss an diesen Teil geht es um das Programm der Turmgesellschaft und was es mit der geheimen Lenkung Wilhelms auf sich hat. In diesem Zusammenhang werden auch die Maximen der Turmgesellschaft zum Thema Bildung und Erziehung genauer betrachtet.
Da Goethe selbst Mitglied einer so genannten Freimauergesellschaft war, ist es auch im Hinblick auf das Auftreten der Turmgesellschaft in den Lehrjahren sinnvoll zu untersuchen, warum Goethe die Turmgesellschaft einführt? Finden sich Elemente der Freimaurerei auch in der Turmgesellschaft? Diese Fragen werden ebenfalls unter Punkt 2 der Arbeit behandelt.
Im dritten Teil der Arbeit werden das „Programm“ der Turmgesellschaft und der Lehrbrief näher untersucht. Dort stellt sich dem Leser die Frage, inwieweit der Lehrbrief und auch die Maximen der Turmgesellschaft Einfluss auf die Entwicklung Wilhelms gehabt haben.


2. Die Turmgesellschaft

Die Turmgesellschaft der Lehrjahre ist ein Zusammenschluss von Menschen mit aufgeklärten Idealen, die soziale Veränderungen herbeiführen möchten. Sie lenken Wilhelm Meisters Leben in eine neue Richtung, in dem sie ihn weg vom Theater hin zu einem tätigen Leben führen möchten. Diesem Zweck dienen die Begegnungen Wilhelms mit den vier Vertretern der Turmgesellschaft in den ersten 5 Büchern. Auch der Lehrbrief, den Wilhelm vom Abbé im 7.Buch/9.Kapitel erhält und der die Kunst und das Leben zum Thema hat, sollen Wilhelm Aufschluss über den Sinn der Turmgesellschaft geben und ihn dazu bewegen, der Theater-Kunst den Rücken zu kehren.2


2.1. Turmgesellschaft / Freimaurer

Zu der Zeit, als Goethe „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ verfasst hatte, spielten geheime Verbindungen wie die Freimaurer eine ganz besondere Rolle. Die Institution der Freimauer stammte aus England und holte sich ihre geistigen Ziele und Inhalte aus der englischen Freidenkerbewegung. Toleranz und Freiheit waren ihre Ideale und sie dienten der Geselligkeit und gegenseitigen Unterstützung sowie dazu, sich selbst und die Menschheit zu erziehen. In Deutschland war das Interesse an der Freimaurerei in Adelskreisen sehr groß und so erzeugte bei dort ein Streben nach höherer Erkenntnis. Rosemarie Haas bezeichnet die Freimaurerei als eine „Vereinigung vernünftiger Geister zum Zwecke der Selbstbestimmung und als Hort althergebrachter übernatürlicher Geheimnisse,..., in dem sie zugleich das Verlangen nach Aufklärung und die Wundersucht befriedigt...“.3

 

[...]


1 Bahr, Eberhard, S. 279; Barner, Wilfried, S.90
2 Wundt, Max, S. 34
3 Haas, Rosemarie, S.7


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