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Moralität oder Sittenlosigkeit? Sexualität und Sexualmoral in der Antike close

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Moralität oder Sittenlosigkeit? Sexualität und Sexualmoral in der Antike

Scholary Paper (Seminar), 2000, 16 Pages
Author: M.A. Marion Näser
Subject: History - Early and Ancient History

Details

Event: PS Der Satyricon des Petronius Arbiter
Institution/College: University of Marburg (Institut für alte Geschichte)
Tags: Sexualität Antike
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2000
Pages: 16
Grade: 2+
Language: German
Archive No.: V7155
ISBN (E-book): 978-3-638-14499-5

File size: 180 KB


Excerpt (computer-generated)

Moralität oder Sittenlosigkeit? Sexualität und Sexualmoral in der Antike

von Marion Näser



Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sexualität in der Religion

3. "Sittenverfall" vs. Moralität

3.1 Elemente des Sittenverfalls

a) Dekadente Erscheinungen der römischen Kaiserzeit
b) Praxis von Ehe und Scheidung in der Kaiserzeit

3.2 Elemente der Moralität

a) Verhaltenskodizes für ehrbare Frauen
b) Verfolgung von Ehebruch

4. Verständnis von Liebe und Sexualität

4.1 Sexualität als Ausdruck von Macht
4.2 Sexualität und Selbstbeherrschung

Fazit

Quellenverzeichnis
Literaturverzeichnis


1. Einleitung/Quellenlage

Wie wird uns das römische Verhältnis zur Sexualität im Satyricon geschildert?
Das Satyricon des Petronius Arbiter stellt uns das erotische Leben im kaiserzeitlichen Rom als zügellosen Sex ohne Liebe vor: Es gibt mannigfaltige Paarungen zwischen den 3 Gefährten und dem Kreis um Lycurg und Lichas, danach erleben unsere Helden noch verschiedene erotische Abenteuer - ein zur oftmals zitierten römischen Sittenstrenge konträres Bild. Zu beachten ist jedoch, daß sich die Figuren des Satyricon außerhalb der Gesellschaft befinden und daß die Form der Satire Übertreibungen erfordert.
Aber auch die anderen Quellen zum Thema Sexualität sind von Ambivalenz geprägt:
Römische Grabinschriften preisen die Tugenden der keuschen Ehefrau - Grafitti an Häuserwänden preisen die Dienste von Prostituierten an und dienen dem Weiterleiten von Liebesgrüßen oder allgemeinen Stellungnahmen zu sexuellen Themen . In der Literatur gibt es auf der einen Seite Moralisten wie Cicero, die den Sittenverfall beklagen und auf der anderen Satiriker und zahlreiche erotische Werke von Dichtern wie Ovid, Horaz und Catull - die Erotikdichter der Kaiserzeit beriefen sich jedoch auf literarische Traditionen, um sich zu rechtfertigen .
Im Rahmen der bildenden Kunst gab es viele erotische Darstellungen auf Vasen, Gefäßen und Öllampen; zudem zahlreiche erotische Statuen und Wandmalereien in Bordellen und Thermen in Privathäusern .
Auch der Umgang mit der Prostitution zeigt Sexualität als etwas alltägliches: es gab keine schmuddeligen Vergnügungsviertel, sondern Bordelle und Straßenprostitution fanden sich überall, wobei belebte, zentralen Punkte der Städte natürlich besonders beliebt für die Straßenprostitution waren (so etwa Foren, Thermen oder Circusanlagen). Auch in Hotels, Restaurants, Kneipen und Thermen war sie oft integriert . Der Umgang mit Prostituierten galt nur bedingt als anstößig .
Mit der vorliegenden Arbeit soll versucht werden, die Widersprüche zwischen den verschiedenen uns überlieferten Quellen auszuleuchten und zu einer Synthese zu führen, wobei der Focus auf der frühen Kaiserzeit (also etwa zu Zeiten des Petronius) liegt

Auf der einen Seite scheint man also mit Sexualität locker umzugehen, auf der anderen Seite scheint es - wie wir sehen werden - eine Sexualmoral und feste Regeln für sexuelle Beziehungen zu geben.

2. Sexualität in der Religion

Religiöse Voraussetzungen der Gesellschaft: Erotik ist fest in Religion und Mythologie verankert. Sexualität ist keine Sünde wie im Christentum, sondern natürlicher Bestandteil des Lebens von Göttern und Menschen, wie z. B. die Affären und Seitensprünge von Zeus belegen. Auch stritten sich Zeus und Hera darum, ob Frauen oder Männer beim Geschlechtsverkehr größere Lust empfinden . Es gab auch Göttinnen, die für den ehelichen Geschlechtsverkehr zuständig waren und einen Hochzeitsgott namens Mutunus Tutunus, der auch für Begattung und eheliche Fruchtbarkeit verantwortlich war . Eine weitere Verbindung zwischen Sexualität und Religion stellen die Mysterien dar: Bei den Saturnalien, einem Fest zu Ehren des Saturn, und den Bacchanalien fanden auch Orgien statt
Zudem hat Sex eine Mystische Komponente:

[...]


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