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Politische Sozialisation und Soziale Ungleichheit

Termpaper, 2006, 30 Pages
Author: Lydia Gaukler
Subject: Politics - International Politics - General

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 30
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 23  Entries
Language: German
Archive No.: V71531
ISBN (E-book): 978-3-638-81151-4
ISBN (Book): 978-3-640-33068-3
File size: 543 KB

Abstract

Vor dem deutschen Gesetz sind Frauen und Männern gleichgestellt. Doch wie sieht es mit der Gleichstellung von Frauen und Männern in sozialer Hinsicht im Allgemeinen und in politischer Hinsicht im Besonderen aus? Dieser Frage widmet sich die folgende Arbeit. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht dabei die Bedeutung der Geschlechteridentität für die politische Sozialisation. Nach einer Begriffsdefinition und einem Überblick über die wichtigsten empirischen Befunde zur geschlechtsspezifischen politischen Partizipation geht es im vierten Abschnitt um einzelne Einflussfaktoren. Im fünften Abschnitt sollen dann Zusammenhänge der einzelnen Einflussfaktoren analysiert und erläutert werden.


Excerpt (computer-generated)

Politische Sozialisation und Soziale Ungleichheit

Hausarbeit

vorgelegt am 16.01.2006
Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und International Vergleichende Sozialforschung
Universität Mannheim

von

Lydia Gaukler

3. Semester Diplom-Anglistik mit wirtschaftswissenschaftlicher Qualifikation
Mannheim, den 16. Januar 2006

 

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis  I
Abbildungsverzeichnis  II

1. Einleitung  1

2. Theoretischer Hintergrund  2
2.1. Der Begriff der Sozialisation  2
2.2. Der Begriff der Politischen Sozialisation  3
2.3. Der Begriff der Sozialen Ungleichheit  3

3. Empirische Befunde zum Zusammenhang von Partizipation und Geschlecht  4
3.1. Geschlechterdifferenz und konventionelle Partizipationsformen  5
3.2. Geschlechterdifferenz und unkonventionelle Partizipationsformen  7
3.2.1. Frauen in der Politik  8
3.3. Zwischenfazit  9

4. Einflussfaktoren der geschlechtsspezifischen politischen Sozialisation  10
4.1. Geschlechtsspezifische Sozialisation in Kindheit und Jugend  10
4.1.1. Einflussfaktor Familie  10
4.1.2. Einflussfaktor tradierte Ideologien  12
4.1.3. Zum Zusammenhang der Einzelfaktoren I  14
4.2. Geschlechtsspezifische Sozialisation im Erwachsenenalter  15
4.2.1. Einflussfaktor Arbeit  15
4.2.2. Einflussfaktor Bildung  18
4.2.3. Einflussfaktor Einkommen  

5. Zum Zusammenhang der Einzelfaktoren II  21

6. Fazit  23

Literaturverzeichnis  25

 

 


Vor dem deutschen Gesetz sind Frauen und Männern gleichgestellt. Doch wie sieht es mit der Gleichstellung von Frauen und Männern in sozialer Hinsicht im Allgemeinen und in politischer Hinsicht im Besonderen aus? Dieser Frage widmet sich die folgende Arbeit. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht dabei die Bedeutung der Geschlechteridentität für die politische Sozialisation. Nach einer Begriffsdefinition und einem Überblick über die wichtigsten empirischen Befunde zur geschlechtsspezifischen politischen Partizipation geht es im vierten Abschnitt um einzelne Einflussfaktoren. Im fünften Abschnitt sollen dann Zusammenhänge der einzelnen Einflussfaktoren analysiert und erläutert werden.

1. Einleitung

In Artikel 20 des Grundgesetzes heißt es:

„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“1

Deutschland ist dem Gesetz nach eine Demokratie. Dies bedeutet, dass die Bürgerinnen und Bürger die Politik sowie ihre politischen und gesellschaftlichen Lebensverhältnisse selbst gestalten; allerdings nicht unmittelbar, sondern mittelbar, in Form von regelmäßigen Wahlen. Durch diese Wahlen werden die Regierung und ihre politischen Entscheidungsträger legitimiert.2 Neben den periodischen Wahlentscheidungen gibt es zudem ein breites Angebot an weiteren politischen wie auch gesellschaftlichen Partizipationsformen. Diese ermöglichen es grundsätzlich jedem Deutschen, politisch aktiv zu werden und auf diese Weise sein politisches oder gesellschaftliches Umfeld zu gestalten. Das Ausmaß politischer oder gesellschaftlicher Beteiligung lässt Rückschlüsse auf die Lebendigkeit der Demokratie zu:3 Je höher das Engagement, umso lebendiger ist das demokratische System, da es auf das Volk als Staatsgewalt angewiesen ist.

Die Möglichkeiten einzelner Gruppen, sich politisch oder sozial zu engagieren, können jedoch ungleich verteilt sein. Zwar sind laut Gesetz alle Bürger gleich, doch die Praxis sieht leider anders aus: So belegen empirische Untersuchungen, dass v.a. Bildungsniveau, sozioökonomische Herkunft und Geschlecht von zentraler Bedeutung für das Ausmaß der politischen Partizipation sind.

Folgende Arbeit konzentriert sich auf das Geschlechterverhältnis als eine elementare Form sozialer Ungleichheit. Dabei werden jedoch auch die Faktoren Bildung und Einkommen berücksichtigt werden. Ziel ist es, die Auswirkungen des Geschlechts bzw. der geschlechtsbedingten Ungleichheit auf die geschlechtsspezifische politische Sozialisation aufzuzeigen.

2. Theoretischer Hintergrund

2.1. Der Begriff der Sozialisation

„Sozialisation ist der ‚Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt’. Im Zentrum dieses Prozesses steht das Mitglied-Werden in einer Gesellschaft.“ 4

Ergänzend und präzisierend dazu definiert Hurrelmann Sozialisation als einen Prozess der Persönlichkeitsentstehung „in Abhängigkeit von und in Auseinandersetzung mit den sozialen und den dinglich-materiellen Lebensbedingungen [...], die zu einem bestimmten Zeitpunkt der historischen Entwicklung einer Gesellschaft existieren [und] in dessen Verlauf sich der mit einer biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit bildet.“5

Hillmann verweist auf den Doppelaspekt der Sozialisation: Sie ist „zugleich ‚Vergesellschaftung’ des Menschen im Sinne der Übernahme und Internalisierung von soziokulturellen Werten, Verhaltenserwartungen und sozialen Rollen als auch Personalisation im Sinne von ‚Besonderung’ seiner individuell bestimmten Auseinandersetzung mit den Angeboten und Einflüssen seiner Gesellschaft.“6

Sozialisation bezeichnet also jenen Prozess, in dessen Folge das Individuum zu einem vollwertigen Teil der Gesellschaft wird, wobei es sich dabei einerseits an seine Umwelt und Kultur anpasst, indem es die allgemein in der Gesellschaft akzeptierten Meinungen, Rollen und Symbole verinnerlicht, gleichzeitig jedoch durch die Interaktion mit der Umwelt eine eigene und eigenständige Persönlichkeit entwickelt.

[....]


1 Grundgesetz (1999): S. 22

2 Vgl. Engels (2004): S. 1

3 Vgl. Engels (2004): S. 2

4 Strohmeier (2005): S. 7

5 Vgl. Hurrelmann (1998): S. 15


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